Giants Nördlingen
Großer Schritt in Richtung Klassenerhalt
Lomax am 01.02.2009 um 13:29
Das Zweistromland in Nördlingen, zwischen Eger und Kornlach gelegen, gilt nun nicht unbedingt als Wiege der Menschheit. Aber als Wiege für viel Hoffnung für die Basketballanhänger der mit 79:71 siegreichen Giants und ihrer Gäste, den Paderborn Baskets, darf es schon herhalten. Die starteten nach einem 28:45-Halbzeitrückstand ein kaum für möglich gehaltenes Comeback. Beide Teams lieferten in packenden 40 Minuten genügend Argumente, warum man sich auch in der kommenden Saison in der BBL miteinander messen sollte.
Zu Beginn des Spiels zeigten sich die 2100 Nördlinger Zuschauer solidarisch mit dem finanziell schwer angeschlagenen Paderborner Basketball und den „Retter“-Fantrupp, der die weite Fahrt von Paderborn ins Ries gemacht hat. Entsprechend herzlich war auch die Begrüßung.
Doch dann war erst mal Schluss mit dem Austausch von Freundlichkeiten. Nicht wiederzuerkennen waren die Hausherren gegenüber dem schlechten Ludwigsburgspiel. Nach nervösem Start beider Teams legte Ty Shaw vor. Wie auf Nördlinger Seite befürchtet, zeigte BBL-Routinier Chris Ensminger, dass heute mit ihm zu rechnen sein soll. Bis zur fünften Minute hielt der 35-jährige beinahe alleine dem Angriffswirbel der Giants stand und punktete fleissig (8:8). Mit dem bereits zweiten Foul belastet musste Shaw das Feld für Brian Butch räumen. Der sorgte, obwohl noch mit lädiertem Gehwerkzeug ausgestattet, mit vier Punkten am Stück für einen kleinen Vorsprung zum 15:10 (8. Minute). Der zweite Dreier von Osvaldo Jeanty riss das Publi-kum erstmals von den Sitzen, zwei erfolgreiche Freiwürfe von ihm und Monta McGhee sorgten für eine 24:11-Führung, die Stefano Garris, mit 22 Punkten späterer Topscorer des Abends, für die Paderborner mit zwei Zählern zum Viertelende noch etwas beschönigte. Die Rieser marschierten im zweiten Viertel weiter. In der Verteidigung stand man wie eine „Eins“, Ensminger hingegen auf verlorenem Posten und konnte die zweiten zehn Minuten nicht punkten. Dennoch: sein Reboundduell (insgesamt 16) mit Omari Westley (15) war ein Highlight des Abends. Im Angriff sahen die Fans schönes Nördlinger Teamplay und fein herausgespielte Punkte. Nach dem Spiel sprach Coach Andy Wagner von „einer der besten Nördlinger ersten Halbzeiten der Saison“. Von einem 30:15 (12. Minute) ging es über ein 41:26 (19. Minute) zu einem beruhigenden 45:28-Halbzeitstand für die Gastgeber. Dies auch dank eines Danny Gibson, bei dem der Knoten wohl geplatzt ist. Er lenkte zusammen mit einem starken Osvaldo Jeanty zuverlässig das Spiel und streute immer wieder Punkte ein.
Die Guggamusik Kalkstoi aus Neresheim sorgte für die Halbzeitunterhaltung in der Halle. In der Kabine von Paderborn besorgte dies wohl ebenso erfolgreich Coach Douglas Spradley. Denn seine Mannen kamen wie verwandelt wieder auf das Parkett. Zwar gehörte die spektakuläste Szene zu Beginn der zweiten Hälfte Nördlingens Derrick DeShawn Lang, der einen Zauberpass auf Omari Westley spielte. Der Ligatopscorer legte in bester alley-oop-Manier im Netz ab. Doch ab der 25. Minute (53:37) gelang den Nördlingern kein Feldkorb mehr. Die Westfalen zogen nun das Tempo und die Intensität in Angriff und Verteidigung spürbar an. Punkt für Punkt arbeiteten sie sich an fahrig wirkende Nördlinger heran. Konsequenterweise und durch Stefano Garris mit zwei Dreiern stand es vor dem Schlussviertel nur noch 57:52.
Die Crunch-Time, die entscheidende Phase des Spiels, begann mit dem letzten Viertel. Zwei Minuten gelang keinem der nun hart kämpfenden Kontrahenten zählbares, ehe ein Dunk von Westley über Ensminger hinüber eine dramatische Schlussphase einläutete. Einem Dreier von Gästespieler Esterkamp beantwortet Gibson ebenfalls mit gleicher Wertung. Erneut schien es, als ob die Nördlinger das Spiel für sich entschieden hätten (67:58, 36.Min.), aber schon wieder konnten die Paderborner verkürzen (67:63, 38.Min). Shaw kassierte sein viertes Foul um gleich darauf seinem Kollegen Jeanty zu seinem dritten erfolgreichen Dreier beglückwünschen zu können (72:65, 39.Min.) 45 Sekunden vor Feierabend, bei einem keinesfalls schon entschiedenen Spiel, gerieten dann Ty Shaw und Chris Ensminger nach dessen vierten Foul in einen weniger freundlichen Disput. Beide wurden mit einem technischen Foul bestraft und durften mit jeweils fünf Fouls unter der Dusche weiterdiskutieren. Jetzt aber spielten die Nördlinger ruhig und clever, zogen die taktischen Fouls der Gäste und machten die notwendigen Zähler an der Freiwurflinie. Die „big points“ waren denn auch verdienter Lohn eines großen Kämpferherzens und einer guten Teamleistung.
Die Aktien für beide Teams auf Ligaerhalt sind nach dieser Vorstellung zweifelsohne gestiegen, denn was sie in zwei Ligaspielen an Spannung – das Hinspiel gewannen die Nördlinger nach Verlängerung - ihrem Publikum boten war schon sehens- und wiederholenswert.
Pressemitteilung: Giants Nördlingen
0 Kommentare
Zu Beginn des Spiels zeigten sich die 2100 Nördlinger Zuschauer solidarisch mit dem finanziell schwer angeschlagenen Paderborner Basketball und den „Retter“-Fantrupp, der die weite Fahrt von Paderborn ins Ries gemacht hat. Entsprechend herzlich war auch die Begrüßung.
Doch dann war erst mal Schluss mit dem Austausch von Freundlichkeiten. Nicht wiederzuerkennen waren die Hausherren gegenüber dem schlechten Ludwigsburgspiel. Nach nervösem Start beider Teams legte Ty Shaw vor. Wie auf Nördlinger Seite befürchtet, zeigte BBL-Routinier Chris Ensminger, dass heute mit ihm zu rechnen sein soll. Bis zur fünften Minute hielt der 35-jährige beinahe alleine dem Angriffswirbel der Giants stand und punktete fleissig (8:8). Mit dem bereits zweiten Foul belastet musste Shaw das Feld für Brian Butch räumen. Der sorgte, obwohl noch mit lädiertem Gehwerkzeug ausgestattet, mit vier Punkten am Stück für einen kleinen Vorsprung zum 15:10 (8. Minute). Der zweite Dreier von Osvaldo Jeanty riss das Publi-kum erstmals von den Sitzen, zwei erfolgreiche Freiwürfe von ihm und Monta McGhee sorgten für eine 24:11-Führung, die Stefano Garris, mit 22 Punkten späterer Topscorer des Abends, für die Paderborner mit zwei Zählern zum Viertelende noch etwas beschönigte. Die Rieser marschierten im zweiten Viertel weiter. In der Verteidigung stand man wie eine „Eins“, Ensminger hingegen auf verlorenem Posten und konnte die zweiten zehn Minuten nicht punkten. Dennoch: sein Reboundduell (insgesamt 16) mit Omari Westley (15) war ein Highlight des Abends. Im Angriff sahen die Fans schönes Nördlinger Teamplay und fein herausgespielte Punkte. Nach dem Spiel sprach Coach Andy Wagner von „einer der besten Nördlinger ersten Halbzeiten der Saison“. Von einem 30:15 (12. Minute) ging es über ein 41:26 (19. Minute) zu einem beruhigenden 45:28-Halbzeitstand für die Gastgeber. Dies auch dank eines Danny Gibson, bei dem der Knoten wohl geplatzt ist. Er lenkte zusammen mit einem starken Osvaldo Jeanty zuverlässig das Spiel und streute immer wieder Punkte ein.
Die Guggamusik Kalkstoi aus Neresheim sorgte für die Halbzeitunterhaltung in der Halle. In der Kabine von Paderborn besorgte dies wohl ebenso erfolgreich Coach Douglas Spradley. Denn seine Mannen kamen wie verwandelt wieder auf das Parkett. Zwar gehörte die spektakuläste Szene zu Beginn der zweiten Hälfte Nördlingens Derrick DeShawn Lang, der einen Zauberpass auf Omari Westley spielte. Der Ligatopscorer legte in bester alley-oop-Manier im Netz ab. Doch ab der 25. Minute (53:37) gelang den Nördlingern kein Feldkorb mehr. Die Westfalen zogen nun das Tempo und die Intensität in Angriff und Verteidigung spürbar an. Punkt für Punkt arbeiteten sie sich an fahrig wirkende Nördlinger heran. Konsequenterweise und durch Stefano Garris mit zwei Dreiern stand es vor dem Schlussviertel nur noch 57:52.
Die Crunch-Time, die entscheidende Phase des Spiels, begann mit dem letzten Viertel. Zwei Minuten gelang keinem der nun hart kämpfenden Kontrahenten zählbares, ehe ein Dunk von Westley über Ensminger hinüber eine dramatische Schlussphase einläutete. Einem Dreier von Gästespieler Esterkamp beantwortet Gibson ebenfalls mit gleicher Wertung. Erneut schien es, als ob die Nördlinger das Spiel für sich entschieden hätten (67:58, 36.Min.), aber schon wieder konnten die Paderborner verkürzen (67:63, 38.Min). Shaw kassierte sein viertes Foul um gleich darauf seinem Kollegen Jeanty zu seinem dritten erfolgreichen Dreier beglückwünschen zu können (72:65, 39.Min.) 45 Sekunden vor Feierabend, bei einem keinesfalls schon entschiedenen Spiel, gerieten dann Ty Shaw und Chris Ensminger nach dessen vierten Foul in einen weniger freundlichen Disput. Beide wurden mit einem technischen Foul bestraft und durften mit jeweils fünf Fouls unter der Dusche weiterdiskutieren. Jetzt aber spielten die Nördlinger ruhig und clever, zogen die taktischen Fouls der Gäste und machten die notwendigen Zähler an der Freiwurflinie. Die „big points“ waren denn auch verdienter Lohn eines großen Kämpferherzens und einer guten Teamleistung.
Die Aktien für beide Teams auf Ligaerhalt sind nach dieser Vorstellung zweifelsohne gestiegen, denn was sie in zwei Ligaspielen an Spannung – das Hinspiel gewannen die Nördlinger nach Verlängerung - ihrem Publikum boten war schon sehens- und wiederholenswert.
Pressemitteilung: Giants Nördlingen
0 Kommentare
Werbung
Werbung


