Giants Nördlingen

Nichts zu holen beim Rückrundenauftakt

Lomax am 25.01.2009 um 19:54

Den Start in die Rückrunde ihrer BBL-Premierensaison hatten sich die Giants Nördlingen sicherlich anders vorgestellt. Mit einer deutlichen 71:54-Niederlage im Gepäck musste man sich am Samstagabend wieder auf den Rückweg in den Krater machen und Ludwigsburg zur geglückten Revanche für die derbe Klatsche im Hinspiel (76:57) gratulieren. Zu viele Ballverluste, 22 standen am Ende auf Rieser Seite zu Buche, zu wenig Teamplay und vor allem auch eine unglaublich motiviert zu Werke gehende Heimmannschaft waren letztlich die Hauptindikatoren für den klaren Punktverlust. Gerade den Punkt Teamplay bemängelte auch Trainer Andreas Wagner an diesem 18. Spieltag: „Wir haben einfach nicht die individuelle Klasse, dass wir so ein Spiel auch ohne organisierte Offense gewinnen können. Eigentlich zeichnet meine Mannschaft ihr Teamplay aus, heute aber hat das schlicht und ergreifend gefehlt.“ Lediglich vier Korbvorlagen gelangen dem Aufsteiger, auf der Gegenseite verbuchte Ludwigsburg dreimal so viele Assists. Wenn man einen Blick auf die Wurfversuche beider Teams wirft, ergibt sich ein ähnliches Bild. Nur 45 Mal erarbeitete sich Nördlingen Korbchancen, der frisch gekürte 3-Punkte-Champion Osvaldo Jeanty wurde nur zweimal an der 6,25m-Markierung entsprechend in Szene gesetzt, sodass dieser mit sechs Punkten offensiv eher blass blieb. Ludwigsburg hingegen setzte 55 Mal zum Wurf an und konnte besonders von der Dreierlinie glänzen. Sieben aus zehn Versuchen fanden in der ersten Halbzeit ihren Weg in die Rieser Reuse und trieben Coach Wagner fast zur Verzweiflung.

Der leicht favorisierte Gastgeber stand vor der Partie gehörig unter Druck. Vier Niederlagen in Serie, das Rutschen aus den Playoff-Rängen und ein zunehmend unzufriedenes Publikum ließen die Erwartungshaltung an Trainer Rick Stafford vor der Partie weiter steigen. Doch Stafford schien die richtigen Worte an seine Mannschaft gefunden zu haben, denn wie ausgewechselt nach der deutlichen Heimniederlage gegen Frankfurt am letzten Spieltag präsentierten sich die EnBW-Korbjäger schon zu Beginn des Spiels. Bis zur dritten Minute hielten der erneut starke Omari Westley sowie Monta McGhee die Nördlinger Farben noch im Spiel (7:9), doch das Rieser Pulver war schon in dieser Phase verschossen. Während Nördlingen bis zum Viertelende nur noch zwei Zähler an der Freiwurflinie gelang, machte Ludwigsburg mit zwei schnelle Dreiern (13:9) und einer aggressiven Verteidigung, aus der immer wieder Ballgewinne und einfach Punkte resultierten, Ernst. Nach technischem Foul gegen Trainer Wagner und einem verwandelten Freiwurf auf Ludwigsburger Seite ging es mit einem 21:11-Rückstand in den zweiten Spielabschnitt. Zwar merkte man dem Pro A-Meister an, dass er gewillt war, möglichst rasch wieder auf Tuchfühlung zu den Schwaben zu gelangen, allein an der Umsetzung scheiterte es. Im Gegenteil, der Gastgeber knüpfte an seinen starken Auftritt aus den ersten zehn Minuten an, streute weiter traumwandlerisch sicher von jenseits der 6,25m ein und ließ Nördlingen offensiv kaum zur Entfaltung kommen (36:21). Unter den Körben haderte Ty Shaw früh mit Foulproblemen und auch Brian Butch, der mit starken Schmerzen nach noch nicht ganz ausgeheilter Bänderverletzung wieder auf dem Parkett stand, konnte in Brettnähe keine entscheidenden Akzente setzen. Punkt für Punkt gerieten die Rieser weiter ins Hintertreffen und die Halbzeitsirene wirkte schon fast wie eine Erlösung auf den zahlreich mitgereisten Fananhang (24:43).

Mit 24 erzielten Punkten konnte man im Giants-Lager definitiv nicht zufrieden sein, doch auch zum Start ins dritte Viertel verstrickte sich Nördlingen immer wieder in Einzelaktionen (47:28) und selbst wenn der besser postierte Mitspieler gefunden wurde, haperte es an diesem Abend am erfolgreichen Abschluss. Erneut blieb man von der 23. bis zur 32. Minute ohne einen einzigen Feldkorb, lediglich an der Freiwurflinie gelang ein wenig Ergebniskosmetik. Beim Stand von 61:32 war die Partie längst entschieden. Dennoch erinnerte Trainer Wagner seine Mannen an den direkten Vergleich beider Teams, der Dank des 19-Punkte-Siegs aus dem Hinspiel noch bei den Riesern lag, mittlerweile aber auch ernsthaft in Gefahr schien. Spät, leider deutlich zu spät wachte der Aufsteiger aus seiner Lethargie auf und versuchte, sich den besseren Vergleich doch noch zu sichern. Mit 22 Zählern in den letzten acht Minuten gelang wenigstens dieses Unterfangen, wobei gerade Westley mit zwei Dreiern und guten Aktionen unter dem Korb seinen Allstar-Status unterstrich. Dennoch konnte auch dieser kleine Run zum Ende der Partie nichts mehr an der klaren Niederlage ändern, die mit 71:54 auch in dieser Höhe verdient ausfällt. Jedoch gibt es keinen Grund, lange Trübsal zu blasen, denn schon am nächsten Wochenende steht mit dem Heimspiel gegen die Paderborn Baskets ein richtungsweisendes Spiel ins Haus, bei dem es erneut darum geht, wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt in der 1. Bundesliga zu sammeln. (pmo)


Giants Nördlingen:
Omari Westley (17 Punkte, 2 Dreier, 9 Rebounds, 5 Steals), Josef Eichler (1 Rebound), Florian Börstler (n.e.), Derrick Lang (3 Punkte), Monta McGhee (15 Punkte, 3 Rebounds), Danny Gibson (2 Punkte), Ty Shaw (2 Punkte, 4 Rebounds), Joe Tesfaldet (5 Punkte, 1 Dreier, 2 Assists), Brian Butch (4 Punkte, 2 Rebounds), Osvaldo Jeanty (6 Punkte, 1 Dreier);
Feldwurfquote: 42% (19/45); Freiwurfquote: 12/18 (67%);

Pressemitteilung: Giants Nördlingen

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