FORWARD
FORWARD: Herten - Vom eigenen Erfolg überrascht
Lomax am 21.01.2009 um 10:45
„Vom bisherigen positiven Abschneiden unserer Mannschaft sind wir selbst überrascht“, zieht Hertens Sportlicher Leiter Dirk Ewald nach Abschluss der Vorrunde, die die Löwen auf dem zweiten Tabellenplatz abschließen konnten, eine ausgesprochen zufriedene Bilanz. Damit war nicht unbedingt zu rechnen, denn der Tabellensechste der vorangegangenen Spielzeit 2007/08 hatte in der Sommerpause den Abgang von drei Leistungsträgern zu verkraften: US-Spielmacher Dustin Pfeifer und sein Landsmann Torvoris Baker entschieden sich für ein Angebot von ProA-Ligist Chemnitz Niners, und auch den belgischen Präzisionsschützen Thomas Dreesen musste man zu Phoenix Hagen ziehen lassen.
„Bei uns ist die Mannschaft der Star“, nennt Ewald das Erfolgsgeheimnis der Hertener, die allerdings auch bei der Nachbesetzung der entstandenen Vakanzen ein glückliches Händchen bewiesen - insbesondere bei den beiden Ausländerpositionen: Mit Gary Johnson fand man bei Regionalligist Dortmund einen Spielmacher, der den Sprung in die ProB ansatzlos schaffte und längst aus dem Schatten seines Vorgängers herausgetreten ist, als weiterer Volltreffer erwies sich zudem Centerhüne Kendall Chones, der direkt von der Colgate University an den nördlichen Rand des Ruhrgebiets wechselte. Einen wesentlichen Anteil am Erfolg hatte zudem der 31-jährige Headcoach Anton Mirolybov, der jedoch kurz vor Weihnachten um die Auflösung seines Vertrages bat, um ein Angebot der Chemnitz Niners wahrzunehmen.
„Wir bedauern Anton Mirolybovs Entscheidung, aber wir können sie verstehen: Er findet in Chemnitz ganz andere Möglichkeiten vor, die wir ihm nicht verbauen wollten“, sagt Dirk Ewald, der kurz darauf einen Nachfolger präsentierte: Toni Hed, Diplomsportlehrer und B-Lizenz-Inhaber, galt bis dahin als „unbeschriebenes Blatt“ im deutschen Basketball-Trainergeschäft und wird dies zunächst auch weiterhin bleiben. Denn die Hertener beendeten die Zusammenarbeit nach nur wenigen Trainingseinheiten wieder. „Es hat einfach nicht gepasst. Hier sind zwei sehr unterschiedliche Basketballwelten aufeinander geprallt. Deswegen haben wir uns entschlossen, die Reißleine zu ziehen“, wollte Ewald nicht ins Detail gehen, der somit zum Jahresanfang erneut ohne Headcoach dastand.
Hilfe kam ausgerechnet von Mirolybov, der - obwohl schon in Chemnitz im Amt – die Löwen zum Hinrunden-Finale Mitte Januar nochmals betreute und zu einem Sieg gegen die UBC Tigers Hannover führen konnte. Kurz darauf konnte Ewald jedoch die bevorstehende Einigung mit einem „erfahrenen bekannten und sehr gut geeigneten Trainer“ avisieren, dessen Namen (Toni Bevanda?) er aber erst nach Vertragsunterschrift bekannt geben wollte. Die Aufgabenstellung für den neuen Mann auf der Kommandobrücke ist nicht einfach. „Wir wollen den zweiten Tabellenplatz möglichst lange verteidigen!“, sagt Ewald. Gelingt dies bis zum Saisonende, dann haben die Löwen die sportliche Qualifikation für die ProA erreicht und die nächste echte Herausforderung „vor der Brust“. Denn die derzeit geltenden Mindeststandards der ProA wie ein Etat von rund 400.000 Euro oder eine Hallenmindestkapazität von 1.800 Zuschauern lassen einen Aufstieg eher unrealistisch erscheinen.
Ganz von der Hand weisen will Erhard die Option Aufstieg in die ProA jedoch nicht. „Es gibt keine Genehmigung ohne Sondergenehmigung“, sagt Ewald und verweist auf Reviernachbar FC Schalke 04, der derzeit ebenfalls in einer nicht ProA-tauglichen Halle spielen würde.
FLORIAN KIRCHNER
Artikel der Januar-Ausgabe FORWARD
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„Bei uns ist die Mannschaft der Star“, nennt Ewald das Erfolgsgeheimnis der Hertener, die allerdings auch bei der Nachbesetzung der entstandenen Vakanzen ein glückliches Händchen bewiesen - insbesondere bei den beiden Ausländerpositionen: Mit Gary Johnson fand man bei Regionalligist Dortmund einen Spielmacher, der den Sprung in die ProB ansatzlos schaffte und längst aus dem Schatten seines Vorgängers herausgetreten ist, als weiterer Volltreffer erwies sich zudem Centerhüne Kendall Chones, der direkt von der Colgate University an den nördlichen Rand des Ruhrgebiets wechselte. Einen wesentlichen Anteil am Erfolg hatte zudem der 31-jährige Headcoach Anton Mirolybov, der jedoch kurz vor Weihnachten um die Auflösung seines Vertrages bat, um ein Angebot der Chemnitz Niners wahrzunehmen.
„Wir bedauern Anton Mirolybovs Entscheidung, aber wir können sie verstehen: Er findet in Chemnitz ganz andere Möglichkeiten vor, die wir ihm nicht verbauen wollten“, sagt Dirk Ewald, der kurz darauf einen Nachfolger präsentierte: Toni Hed, Diplomsportlehrer und B-Lizenz-Inhaber, galt bis dahin als „unbeschriebenes Blatt“ im deutschen Basketball-Trainergeschäft und wird dies zunächst auch weiterhin bleiben. Denn die Hertener beendeten die Zusammenarbeit nach nur wenigen Trainingseinheiten wieder. „Es hat einfach nicht gepasst. Hier sind zwei sehr unterschiedliche Basketballwelten aufeinander geprallt. Deswegen haben wir uns entschlossen, die Reißleine zu ziehen“, wollte Ewald nicht ins Detail gehen, der somit zum Jahresanfang erneut ohne Headcoach dastand.
Hilfe kam ausgerechnet von Mirolybov, der - obwohl schon in Chemnitz im Amt – die Löwen zum Hinrunden-Finale Mitte Januar nochmals betreute und zu einem Sieg gegen die UBC Tigers Hannover führen konnte. Kurz darauf konnte Ewald jedoch die bevorstehende Einigung mit einem „erfahrenen bekannten und sehr gut geeigneten Trainer“ avisieren, dessen Namen (Toni Bevanda?) er aber erst nach Vertragsunterschrift bekannt geben wollte. Die Aufgabenstellung für den neuen Mann auf der Kommandobrücke ist nicht einfach. „Wir wollen den zweiten Tabellenplatz möglichst lange verteidigen!“, sagt Ewald. Gelingt dies bis zum Saisonende, dann haben die Löwen die sportliche Qualifikation für die ProA erreicht und die nächste echte Herausforderung „vor der Brust“. Denn die derzeit geltenden Mindeststandards der ProA wie ein Etat von rund 400.000 Euro oder eine Hallenmindestkapazität von 1.800 Zuschauern lassen einen Aufstieg eher unrealistisch erscheinen.
Ganz von der Hand weisen will Erhard die Option Aufstieg in die ProA jedoch nicht. „Es gibt keine Genehmigung ohne Sondergenehmigung“, sagt Ewald und verweist auf Reviernachbar FC Schalke 04, der derzeit ebenfalls in einer nicht ProA-tauglichen Halle spielen würde.
FLORIAN KIRCHNER
Artikel der Januar-Ausgabe FORWARD
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