Gastschreiber
Schönen-Dunk
Von 18 Chefs und maßvollen Quoten
robbe am 12.01.2009 um 22:51
Am vergangenen Sonntag luden Geschäftsführer Jan Pommer und Medienchef Dirk Kaiser zum Treffen in die Kölner BBL-Zentrale. Schlechtes Wetter verhinderte die Anreise von mehreren Auswärtigen, dennoch waren es am Ende acht SD-User, die an dem gut dreieinhalbstündigen Meeting teilnahmen. Die wichtigste Frage vorab geklärt: Ja, er liest bei Schönen-Dunk! Regelmäßig. Schönen-Dunk sei eine Community und durchaus ein Sprachrohr der deutschen Basketballszene. Er werde sogar von Journalisten mit bei Schönen-Dunk veröffentlichten Informationen konfrontiert. „Wir lesen bei SD aber auch, um Ideen zu sammeln“. Regelmäßige Besucher wird es nicht überraschen, dass die Herren Kaiser und Pommer dennoch nicht immer einverstanden sind mit all den Meinungen, die auf der Plattform kundgetan werden. Hier wird mitunter scharf geschossen gegen die Liga im Allgemeinen und ihren Geschäftsführer im Speziellen. Es sei nun mal Teil seines Jobs, den Kopf hinzuhalten, aber teilweise basierten die Angriffe auf Unkenntnis über die Arbeit der BBL, meint dieser. Und somit ist das Treffen in Köln nicht nur eine interessante Gelegenheit für Schönen-Dunk, aktuelle Themen mit zwei Fachleuten zu diskutieren. Es ist auch eine Möglichkeit für die BBL, sich einer großen Zahl von Basketballanhängern zu erklären.
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Struktur der BBL
Gießen und Lizenzierungsverfahren
Die Wildcard
Die „Großstadtstrategie“
Mäzenatentum und die Kölner Insolvenz
Spielplan
10 Prozent Auswärtsfans
Die „maßvolle Quote“
Die Schiedsrichter
Struktur der BBL
Was ist die BBL? Wie setzt sie sich zusammen? Wer trifft die Entscheidungen? Die BBL hat zwei Gesellschafter: Den DBB mit einer Minderheitsbeteiligung und die Arbeitsgemeinschaft der BBL-Vereine mit den 18 teilnehmenden Klubs. Jan Pommer dazu: „Salopp gesagt habe ich mindestens 18 Chefs.“ Die Arbeitsgemeinschaft entscheidet drei Mal im Jahr über große, strategische Themen. Demnächst wieder im Rahmen des BBL ALLSTAR Days in Mannheim, wo die Finanzkrise, diverse Werbeänderungen sowie die Anti-Doping-Bestimmungen [aufgrund des neuen NADA-Codes] diskutiert werden sollen. Das Präsidium trifft sich zudem alle sechs Wochen, um über operative, tagesrelevante Themen zu beraten und abzustimmen. Beschlüsse benötigen die einfache Mehrheit. „Die Klubs haben, und das ist völlig normal, unterschiedliche Ansichten“, so Pommer, „Der eine ist in der Regel froh, den Mindestanforderungen gerecht zu werden, der andere pocht hingegen auf Veränderungen und Tempo.“ Jedoch sei es der BBL wichtig, weitestgehend Einigkeit zu erzielen, da große Minderheiten alle Auswirkungen kleiner Mehrheitsbeschlüsse ertragen müssten. Geschätzte 95 Prozent der Vorschläge würden mit 2/3-Mehrheit oder größer beschlossen. Kurz: Es sind die 18 Vereine, die sich arrangieren und Entscheidungen treffen müssen.
Die Vereine wählen auf zwei Jahre ein Präsidium, bestehend aus drei Vize-Präsidenten und einem Präsidenten. Im Moment hat diese Position Dr. Thomas Braumann inne, ehemaliger Vorstandsvorsitzender von Frosta. „Es kann durchaus vorteilhaft sein, wenn jemand von außen ein solches Amt belegt. Eine gewisse Distanz sorgt mitunter für ein höheres Maß an Objektivität.“
Seine Hauptaufgabe sieht Pommer in der weiteren Professionalisierung der Liga in Zusammenarbeit mit den Vereinen. Man verstehe sich als Wirtschafts- wie auch als Unterhaltungsunternehmen und wolle in den Hallen eine „gute Atmosphäre für Familien“ schaffen.
Gießen und Lizenzierungsverfahren
Familiär kommen uns mittlerweile auch die Gießener Finanzprobleme vor – eine Neverending-Story, die bei den deutschen Basketballanhängern für Unverständnis sorgt. Warum ist es nicht möglich, die Probleme früher zu erkennen? Ein kurzer Blick auf das Lizenzierungsverfahren: Die Unterlagen zur wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit sowie sonstige Bereiche - Beispiel: Hallenstandards - müssen von den Vereinen bis zum 15. März eingereicht werden. Die Dokumente werden vom Gutachterausschuss, in dem ausgewiesene und langjährig erfahrene Fachleute wie Wirtschaftsprüfer oder Steuerberater sitzen, geprüft. Da einige Sponsorenverträge für die kommende Spielzeit nicht ein halbes Jahr im Voraus, sondern erst relativ kurz vor Beginn der Spielzeit unterschrieben werden, handelt es sich auch um Prognoseentscheidungen. „In Einzelfällen mussten Vereine aber schon im Juli 80 Prozent der Sponsoringverträge verbindlich unterschrieben haben“, erläutert Pommer. „Dies ist eine ganz erhebliche Leistung.“ Im Fall Gießen habe eine gewisse Transparenz gefehlt, zudem seien dort in der Vergangenheit offensichtlich Fehler aneinandergereiht worden, die in Summe zu einem nicht gewünschten Ergebnis geführt hätten.
Dennoch ist Pommer optimistisch, da man mit Christoph Syring nun einen ausgewiesenen Finanzexperten in Gießen habe, der wisse, wie zu handeln sei. Gießen müsse jetzt regelmäßig über seine Finanzen Bericht erstatten und bestimmte Transaktionen, wie Spielerverpflichtungen, von der BBL freigeben lassen. „Knapp bei Kasse zu sein, das ist in der heutigen Zeit nichts Ungewöhnliches oder Ehrenrühriges“, sagt Pommer und erklärt, dass das Sponsorengeschäft schwieriger geworden sei. „Mit wenig Geld auskommen zu müssen, muss nichts schlechtes sein.“ Er halte die Lage allgemein für nicht einfach und beschreibt die Situation der Sportmanager – „leicht überspitzt“, wie er selber anmerkt - mit dem Zitat eines Fußballmanagers: „Maximierung des sportlichen Erfolges bei Vermeidung der Insolvenz.“
Die Wildcard
Auf dem Fußballkontinent Europa sehen viele Fans den sportlichen Auf- und Abstieg als maßgeblichen Bestandteil des Vereinssports. Eine puristische Ansicht, die der Realität in vielen Sportarten abseits von „König Fußball“ nicht gerecht wird? Dirk Kaiser: „Natürlich gibt es bei uns den Auf- und Abstieg. Nur: Sollte ein Anwärter nicht aufsteigen wollen oder können, weil er beispielsweise den Hallenstandard nicht erfüllt, dann macht es Sinn, eine Wildcard zu vergeben. Eine gerade Anzahl an Klubs ist allemal besser als ein ungerade Anzahl.
Bei mehreren Bewerbern für die Wildcard entscheiden die 18 Vereine. Die Entscheidung der einzelnen Vereine sei natürlich geprägt von dem Interesse, welcher Verein den bestmöglichen Beitrag für die Liga insgesamt leisten könne, so beispielsweise die Halle am besten zu füllen. Die BBL bereite die Entscheidung vor, so Pommer.
Die „Großstadtstrategie“
Jan Pommer zuckt mit den Schultern: „Es gibt keine Großstadtstrategie.“ Das ist mal ein Hammer! Schließlich wird auf Schönen-Dunk seit Jahren propagiert, die Ligaleitung habe den in kleinen Städten ansässigen Vereinen den Kampf angesagt und verteile Extrawürste an die Großstadtklubs. Er halte eine Mischung von Klubs aus kleineren Städten und den Großstädten für vorteilhaft, erklärt Pommer. Klubs aus Unistädten wie beispielsweise Göttingen, wo Basketball seit Jahrzehnten etabliert sei, würden definitiv Farbe in die Liga bringen und seien für die BBL ebenso wichtig wie die Großstadtklubs.
Dass Hamburg und München in dieser Mischung ihren Platz finden könnten, glaubt Pommer schon. „Mir leuchtet nicht ein, warum es nicht möglich sein sollte, Hallen in Hamburg und München konstant mit 3.000 bis 4.000 Zuschauern zu füllen.“ Zulasten sportlichen Aufsteiger? „Eine Benachteiligung für die kleineren Vereine gibt es nicht. Die Lizenzauflagen sind objektiv. Wenn ein sportlicher Aufsteiger die Auflagen erfüllt, wird die BBL die Aufnahme definitiv vornehmen.“
Die genehmigten Hallenkonstruktionen in Jena, und – wie oft beschworen – Köln, seien keine Extrawürste gewesen, versichert er. „Die Hallen sind das in der Situation der Vereine Machbare und erfüllen die Auflagen. Oft herrscht gerade dort eine tolle und dichte Stimmung.“ Und weiter: „Gerade der Fall Jena zeigt doch, dass von einer von uns propagierten und gepushten Großstadtstrategie nicht die Rede sein kann. Wenn sich ein Verein sportlich für die BBL qualifiziert, dann sollte er auch die Möglichkeit bekommen, teilzunehmen. Jena hat viele Anstrengungen unternommen, um dies zu realisieren.“
Mäzenatentum und die Kölner Insolvenz
Mobile Fristen? Sonderbehandlung für die Großstädtischen? Das Drama mit schlussendlicher Rettung des Kölner Basketballvereins im Februar des vergangenen Jahres hatte die Gemüter erhitzt und für einen zwischenzeitlichen Schönen-Dunk-Besucherrekord gesorgt. Jan Pommer macht deutlich, warum die Kölner Insolvenz anders zu beurteilen sei, als mögliche andere.
Herbert Zimmer hätte einen exzellenten Ruf genossen, hebt er hervor, und erläutert: „Wenn man damals in Köln herumgefragt hätte: Wer gehört zu den angesehenen Personen der Stadt? Der Name Zimmer wäre sicher gefallen.“ Wichtig zu erwähnen sei auch, dass Zimmer nicht durch sein Engagement bei den Kölner Basketballern in die Insolvenz geraten sei. Es war offenbar sein ganzes Firmenkonstrukt, das in massive Schwierigkeiten geraten war. Überhaupt: Mäzene. Ist das Mäzenatentum nicht eher schädlich für die Liga? Ganze Basketballvereine, die den Launen einzelner Personen ausgesetzt sind? Keineswegs: „Ich würde mich freuen, wenn es mehr Mäzene in der Liga gäbe.“ Selbstredend sei kein Verein gegen die Pleite eines Sponsors oder Mäzens gefeit.
Den Eindruck, dass die BBL im Chaos um die Kölner Insolvenz in der Öffentlichkeit kein gutes Bild abgegeben habe, könne er nachvollziehen. Ein Kommunikationsproblem? Detailliert schildert er die Ereignisse des 19. Februar 2008. Zusammengefasst: Vorausgegangen war eine Fristfestlegung, einvernehmlich mit den Kölner selbst, um Druck auf Sponsoren auszuüben und den anderen Vereinen verbindliche Planungssicherheit zu geben. Eine Stunde vor Ablauf der Frist telefonierte der BBL-Geschäftsführer mit allen beteiligten Personen - Insolvenzverwalter, Klubführung, Sponsoren sowie potentiellen Investoren – und ließ sich die Aussagen, dass man keinen Sponsor gefunden hatte, bestätigen. Daraufhin schickte der Kölner Klub die Kündigung an die BBL. Der Liga-Teilnahmevertrag sieht jedoch ausdrücklich vor, dass eine Kündigung erst von der BBL angenommen werden muss, bevor sie abgeschlossen werden kann. Eine Schutzklausel der BBL, die verhindern soll, dass ein Ligamitglied von heute auf morgen der BBL den Rücken kehrt, um sich beispielsweise einer nationenübergreifenden europäischen Liga anzuschließen. Als die Liga die Pressemitteilung herausgab, war die Annahme der Kündigung durch die BBL noch nicht erfolgt. „Was hätte denn noch passieren können? Doch nichts mehr gegen den Willen der BBL jedenfalls.“ Aufgrund der vorliegenden Fakten war zu diesem Zeitpunkt die Sache glasklar, so Pommer. Schließlich hätte er bereits die schriftliche Bestätigung der Kölner Beteiligten in seinen Händen gehabt. Der Rest ist bekannt: Köln wurde gerettet und eine mit der BBL nicht abgestimmte Pressemitteilung der Kölner ließ die Liga mächtig alt aussehen. „Worüber wir natürlich alles andere als erfreut waren“, ergänzt Kaiser, der die Vorgehensweise des Klubs scherzhaft mit der Ausschüttung von einer großen Menge von Endorphinen begründete. Abschließend wurde die Übertragung der Lizenz von der insolventen Kölner GmbH auf die neue Träger GmbH von der Arbeitsgemeinschaft BBL mehrheitlich beschlossen. Ein Kommunikationsproblem? Ja. Dumm gelaufen, sagt auch Jan Pommer. Aber vor allem sei die Rettung der Kölner doch ein sehr großer Glücksfall gewesen.
Spielplan
Acht Mannschaften mit schon 16 Spielen, vier mit erst 14. ALBA Berlin trifft am 22.04., also kurz vor den Playoffs, in der o2 World auf die BG 74 Göttingen. Das Besondere daran? Es ist eine Partie des siebten Spieltags. Kürzlich wurde eine Partie zwischen Berlin und Tübingen vom 21.12., einem Sonntag, kurzfristig auf den darauf folgenden Montag verlegt. „Wir machen das sicherlich noch nicht perfekt. Aber die Gestaltung des Spielplans ist eine extrem komplexe und große Sache“, betont der ehemalige Basketballspieler Pommer und breitet dabei seine langen Arme aus, um seinen Worten Nachdruck zu verleihen: „Er wird von vielen verschiedenen Rahmenbedingungen und Einschränkungen beeinflusst.“ Wichtigster Punkt sei die fehlende freie Verfügbarkeit der Hallen. Weitere Sportevents, Konzerte und andere Veranstaltungen würden die Spielplangestaltung deutlich verkomplizieren. Hinzu käme, dass man Rücksicht auf europäisch spielende Vereine und bei der Auswahl der Fernsehspiele nachträglichen Einfluss nehmen wolle. Der aktuelle Spielplan entspreche zu 74 Prozent den Wünschen der Vereine. Es allen Recht zu machen, sei die Quadratur des Kreises und leider nicht möglich.
Wenngleich die Teilnehmer an den europäischen Wettbewerben noch gar nicht ermittelt sind: Der Rahmenplan für 2009/10 stünde bereits, so Pommer und fügt hinzu: „Der frühe Zeitpunkt ist von den Vereinen so erwünscht.“
Spielverlegungen können nicht ohne Weiteres von den Vereinen vollzogen, sondern müssen von der BBL genehmigt werden. Man müsse hier auch die wirtschaftlichen Interessen der Vereine berücksichtigen, erklärt der BBL-Geschäftsführer. Letztendlich würden aber auch Spielverlegungswünsche abgelehnt.
10 Prozent Auswärtsfans
Von der eigenen in die fremde Halle: Die Debatte um das Kartenkontingent für die Auswärtsmannschaft ist eine relativ junge Diskussion auf Schönen-Dunk. Auslöser hierfür war die Entscheidung der Vereine, jenes Kontingent einheitlich von 20 auf 10 Prozent zu senken. Es bleibt festzuhalten, dass sich in der Vergangenheit ohnehin nur in Ausnahmefällen in der Hauptrunde derart viele Fans des Auswärtsteams in fremder Halle einfanden, sodass nur relativ selten die Nähe dieser 10-Prozent-Grenze erreicht wurde. In den Playoffs ist es jedoch durchaus nicht ungewöhnlich, dass die Euphorie eine vierstellige Zahl von Basketballverrückten in feindliche Hoheitsgewässer treibt. Die Gießener Invasion von Köln, Bamberger Völkerwanderung nach Frankfurt, Entenaufstand in Bamberg, Bonner Sonderzug nach Berlin - um Beispiele zu nennen. Saisondefinierende Momente, über die man noch Jahre später spricht. Wird diesen Großereignissen mit der neuen Regel der Riegel vorgeschoben?
„In Spanien gibt es für das Auswärtsteam ein festes Kontingent von 80 Karten, bei einem wesentlich höheren Zuschauerschnitt“, geben die Angesprochenen Auskunft über die Situation in einer anderen europäischen Liga. Ausschlaggebend für die Entscheidung sei die deutlich verbesserte Planungssicherheit für die Heimvereine gewesen. Die Vereine seien aber durchaus berechtigt, höhere Quoten untereinander zu regeln. Hier sei der Einwand gestattet, dass die ausrichtenden Vereine davon in den Playoffs, wo die Hallen in der Regel ohnehin voll werden, höchstwahrscheinlich Abstand nehmen werden. Der Vorschlag einer „10 Prozent Hauptrunde – 20 Prozent Playoff“-Regelung wurde von Dirk Kaiser jedenfalls aufgenommen.
Die „maßvolle Quote“
20 Prozent? Solch eine Quote einheimischer Spieler in der Liga wäre wohl ein Desaster. Dass es soweit nicht kommt, dafür sorgt eine stetig steigende Quote, die in der Saison 2009/10 mit vier Einheimischen auf dem Meldebogen ihren Höhepunkt findet. Oder: Ihren vorläufigen Höhepunkt? In anderen europäischen Basketballligen liegt die Quote höher. In einigen Ländern 6+6, in Russland sogar 7+5. Zudem müssen sich in Russland zu jeder Zeit für jedes Team mindestens zwei einheimische Spieler auf dem Parkett befinden. Allerdings: Auch im Fußball gibt es eine Quotendiskussion. Jedoch lässt dort die EU-Kommission weiterhin FIFA-Chef Sepp Blatter mit seiner Forderung nach einer 6+5-Quote mit der Begründung ins Leere laufen, dass jede Regel, die auf der Nationalität der Spieler basiert, inakzeptabel sei. Pommer: „Es stimmt. Quoten in den Basketballligen der Europäischen Union verstoßen im Prinzip gegen das EU-Recht.“ Er wolle nicht ausschließen, dass das Kartenhaus irgendwann in sich zusammenfalle könne. Man wähne sich mit 4+8 jedoch momentan relativ sicher, da die Schwelle, ab der die Quote als massive Diskriminierung aufgegriffen werden könnte, gefühlt höher läge.
Der oft genannten 6+6-Regelung stehen Jan Pommer und Dirk Kaiser neben der unsicheren Rechtslage vor allem aus vier Gründen skeptisch gegenüber: Erstens: Eine Quote sei ein künstlicher Schutzraum, der dem Leistungsgedanken widerspricht. Zweitens: Der Spielerpool. Auch wenn die Frage nach der Henne und dem Ei sicherlich berechtigt sei: Die Masse an deutschen Qualitätsspielern reiche momentan nicht für eine 6+6-Regelung, so Pommer. Folglich wäre ein erheblicher Spielniveauverlust unvermeidlich, was mit einen Attraktivitätsverlust für die Liga einhergehen würde. Drittens: Die Liga-Hierarchie. Kaiser weist auf die ehemaligen Basketballdynastien aus Leverkusen und Berlin hin, die - vor dem Bosman-Urteil - jahrelang die Bundesliga dominiert hatten, weil sie aufgrund ihrer Finanzkraft nicht nur starke Ausländer, sondern vor allem zahlreiche hochklassige deutsche Nationalspieler in ihren Reihen wussten. „Unsere ausgeglichene Liga ist doch ein Beleg dafür, dass es jeden Spieltag zu Überraschungen kommen kann. Anders ist beispielsweise die Situation im Handball. Dort steht Abonnement-Meister Kiel bereits nach der Hinrunde so gut wie sicher als neuer Titelträger fest.“Viertens: Der Preis für einheimische Spieler würde deutlich steigen. Eine komfortable Situation für deutsche Spieler, von denen sich einige eingeladen sehen könnten, es sich bequemer zu machen. Bei den hohen Quoten im europäischen Ausland sei zudem zu differenzieren, so Kaiser. In Griechenland habe man 14 Teams in der Liga, gegenüber 18 in Deutschland. Die Gesamtzahl an griechischen Pflichtspielern beträgt damit in der Tat 84. Mit einer 4+8 Quote kommt man in Deutschland auf 72 Pflichtspieler, mit 5+7 schon auf derer 90. Die russische Superleague, das sei hier angemerkt, besteht aus 12 Mannschaften. Und in Spanien? „In Spanien“, so Pommer, „ist Basketball direkt hinter Fußball angesiedelt. Das ist überhaupt nicht mit Deutschland zu vergleichen.“ Die Idee, es zur Pflicht zu machen, einen oder mehrere deutsche Spieler auf dem Parkett stehen zu haben, hält Jan Pommer für grundlegend falsch. „Das ist ein massiver Eingriff in das Spiel, insbesondere in die Arbeit der Trainer während des Spiels.“
Statt an eine höhere Quote als formale Hilfe zu glauben, sei die BBL massiv und aus eigener Motivation und Verantwortung für den Basketball und die Nationalmannschaft aktiv geworden. Man habe die Nachwuchsarbeit durch folgende – so Pommer - ganz erhebliche Instrumente mit großen Anstrengungen bereits nachhaltig verbessert und arbeite daran weiter hart: 1) Verschiedene Projekte, wie der engeren Zusammenarbeit mit den Schulen, an der man aktuell mit Nationaltrainer Dirk Bauermann arbeite, 2) 8 Prozent des Spieleretats müssen in die Ausbildung fließen, dies sei eine sehr große Summe 3) die NBBL mit ihrer Vielzahl an Einsatzmöglichkeiten für junge Spieler bzw. die künftige JBBL, 4) der U24-Ausbildungsfonds, 5) die, wie Jan Pommer sie nennt, „maßvolle Quote“. Man müsse bei alledem, was geleistet werde, immer im Blick haben, dass sämtliche Klubs für die Ausbildung und Förderung des Nachwuchses etwa 2,5 bis drei Millionen Euro in die Hand nähmen – und das sei konservativ geschätzt.
Die Schiedsrichter
Ob Quote, Spielplan oder Insolvenzfälle, nichts beschäftigt den Basketballfan mehr als die Leistung der Unparteiischen. „Schieber“-Rufe sind in Deutschlands Basketballhallen an der Tagesordnung. Die Schiedsrichterleistung sei im europäischen Vergleich unterirdisch, poltert es in Forenbeiträgen.
„Das Thema Schiedsrichter hat bei uns oberste Priorität“, beschwört Pommer, „da es die grundlegende Spielregelung betrifft.“ Man sei extrem sensibel, was dieses Thema angeht und packe die Schiedsrichter keineswegs in Watte. „Bei 70 Prozent aller Spiele ist ein Schiedsrichter-Beobachter anwesend, der unmittelbar nach dem Spiel zusammen mit den drei Schiedsrichtern - teilweise mit Hilfe von Videomaterial - das Spiel analysiert. Dabei muss jeder Schiedsrichter vorab eine Selbsteinschätzung abgeben.“ Mit dem ehemaligen Bundesliga-Schiedsrichter Jens Staudenmayer habe man nun einen ausgewiesenen Fachmann, der sich ab diesem Jahr hauptberuflich um das Thema „Schiedsrichterwesen“ und die Ausbildung kümmern werde.
Von einer Bestrafung wie beispielsweise einer Sperre nach schlechten Leistungen hält Jan Pommer „überhaupt nichts“. Oft habe sich in der Vergangenheit gezeigt, dass Schiedsrichter nach auffallend schlechten Leistungen beim nächsten Spiel eine tadellose Leistung abgeliefert hätten.
Feste Schiedsrichterteams gebe es aus terminlichen und organisatorischen Gründen in der Hauptrunde nicht. In den Playoffs sei dies in der Vergangenheit jedoch hin und wieder mal der Fall gewesen. Profischiedsrichter? „Ist im Moment nicht realistisch“, zumal Beispiele aus der DEL zeigen würden, dass Profi-Schiedsrichter qualitativ nicht besser pfeifen. Sie seien lediglich zeitlich häufiger verfügbar.
Die BBL kann selbstredend nicht einfach ihre eigenen Spielregeln kreieren, sie ist an das Regelwerk der FIBA vertraglich gebunden. Richtlinien würden natürlich erarbeitet, so Pommer. Und zwar vor der Saison und in Zusammenarbeit mit den Vereinen.
Bilder: Hugo
Text: Hugo und robbe
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346 Gäste online
Offiziell
BBL
| # | T | P | Diff |
|---|---|---|---|
| 1 | BAM | 38:4 | 399 |
| 2 | ULM | 34:8 | 119 |
| 3 | QUA | 30:10 | 187 |
| 4 | BER | 30:12 | 217 |
| 5 | WÜR | 24:16 | 119 |
| 6 | BHV | 22:18 | -35 |
| 7 | FCB | 22:20 | 85 |
| 8 | BRA | 22:20 | -17 |
| 9 | OLD | 20:18 | 13 |
| 10 | BON | 18:22 | -26 |
| 11 | FRA | 18:24 | -105 |
| 12 | TÜB | 18:24 | -32 |
| 13 | BAY | 16:24 | -120 |
| 14 | HAG | 14:26 | -189 |
| 15 | GIE | 14:28 | -173 |
| 16 | TRI | 14:28 | -107 |
| 17 | LUD | 12:30 | -56 |
| 18 | GÖT | 4:38 | -279 |
ProA
| # | T | P | W/L |
|---|---|---|---|
| 1 | MBC | 32 | 16/3 |
| 2 | KIR | 30 | 15/5 |
| 3 | CHE | 26 | 13/8 |
| 4 | CRA | 26 | 13/8 |
| 5 | PAD | 22 | 11/8 |
| 6 | DÜS | 20 | 10/10 |
| 7 | JEN | 20 | 10/11 |
| 8 | HEI | 18 | 9/10 |
| 9 | NÜR | 18 | 9/11 |
| 10 | EHI | 18 | 9/11 |
| 11 | KAR | 18 | 9/12 |
| 12 | ETB | 16 | 8/11 |
| 13 | CUX | 16 | 8/11 |
| 14 | SAA | 12 | 6/15 |
| 15 | LEI | 8 | 4/16 |
ProB
Nord
| # | T | P | W/L |
|---|---|---|---|
| 1 | HAN | 34 | 17/5 |
| 2 | BRA | 28 | 14/6 |
| 3 | HER | 28 | 14/7 |
| 4 | VEC | 28 | 14/7 |
| 5 | SCH | 26 | 13/8 |
| 6 | DOR | 24 | 12/9 |
| 7 | RSV | 22 | 11/11 |
| 8 | WUL | 20 | 10/12 |
| 9 | WOL | 18 | 9/12 |
| 10 | WED | 18 | 9/13 |
| 11 | LEV | 16 | 8/13 |
| 12 | ALB | 12 | 6/15 |
| 13 | BRN | 2 | 1/20 |
Süd
| # | T | P | W/L |
|---|---|---|---|
| 1 | GOT | 29 | 15/5 |
| 2 | LEI | 28 | 14/6 |
| 3 | NÖR | 26 | 13/7 |
| 4 | BSW | 26 | 13/7 |
| 5 | RHÖ | 24 | 12/8 |
| 6 | HAN | 24 | 12/8 |
| 7 | LAN | 22 | 11/9 |
| 8 | LIC | 20 | 10/10 |
| 9 | GÜS | 18 | 9/11 |
| 10 | FRA | 12 | 6/14 |
| 11 | WEI | 6 | 3/17 |
| 12 | GIE | 4 | 2/18 |
Alternativ
BBL
| # | T | P | W/L |
|---|---|---|---|
| 1 | BAM | 38 | 19/2 |
| 2 | ULM | 34 | 17/4 |
| 3 | QUA | 30 | 15/5 |
| 4 | BER | 30 | 15/6 |
| 5 | WÜR | 24 | 12/8 |
| 6 | BHV | 22 | 11/9 |
| 7 | FCB | 22 | 11/10 |
| 8 | BRA | 22 | 11/10 |
| 9 | OLD | 20 | 10/9 |
| 10 | BON | 18 | 9/11 |
| 11 | FRA | 18 | 9/12 |
| 12 | TÜB | 18 | 9/12 |
| 13 | BAY | 16 | 8/12 |
| 14 | HAG | 14 | 7/13 |
| 15 | GIE | 14 | 7/14 |
| 16 | TRI | 14 | 7/14 |
| 17 | LUD | 12 | 6/15 |
| 18 | GÖT | 4 | 2/19 |
ProA
| # | T | P | Diff |
|---|---|---|---|
| 1 | MBC | 32:6 | 168 |
| 2 | KIR | 30:10 | 154 |
| 3 | CHE | 26:16 | 43 |
| 4 | CRA | 26:16 | 55 |
| 5 | PAD | 22:16 | 42 |
| 6 | DÜS | 20:20 | 45 |
| 7 | JEN | 20:22 | 5 |
| 8 | HEI | 18:20 | 57 |
| 9 | NÜR | 18:22 | -24 |
| 10 | EHI | 18:22 | -26 |
| 11 | KAR | 18:24 | -61 |
| 12 | ETB | 16:22 | -11 |
| 13 | CUX | 16:22 | -69 |
| 14 | SAA | 12:30 | -122 |
| 15 | LEI | 8:32 | -256 |
ProB
Nord
| # | T | P | Diff |
|---|---|---|---|
| 1 | HAN | 34:10 | 236 |
| 2 | BRA | 28:12 | 155 |
| 3 | HER | 28:14 | 70 |
| 4 | VEC | 28:14 | 97 |
| 5 | SCH | 26:16 | 128 |
| 6 | DOR | 24:18 | 48 |
| 7 | RSV | 22:22 | -39 |
| 8 | WUL | 20:24 | -54 |
| 9 | WOL | 18:24 | -23 |
| 10 | WED | 18:26 | -17 |
| 11 | LEV | 16:26 | -123 |
| 12 | ALB | 12:30 | -212 |
| 13 | BRN | 2:40 | -266 |
Süd
| # | T | P | Diff |
|---|---|---|---|
| 1 | GOT | 30:10 | 178 |
| 2 | LEI | 28:12 | 122 |
| 3 | NÖR | 26:14 | 90 |
| 4 | BSW | 26:14 | 54 |
| 5 | RHÖ | 24:16 | 116 |
| 6 | HAN | 24:16 | 41 |
| 7 | LAN | 22:18 | 35 |
| 8 | LIC | 20:20 | 5 |
| 9 | GÜS | 18:22 | -94 |
| 10 | FRA | 12:28 | -106 |
| 11 | WEI | 6:34 | -146 |
| 12 | GIE | 4:36 | -295 |
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