Giants Nördlingen

Mit knapper Niederlage ein erfolgreiches Jahr 2008 beschlossen

Lomax am 21.12.2008 um 11:50

Die Nördlinger Bundesliga-Basketballer haben das Jahr 2008 zwar nicht wie erhofft, aber dennoch erhobenen Hauptes beendet. Beim neuen Spitzenreiter der BBL (zumindest über Nacht), der BG 74 Göttingen, war letztlich nicht mehr zu holen als eine respektable weil knappe 80:87-Niederlage. Dabei wurde den Riesern diesmal ihr eigentliches Aushängeschild, der Rebound, zum Verhängnis. Obwohl mit Größennachteilen ausgestattet, dominierte man in den letzten Spielen die Bretter an beiden Enden des Parketts. Doch nicht an diesem 15. Spieltag, an dem man mit 25:42 Rebounds deutlich das Nachsehen gegen eine extrem athletische und engagierte Mannschaft von Coach John Patrick hatte. Allein 17 Mal schnappte sich die lange Garde der Niedersachsen nach einem Fehlwurf der eigenen Mannschaft erneut die rote Kugel und ermöglichte somit zehn Wurfchancen mehr als den Nördlinger Korbjägern. Zwar konnte Monta McGhee auf seine gute Leistung gegen Köln weiter aufbauen und auch Ty Shaw schrammte nur haarscharf an einem Double-Double vorbei, doch gerade vom zuverlässigsten Rieser Punktesammler und frisch gekürten BBL-Allstar Omari Westley gingen nach einem starken ersten Viertel im weiteren Spielverlauf keine entscheidenden Impulse mehr aus.

Schon der Start in die Partie versprach einen unterhaltsamen Abend. Göttingen mit sehr viel Druck und Engagement in der Verteidigung, versuchte dem Aufsteiger schon frühzeitig den Schneid abzukaufen (8:4). Vor allem Westley hielt seine Farben in den ersten Minuten im Spiel, schloss drei Mal in Serie mit krachendem Dunking ab und verhinderte einen größeren Rückstand (14:9). Auf der Gegenseite war es in Person von Chris Oliver ein alter Bekannter aus Pro A-Zeiten, der Sorgenfalten auf die Stirn von Coach Andreas Wagner zauberte und mit erfolgreichen Aktionen in Korbnähe den 22:15-Zwischenstand nach zehn Minuten herstellte.

Auch in den zweiten Spielabschnitt starteten die Niedersachsen wachsamer. Nun übernahm Charles Lee die Rolle des Alleinunterhalters auf Göttinger Seite, der sowohl mit sicherem Händchen aus der Distanz als auch viel Zug zum Korb die Nördlinger Verteidigungsreihen ein ums andere Mal zum Verzweifeln brachte (37:23). Monta McGhee mit sechs Zählern in Serie verhinderte vorläufig ein weiteres Abreißen (37:29), doch Lee und Oliver brachten nun im Verbund den Favoriten mit 14 Punkten in Serie in den folgenden fünf Minuten wieder auf Distanz und die 3474 Zuschauer in der ausverkauften Lokhalle erstmals so richtig in Wallung. Nicht verwunderlich, dass es Lee vorenthalten war, mit Ertönen der Pausensirene für den deutlichen aber dennoch verdienten 51:33-Halbzeitstand für die Heimmannschaft verantwortlich zu zeichnen. Der Gastgeber wirkte in dieser Phase deutlich entschlossener und bissiger, sodass der Rückstand auch in dieser Höhe gerechtfertigt war.

Mit viel Wut im Bauch eröffneten die Wagner-Schützlinge Hälfte zwei und wollten möglichst schnell wieder Anschluss finden. So leicht ließ Göttingen jedoch nicht an seinem hart erarbeiteten Vorsprung rütteln und baute diesen zunächst bis auf 58:39 aus (33. Minute).
McGhee und Jeanty mit zwei Dreiern, gaben der Hoffnung auf eine Aufholjagd wieder Nahrung (58:47), doch wie beim Wettlauf von Hase und Igel hatten die Gastgeber mithilfe eines 7:0-Runs postwendend die passende Antwort parat (65:47). Zwar blieb der Rückstand auch nach dem dritten Viertel weiterhin zweistellig, Neuzugang Brian Butch gelang es dennoch, diesen an der Freiwurflinie zum 65:52 zu reduzieren.

Nördlingen erhöhte noch einmal das Tempo und kam durch Mbassa und erneut Jeanty aus der Distanz zu schnellen Punkten (67:59). Zwar konnte Göttingen in den folgenden Angriffen ebenfalls erfolgreich abschließen, doch die Führung schmolz nach verwandelten Freiwürfen von Gibson und zwei Zählern durch Ty Shaw in Brettnähe zusehends. Jeanty mit seinem vierten Dreier unterstrich seine Ambitionen auf die Teilnahme am Dreipunkte-Wettbewerb im Rahmen des BBL-Allstar-Days und brachte den Aufsteiger plötzlich wieder in unmittelbare Schlagdistanz und zwang den Gastgeber zur Auszeit (75:70). Auch im darauffolgenden Angriff stand die Giants-Verteidigung sicher und zwang Göttingen zu einem schwierigen Wurf von jenseits der 6,25m-Markierung. Dieser fand dennoch sein Ziel und stellte bei zwei Minuten Restspielzeit den alten Rückstand wieder her (78:70). Nördlingen stemmte sich bis zum Ende aufopferungsvoll gegen die drohende Niederlage, konnte diese aber nicht mehr abwenden.

Nach den beiden eminent wichtigen Erfolgen über Gießen und Köln schmerzt diese Niederlage nicht sonderlich, sodass man im Giants-Lager trotzdem beruhigt und zufrieden in die kurze Weihnachtspause gehen kann. Auch für die Spieler kommt diese Unterbrechung der Saison gelegen, um die neugewonnen BBL-Eindrücke erstmals ein bisschen sacken lassen zu können um dann im Januar frei nach dem Göttingen-Spruch des Fanclubs UN’96, der erneut zahlreich den langen Weg in die Fremde auf sich genommen hatte, wieder durchzustarten: „Auf in ein neues Jahr, wir haben noch lange nicht genug…“

Giants Nördlingen:
Omari Westley (9 Punkte), Josef Eichler (n.e.), Derrick Lang (2), Monta McGhee (19 Punkte, 1 Dreier, 4 Rebounds, 3 Assists), Danny Gibson (16 Punkte, 2 Dreier, 3 Rebounds), Carl Mbassa (4 Punkte), Ty Shaw (10 Punkte, 9 Rebounds, 3 Assists), Joe Tesfaldet (n.e.), Brian Butch (8 Punkte, 3 Rebounds), Osvaldo Jeanty (12 Punkte, 4 Dreier, 2 Assists);
Feldwurfquote: 48% (28/58); Dreierquote: 29% (7/24); Freiwurfquote: 74% (17/24);

Pressemitteilung: Giants Nördlingen

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