Gastschreiber
FORWARD
FORWARD - Kyle Bailey, Göttingens Mann aus Alaska
Lomax am 08.12.2008 um 13:14
Die meisten Punkte (Ende November 123 in acht Spielen), die meisten Assists (29), die längste Einsatzzeit (fast 35 Minuten pro Spiel) – dieser Mann wartet mit vielen Superlativen auf. Aber: Ehre, wem Ehre gebührt, schließlich ist hier die Rede von Kyle Bailey Seit der Aufstiegsheld wieder zurückkehrte, ist es mit der BG 74 Göttingen aufwärts gegangen. Mit anderen Worten: Der kleine Spielmacher ist einer der maßgeblichen Wegbereiter des Aufwärtstrends bei den Veilchen, der sie bis auf den sechsten Platz führte.
„Ich bin wieder zu Hause“, lächelte Bailey (1,89 m), als seine Rückkehr von ratiopharm Ulm bekannt wurde. Allein dies belegt, welche Beziehungen der US-Boy zur südniedersächsischen Universitätsstadt damals in nur einem Jahr 2. Liga entwickelt hat. Bailey wird noch immer als Aufstiegsheld verehrt, der den Pass auf den inzwischen gefeuerten Babis Douloudis spielte, der die BG sechs Spiele vor Saisonschluss in der zweithöchsten Spielklasse mit einem Dreier in die höchste warf. Zudem wurde Bailey am Ende der Saison zum „wertvollsten Spieler“ (MVP) gewählt, nachdem er durchschnittlich 20,8 Punkte und 5,7 Rebounds geholt hatte.
29 von 30 Spielen machte Bailey für den damaligen Zweitligisten Göttingen, nur ausgerechnet im letzten gegen Wolfenbüttel fehlte er wegen einer Verletzung am Mittelfinger. Danach lockten die besser gefüllten Fleischtöpfe in Ulm.
Doch im Süden wurde der Amerikaner nicht richtig glücklich, ein gebrochener Daumen handicapte ihn zusätzlich. Um es kurz zu machen: Ulm und Bailey gingen nach nur 18 Spielen getrennte Wege, obwohl Ulms Coach Mike Taylor ihn als „perfekten General auf dem Feld“ bezeichnet hatte. Was wiederum d i e Chance für die Göttinger und deren Coach John Patrick war.
So richtig aus den Augen verloren hatte man sich wohl gegenseitig nicht. Und so war die Begeisterung groß, als Baileys Comeback bei der BG publik wurde. Inzwischen hat sich der Pointguard noch mehr zum Denker und Lenker der „Veilchen“ entwickelt als früher. „Ein sehr wichtiger Spieler in unserem Team“, lobt Patrick seinen Leader, auf den er erstmals bei einer Sichtung in Las Vegas aufmerksam wurde. „John war ein großer Faktor, dass ich mich für Göttingen entschieden habe“, sagte der Spielmacher schon zu Beginn seines ersten Engagements in Südniedersachsen.
Doch wer ist eigentlich dieser Kyle Bailey?
Auf alle Fälle ein eher ungewöhnlicher Amerikaner, von denen auch die Göttinger schon einige in ihren Reihen hatten. Bailey kommt aus Alaska, wohin seine Familie ging, weil es im nördlichsten der US-Bundesstaaten gut zu verdienen gibt. Mutter Michelle arbeitet an der Uni in Fairbanks. Auch Bailey hat(te) nicht nur Basketball im Kopf, sondern einen Studien-Abschluss (Philosophie) in Santa Clara in der Tasche. Für die dortigen Broncos absolvierte er zwischen 2001 und 2005 ligaweit die meisten Einsätze. Vor seinem ersten Wechsel nach Göttingen spielte er bei den Florida Flames in der NBA Development League, einer Nachwuchsliga der NBA.
Vom typischen Amerikaner hebt er sich auch insofern ab, dass er sich bereits in frühester Jugend für Fußball interessierte – nicht „American Football“ wohlgemerkt, sondern „Soccer“. Genau gesagt: Hallenfußball, den Bailey zunächst spielte, ehe er bei einem Sommercamp in Los Angeles einen guten Eindruck hinterließ und so auf die Basketball-Schiene rutschte. Ein Job beim NBA-Klub San Antonio Spurs scheiterte nur knapp.
Von der Fußball-WM 2006, während der er in seiner Heimat weilte, hat er trotz neun Stunden Zeitunterschieds fast alle Spiele gesehen. Gibt´s da auch einen Lieblings-Fußballer? Klar doch: „Cristiano Ronaldo“, sagt Bailey, der Portugiese von Manchester United. So wunderte es auch nicht, dass Bailey im Trikot von Ronaldo mit der Nummer 17 zum Interview-Termin erschien.
Mit seiner Begeisterung zum Fußball ist der BG-Spielmacher aber nicht allein. Auch seine Freundin ist vom „Kicker-Virus“ infiziert. Und dies nicht etwa als Zuschauerin, sondern als Spielerin – für die so erfolgreiche, amerikanische Frauen-Nationalmannschaft. Im November war Leslie Osborne (25), die sich kurz den Olympischen Spielen in Peking am Knie verletzte, und deshalb nicht nominiert wurde, wieder einmal zu Besuch in Göttingen und saß zum Beispiel beim Heimsieg der BG gegen Bonn auf der Tribüne. Coach Patrick erinnert sich, dass Baileys Freundin beim US-Sportsender ESPN zum „sexiest female athlete“ nominiert wurde.
Weihnachten hat Bailey bislang meistens bei seiner Mutter in Alaska gefeiert. „Ich feiere da, wo Santa Claus lebt“, sagt er und klärt auf: „Alle amerikanischen Kinder schreiben an Santa Claus mit der Adresse ,Alaska, Nordpol’, wenn sie sich was wünschen. Zu seiner Familie zählen neben seiner Mutter und Großmutter auch noch eine Schwester und zwei Brüder.
So ist es denn bislang eine absolute Erfolgs-Story, die sich zwischen der BG 74 Göttingen und Kyle Bailey abgespielt hat. Die Anhänger der „Veilchen“ und alle anderen Beteiligten hätten nichts dagegen, wenn sie noch möglichst lange weitergeschrieben wird.
HELMUT ANSCHÜTZ / WALTER GLEITZE
BG-Kaffee – der neue Wachmacher für die „Veilchen“
Ideen muss man haben! Basketball-Erstligist BG 74 startete unlängst eine ungewöhnliche und zugleich genussvolle Kooperation mit dem Kaffee Laden Göttingen. Die beiden Partner bieten eine eigene Kaffee-Marke an: Den BG-Kaffee. Gedacht ist er als echter Wachmacher. Ob es ihn bei den BG-Männern und Frauen-Bundesligist Trinos in den Pausen gibt, ist nicht überliefert. Bekannt ist aber, woher der BG-Kaffee kommt: Aus dem Hochland Brasiliens und aus Uganda. Gemischt wird er zur Sorte „Arabica-Robusta“. Gemahlen gibt´s die 500g-Packung für 10 Euro, als ganze Bohne kosten 250g 5,50 Euro und 1000g 18,50 Euro. BG-Spielmacher Kyle Bailey und Trinos-Kollegin Jennifer Kerns haben sich bei der Präsentation schon mal ein Tässchen BG-Kaffee genehmigt.
Artikel der Dezember-Ausgabe FORWARD
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„Ich bin wieder zu Hause“, lächelte Bailey (1,89 m), als seine Rückkehr von ratiopharm Ulm bekannt wurde. Allein dies belegt, welche Beziehungen der US-Boy zur südniedersächsischen Universitätsstadt damals in nur einem Jahr 2. Liga entwickelt hat. Bailey wird noch immer als Aufstiegsheld verehrt, der den Pass auf den inzwischen gefeuerten Babis Douloudis spielte, der die BG sechs Spiele vor Saisonschluss in der zweithöchsten Spielklasse mit einem Dreier in die höchste warf. Zudem wurde Bailey am Ende der Saison zum „wertvollsten Spieler“ (MVP) gewählt, nachdem er durchschnittlich 20,8 Punkte und 5,7 Rebounds geholt hatte.
29 von 30 Spielen machte Bailey für den damaligen Zweitligisten Göttingen, nur ausgerechnet im letzten gegen Wolfenbüttel fehlte er wegen einer Verletzung am Mittelfinger. Danach lockten die besser gefüllten Fleischtöpfe in Ulm.
Doch im Süden wurde der Amerikaner nicht richtig glücklich, ein gebrochener Daumen handicapte ihn zusätzlich. Um es kurz zu machen: Ulm und Bailey gingen nach nur 18 Spielen getrennte Wege, obwohl Ulms Coach Mike Taylor ihn als „perfekten General auf dem Feld“ bezeichnet hatte. Was wiederum d i e Chance für die Göttinger und deren Coach John Patrick war.
So richtig aus den Augen verloren hatte man sich wohl gegenseitig nicht. Und so war die Begeisterung groß, als Baileys Comeback bei der BG publik wurde. Inzwischen hat sich der Pointguard noch mehr zum Denker und Lenker der „Veilchen“ entwickelt als früher. „Ein sehr wichtiger Spieler in unserem Team“, lobt Patrick seinen Leader, auf den er erstmals bei einer Sichtung in Las Vegas aufmerksam wurde. „John war ein großer Faktor, dass ich mich für Göttingen entschieden habe“, sagte der Spielmacher schon zu Beginn seines ersten Engagements in Südniedersachsen.
Doch wer ist eigentlich dieser Kyle Bailey?
Auf alle Fälle ein eher ungewöhnlicher Amerikaner, von denen auch die Göttinger schon einige in ihren Reihen hatten. Bailey kommt aus Alaska, wohin seine Familie ging, weil es im nördlichsten der US-Bundesstaaten gut zu verdienen gibt. Mutter Michelle arbeitet an der Uni in Fairbanks. Auch Bailey hat(te) nicht nur Basketball im Kopf, sondern einen Studien-Abschluss (Philosophie) in Santa Clara in der Tasche. Für die dortigen Broncos absolvierte er zwischen 2001 und 2005 ligaweit die meisten Einsätze. Vor seinem ersten Wechsel nach Göttingen spielte er bei den Florida Flames in der NBA Development League, einer Nachwuchsliga der NBA.
Vom typischen Amerikaner hebt er sich auch insofern ab, dass er sich bereits in frühester Jugend für Fußball interessierte – nicht „American Football“ wohlgemerkt, sondern „Soccer“. Genau gesagt: Hallenfußball, den Bailey zunächst spielte, ehe er bei einem Sommercamp in Los Angeles einen guten Eindruck hinterließ und so auf die Basketball-Schiene rutschte. Ein Job beim NBA-Klub San Antonio Spurs scheiterte nur knapp.
Von der Fußball-WM 2006, während der er in seiner Heimat weilte, hat er trotz neun Stunden Zeitunterschieds fast alle Spiele gesehen. Gibt´s da auch einen Lieblings-Fußballer? Klar doch: „Cristiano Ronaldo“, sagt Bailey, der Portugiese von Manchester United. So wunderte es auch nicht, dass Bailey im Trikot von Ronaldo mit der Nummer 17 zum Interview-Termin erschien.
Mit seiner Begeisterung zum Fußball ist der BG-Spielmacher aber nicht allein. Auch seine Freundin ist vom „Kicker-Virus“ infiziert. Und dies nicht etwa als Zuschauerin, sondern als Spielerin – für die so erfolgreiche, amerikanische Frauen-Nationalmannschaft. Im November war Leslie Osborne (25), die sich kurz den Olympischen Spielen in Peking am Knie verletzte, und deshalb nicht nominiert wurde, wieder einmal zu Besuch in Göttingen und saß zum Beispiel beim Heimsieg der BG gegen Bonn auf der Tribüne. Coach Patrick erinnert sich, dass Baileys Freundin beim US-Sportsender ESPN zum „sexiest female athlete“ nominiert wurde.
Weihnachten hat Bailey bislang meistens bei seiner Mutter in Alaska gefeiert. „Ich feiere da, wo Santa Claus lebt“, sagt er und klärt auf: „Alle amerikanischen Kinder schreiben an Santa Claus mit der Adresse ,Alaska, Nordpol’, wenn sie sich was wünschen. Zu seiner Familie zählen neben seiner Mutter und Großmutter auch noch eine Schwester und zwei Brüder.
So ist es denn bislang eine absolute Erfolgs-Story, die sich zwischen der BG 74 Göttingen und Kyle Bailey abgespielt hat. Die Anhänger der „Veilchen“ und alle anderen Beteiligten hätten nichts dagegen, wenn sie noch möglichst lange weitergeschrieben wird.
HELMUT ANSCHÜTZ / WALTER GLEITZE
BG-Kaffee – der neue Wachmacher für die „Veilchen“
Ideen muss man haben! Basketball-Erstligist BG 74 startete unlängst eine ungewöhnliche und zugleich genussvolle Kooperation mit dem Kaffee Laden Göttingen. Die beiden Partner bieten eine eigene Kaffee-Marke an: Den BG-Kaffee. Gedacht ist er als echter Wachmacher. Ob es ihn bei den BG-Männern und Frauen-Bundesligist Trinos in den Pausen gibt, ist nicht überliefert. Bekannt ist aber, woher der BG-Kaffee kommt: Aus dem Hochland Brasiliens und aus Uganda. Gemischt wird er zur Sorte „Arabica-Robusta“. Gemahlen gibt´s die 500g-Packung für 10 Euro, als ganze Bohne kosten 250g 5,50 Euro und 1000g 18,50 Euro. BG-Spielmacher Kyle Bailey und Trinos-Kollegin Jennifer Kerns haben sich bei der Präsentation schon mal ein Tässchen BG-Kaffee genehmigt.
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