Giants Nördlingen

Giessen gastiert im Ries - seit 1966 in der Bundesliga

Pucki am 28.11.2008 um 18:52

Riesenchancen auf einen großen Schritt Richtung Klassenerhalt eröffnen sich den Giants Nördlingen. Innerhalb von drei Spieltagen erwartet man zweimal Gegner, die aktuell zwei Punkte hinter dem Tabellenvierzehnten aus dem Ries liegen. Bevor am 13.12. die Kölner 99ers kommen, wagen am Samstagnachmittag um 17.00Uhr die LTi Giessen46ers einen Versuch in der Hermann-Keßler-Halle. Die Gäste stehen noch hinter den Kölner99ers auf Rang 17 und damit auf dem ersten Abstiegsplatz. In bisher drei Spielen gegen die Rieser haben die Gäste allerdings noch nie verloren (Saison 72/73 und im Pokal 2004/05)

Letzte Woche errangen die Hessen in eigener Halle einen wichtigen Sieg gegen Paderborn und sorgte dafür, dass das untere Tabellendrittel auf Tuchfühlung bleibt. Und das man vor allem den Nördlinger Aufsteiger im Auge behält. Eine möglicherweise bessere Platzierung blieb im Stau auf dem Weg zum letzten Auswärtsspiel nach Ludwigsburg stecken. Man erreichte die Spielhalle nicht. Die Nördlinger Schwächephase mit sechs verlorenen Punktspielen in Folge und geringem Spielerpotential will der letztjährige Tabellensechzehnte ausnützen. Dabei setzt die einzig noch seit Gründung der Bundesliga 1966 durchweg erstklassige Giessener Mannschaft stark auf deutsche Spieler. Vor allem der 21-jährige Forward Johannes Lischka kommt in diesen Genuss. Lischka ist den Nördlingern noch aus aus Spielen gegen Giessens Kooperationspartner Lich in der PRO A bekannt. Eine feste Größe im Team von Trainer Simon Cothe ist auch Ex-Nationalspieler und Center Robert Maras. Mit 2,15mtr dürfte er einer Nördlinger Mannschaft ohne echten Center kräftig einschenken, erzielt er schon jetzt im Schnitt knapp acht Punkte. Doch ihm wird sich, mit 2,01mtr und 21 Jahren der in den letzten Spielen starke Nördlinger Nachwuchscenter Josef Eichler entgegenstemmen. Das Vertrauen in ihn hat er bei seinen Spielen gegen Alba Berlin und in Quakenbrück mit guter Leistung gerechtfertigt.

Dreh- und Angelpunkt der Gäste ist Spielmacher Heiko Schaffartzik . Bereits in sechs Bundesligateams, darunter in der Saison 2004/2005 für Giessen, schnürte der Dreierspezialist mit einer Quote von 45% seine Stiefel. Anders sein Teamkollege Gerrit Terdenge. Das sechste Jahr geht der Forward für die Unistädter auf Punktejagd und macht mit knapp neun Punkten und fünf Rebounds eine gute Figur dabei.

So ganz schien man in Giessen den Braten aber nicht zu trauen. Rechtzeitig vor den Spielen gegen die vermeintlich schlagbaren Konkurrenten aus Paderborn und Nördlingen holte man sich Verstärkung. Das dies bei einem Club, der seit September offiziell als Sanierungsfall gilt, wieder möglich ist, lässt für den Giessener Basketball hoffen. Bei den Verpflichtungen mag auch das verletzungsbedingte Fehlen von Schaffartzik in Paderborn eine Rolle gespielt haben. Mit 12 Punkten trat dort nämlich Tryout – Spieler Brandon Worthy in die Fussstapfen des deutschen Spielmachers und war massgeblich an dem für Giessen sehr wichtigen Sieg beteiligt. Mit dem amerikanischen Guard Michael Umeh und dem Forward Maurice Jeffers stehen weitere gefährliche Schützen in den Reihen der Hessen, mit dem Österreicher Richard Poiger fehlt verletzungsbedingt ein weiterer Giessener Hoffnungsträger. Mit Kapitän Florian Hartenstein können die Gäste aber noch einen zusätzlichen agilen Center aufbieten. Ein Luxus, den sich die Nördlinger nach Vorstellung von Manager Kohl dringend leisten müssen. Mit Avi Kazarnovski fällt der zum Startingcenter avancierte einzig verbliebene big man weiter verletzt aus. Ty Shaw, der in die Bresche sprang und tolle Spiele abgeliefert hat, aber in Quakenbrück nicht eingreifen konnte, scheint auch noch nicht einsatzfähig. Danny Gibson musste das Donnerstagabendtraining absagen. So wäre Giessen als leichter Favorit anzusehen, wäre da nicht das Nördlinger Publikum. Co-Trainer Philipp Moll gerät, auf die Moral der Truppe angesprochen, ins Schwärmen: „ Einfach phantastisch! Die Jungs wollen doch alles geben! Und wenn dann, wie gegen Berlin, jeder Korbpunkt bei deutlich zweistelligem Rückstand gefeiert wird, geht das auch unseren Spielern unter die Haut. Mir übrigens auch.“ Zum zweistelligen Rückstand wollen es die Rieser aber nicht kommen lassen. Mit einem begeisterungsfähigen Publikum will man gemeinsam das bisher auswärts sieglose Giessener Team ins Wanken bringen. Den Sturz müssen dann aber die Giants Nördlingen selber vornehmen.

Pressemitteilung: Giants Nördlingen

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