Köln 99ers

Nachbericht 99ers gegen Göttingen

Lomax am 24.11.2008 um 15:38

Nach einem aufregenden und elektrisierenden Spiel war es am Ende ein erfolgreicher Wurf, der den Köln 99ers zum Sieg fehlte. Ein Wurf, nach fast 30 Punkten Rückstand und einer ersten Halbzeit, die schlechter für die Kölner hätte nicht laufen können. Dass es am Ende trotzdem so eng wurde, verdankten die Kölner vor allem einer unglaublichen Unterstützung der Fans im heimischen EnergyDome und der Besinnung auf kämpferische Tugenden. „In der ersten Halbzeit haben wir zu passiv gespielt und sind folgerichtig dafür bestraft worden. Die aggressive Ganzfeld-Manndeckung der Göttinger hat uns verunsichert, obwohl wir wussten, dass sie das so spielen. Als wir in der zweiten Halbzeit begonnen haben dagegenzuhalten, waren wir die bessere Mannschaft“, so Headcoach Drasko Prodanovic.

Die Geschichte der ersten Halbzeit ist schnell erzählt – was schief laufen konnte, lief auch schief. Beeindruckt von der aggressiven Verteidigung der Göttinger erwischten die Kölner einen kräftigen Fehlstart, lagen nach Dunking und Extrafreiwurf von Boone schnell mit neun Punkten im Hintertreffen. Zudem musste sich Kölns Ausbauspieler Jamon Gordon nach zwei Fouls in den ersten Minuten das Spiel von der Bank ansehen. Was er sah, ließ sogar für einen kurzen Moment hoffen. Nach Dunkings von Tibor Pleiß und Robert Turner, sowie Drei-Punkte-Wurf von Guido Grünheid verkürzten die 99ers auf 18:20 (9. Minute).

Die aufkeimende Hoffnung wurde allerdings mit einem 9:0 Lauf der Göttinger bis zum Ende des ersten Viertels sofort wieder erstickt. Zu leichtsinnig ging die Mannschaft von Drasko Prodanovic mit dem eigenen Ballbesitz um, produzierte in der ersten Halbzeit alleine 16 Ballverluste. Nimmt man das Ende des ersten Spielabschnitts und den Anfang des zweiten zusammen, musste die 99ers einen 25:4-Lauf der Göttinger hinnehmen. Hinzu kam noch ein nur selten souverän wirkendes Schiedsrichtergespann, das vor allem in der ersten Halbzeit mit einigen fragwürdigen Entscheidungen ihren Teil zur Verunsicherung der Kölner beitrug.

Verwunderung im Rund des EnergyDomes, aber niemals ein Aufgeben. Die Kölner Fans unterstützten ihre Mannschaft über die gesamte Spielzeit unaufhörlich, sprachen den jungen Profis mit ihren Gesängen und Anfeuerungen weiter Mut zu und gaben jedem zu verstehen, dass sie wie ein Mann hinter ihrem Team stehen. Die Profis der 99ers sollten sich wenig später mit einer sensationellen Aufholjagd dafür bedanken.

Im dritten Viertel wurde bereits schnell deutlich, dass es die Mannschaft von Drasko Prodanovic leid war, umher geschubst zu werden. Die Stimmung auf dem Spielfeld wurde zusehends aggressiver und aufgeheizter, ein Ruck schien in der Halbzeit durch die Mannschaft gegangen zu sein. Köln wirkte entschlossener, konnte den Rückstand aber noch nicht entscheidend verringern. Dann wurde es für einen kurzen Moment hektisch. Zunächst erhielt Guido Grünheid für zu hartes Einsteigen gegen Göttingens Bailey ein unsportliches Foul - ein kurzes Schubsen auf beiden Seiten folgte, sowie ein technisches Foul für Göttingens Boone und unerklärlicherweise ein weiteres technisches Foul gegen Grünheid.

Diese Aktion sollte wie ein Kickstarter für die Kölner sein. Endgültig wachgerüttelt nahmen sie den ihnen angebotenen Kampf auf, starteten ihre Aufholjagd. Ende des dritten Viertels allerdings noch nicht mit zählbarem Erfolg. 52:73 hieß es vor den letzten zehn zu spielenden Minuten, die es mehr als in sich haben sollten. Drasko Prodanovic setzte alles auf eine Karte und ließ den inzwischen bereits mit vier Fouls belasteten Jamon Gordon die Geschicke seines Teams leiten – mit Erfolg.

Punkt für Punkt kämpften sich die 99ers zurück in die Partie. Aus einem 21-Punkte-Rückstand machten sie innerhalb von vier Minuten zehn. Zarryon Fereti, nach Ellenbogenverletzung mit Bandage ins Spiel gestartet, forcierte ein technisches Foul von Göttingens Trice und erzielte mit den zugesprochenen Freiwürfen das 63:73 (34. Spielminute). Der EnergyDome kochte, die Fans hielt es nicht mehr auf den Sitzen.

Ebenfalls geschwächt ins Spiel gegangen spielte jetzt auch Julian Terrell groß auf. Insgesamt erzielte er 18 Punkte, verwandelte alle seine acht Wurfversuche aus der Nahdistanz. Mit einem seiner zahlreichen Dunkings verkürzte er den Rückstand erstmal auf weniger als zehn Punkte, eine magische Marke im Basketball (67:75, 36. Minute). Sein US-Amerikanischer Mannschaftskollege Robert Turner, am Samstagabend mit einer nahezu fehlerlosen Leistung, tat es ihm gleich und erzielte beide Würfe von der Freiwurflinie zum 69:75.

Eine Sensation lag in der Luft, das war deutlich spürbar. Als dann noch „Seven Nation Army“ von den White Stripes durch das Rund des EnergyDomes ging, war die Stimmung fast an ihrem Siedepunkt. Von Göttingen war im letzten Spielabschnitt nichts mehr zu sehen. Einige MakeUp-Pfiffe der Schiedsrichter in dieser Phase taten ihr übriges dazu. Vor allem aber war es die taktische Umstellung, beim Pick’n’Roll zu switchen, die die Göttinger aus dem Spielrhythmus brachte.

Spätestens mit dem Layup mit Foul von Gordon, 52 Sekunden vor Ende der Partie, war jedem in der Halle bewusst, dass er an diesem Abend Zeuge einer ganz besonderen Leistung werden könnte. „Wir haben einfach gefightet und dann passieren gute Dinge“, so Gordon nach dem Spiel. „Leider haben wir als Mannschaft zu spät begriffen was es braucht, um gegen Göttingen erfolgreich zu sein.“

Nach einem unglaublichen Spielverlauf hatten die 99ers sogar noch die Chance, die Partie zu ihren Gunsten zu entscheiden. Göttingens Lee vergab seinen Wurfversuch und so konnten die Kölner Sekunden vor Schluss die Partie für sich entscheiden. Ein Pick’n’Roll sollte Gordon zum Wurf frei werden lassen. Der aber kam nicht in eine aussichtsreiche Wurfposition und so war es Zarryon Fereti, der zum Wurf ansetzte. Der erste Versuch verfehlte sein Ziel nur knapp und der TippIn-Versuch ebenfalls.

Die entsetzte Stille hielt aber nur kurz an und wich schnell ausgelassenen Beifallbekundungen der heimischen Fans. „Das war heute wirklich eine unglaubliche Atmosphäre. So etwas habe ich noch nie erlebt. Wirklich schade, dass wir unseren Fans diesen Sieg nicht schenken konnten. Wenn wir so fighten, ist es allerdings nur eine Frage der Zeit, wann wir sie für ihren Support entlohnen können“, so Gordon nach der Partie.

Am nächsten Wochenende geht es für die Kölner nach Ludwigsburg, bevor es am 7.12.2008 für die 99ers vor eigenem Publikum weiter geht. Der Gegner sind die Paderborn Baskets. Für den Tag nach Nikolaus haben sich die Kölner Basketballer für ihre jüngsten Besucher eine Kleinigkeit überlegt. „Spiele der 99ers sind ein Event für die ganze Familie und das wollen wir besonderes in der Weihnachtszeit unterstreichen“, so Baeck.

99ers Weihnachtsangebote
Rechtzeitig zur Weihnachtszeit beginnt die Suche nach der richtigen Aufmerksamkeit für die Liebsten. Die 99ers haben hier genau das Richtige für Sie und ersparen Ihnen damit den stressigen Weg durch die Geschäfte. Drei ganz besondere Weihnachtsangebote lassen das Herz des 99ers-Fans höher schlagen und sind zu einem ganz besonderen Preis ab sofort erhältlich. "Mit diesen Weihnachtsangeboten wollen wir unseren Teil zu einer freudigen Bescherung beitragen", so Geschäftsführer Jens Brämer.

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RBBL: Klarer Sieg vor wichtigem Auswärtsspiel
Die Rollstuhlbasketballer der Köln 99ers bleiben weiter auf Erfolgskurs. Nach dem Auswärtssieg gegen Osnabrück folgte im Heimspiel gegen die RSC-Rollis Trier der nächste Sieg. Gegen das Team von der Mosel konnten sich die Rheinländer klar mit 79:55 (20:14; 26:8; 18:19; 15:14) durchsetzen. TopScorer der Partie war Frederic Jäntsch mit 22 Punkten. Neben ihm punkteten mit Volker Frings (19), Joe Bestwick (13) und Mimoun Quali (10) drei weitere Athleten zweistellig.

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Die nächsten Heimspieltermine
Sonntag, den 07. Dezember 2008 Köln 99ers vs. Paderborn Baskets

Donnerstag, den 18. Dezember 2008 Köln 99ers vs. New Yorker Phantoms Braunschweig

Pressemitteilung: Köln 99ers

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