Giants Nördlingen
Rieser Rumpftruppe schrammt an Auswärtsüberraschung vorbei
Lomax am 23.11.2008 um 12:46
Leider ohne Punkte sind die Giants Nördlingen von ihrem längsten Auswärtstrip der Saison bei den ohnehin hoch favorisierten Artland Dragons aus Quakenbrück zurückgekehrt: Bereits am Donnerstagmittag hatte sich das Team von Coach Andreas Wagner zum Achtelfinalspiel im BBL-Pokal gegen die Deutsche Bank Skyliners aufgemacht. Trotz engagierter Leistung mussten sich die Nordschwaben letztlich mit 64:74 geschlagen geben und damit die angepeilte Revanche für die knappe Niederlage im Ligaspiel vor drei Wochen auf die Rückrunde verschieben.
Doch was viel mehr schmerzte als das Ausscheiden aus dem BBL-Pokal, war die Tatsache, dass erneut alle Leistungsträger der Rieser Rumpftruppe über fast die komplette Spieldistanz gehen mussten und somit nur 48 Stunden Regeneration für die Liga-Partie in Quakenbrück blieb. Direkt aus Frankfurt machte man sich daher weiter auf in die niedersächsische Provinz, um sich dort angesichts des ausgedünnten Kaders so teuer wie möglich zu verkaufen. Schon in Frankfurt hatte sich herauskristallisiert, dass die Verletzung von Ty Shaw einen Einsatz am Samstagabend unmöglich machen würde, weshalb Youngster Josef Eichler in die Startformation rutschte. Am Ende standen für den 21-jährigen nicht nur 30 Minuten Spielzeit auf dem Scouting-Bogen, sondern auch die Erkenntnis, dass junge deutsche Spieler sehr wohl in Deutschlands höchster Spielklasse mithalten können und Eichler mehr als nur ein „Quotendeutscher“ im Team des Aufsteigers ist.
Die Rieser starteten mit Gibson, Jeanty, McGhee, Westley und Eichler in die Partie und setzten gleich die ersten Akzente. McGhee mit Zug zum Korb und sicher an der Freiwurflinie sowie der zweite Ex-Cuxhavener, Danny Gibson per Distanzwurf und schon hatte der Tabellenvierzehnte die erste Führung herausgespielt (2:6). Es dauerte eine Weile bis sich der amtierende BBL-Pokalsieger seiner Favoritenrolle bewusst wurde und langsam das Zepter eines insgesamt temporeichen Spiels übernahm. Besonders Flügelspieler Adam Hess, vergangene Saison noch in der Euroleague im Einsatz, überzeugte mit „heißem Händchen“ von jenseits der 6,25m-Markierung und brachte Quakenbrück mit elf Zählern fast im Alleingang zu einer beruhigenden 30:21-Führung nach den ersten zehn Minuten.
Doch so leicht ließen sich die Rieser nicht abschütteln. Frisch in der Partie brachte Joe Tesfaldet per erfolgreichem Dreier sowie einem tollen Anspiel auf den einfliegenden und per Dunking abschließenden Westley, sein Team nicht nur wieder auf Schlagdistanz sondern den mitgereisten Fan-Anhang nach 15 Minuten in Wallung (40:34). Generell hatte man offensiv kaum etwas an den Wagner-Schützlingen auszusetzen, die sich im Vergleich zur Berlin- bzw. Frankfurt-Partie wesentlich verbessert und mannschaftsdienlicher zeigten. In der Defensive hingegen ließ man zu viele einfache und freie Würfe des Gegners zu, so auch in den folgenden Minuten bis zur Halbzeitpause. Besonders Artland-Akteur Chad Prewitt brachte gleich dreimal die rote Kugel aus der Distanz im Nördlinger Korb unter und seine Farben erstmals zweistellig in Front (48:34). Westley aus dem Spiel heraus und Eichler an der Linie verhinderten jedoch bis zur Pausensirene, dass der Rückstand weiter anwuchs (50:40).
Nach dem Seitenwechsel war es wieder McGhee, der erst aus der Distanz und dann per Korbleger den Pro A-Meister wachrüttelte (54:47) und weiter auf Tuchfühlung bleiben ließ. Zu allem Überfluss handelte sich Josef Eichler in dieser Phase sein viertes persönliches Foul ein und wurde zunächst auf die Bank beordert. Seinen Platz unter den Körben musste nun Carl Mbassa, seines Zeichens eigentlich Small Forward, einnehmen. Doch diesen Job erledigte der ohnehin als Defensivspezialist bekannte Teamkapitän mit Bravour, sodass die beiden verwandelten Dreipunktewürfe von Westley und Jeanty den Vorsprung der Gastgeber weiter schrumpfen ließen. Nach 30 Minuten war der Aufsteiger plötzlich nur noch drei Zähler im Hintertreffen (65:62) und gewillt, weiter dranzubleiben.
Und es sollte noch besser kommen: Zwar sorgte Chad Prewitt mit zwei Treffern in Folge wieder für etwas Entspannung auf dem Gesicht von Artland-Coach Thorsten Leibenath doch erneut konterten Jeanty und Westley, diesmal in der umgekehrten Reihenfolge wie zuvor, eiskalt von der Dreipunktelinie und siehe da: Die zweitkleinste BBL-Stadt führte plötzlich bei der Kleinsten mit 69:70. Doch der deutsche Vizemeister 2007 hatte aus der Distanz sofort die passende Antwort und im darauffolgenden Angriff Glück, als Monta McGhee sein viertes Foul aufgebrummt, Quakenbrück trotz Foul verwandeln sowie einen Bonusfreiwurf zugesprochen bekam (76:71). Bei noch zwei Minuten Restspielzeit erhöhte Nördlingen noch einmal den Druck, musste aber letztlich dem hohen Tempo und der eigenen, dünnen, Personaldecke Tribut zollen. Quakenbrück brachte den knappen, aber sicherlich verdienten Heimerfolg im Stile einer Playoff-Mannschaft sicher über die Ziellinie und ließ sich von seinen Anhängern in der mit 3000 Zuschauern wieder einmal ausverkauften Artland-Arena für den 83:74-Sieg feiern.
„Mund abwischen und nach vorne blicken“, dürfte das Motto aus Rieser Sicht nun lauten. Wieder hatte man einem hochfavorisierten Gegner alles abverlangt und bis kurz vor Schluss am Rande einer Niederlage. Doch was letzten Endes zählt sind zwei Punkte und genau diese werden das erklärte Ziel am kommenden Samstag ab 17.00 Uhr sein, wenn mit den LTi Giessen 46ers ein direkter Konkurrent um den Klassenerhalt in der heimischen Hermann-Keßler-Halle aufschlägt. ALBA Berlin oder Artland Dragons waren gestern, heute ist Giessen und genau dort benötigt man die entsprechende Unterstützung der eigenen Fans, um dem Ziel Nichtabstieg einen großen Schritt näher zu kommen. Mit den erhofften Verstärkungen, bei denen im Laufe der nächsten Woche Vollzug gemeldet werden sollte und einer ähnlich starken Leistung wie in Quakenbrück sollten die Chancen auf einen Sieg gegen den Tabellen-Vorletzten nicht allzu schlecht stehen.
Giants Nördlingen:
Gibson 5 Punkte (1 Dreier, 4 Assists), Jeanty 15 (3 Dreier, 5 Rebounds), McGhee 19 (1 Dreier, 6 Rebounds, 5 Assists), Westley 25 (3 Dreier, 5 Rebounds), Eichler 5 (3 Rebounds), Mbassa, Tesfaldet 5 (1 Dreier);
45% Feldwurfquote, 38% Dreierquote, 83% Freiwurfquote (15/18);
Pressemitteilung: Giants Nördlingen
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Doch was viel mehr schmerzte als das Ausscheiden aus dem BBL-Pokal, war die Tatsache, dass erneut alle Leistungsträger der Rieser Rumpftruppe über fast die komplette Spieldistanz gehen mussten und somit nur 48 Stunden Regeneration für die Liga-Partie in Quakenbrück blieb. Direkt aus Frankfurt machte man sich daher weiter auf in die niedersächsische Provinz, um sich dort angesichts des ausgedünnten Kaders so teuer wie möglich zu verkaufen. Schon in Frankfurt hatte sich herauskristallisiert, dass die Verletzung von Ty Shaw einen Einsatz am Samstagabend unmöglich machen würde, weshalb Youngster Josef Eichler in die Startformation rutschte. Am Ende standen für den 21-jährigen nicht nur 30 Minuten Spielzeit auf dem Scouting-Bogen, sondern auch die Erkenntnis, dass junge deutsche Spieler sehr wohl in Deutschlands höchster Spielklasse mithalten können und Eichler mehr als nur ein „Quotendeutscher“ im Team des Aufsteigers ist.
Die Rieser starteten mit Gibson, Jeanty, McGhee, Westley und Eichler in die Partie und setzten gleich die ersten Akzente. McGhee mit Zug zum Korb und sicher an der Freiwurflinie sowie der zweite Ex-Cuxhavener, Danny Gibson per Distanzwurf und schon hatte der Tabellenvierzehnte die erste Führung herausgespielt (2:6). Es dauerte eine Weile bis sich der amtierende BBL-Pokalsieger seiner Favoritenrolle bewusst wurde und langsam das Zepter eines insgesamt temporeichen Spiels übernahm. Besonders Flügelspieler Adam Hess, vergangene Saison noch in der Euroleague im Einsatz, überzeugte mit „heißem Händchen“ von jenseits der 6,25m-Markierung und brachte Quakenbrück mit elf Zählern fast im Alleingang zu einer beruhigenden 30:21-Führung nach den ersten zehn Minuten.
Doch so leicht ließen sich die Rieser nicht abschütteln. Frisch in der Partie brachte Joe Tesfaldet per erfolgreichem Dreier sowie einem tollen Anspiel auf den einfliegenden und per Dunking abschließenden Westley, sein Team nicht nur wieder auf Schlagdistanz sondern den mitgereisten Fan-Anhang nach 15 Minuten in Wallung (40:34). Generell hatte man offensiv kaum etwas an den Wagner-Schützlingen auszusetzen, die sich im Vergleich zur Berlin- bzw. Frankfurt-Partie wesentlich verbessert und mannschaftsdienlicher zeigten. In der Defensive hingegen ließ man zu viele einfache und freie Würfe des Gegners zu, so auch in den folgenden Minuten bis zur Halbzeitpause. Besonders Artland-Akteur Chad Prewitt brachte gleich dreimal die rote Kugel aus der Distanz im Nördlinger Korb unter und seine Farben erstmals zweistellig in Front (48:34). Westley aus dem Spiel heraus und Eichler an der Linie verhinderten jedoch bis zur Pausensirene, dass der Rückstand weiter anwuchs (50:40).
Nach dem Seitenwechsel war es wieder McGhee, der erst aus der Distanz und dann per Korbleger den Pro A-Meister wachrüttelte (54:47) und weiter auf Tuchfühlung bleiben ließ. Zu allem Überfluss handelte sich Josef Eichler in dieser Phase sein viertes persönliches Foul ein und wurde zunächst auf die Bank beordert. Seinen Platz unter den Körben musste nun Carl Mbassa, seines Zeichens eigentlich Small Forward, einnehmen. Doch diesen Job erledigte der ohnehin als Defensivspezialist bekannte Teamkapitän mit Bravour, sodass die beiden verwandelten Dreipunktewürfe von Westley und Jeanty den Vorsprung der Gastgeber weiter schrumpfen ließen. Nach 30 Minuten war der Aufsteiger plötzlich nur noch drei Zähler im Hintertreffen (65:62) und gewillt, weiter dranzubleiben.
Und es sollte noch besser kommen: Zwar sorgte Chad Prewitt mit zwei Treffern in Folge wieder für etwas Entspannung auf dem Gesicht von Artland-Coach Thorsten Leibenath doch erneut konterten Jeanty und Westley, diesmal in der umgekehrten Reihenfolge wie zuvor, eiskalt von der Dreipunktelinie und siehe da: Die zweitkleinste BBL-Stadt führte plötzlich bei der Kleinsten mit 69:70. Doch der deutsche Vizemeister 2007 hatte aus der Distanz sofort die passende Antwort und im darauffolgenden Angriff Glück, als Monta McGhee sein viertes Foul aufgebrummt, Quakenbrück trotz Foul verwandeln sowie einen Bonusfreiwurf zugesprochen bekam (76:71). Bei noch zwei Minuten Restspielzeit erhöhte Nördlingen noch einmal den Druck, musste aber letztlich dem hohen Tempo und der eigenen, dünnen, Personaldecke Tribut zollen. Quakenbrück brachte den knappen, aber sicherlich verdienten Heimerfolg im Stile einer Playoff-Mannschaft sicher über die Ziellinie und ließ sich von seinen Anhängern in der mit 3000 Zuschauern wieder einmal ausverkauften Artland-Arena für den 83:74-Sieg feiern.
„Mund abwischen und nach vorne blicken“, dürfte das Motto aus Rieser Sicht nun lauten. Wieder hatte man einem hochfavorisierten Gegner alles abverlangt und bis kurz vor Schluss am Rande einer Niederlage. Doch was letzten Endes zählt sind zwei Punkte und genau diese werden das erklärte Ziel am kommenden Samstag ab 17.00 Uhr sein, wenn mit den LTi Giessen 46ers ein direkter Konkurrent um den Klassenerhalt in der heimischen Hermann-Keßler-Halle aufschlägt. ALBA Berlin oder Artland Dragons waren gestern, heute ist Giessen und genau dort benötigt man die entsprechende Unterstützung der eigenen Fans, um dem Ziel Nichtabstieg einen großen Schritt näher zu kommen. Mit den erhofften Verstärkungen, bei denen im Laufe der nächsten Woche Vollzug gemeldet werden sollte und einer ähnlich starken Leistung wie in Quakenbrück sollten die Chancen auf einen Sieg gegen den Tabellen-Vorletzten nicht allzu schlecht stehen.
Giants Nördlingen:
Gibson 5 Punkte (1 Dreier, 4 Assists), Jeanty 15 (3 Dreier, 5 Rebounds), McGhee 19 (1 Dreier, 6 Rebounds, 5 Assists), Westley 25 (3 Dreier, 5 Rebounds), Eichler 5 (3 Rebounds), Mbassa, Tesfaldet 5 (1 Dreier);
45% Feldwurfquote, 38% Dreierquote, 83% Freiwurfquote (15/18);
Pressemitteilung: Giants Nördlingen
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