Giants Nördlingen
Dezimierte Giants empfangen Berliner Starensemble
Lomax am 14.11.2008 um 10:59
Mit Laptop, Lederhose und jeder Menge Herzblut stürzte Nördlingen sich in das Abenteuer BBL. Am 10. Spieltag gibt es dafür ein besonderes Schmankerl: um 17.00Uhr am Sonntag kommt der amtierende Deutsche Meister und Tabellenführer ALBA Berlin zu den Giants Nördlingen. Hier steht nun für den Aufsteiger das Spiel der Spiele an, zumindest was die geballte Ansammlung von Titeln und Personal beim Gegner angeht.
Der Europapokalsieger (Korac-Cup) von 94/95, der fünffache deutsche Pokalsieger und achtfache deutsche Meister aus der Hauptstadt trifft auf den Aufsteiger aus der bayerisch-schwäbischen 20.000-Einwohnerstadt Nördlingen.
Unfreiwillig passend zur zweitkleinsten Bundesligastadt hat sich auch der Kader der Giants reduziert. Mit Center Avi Kazarnovski fällt der einzige Rieser Riese verletzungsbedingt aus. Denny Gibson gilt seit dem Oldenburgspiel als grippegeschwächt. Zudem ist die vorausgegangene Personalfluktuation noch nicht aufgefangen. Doch der harte Kern zeigte in Oldenburg durchaus, dass man sich nicht einfach im Vorbeigehen die Punkte abnehmen lässt. Das soll nach dem Willen der Kraterboys nun das Starensemble von der Spree so zu spüren bekommen. Zumindest ärgern will man den Titelfavoriten.
Ob das auf europäischer Bühne heimische Topteam ausgerechnet gegen eine ausgedünnten Nördlinger Mannschaft Nerven zeigt? Ein kleines Hoffnungsschimmerlein besteht: da wäre zum einen die für Gäste gewöhnungsbedürftige Hermann-Keßler-Halle. Nicht jedermanns Sache, mit den Zuschauern auf Beinahe-Körperkontakt zu gehen und eher die Happy-Hour-Atmosphäre einer bayerischen Kirchweih zu spüren als die huldigende Weitläufigkeit einer opulenten Berliner O2-World. Dazu kommt das Rieser Publikum. Wenn es mal losgelassen wird dann ist es auch in der Lage, Favoriten einen gehörigen Schrecken einzujagen wie dies Berlinbezwinger Ludwigsburg oder auch Frankfurt erfahren musste. Hinzu kommt der Druck, dass man gegen einen angeschlagenen, unterbesetzten schwer zu ortenden Aufsteiger aus der Provinz mit getunter Schulsporthallenausstattung eigentlich gut aussehen sollte, nahezu muss, da man sich sonst der zweifelhaften Anteilnahme deutscher Basketballenthusiasten sicher sein kann.
Ein kräftiger Berliner Stoß in das Basketballnirwana einer Kraterregion, sprich weiter Richtung Nördlinger Abstieg, ist die zu erwartende Minimalanforderung an die Hauptstädter
Letztendlich sind da aber die Nördlinger Protagonisten auf dem Feld. Ty Shaw, der die Gunst der Stunde nutzte und in Oldenburg auftobte wie in besten PRO A-Zeiten. Omari Westley als aktuell drittbesten Scorer der Liga gilt es zu nennen. In den letzten beiden Spielen kam er jeweils auf unglaubliche 26 Punkte, in den letzten beiden Heimspielen schaffte er ein Double-Double. Man darf sich auf Carl Mbassa freuen der seine Defensivkünste zum Besten geben wird. Monta McGhee wird zusammen mit seinem angeschlagenen Teammate Denny Gibson versuchen, die Phalanx der Berliner zu knacken um die ein oder andere Duftmarke zu setzen. Und mit Osvaldo Jeanty werden die Berliner auch rechnen. In acht von neun Spielen punktete der Kanadier zweistellig. Sie alle werden einen kräftigen Zug Berliner Luft nehmen wollen.
Aber die wird gegen das preussische Kompetenzteam in Sachen Basketball schon arg dünn: Vizeeuropameister Steffen Hamann beginnt als routinierter Starter auf der Spielmacherposition. Ihm zur Seite steht Immanuel McElroy. Er wurde 2007 als bester Defensivspieler gekürt und wurde mit Köln ebenso deutscher Meister wie Aleksander Nadjfej. Der gilt als einer der besten Forwards der Liga. Mit NBA- und Europaerfahrung ausgestattet ist Ansu Sesay als brandgefährlicher Forward in und aus allen Lagen. Casey Jacobsen, ebenfalls Ex-NBA’ler und mit Bamberg schon deutscher Meister auf der Guardposition besitzt ein goldenes Händchen jenseits der Dreipunktelinie, der bundesligaerfahrene Adam Chubb darf als Abräumer unter den Körben ran.
Hinzu gesellen sich bei den Albatrossen noch, beinahe nebenbei, zwei deutsche Nationalspieler: Philipp Zwiener und Johannes Herber. Nationalmannschaftskapitän Patrick Femerling wird nach einer längeren Krankheits- und Verletzungsphase weiter aufgebaut und fehlt wohl. Rashad Wright als Strippenzieher neben Steffen Hamann gilt als defensivstarker Dauerbrenner, der in der Offensive durch seinen gefürchteten Zug zum Korb für Aufreger sorgt. Nicht unerwähnt lassen sollte man den „wertvollsten Spieler“ der abgelaufenen Saison, Julius Jenkins.
Der, verletzt ausgeschieden beim 74:72-Heimsieg vergangenen Donnerstag in der Euroleague gegen Badalona, kennt übrigens den Weg nach Nördlingen noch aus seinen Zeiten bei Falke Nürnberg und der 2. Liga. Unterhaltung pur wird also geboten. Immerhin schaut das Fernsehen wieder vorbei. Die haben mit den bereits übertragenen verlängerten Nördlinger Spielen in Paderborn, in Bamberg oder gegen Frankfurt einen Riecher für spannendes Nördlinger Entertainment-geschick bewiesen.
Pressemitteilung: Giants Nördlingen
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Der Europapokalsieger (Korac-Cup) von 94/95, der fünffache deutsche Pokalsieger und achtfache deutsche Meister aus der Hauptstadt trifft auf den Aufsteiger aus der bayerisch-schwäbischen 20.000-Einwohnerstadt Nördlingen.
Unfreiwillig passend zur zweitkleinsten Bundesligastadt hat sich auch der Kader der Giants reduziert. Mit Center Avi Kazarnovski fällt der einzige Rieser Riese verletzungsbedingt aus. Denny Gibson gilt seit dem Oldenburgspiel als grippegeschwächt. Zudem ist die vorausgegangene Personalfluktuation noch nicht aufgefangen. Doch der harte Kern zeigte in Oldenburg durchaus, dass man sich nicht einfach im Vorbeigehen die Punkte abnehmen lässt. Das soll nach dem Willen der Kraterboys nun das Starensemble von der Spree so zu spüren bekommen. Zumindest ärgern will man den Titelfavoriten.
Ob das auf europäischer Bühne heimische Topteam ausgerechnet gegen eine ausgedünnten Nördlinger Mannschaft Nerven zeigt? Ein kleines Hoffnungsschimmerlein besteht: da wäre zum einen die für Gäste gewöhnungsbedürftige Hermann-Keßler-Halle. Nicht jedermanns Sache, mit den Zuschauern auf Beinahe-Körperkontakt zu gehen und eher die Happy-Hour-Atmosphäre einer bayerischen Kirchweih zu spüren als die huldigende Weitläufigkeit einer opulenten Berliner O2-World. Dazu kommt das Rieser Publikum. Wenn es mal losgelassen wird dann ist es auch in der Lage, Favoriten einen gehörigen Schrecken einzujagen wie dies Berlinbezwinger Ludwigsburg oder auch Frankfurt erfahren musste. Hinzu kommt der Druck, dass man gegen einen angeschlagenen, unterbesetzten schwer zu ortenden Aufsteiger aus der Provinz mit getunter Schulsporthallenausstattung eigentlich gut aussehen sollte, nahezu muss, da man sich sonst der zweifelhaften Anteilnahme deutscher Basketballenthusiasten sicher sein kann.
Ein kräftiger Berliner Stoß in das Basketballnirwana einer Kraterregion, sprich weiter Richtung Nördlinger Abstieg, ist die zu erwartende Minimalanforderung an die Hauptstädter
Letztendlich sind da aber die Nördlinger Protagonisten auf dem Feld. Ty Shaw, der die Gunst der Stunde nutzte und in Oldenburg auftobte wie in besten PRO A-Zeiten. Omari Westley als aktuell drittbesten Scorer der Liga gilt es zu nennen. In den letzten beiden Spielen kam er jeweils auf unglaubliche 26 Punkte, in den letzten beiden Heimspielen schaffte er ein Double-Double. Man darf sich auf Carl Mbassa freuen der seine Defensivkünste zum Besten geben wird. Monta McGhee wird zusammen mit seinem angeschlagenen Teammate Denny Gibson versuchen, die Phalanx der Berliner zu knacken um die ein oder andere Duftmarke zu setzen. Und mit Osvaldo Jeanty werden die Berliner auch rechnen. In acht von neun Spielen punktete der Kanadier zweistellig. Sie alle werden einen kräftigen Zug Berliner Luft nehmen wollen.
Aber die wird gegen das preussische Kompetenzteam in Sachen Basketball schon arg dünn: Vizeeuropameister Steffen Hamann beginnt als routinierter Starter auf der Spielmacherposition. Ihm zur Seite steht Immanuel McElroy. Er wurde 2007 als bester Defensivspieler gekürt und wurde mit Köln ebenso deutscher Meister wie Aleksander Nadjfej. Der gilt als einer der besten Forwards der Liga. Mit NBA- und Europaerfahrung ausgestattet ist Ansu Sesay als brandgefährlicher Forward in und aus allen Lagen. Casey Jacobsen, ebenfalls Ex-NBA’ler und mit Bamberg schon deutscher Meister auf der Guardposition besitzt ein goldenes Händchen jenseits der Dreipunktelinie, der bundesligaerfahrene Adam Chubb darf als Abräumer unter den Körben ran.
Hinzu gesellen sich bei den Albatrossen noch, beinahe nebenbei, zwei deutsche Nationalspieler: Philipp Zwiener und Johannes Herber. Nationalmannschaftskapitän Patrick Femerling wird nach einer längeren Krankheits- und Verletzungsphase weiter aufgebaut und fehlt wohl. Rashad Wright als Strippenzieher neben Steffen Hamann gilt als defensivstarker Dauerbrenner, der in der Offensive durch seinen gefürchteten Zug zum Korb für Aufreger sorgt. Nicht unerwähnt lassen sollte man den „wertvollsten Spieler“ der abgelaufenen Saison, Julius Jenkins.
Der, verletzt ausgeschieden beim 74:72-Heimsieg vergangenen Donnerstag in der Euroleague gegen Badalona, kennt übrigens den Weg nach Nördlingen noch aus seinen Zeiten bei Falke Nürnberg und der 2. Liga. Unterhaltung pur wird also geboten. Immerhin schaut das Fernsehen wieder vorbei. Die haben mit den bereits übertragenen verlängerten Nördlinger Spielen in Paderborn, in Bamberg oder gegen Frankfurt einen Riecher für spannendes Nördlinger Entertainment-geschick bewiesen.
Pressemitteilung: Giants Nördlingen
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