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Bayers Beasty Boys
Sven Meyer am 11.12.2002 um 12:57
Was haben wir uns gewundert und was wurde diskutiert, als Giants-Manager Thomas Deuster die Verpflichtung ihres ehemaligen Spielers Heimo Förster als neuen Headcoach und Nachfolger von Calvin Oldham im Mai diesen Jahres bekanntgab. Nicht nur die sogenannten "Hardcore"-Fans konnten und wollten diesen Schritt nicht nachvollziehen. Die letztjährige Mannschaft, keineswegs eines der schlechteren Teams, die für Bayer in den letzten Jahren aufliefen, austauschen und mit Deutschen Spielern auffüllen? Also nein, dass klang doch zu sehr nach einem "Kanonenfutter-Dasein" in der Liga. Ein Kräftemessen mit den ganz kleinen der BBL? Unvorstellbar.
Unvorstellbar für einen der ältesten und etabliertesten Basketballklubs Deutschlands. Jenem Klub, der einst Meistertitel sammelte wie andere Leute Bonusmeilen bei ihren diversen Vielfliegerprogrammen.
"Plan ist Plan", sagte sich Deuster und verpflichtete neben Förster gleich noch einen neuen Co-Trainer mit Namen Frank Baum, ebenfalls einen ehemaligen Spieler aus den eigenen Reihen, der gerade seine Profi-Karriere beim Liga-Konkurrenten Trier beendet hatte. Nicht mit an Bord ging Center-Legende Hansi Gnad, der dem Braten wohl nicht so richtig trauten wollte und es vorzog, als Spieler/Co-Trainer in Hagen zu unterzeichnen. Ein Fehler wie ich denke, denn Hansi hätte dem Programm gut zu Gesicht gestanden und auch umgekehrt... aber nun ja. Die oben genannten sind im übrigen alles alte Kumpel von "Düse" Deuster. Cliquenwirtschaft? Ja klar, aber das auf hohem Niveau!
Dem Plan folgend wurde als erster Denis Wucherer, ehemals Leverkusen, verpflichtet. Bei Denis ging es darum, ihm als Spieler eine Heimat zu geben, was auch Sinn macht, denn er ist nun in einem Alter, wo es ihm durchaus zugestanden werden muss, eine Mannschaft zu führen. Desweiteren brachte Heimo aus Leichlingen, wo er zuvor als Trainer tätig war, den Ex-Leverkusener Nico Kovacev, wieder mit zurück. Härter als gedacht erwiesen sich die Bemühungen um Shooting-Guard und Ex-Würzburger, Desmond Green. Erst wollte er unterzeichnen, dann aber doch nicht so ganz schnell, um es hinterher dann doch zu tun. Gerade rechtzeitig, denn Heimos dunkle Haarpracht tönte sich mittlerweile doch leicht grau ob dieser Vorgänge. Willkommen im Trainergeschäft!
Aus Berlin, von den ALBAtrossen, konnte dann auch noch "Edelreservist" Sven Schultze verpflichtet werden, immerhin ein aktueller Nationalspieler. Sven passt wie die berühmte "Faust aufs Auge" zu dem Team, dass sich selber als jung, hungrig und lernfähig bezeichnet. Wie erwartet startete das Team mit einer Niederlagenserie, die allerdings knapp ausfiel, und ließ nun alle diejenigen Kritiker jubeln, die es ja schon immer besser gewusst haben. Man darf hierbei nicht vergessen, dass zu den Giants Heimspielen regelmäßig hunderte sogenannter selbsternannter Coaches ihren Weg in die Halle finden.
In meine Prognose bei der diesjährigen Saisonvorschau habe ich geschrieben, dass mit Denis Wucherer auf der Position eins, er ist eher ein Shooting-Guard, der Klub Probleme haben wird. Mittlerweile ist man dazu übergegangen, diese wichtige Position einem 19jährigen Eigengewächs, Gordon Geib, zu übertragen. Sehr jung, aber ebenfalls sehr hungrig. Eine richtige Entscheidung, denn der Klub gewinnt nun seine Spiele. Das zeugt von Lernfähigkeit des Trainerstabes. Eine große Qualität!!!
Qualität hat auch John Best, einer der besten US-Spieler der Liga. Er hat sich mit dieser Mannschaft mittlerweile angefreundet, gilt es doch seine Erfahrung und sein Talent an die junge Bande weiterzugeben.
Und die Mannschaft macht Spaß. Man sieht sofort, hier handelt es sich um eine Truppe basketballverückter, die auf dem Feld eine Riesengaudi haben. Sehr zur Freude der Zuschauer, die wieder in Scharen in die heimische Rundsporthalle strömen. In einem wahren Offensiv-Show-Down wurde sogar am letzten Punktspieltag der Tabellenzweite TXU Energie Braunschweig bezwungen. Respekt! Und das Team wird noch stärker werden, denn viele Spieler haben ihr Potential noch lange nicht ausgeschöpft. Aufpassen sollte man eventuell, dass hieraus nicht ein zweites Würzburg, wie vor einigen Jahren, entsteht. Dort hatte man damals - und tut es übrigens noch - doch nur auf Offensivfähigkeiten der einzelnen Spieler gesetzt. Aber da traue ich Heimo & Co. doch einiges mehr zu.
Mein Fazit fällt durchgehend positiv aus. Cliquenwirtschaft muss nicht negativ sein, lernen wir. Auch kann man mit einer hauptsächlich aus Deutschen Spielern besetzten Mannschaft Spiele gewinnen. Damit heben sich die Giants wohlwollend von den vielen anderen, zusammengewürfelten Mannschaften der Liga ab, die doch hauptsächlich Bosnisch, Schwedisch, Tschechisch etc. besetzt sind. Das Konzept ist es, die Großen zu ärgern und die Nationalmannschaft nach vorne zu bringen. Eine Idee, die sich durchaus in der Aussendarstellung verkaufen lässt. In dem "big business" Bundesliga-Basketball bleibt durchaus Raum für neue Ideen, aber oft mangelt es an Weitblick und Mut zu Innovationen der Verantwortlichen. Thomas Deuster hat mit dem ihm anvertrauten Programm einen neuen Weg eingeschlagen und der gefällt.
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Unvorstellbar für einen der ältesten und etabliertesten Basketballklubs Deutschlands. Jenem Klub, der einst Meistertitel sammelte wie andere Leute Bonusmeilen bei ihren diversen Vielfliegerprogrammen.
"Plan ist Plan", sagte sich Deuster und verpflichtete neben Förster gleich noch einen neuen Co-Trainer mit Namen Frank Baum, ebenfalls einen ehemaligen Spieler aus den eigenen Reihen, der gerade seine Profi-Karriere beim Liga-Konkurrenten Trier beendet hatte. Nicht mit an Bord ging Center-Legende Hansi Gnad, der dem Braten wohl nicht so richtig trauten wollte und es vorzog, als Spieler/Co-Trainer in Hagen zu unterzeichnen. Ein Fehler wie ich denke, denn Hansi hätte dem Programm gut zu Gesicht gestanden und auch umgekehrt... aber nun ja. Die oben genannten sind im übrigen alles alte Kumpel von "Düse" Deuster. Cliquenwirtschaft? Ja klar, aber das auf hohem Niveau!
Dem Plan folgend wurde als erster Denis Wucherer, ehemals Leverkusen, verpflichtet. Bei Denis ging es darum, ihm als Spieler eine Heimat zu geben, was auch Sinn macht, denn er ist nun in einem Alter, wo es ihm durchaus zugestanden werden muss, eine Mannschaft zu führen. Desweiteren brachte Heimo aus Leichlingen, wo er zuvor als Trainer tätig war, den Ex-Leverkusener Nico Kovacev, wieder mit zurück. Härter als gedacht erwiesen sich die Bemühungen um Shooting-Guard und Ex-Würzburger, Desmond Green. Erst wollte er unterzeichnen, dann aber doch nicht so ganz schnell, um es hinterher dann doch zu tun. Gerade rechtzeitig, denn Heimos dunkle Haarpracht tönte sich mittlerweile doch leicht grau ob dieser Vorgänge. Willkommen im Trainergeschäft!
Aus Berlin, von den ALBAtrossen, konnte dann auch noch "Edelreservist" Sven Schultze verpflichtet werden, immerhin ein aktueller Nationalspieler. Sven passt wie die berühmte "Faust aufs Auge" zu dem Team, dass sich selber als jung, hungrig und lernfähig bezeichnet. Wie erwartet startete das Team mit einer Niederlagenserie, die allerdings knapp ausfiel, und ließ nun alle diejenigen Kritiker jubeln, die es ja schon immer besser gewusst haben. Man darf hierbei nicht vergessen, dass zu den Giants Heimspielen regelmäßig hunderte sogenannter selbsternannter Coaches ihren Weg in die Halle finden.
In meine Prognose bei der diesjährigen Saisonvorschau habe ich geschrieben, dass mit Denis Wucherer auf der Position eins, er ist eher ein Shooting-Guard, der Klub Probleme haben wird. Mittlerweile ist man dazu übergegangen, diese wichtige Position einem 19jährigen Eigengewächs, Gordon Geib, zu übertragen. Sehr jung, aber ebenfalls sehr hungrig. Eine richtige Entscheidung, denn der Klub gewinnt nun seine Spiele. Das zeugt von Lernfähigkeit des Trainerstabes. Eine große Qualität!!!
Qualität hat auch John Best, einer der besten US-Spieler der Liga. Er hat sich mit dieser Mannschaft mittlerweile angefreundet, gilt es doch seine Erfahrung und sein Talent an die junge Bande weiterzugeben.
Und die Mannschaft macht Spaß. Man sieht sofort, hier handelt es sich um eine Truppe basketballverückter, die auf dem Feld eine Riesengaudi haben. Sehr zur Freude der Zuschauer, die wieder in Scharen in die heimische Rundsporthalle strömen. In einem wahren Offensiv-Show-Down wurde sogar am letzten Punktspieltag der Tabellenzweite TXU Energie Braunschweig bezwungen. Respekt! Und das Team wird noch stärker werden, denn viele Spieler haben ihr Potential noch lange nicht ausgeschöpft. Aufpassen sollte man eventuell, dass hieraus nicht ein zweites Würzburg, wie vor einigen Jahren, entsteht. Dort hatte man damals - und tut es übrigens noch - doch nur auf Offensivfähigkeiten der einzelnen Spieler gesetzt. Aber da traue ich Heimo & Co. doch einiges mehr zu.
Mein Fazit fällt durchgehend positiv aus. Cliquenwirtschaft muss nicht negativ sein, lernen wir. Auch kann man mit einer hauptsächlich aus Deutschen Spielern besetzten Mannschaft Spiele gewinnen. Damit heben sich die Giants wohlwollend von den vielen anderen, zusammengewürfelten Mannschaften der Liga ab, die doch hauptsächlich Bosnisch, Schwedisch, Tschechisch etc. besetzt sind. Das Konzept ist es, die Großen zu ärgern und die Nationalmannschaft nach vorne zu bringen. Eine Idee, die sich durchaus in der Aussendarstellung verkaufen lässt. In dem "big business" Bundesliga-Basketball bleibt durchaus Raum für neue Ideen, aber oft mangelt es an Weitblick und Mut zu Innovationen der Verantwortlichen. Thomas Deuster hat mit dem ihm anvertrauten Programm einen neuen Weg eingeschlagen und der gefällt.
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