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Hier regiert der MBC
Sven Meyer am 04.11.2002 um 15:05
Es ist schon ein tolles Erlebnis, ein Basketball Bundesligaspiel live in Weißenfels zu sehen. In der gerade neu erbauten Stadthalle der kleinen Stadt vor den Toren Leipzigs treffen sich zu jedem Heimspiel nahezu 3.000 Basketballbegeisterte, um ihr Team – den MBC – anzufeuern. Basketball ist hier das gesellschaftliche Ereignis Nr. 1 des Wochenendes. Man trifft sich, um das eigene Team siegen zu sehen, Spaß zu haben oder einfach nur Party zu machen, weil es nichts anderes gibt.
Im Gegensatz zu anderen großen Basketballarenen stehen oder sitzen die Zuschauer hier dicht am Spielfeldrand, um das eigene Team sehr lautstark nach vorne zu peitschen. Der sprichwörtlich "sechste Mann auf dem Feld" hat in Weißenfels noch seine ursprüngliche Bedeutung behalten. Das Publikum gibt alles, der MBC sowieso. Die gegnerischen Mannschaften haben einen Höllenrespekt vor dieser Kulisse und jeder Basketballfan sollte einmal die Gelegenheit nutzen, sich ein Spiel in Weißenfels live anzuschauen und diese "Basketball-pur-Atmosphäre" auf sich wirken zu lassen. Ein Erlebnis!!!
Wo endet die Reise des MBC?
Wie ich bereits in meiner Teameinschätzung vor der Saison geschrieben habe, hat der MBC – wenn alles rund läuft - durchaus das Potenzial und Ressourcen, sich für die Play-Offs zu qualifizieren. Mit den in Weißenfels vorhandenen Strukturen scheint damit aber leider das Ende der Fahnenstange erreicht zu sein. Man bedenke, dass knapp 10% der Einwohner Weißenfels zu den Heimspielen der "Wölfe" gehen. In Berlin müsste ALBA eine Halle für über 300.000 Zuschauer füllen, um ein ähnliches Ergebnis zu erzielen... Und dann das liebe Geld! Faktisch gesehen - davon ausgehend, man erreicht den achten Platz - kostet zukünftig jede höhere Plazierung in der Tabelle den Club jeweils gut € 250.000,--. Die Verantwortlichen des MBC stehen derzeit vor wegweisenden Entscheidungen:
Die eine Möglichkeit heißt, man spielt zukünftig weiter in Weißenfels und hofft Jahr für Jahr als Achter die Play-Offs, oder eventuell einmal ein Pokalfinale zu erreichen. Möglich ist so was, man kann in Trier nachfragen. Doch jeder sportliche Stillstand bedeutet letztendlich doch einen Rückschritt. In der gleichen Situation sind auch andere Mannschaften der BBL. Ist man mit dem erreichten zufrieden? Lehnt man sich zurück? Ein Fehler!
Will man sich aber als Teil eines Gesamtkonzeptes der BBL weiter entwickeln und auch einmal die Möglichkeit haben, im Finale um eine Deutsche Meisterschaft zu spielen, ist nun die Zeit der Entscheidungen gekommen. Hierfür muss sich der Club an seine erarbeiteten Zielvorgaben halten. Der MBC hat noch neun Monate Zeit, um entsprechende Weichen zu stellen.
Wie war das denn bei der Lizenzvergabe? Der Club war im letzten Jahr sportlich abgestiegen. Hat der MBC die Lizenz für diese Saison bekommen, weil Weißenfels besser als sein direkter Mitbewerber Quakenbrück ist? Weil man in der Vergangenheit immer die Spieler pünktlich bezahlt hatte? Oder weil der Club doch irgendwie was Besonderes ist?? Nein!
Der MBC hat die Lizenz auch deswegen bekommen, weil der Club vor den anderen stimmberechtigten Managern der Liga ein Konzept präsentiert hat, dass sich auf die Nutzung der 7.000 fassenden Halle in Leipzig bezieht. Durch die Zusage, in der Saison 2003/04 in Leipzig zu spielen, erhielt man die Möglichkeit, diese Saison in der ersten Liga antreten zu dürfen. Es wäre ein fataler Fehler diese Zusage jetzt nicht mehr einhalten zu wollen. Letztendlich steht man bei der BBL im Wort und es wird sich zeigen, was das Wort des MBC Wert ist.
Einige der sogenannten "Bestimmer" in Weißenfels müssen nun kurzfristig - auch öffentlich - Stellung beziehen. Die neuen Strömungen beim MBC, bzw. der WSF Marketing GmbH, bereiten mir Sorge. Sorge, dass ein seit Jahren angedachtes und erarbeitetes Konzept torpediert wird. Dass verhindert wird, den für den Basketball richtigen und wichtigen Schritt des Clubs Richtung Leipzig zu vollziehen. Die Konstellation einer GmbH in der Form, dass derjenige, der das meiste Geld mitbringt, bestimmen kann, was mit einem Klub passiert, halte ich sowieso für gefährlich und nicht richtig. Niemals sollte sich ein Sponsor in sportlich konzeptionelle Angelegenheiten einmischen. Ich wünschte es gäbe dort mehr Leute mit Rückrad und Überzeugungskraft, die dem entgegenwirken könnten.
Die Weißenfelser Fans mögen das verzeihen und mir ist klar, dass viele nicht meiner Meinung sind. Doch gibt es keinen wirklichen Grund, traurig zu sein, denn eines ist sicher. Solange Jochen Stumpf Chef ist, wird er schon dafür sorgen, dass es in Weißenfels auch zukünftig immer Topbasketball, vielleicht aber in einer anderen Liga, geben wird.
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Im Gegensatz zu anderen großen Basketballarenen stehen oder sitzen die Zuschauer hier dicht am Spielfeldrand, um das eigene Team sehr lautstark nach vorne zu peitschen. Der sprichwörtlich "sechste Mann auf dem Feld" hat in Weißenfels noch seine ursprüngliche Bedeutung behalten. Das Publikum gibt alles, der MBC sowieso. Die gegnerischen Mannschaften haben einen Höllenrespekt vor dieser Kulisse und jeder Basketballfan sollte einmal die Gelegenheit nutzen, sich ein Spiel in Weißenfels live anzuschauen und diese "Basketball-pur-Atmosphäre" auf sich wirken zu lassen. Ein Erlebnis!!!
Wo endet die Reise des MBC?
Wie ich bereits in meiner Teameinschätzung vor der Saison geschrieben habe, hat der MBC – wenn alles rund läuft - durchaus das Potenzial und Ressourcen, sich für die Play-Offs zu qualifizieren. Mit den in Weißenfels vorhandenen Strukturen scheint damit aber leider das Ende der Fahnenstange erreicht zu sein. Man bedenke, dass knapp 10% der Einwohner Weißenfels zu den Heimspielen der "Wölfe" gehen. In Berlin müsste ALBA eine Halle für über 300.000 Zuschauer füllen, um ein ähnliches Ergebnis zu erzielen... Und dann das liebe Geld! Faktisch gesehen - davon ausgehend, man erreicht den achten Platz - kostet zukünftig jede höhere Plazierung in der Tabelle den Club jeweils gut € 250.000,--. Die Verantwortlichen des MBC stehen derzeit vor wegweisenden Entscheidungen:
Die eine Möglichkeit heißt, man spielt zukünftig weiter in Weißenfels und hofft Jahr für Jahr als Achter die Play-Offs, oder eventuell einmal ein Pokalfinale zu erreichen. Möglich ist so was, man kann in Trier nachfragen. Doch jeder sportliche Stillstand bedeutet letztendlich doch einen Rückschritt. In der gleichen Situation sind auch andere Mannschaften der BBL. Ist man mit dem erreichten zufrieden? Lehnt man sich zurück? Ein Fehler!
Will man sich aber als Teil eines Gesamtkonzeptes der BBL weiter entwickeln und auch einmal die Möglichkeit haben, im Finale um eine Deutsche Meisterschaft zu spielen, ist nun die Zeit der Entscheidungen gekommen. Hierfür muss sich der Club an seine erarbeiteten Zielvorgaben halten. Der MBC hat noch neun Monate Zeit, um entsprechende Weichen zu stellen.
Wie war das denn bei der Lizenzvergabe? Der Club war im letzten Jahr sportlich abgestiegen. Hat der MBC die Lizenz für diese Saison bekommen, weil Weißenfels besser als sein direkter Mitbewerber Quakenbrück ist? Weil man in der Vergangenheit immer die Spieler pünktlich bezahlt hatte? Oder weil der Club doch irgendwie was Besonderes ist?? Nein!
Der MBC hat die Lizenz auch deswegen bekommen, weil der Club vor den anderen stimmberechtigten Managern der Liga ein Konzept präsentiert hat, dass sich auf die Nutzung der 7.000 fassenden Halle in Leipzig bezieht. Durch die Zusage, in der Saison 2003/04 in Leipzig zu spielen, erhielt man die Möglichkeit, diese Saison in der ersten Liga antreten zu dürfen. Es wäre ein fataler Fehler diese Zusage jetzt nicht mehr einhalten zu wollen. Letztendlich steht man bei der BBL im Wort und es wird sich zeigen, was das Wort des MBC Wert ist.
Einige der sogenannten "Bestimmer" in Weißenfels müssen nun kurzfristig - auch öffentlich - Stellung beziehen. Die neuen Strömungen beim MBC, bzw. der WSF Marketing GmbH, bereiten mir Sorge. Sorge, dass ein seit Jahren angedachtes und erarbeitetes Konzept torpediert wird. Dass verhindert wird, den für den Basketball richtigen und wichtigen Schritt des Clubs Richtung Leipzig zu vollziehen. Die Konstellation einer GmbH in der Form, dass derjenige, der das meiste Geld mitbringt, bestimmen kann, was mit einem Klub passiert, halte ich sowieso für gefährlich und nicht richtig. Niemals sollte sich ein Sponsor in sportlich konzeptionelle Angelegenheiten einmischen. Ich wünschte es gäbe dort mehr Leute mit Rückrad und Überzeugungskraft, die dem entgegenwirken könnten.
Die Weißenfelser Fans mögen das verzeihen und mir ist klar, dass viele nicht meiner Meinung sind. Doch gibt es keinen wirklichen Grund, traurig zu sein, denn eines ist sicher. Solange Jochen Stumpf Chef ist, wird er schon dafür sorgen, dass es in Weißenfels auch zukünftig immer Topbasketball, vielleicht aber in einer anderen Liga, geben wird.
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