Gastschreiber

Sonstiges

Die Leiden des jungen "DC"

Sven Meyer am 28.10.2002 um 21:31

Um 16:43 Uhr war der Arbeitstag für DeJuan Collins, U.S. Amerikanischer Aufbauspieler beim amtierenden Deutschen Meister ALBA Berlin, beendet. Der sportlich Verantwortliche, Emir Mutapcic genannt "Muki", hatte ein Einsehen und nahm seinen komplett frustrierten Star-Spieler bereits Ende des 3. Viertels vom Feld. Zu diesem Zeitpunkt lagen die Hauptstädter bereits mit 12 Punkten gegen die unglaublich selbstbewusst agierenden GIANTS aus Leverkusen, im Hintertreffen. Und das sehr wohl verdient, wie man nicht nur als Fachmann neidlos anerkennen musste. Leverkusen spielte frechen, modernen Basketball. Lies sich weder von den zahllosen Meisterschaftsbannern an der Hallendecke, den vielen TV-Kameras, noch von der beeindruckenden Kulisse beirren.

Doch ALBA, was war mit ALBA? Ich, als einer unter 5.900 Zuschauern, wurde Zeuge wie der besagte DeJuan Collins, kurz gennant "DC", krampfhaft versuchte, dem ALBA-Spiel seinen Stempel aufzudrücken. Zu sagen, dass dies gelungen war, wäre schlichtweg eine unglaubliche Übertreibung. 15 Minuten Spielzeit, 0 von 6 aus dem Feld, Turnovers der ganz fiesen Art.... nichts ging. Er tat mit schon leid, ihn ohne Selbstvertrauenen spielend, ja planlos auf dem Feld herumirrend, zu sehen, danach auf der Bank, wie er total zerknirscht beobachten musste, wie seine Mannschaft es tatsächlich noch schaffte, ein verloren geglaubtes Spiel noch rumzureissen zu einem glücklichen 84:82-Sieg.

Man mag bitte nicht vergessen, dass wir hier über den Top-Scorer der ganzen letzten Saison sprechen. In Tübingen: 24,7 Punkte im Schnitt!! Ein junger, unglaublich talentierter Guard mit einer Menge Spielwitz, war damals mein erster Eindruck. Weit mehr als ein wildgewordener "gunner", der "teamplay" für irgendwas unanständiges hält, was man sonst nach dem Spiel mit weiblichen Groupies anstellt.

ALBA muss ähnlich gedacht haben, denn sie verpflichteten ihn. Hier beginnt nun der Leidensweg des DeJuan Collins. Er, der vor Selbstbewusstsein strotzende Starspieler aus der Provinz. "Es kann ja nur aufwärts gehen" dachte er und "Basketball ist doch wohl Basketball". Willkommen in ALBA's Welt!?

"DC" ist noch weit entfernt von dem, was man von ihm sehen will. Leadership muss sich bei ALBA erkämpft werden. Seine Mitspieler sind auch seine ärgsten Gegner, denn die gilt es als erstes zu überzeugen. "Wir müssen mit ihm Geduld haben", sagte Hendrik Rödel der Kapitän. Sein ehemaliger Coach, Uwe Sauer, sagte zu DeJuan Collins auf dem Flughafen bei seinem Abschied: "DC, sieh zu, dass die Leute später nicht über Dich sagen, dass Du die Besten Jahre Deiner Karriere in Tübingen gehabt hast."

Das hoffen wir auch nicht.

0 Kommentare

 

5 Mitglieder
62 Gäste online

Anmeldung

Benutzeranmeldung

Registrieren

Passwort vergessen?

Schönen-Dunk bei FacebookSchönen-Dunk bei TwitterSchönen-Dunk-Newsfeed BIG - Basketball in Germany
 

Werbung

Werbung