Gastschreiber

Science City Jena

In die Tiger-Grube geworfen ...

Lomax am 19.02.2008 um 14:50

wurde am Samstag Abend ein saftiges Steak, dass sich die gelb-schwarzen Raubkatzen aus Tübingen ohne Skrupel einfach krallten. Unter den Augen von 1800 Schaulustigen waren es am Ende die schwäbischen Panther, die auch noch eine ganze Weile nach Spielende genussvoll auf dem Punkte-Knochen herumkauten. Die abgemagerten Löwen von Science City hingegen standen mit hängenden Köpfen daneben und mussten mit knurrendem Magen zusehen, wie die Beute mit an den Neckar wanderte.

Nachdem sich das Schreiben eines Spielberichts von Science City wie Zwiebelnschälen anfühlt, tränten auch nach der Partie gegen die WALTER Tigers aus Tübingen wieder ganz gehörig die Augen. Der Tabellenletzte aus der Saalestadt unterlag ebenfalls glanzlosen Gästen nach einem 64:84 (HZ 41:41) mit satten 20 Zählern Differenz. Hierbei bleibt zu erwähnen, dass sich die Schwaben nicht sonderlich mit Ruhm bekleckern mussten, um den unerwartet deutlichen Auswärtssieg mitzunehmen.

Die unter der letzten Woche getroffene Entscheidung, spielerische Erfahrung an fehlender Routine auf der Bank einfach vorbeirutschten zu lassen, beförderte Ex-Spieler Sean McCaw im dunklen Einreiher auf den Chefsessel. Trotz der personellen Umstrukturierung blieb das Spiel des BBL-Aufsteigers, wie so häufig auch schon vorher, in guten Ansätzen stecken. Während die sportlichen Leistungen von Science City die noch immer hoffnungsvoll glimmenden Kerzen hinter den rotierenden Banden langsam selbst ausblasen, schraubt die wöchentliche Konkurrenz die rote Birne am Tabellenende langsam aber stetig auf die maximale Wattzahl.

Entgegen dem sonst so häufig eingetretenen Szenario eines frühen Rückstandes und der daraus resultierenden meist erfolglosen Aufholjagd, spielte Science City diesmal verkehrte Welt mit den Tigers. Sehr engagiert ins Duell einsteigend, zeigte das Team um Kapitän Seggelke, dass es bereit war zu kämpfen. Bis zu Linkes zweitem 3er (12:5, 5. Min) und dem sich anschließenden Monster-Block von Miller an Katic, lief Jenas Spiel zunächst wie am Schnürchen. Was danach kam, kannte man bereits aus der Pre-McCaw-Ära. Drei Kopfschüttel-Ballverluste und einen Moye-3er später hatte Tübingen auf 12:12 ausgeglichen. Der Vorsprung war dahin und betrug nach zehn Minuten nur ein mickriges Pünktchen (17:16). Nichts gegen die Führung, nur hätte sie bei konsequentem und nicht ganz so turnoverlastigem Spiel bereits zweistellig sein können, vielmehr müssen. Dies schienen zu Beginn des zweiten Viertels wohl auch die Spieler aus der Stadt der Wissenschaft wieder realisiert zu haben. So lag Jena plötzlich aufgrund eines Feltons 3ers wieder mit 26:21 (13.) in Front und bestimmte die Anfangs-Minuten. „Erst“ der obligatorische Run, in diesem Fall ein Tübinger 8:0-Lauf, kühlte die aufkeimende Euphorie hinsichtlich der bisher gezeigten Leistung ab. Bereits hier offenbarte sich nach Moyes zweitem 3er aus der Ecke, dass der kausale Zusammenhang zwischen aggressiver Defense und „permanent auf den Füßen stehen“ einen untrennbaren Zusammenhang besitzt. Das Viertel der Runs nahm seine Fortsetzung und zur Freude der Jenaer Fans erwischte es endlich auch Mal das eigene Team. Nachdem der im Gegensatz zu den letzten Leistungen wieder agiler wirkende Jamal Basit in der 18. Minute auf 37:33 erhöhen konnte, wäre es für Science City eigentlich an der Zeit gewesen, ordentlich nachzuwaschen.

Stattdessen hatte man scheinbar vergessen die Tübinger Bankspieler zu scouten. So hievte Jena den bis dato im tiefen Shooting Slump versunkenen Dee Andre Hulett „endlich“ aus seiner bis dato eher dünn quotierten Talsohle. Der US-Amerikaner, bis zum Spiel in Jena mit erbärmlichen 5 von 23 Distanzwurfversuchen durch die Hallen der BBL tingelnd, klinkte in Anbetracht der ihm gewährten Freiheiten übers Spiel verteilt mal eben 3 von 5. Aber egal, die Partie ging auch trotz seines Korbes zum 37:36 weiter. Nachdem der Ärger bezüglich Hulett verfolgen war, drohte jedoch neues Ungemach. Zlotowski und Basit hatten zwischenzeitlich auf 41:36 erhöht und eine komfortable Halbzeitführung schien im Bereich des Möglichen. Da jedoch zeigte Ray Nixon seinem Gegenspieler Lavelle Felton die Hacken, hämmerte den Dunk zum 41:38 durch Jenas Reuse und zog das Momentum über die Mittellinie mit auf Seite der Schwaben. Ein viel zu früh abgeschlossener Angriff ermöglichte den Gästen zudem den letzten Wurf. Plötzlich rief jemand „Bingo“ und Merriex traf mit der Sirene den freien 3er. Auch eine Art, mit den Mundwinkeln der Jenaer Fans zu spielen. Halbzeit 41:41

Da Jena den Start nicht verschlafen hatte und sich Tübingen auch vor der Pause nicht absetzen konnte, kommen wir nun in die Phase, in der sich das Spiel entschied, „Herzlich Willkommen“ in der zweiten Halbzeit. Nachdem Rasko Katic sein 10 Minuten-Ticket in der Jenaer Zone gelöst hatte, traf Mark Davis im direkten Gegenzug einen 3er - seinen ersten, seinen einzigen der insgesamt 5 und zugleich für sieben lange Minuten die letzten Zähler des Tabellenschlusslichts. In dieser Phase durfte jeder mal, ob Ballverlust oder unmotivierter Wurf, das altbekannte Spiel der Thüringer war zurück und mit ihm auch die Lethargie der vorherigen Auftritte. Schließlich erlöste Plavich – logischerweise mit einem 3er - das eigene Team, welches nun mit 44:54 (27.) zurücklag. Der 3-Pt-Wettbewerb der letzten beiden Minuten ging an die Tübinger, die durch Hulett (49:59, 19.) und Hulett (52:62, 3 Sekunden vor dem Viertel-Ende) auf Ali Seggelkes Distanzwurf zum zwischenzeitlichen 52:59 konterten.

Dafür kamen die Thüringer zunächst recht aufgeräumt aus der Viertelpause. Basit, Davis und wiederum Basit verkürzten innerhalb von 80 Sekunden auf 58:62. „Genug gesehen“, schien sich Jermain Anderson gedacht zu haben, bevor er seinen freien 3er aus den Händen lies und die Schwaben wieder mit 58:65 in Front brachte. Ali Seggelke sendete mit seinen Punkten zum 60:65 (33.) das letzte Lebenszeichen des Abends, bevor die Titanic mit dem Eisberg kollidierte. Ein wilder Tübinger 3er-Hagel entlud sich zum schnell folgendem 62:74 und während Science City im Spielaufbau vor sich hindilletierte, stopfte Hulett nach einem Steal an der Mittelinie den Crowd Pleaser-Dunk mitten ins Herz der Thüringer Fans. Der Rest der Geschichte ist so erwähnenswert wie das Drehbuch des neue Paris Hilton-Films, geschenkt. Lediglich der letzte Bingo-3er parallel mit dem Buzzer fallend, sollte noch Erwähnung finden. Schließlich passte er zum Rahmen des Spiels wie der berühmte Arsch auf den Eimer.

In diesem Sinne, fröhliche Woche ...

Lomax
Fotos: Christian Waitschies - www.getmorephoto.com


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Offiziell

BBL

# T P Diff
1 BAM 38:4 399
2 ULM 34:8 119
3 QUA 30:10 187
4 BER 30:12 217
5 WÜR 24:16 119
6 BHV 22:18 -35
7 FCB 22:20 85
8 BRA 22:20 -17
9 OLD 20:18 13
10 BON 18:22 -26
11 FRA 18:24 -105
12 TÜB 18:24 -32
13 BAY 16:24 -120
14 HAG 14:26 -189
15 GIE 14:28 -173
16 TRI 14:28 -107
17 LUD 12:30 -56
18 GÖT 4:38 -279

ProA

# T P W/L
1 MBC 32 16/3
2 KIR 30 15/5
3 CHE 26 13/8
4 CRA 26 13/8
5 PAD 22 11/8
6 DÜS 20 10/10
7 JEN 20 10/11
8 HEI 18 9/10
9 NÜR 18 9/11
10 EHI 18 9/11
11 KAR 18 9/12
12 ETB 16 8/11
13 CUX 16 8/11
14 SAA 12 6/15
15 LEI 8 4/16

ProB

Nord

# T P W/L
1 HAN 34 17/5
2 BRA 30 15/6
3 HER 28 14/7
4 VEC 28 14/7
5 SCH 26 13/8
6 DOR 24 12/9
7 RSV 22 11/11
8 WUL 20 10/12
9 WOL 18 9/13
10 WED 18 9/13
11 LEV 16 8/13
12 ALB 12 6/15
13 BRN 2 1/20

Süd

# T P W/L
1 GOT 29 15/5
2 LEI 28 14/6
3 NÖR 26 13/7
4 BSW 26 13/7
5 RHÖ 24 12/8
6 HAN 24 12/8
7 LAN 22 11/9
8 LIC 20 10/10
9 GÜS 18 9/11
10 FRA 12 6/14
11 WEI 6 3/17
12 GIE 4 2/18

Alternativ

BBL

# T P W/L
1 BAM 38 19/2
2 ULM 34 17/4
3 QUA 30 15/5
4 BER 30 15/6
5 WÜR 24 12/8
6 BHV 22 11/9
7 FCB 22 11/10
8 BRA 22 11/10
9 OLD 20 10/9
10 BON 18 9/11
11 FRA 18 9/12
12 TÜB 18 9/12
13 BAY 16 8/12
14 HAG 14 7/13
15 GIE 14 7/14
16 TRI 14 7/14
17 LUD 12 6/15
18 GÖT 4 2/19

ProA

# T P Diff
1 MBC 32:6 168
2 KIR 30:10 154
3 CHE 26:16 43
4 CRA 26:16 55
5 PAD 22:16 42
6 DÜS 20:20 45
7 JEN 20:22 5
8 HEI 18:20 57
9 NÜR 18:22 -24
10 EHI 18:22 -26
11 KAR 18:24 -61
12 ETB 16:22 -11
13 CUX 16:22 -69
14 SAA 12:30 -122
15 LEI 8:32 -256

ProB

Nord

# T P Diff
1 HAN 34:10 236
2 BRA 30:12 159
3 HER 28:14 70
4 VEC 28:14 97
5 SCH 26:16 128
6 DOR 24:18 48
7 RSV 22:22 -39
8 WUL 20:24 -54
9 WOL 18:26 -27
10 WED 18:26 -17
11 LEV 16:26 -123
12 ALB 12:30 -212
13 BRN 2:40 -266

Süd

# T P Diff
1 GOT 30:10 178
2 LEI 28:12 122
3 NÖR 26:14 90
4 BSW 26:14 54
5 RHÖ 24:16 116
6 HAN 24:16 41
7 LAN 22:18 35
8 LIC 20:20 5
9 GÜS 18:22 -94
10 FRA 12:28 -106
11 WEI 6:34 -146
12 GIE 4:36 -295
 

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