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Alles wieder ALBA oder was?
Sven Meyer am 01.10.2002 um 11:57
Den Zuschauern in der Max-Schmeling-Halle erging es sicherlich nicht viel anders als mir. Endlich, die basketballose Zeit ist vorbei und es lag wieder "Stallgeruch" in der Luft. Die Halle ist gut gefüllt (ca. 3.800 Zuschauer), alle Leute sind in guter Stimmung und erwarten die Mannschaft. Licht aus, Spot an, aus dem Nebel tauchen die Spieler zu einer neuen Hymne, unterlegt mit heroenhaftem Text auf und laufen unter großem Jubel in den Mittelkreis. Besonders begrüßt werden die WM-Heimkehrer. Natürlich werden auch die Neulinge, an deren Namen man sich noch gewöhnen muss, herzlich willkommen geheißen. Eigentlich läuft alles wie immer, aber irgendwas ist echt ungewohnt, irgendwas fehlt. … Richtig, wir befinden uns in der Saison 1 nach Wendell Alexis. Man vermisste den "Iceman" schon, der traditionell immer als letzter Spieler auf das Parkett geschickt wurde. Nach sechs erfolgreichen Jahren wartet man das erste Mal vergeblich auf den coolen Amerikaner, was den Zuschauern in diesem Augenblick erst wirklich bewusst wird. Tatsächlich, eine Ära ist zu Ende gegangen.
Aber auch ohne Wendell war es sehr interessant zu beobachten, wie sich die neuen Spieler gegen den hochkarätigen Gegner, Zalgiris Kaunas, aus der Affäre gezogen haben. Gespannt war ich auf diese Spieler und erlaube mir hier eine persönliche Einschätzung.
Klar, DeJuan Collins überzeugt durch seine Scorer-Qualitäten. Das ist keine überraschende Neuigkeit. Mit seiner offensiven Art zu spielen, wird er der Mannschaft natürlich helfen und das wird auch von ihm verlangt. Allerdings muss er sich mental noch besser darauf einstellen, dass er eventuell "nur" um die 25 Minuten spielt. Bei ALBA gibt es bekanntlich noch einen Nationalspieler auf seiner Position, der Mithat Demirel heißt und der natürlich auch seine Spielzeit, zu Recht, fordert. "DC" musste in Tübingen vielfach den Alleinunterhalter spielen. Dies hatte zur Folge, dass Collins sich seine Kraft und Kondition auf 40 Spielminuten hin einteilte und dementsprechend gerade in der Defense, na sagen wir einmal, nicht immer "alles gegeben" hat. Verständlich. Bei ALBA sieht es da nun anders aus. Für den Klub ist es eminent wichtig, dass Collins von der ersten Sekunde an auf dem Feld voll da ist. Insbesondere in der Defense. Es hat mich nachdenklich gestimmt, wie Zalgiris' U.S. Point-Guard, Ed Cota, zweifellos ein guter Spieler, sich sofort am Anfang des Spiels gegen DC durchgesetzt hat. Hier wird DeJuan Collins sich noch mental verbessern müssen. Gegen international erfahrenere Spieler darf man sich in der Verteidigung von Anfang an keine Unkonzentriertheiten erlauben und man darf nicht zulassen, seinen Gegner "stark zu machen". DC wird die nächste Zeit bestimmt nutzen, um sich mit seiner neuen Rolle vertraut zu machen.
Quadre Lollis hat mich überrascht. Das auffälligste: Er ist kleiner als Marko Pesic! Aber jeder wird sich hüten müssen, diesen Power-Forward zu unterschätzen. "The Man", wie ich ihn einmal nennen möchte, ist wirklich ein unglaublicher Rebounder. Sehr selten zu sehen ist die ausgeprägte Fähigkeit, den Ball immer mit 2 Händen am höchsten Punkt fangen zu wollen. In Quadre findet man alle Eigenschaften, die typisch sind für einen dieser prototypischen NBA-Spieler. Athletisch, schnell, körperlich stark und vor allen Dingen: Furchtlos. Ein Kämpfer, der den meisten Schaden beim Gegner direkt unter dem Korb anrichtet. Dort scheint er sein "Wohnzimmer" zu haben. Allerdings benötigt er die Hilfe seiner Mitspieler, die ihm dort den Ball auch zuspielen müssen. Ansonsten werden seine Offense-Statistiken nicht so herausragend aussehen. Gegen Zalgiris funktionierte es tadellos.
Auch an dem neuen Center, Jovo Stanojevic, werden die ALBA-Fans noch viel Freude haben. Er wirkt einen Tick schwerfälliger als sein Vorgänger, Dejan Koturovic, aber er scheint bereits, trotz seines jungen Alters, mit allen "Wassern gewaschen". An ihm werden sich alle BBL-Center messen lassen müssen, so gut ist er bereits. Ihn aus seinem laufenden Vertrag in Belgrad herauszuholen... eine Meisterleistung! Wenn er seine Athletik nur noch um 10% zu steigern vermag, wird er einer der Top 2-3 Center in Europa.
Auf Kevin Rankin war ich sehr gespannt. Leider kam er nur 3 Minuten zum Einsatz und man konnte sich nun wirklich kein Urteil erlauben. Sicher wird er noch Zeit bekommen, in die Mannschaft hineinzuwachsen. Allerdings bleibt ihm dafür nicht viel Zeit. Meiner Meinung nach ist Kevin der diesjährige Schlüsselspieler für ALBA. Seine Leistung könnte den Unterschied bringen zwischen einem guten und einem sehr guten ALBA-Jahr. Denn ALBA braucht ihn dringend. Dem Team fehlt die Tiefe auf der Position 4 und 5. Ebenso benötigt ALBA einen "Großen", der rebounden und von außen schießen kann und damit die Mannschaft schwer ausrechenbar macht. Rankin soll dieser Spieler sein. Ich bin gespannt.
"Old Faithfull", Wendell Alexis, als der "Go-to-guy" nicht mehr da. Wer wird‘s nun richten, wenn es eng ist? Hier wird sich hoffentlich die neue Qualität der Mannschaft zeigen. Es gibt momentan keinen designierten "Go-to-guy". Meiner Meinung nach, steht übrigens Marco Pesic im Startloch, um Wendell's Heldentaten in der "crunchtime" vergessen zu machen. Obwohl vergessen wollen und werden wir diese wohl nie. Für Marco ein nicht leichtes Unterfangen aber auch eine Chance für ALBA. Gegen Zalgiris Kaunas funktionierte es am vergangenen Sonntag schon recht gut.
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Aber auch ohne Wendell war es sehr interessant zu beobachten, wie sich die neuen Spieler gegen den hochkarätigen Gegner, Zalgiris Kaunas, aus der Affäre gezogen haben. Gespannt war ich auf diese Spieler und erlaube mir hier eine persönliche Einschätzung.
Klar, DeJuan Collins überzeugt durch seine Scorer-Qualitäten. Das ist keine überraschende Neuigkeit. Mit seiner offensiven Art zu spielen, wird er der Mannschaft natürlich helfen und das wird auch von ihm verlangt. Allerdings muss er sich mental noch besser darauf einstellen, dass er eventuell "nur" um die 25 Minuten spielt. Bei ALBA gibt es bekanntlich noch einen Nationalspieler auf seiner Position, der Mithat Demirel heißt und der natürlich auch seine Spielzeit, zu Recht, fordert. "DC" musste in Tübingen vielfach den Alleinunterhalter spielen. Dies hatte zur Folge, dass Collins sich seine Kraft und Kondition auf 40 Spielminuten hin einteilte und dementsprechend gerade in der Defense, na sagen wir einmal, nicht immer "alles gegeben" hat. Verständlich. Bei ALBA sieht es da nun anders aus. Für den Klub ist es eminent wichtig, dass Collins von der ersten Sekunde an auf dem Feld voll da ist. Insbesondere in der Defense. Es hat mich nachdenklich gestimmt, wie Zalgiris' U.S. Point-Guard, Ed Cota, zweifellos ein guter Spieler, sich sofort am Anfang des Spiels gegen DC durchgesetzt hat. Hier wird DeJuan Collins sich noch mental verbessern müssen. Gegen international erfahrenere Spieler darf man sich in der Verteidigung von Anfang an keine Unkonzentriertheiten erlauben und man darf nicht zulassen, seinen Gegner "stark zu machen". DC wird die nächste Zeit bestimmt nutzen, um sich mit seiner neuen Rolle vertraut zu machen.
Quadre Lollis hat mich überrascht. Das auffälligste: Er ist kleiner als Marko Pesic! Aber jeder wird sich hüten müssen, diesen Power-Forward zu unterschätzen. "The Man", wie ich ihn einmal nennen möchte, ist wirklich ein unglaublicher Rebounder. Sehr selten zu sehen ist die ausgeprägte Fähigkeit, den Ball immer mit 2 Händen am höchsten Punkt fangen zu wollen. In Quadre findet man alle Eigenschaften, die typisch sind für einen dieser prototypischen NBA-Spieler. Athletisch, schnell, körperlich stark und vor allen Dingen: Furchtlos. Ein Kämpfer, der den meisten Schaden beim Gegner direkt unter dem Korb anrichtet. Dort scheint er sein "Wohnzimmer" zu haben. Allerdings benötigt er die Hilfe seiner Mitspieler, die ihm dort den Ball auch zuspielen müssen. Ansonsten werden seine Offense-Statistiken nicht so herausragend aussehen. Gegen Zalgiris funktionierte es tadellos.
Auch an dem neuen Center, Jovo Stanojevic, werden die ALBA-Fans noch viel Freude haben. Er wirkt einen Tick schwerfälliger als sein Vorgänger, Dejan Koturovic, aber er scheint bereits, trotz seines jungen Alters, mit allen "Wassern gewaschen". An ihm werden sich alle BBL-Center messen lassen müssen, so gut ist er bereits. Ihn aus seinem laufenden Vertrag in Belgrad herauszuholen... eine Meisterleistung! Wenn er seine Athletik nur noch um 10% zu steigern vermag, wird er einer der Top 2-3 Center in Europa.
Auf Kevin Rankin war ich sehr gespannt. Leider kam er nur 3 Minuten zum Einsatz und man konnte sich nun wirklich kein Urteil erlauben. Sicher wird er noch Zeit bekommen, in die Mannschaft hineinzuwachsen. Allerdings bleibt ihm dafür nicht viel Zeit. Meiner Meinung nach ist Kevin der diesjährige Schlüsselspieler für ALBA. Seine Leistung könnte den Unterschied bringen zwischen einem guten und einem sehr guten ALBA-Jahr. Denn ALBA braucht ihn dringend. Dem Team fehlt die Tiefe auf der Position 4 und 5. Ebenso benötigt ALBA einen "Großen", der rebounden und von außen schießen kann und damit die Mannschaft schwer ausrechenbar macht. Rankin soll dieser Spieler sein. Ich bin gespannt.
"Old Faithfull", Wendell Alexis, als der "Go-to-guy" nicht mehr da. Wer wird‘s nun richten, wenn es eng ist? Hier wird sich hoffentlich die neue Qualität der Mannschaft zeigen. Es gibt momentan keinen designierten "Go-to-guy". Meiner Meinung nach, steht übrigens Marco Pesic im Startloch, um Wendell's Heldentaten in der "crunchtime" vergessen zu machen. Obwohl vergessen wollen und werden wir diese wohl nie. Für Marco ein nicht leichtes Unterfangen aber auch eine Chance für ALBA. Gegen Zalgiris Kaunas funktionierte es am vergangenen Sonntag schon recht gut.
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