Gastschreiber
Science City Jena
Brose vom Schlusslicht zerbröselt
Lomax am 08.01.2008 um 11:11
Mit einem massiven Vorschlag-Hammer zerbröckelte Science City am Sonntag Abend den zuletzt immer löchriger werdenden Bauermann-Beton und blamierte den fränkischen Basketball-Stolz völlig überraschend mit 71:63 (36:41). Was sich aus Bamberger Sicht zunächst wie ein schlechter Treppenwitz anhört, fand um 19:58 Uhr sein sensationelles Ende. Die Stadt der Wissenschaft 2008 überrumpelte einen meist arrogant auftretenden „Giganten der Liga“ und schließt einen Kreis, der am 6. Januar 2002 seinen Anfang nahm. Auch damals war es ein Sonntag, ein recht schwarzer zugegebenermaßen, an dem der TSV Tröster Breitengüßbach (Pro B-Kooperationspartner der Brose Baskets) während einer deftigen 40-Punkteklatsche in Jenas erster Zweiligasaison mit den Thüringern das Parkett wischte. Steffen Hamann, Ivan Pavic, Volkmar Zapf, Chris McNaughton oder Boniface Ndong dürften sich kaum noch an ihren 101:61-Sieg erinnern. Die Rückblende ist jedoch bewusst gewählt, denn ab sofort ist der fränkische Dreikönigstag auch an der Saale wieder ein ganz spezieller.
Ob es nun tatsächlich als „größter Erfolg der Jenaer Vereinsgeschichte“ (Zitat: Fränkischer Tag) eingeordnet werden kann, darf stark bezweifelt werden. Schliesslich bringt auch dieser Sieg nur zwei Punkte, muss lediglich ein erster Schritt in die richtige Richtung sein und kann als Anfang des dringend benötigten neuen Jenaer „Wir-Gefühls“ dienen. Es werden andere Mannschaften sein, denen die Thüringer auf Augenhöhe begegnen müssen, die es zu schlagen gilt, um in der Liga zu bleiben. Der Sieg gegen Bamberg, so schön er auch sein mag, kann nicht mehr als eine Momentaufnahme einer bisher recht ernüchternden Saison darstellen.
Gelenkt vom überraschend starken Jenaer Backcourt-Neuling Lavelle Felton, angeführt vom endlich mannschaftsdienlich agierenden Mark Davis und auch von den anderen Leistungsträgern und Rollenspielern perfekt getragen, stürzte der BBL-Nobody einen, zu großen Teilen der Partie überheblich spielenden Meister, der bis zur 35.Minute offensichtlich nicht realisiert hatte, dass auch in Jena die Basketball-Hosen nicht mit der Kneifzange angezogen werden. Während Pedrag Suput bei Mark Davis gut aufgehoben war, Steffen Hamann noch deutlich mit den Folgen einer Grippe zu kämpfen hatte, lieferten lediglich Bambergs Urgestein Chris Ensminger und der für einen Small Forward zu groß geratene Darren Fenn gute Leistungen ab.
Der fränkische Neu-Jamaikaner Kimani Ffriend hingegen hatte nicht nur an der Freiwurflinie mit dem Sascha Hupmann-Syndrom zu kämpfen, sondern ist definitiv auch kein Freund von Würfen außerhalb der Zone. Zudem opferte sich Demond Greene zunehmend in der Verteidigung gegen Brendan Plavich und Ali Seggelke und limitierte damit die Offensiv-Optionen seines Teams ausschließlich auf den Brose-Frontcourt. Robert Garrett hingegen fand faktisch gar nicht statt, Mark Dickel sah selbst gegen Jenas Youngster Ermen Reyes-Napoles häufig nur die Hacken und weshalb Ivan Pavic mit einer Sekunde Spielzeit gescoutet wurde, weiß der Geier.
Nachdem Bamberg durch Darren „clutch“ Fenn in Führung ging ging, erwiderte der Gastgeber das Feuer. Jena zeigte sich entgegen der letzten Duelle von Beginn an hellwach, leistete sich kaum Nachlässigkeiten und hielt sowohl offensiv als auch in der Verteidigung erstaunlich stabil dagegen. Der neben Felton zweite Jenaer Neuzugang, Jason Miller, stemmte sich mit jedem Gramm seiner 108 Kilo in der Defense gegen die aufprallende Nummer 4 und 10 der Brose Baskets. Die Thüringer boten dem Meister die Stirn und ließen sich auch durch zahlreiche Foulpfiffe nicht aus der Ruhe bringen. Neun Führungswechsel im ersten Viertel dienen als Beleg eines Spiels zweier Kontrahenten auf Augenhöhe. Für das lautstark umjubelte Ende der ersten zehn Minuten sorgte Sean McCaw mit einem Buzzer-Tip-In nach vergebenen Seggelke-Dreier. Zu diesem Zeitpunkt dachte noch keiner der Anwesenden an das eigentlich Unmögliche, jedoch testete der Jenenser Fan-Mob kurzzeitig die Dezibel-Grenze des heimischen Zeltes. 1. Viertel - 21:19
Das zweite Viertel lebte von der zunehmenden Intensität der Verteidigung unter den Körben. Fouls und Pseudo-Fouls produzierten jede Menge Freiwürfe und 3-Punktspiele. Mit stolze 27 Versuchen wanderten die Protagonisten beider Teams von Zone zu Zone, meist nur unterbrochen durch ansatzlose Dreier, Mitteldistanzwürfe, Fouls oder Timeouts. Als auf der Höhe der Mittellinie das Duo Felton-McCaw den Ball verlor, Hamann seinen Trailer Fenn erwischte und dieser mit Foul zum 28:33 abschloss, schien das Spiel den von vielen erwarteten Verlauf zu nehmen. Bis zum 30:38 (18.) durch Ensminger versäumten es jedoch die Franken, den Vorsprung auszubauen. Bereits erwähnte Freiwurfschwäche von Ffriend (2/7 gesamt) verhinderten jedoch eine höhere Gäste-Führung. Miller, Seggelke und Davis mit Tip-In bei 0,5 Sekunden vor der Halbzeitsirene drückten Bambergs Vorsprung auf ein erträgliches Maß. 2. Viertel – 36:41
Im dritten Viertel spielte sich ein Akteur ins Rampenlicht, den in dieser Verfassung mit Sicherheit keiner auf dem Zettel gehabt haben dürfte. X-Faktor Sean McCaw war es, der mit einem Dreier aus der Ecke (41:45) die Jenaer Fanseele zum brodeln brachte. Kapitän Seggelke legte mit zwei Freiwürfen nach und somit war Science City wieder zurück im Spiel. Als die Uhr in die 25. Minute hinein tickte, lies McCaw den zweiten Ball außerhalb des Perimeters los. Auch dieser fand sein Ziel und so war die Partie urplötzlich wieder ausgeglichen (46:46). Gäste-Coach Bauermann reagiert mit einer Auszeit, nachdem sich Suput und Davis unter dem Jenaer Korb aufeinanderliegend ein wahrhaft zärtliches Duell geliefert hatten. Der Serbe kassierte ein unsportliches Foul und das Punktekonto von Davis zwei weitere Zähler durch die fälligen Freiwürfe. Nachdem es Science City in der 27. Minute gelungen war, die Bamberger Offense über die 24 Sekunden der Shotclock zu drücken, folgte ein offensives Lebenszeichen von Demond Greene, der auf 48:48 ausglich. Im Gegenangriff stakste der mit Zahnstocher-Beinen ausgestattete Deutsch-Österreicher McCaw durch die Zone der Brösels und legte den Ball zum 50:48 in den Korb. Einem Jumper von Felton folgte der Versuch eines Gäste-Konters, welcher jedoch mit einen Greene-Airball kräftig in die Hose ging. So ergab sich an der Mittellinie mit 2 Sekunden Restspielzeit die Möglichkeit auf einen Score durch Jenas Lucky Luke, Brendan Plavich, der aus gut 10 Metern abdrückte und dabei sein Ziel mit einem In & Out verfehlte. 3. Viertel 52:48
Nachdem Bambergs Kraftpaket mit der 7 aus der Distanz auf 52:51 verkürzte, schickte Seggelke auf der Gegenseite 3 Zähler hinterher. Der alte Abstand war hergestellt, jedoch zeichnete sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen bis zur Schlusssirene ab. Während das Nervositätslevel der Akteure von Minute zu Minute zunahm, avanciert die Schlussphase auch bei den Fans beider Mannschaften zum ultimativen Härtetest für Herzkaspergeplagte.
Noch 100 Sekunden bis zur Glückseeligkeit, Jena führt mit 64:59 und Bamberg ordnet Gedanken und Nerven in einer Auszeit. Ein gezwungener Jenaer Wurf verfehlt das Ziel, Brose hat den Rebound und Dickel den Ball. Kurz hinter der Mittellinie passiert das vermeintliche Unglück als Ali Seggelke den Fastbreak stoppen will und die Unparteischen korrekterweise auf unsportliches Foul erkennen. Dickel trifft beide Freiwürfe und Bamberg hat den Ball – nach Basits Freiwurf beim 64:57 bereits schon im Basketball-Himmel wähnend, wartet nun bei 64:61 die Hölle in Folge eines Dreiers und möglichen Ausgleichs - doch Greene verwirft, verschießt, versemmelt und ausgerechnet Jenas Kapitän sichert seiner Mannschaft den Ball. Noch 43,4 Sekunden bis zur Sensation, seelenruhig schlurft Seggelke zur Linie, wirft, trifft und erhöht auf 66:61 – Auszeit Jena. Auch Greenes nächster Distanzwurf misslingt, der Rebound landet wiederum in Jenaer Händen, dieses Mal bei Davis, die Freiwürfe sitzen bombensicher – 68:61 – noch 34,2 Sekunden. Den letzten Dreier der Partie nimmt Suput, doch auch der Serbe hat kein Glück, verwirft. Das selbe Spiel des Kapitäns, Rebound, schnelles Foul – Seggelke schreitet zur Tat und trifft zumindest seinen zweiten Freiwurf – 69:61 – noch 18 Sekunden. Die „Halle“ bebt, Fotografen postieren sich bereist an den Banden, keiner will den „Shot“ des Abends verpassen, nachdem der große Underdog den amtierenden Meister zu Fall bringt. So gesehen haben Hamanns Korb und McCaws Dunk zum 71:63 lediglich statistischen Charakter. Über Sinn und Unsinn des direkten Vergleichs braucht man an dieser Stelle sowieso nicht zu diskutieren ....
Dirk Bauermann analysiert in der anschließenden Pressekonferenz sachlich nüchtern, dass „Bamberg es versäumt hat, in den wichtigen Phasen dass Spiel zu bestimmen, in den entscheidenden Situationen nicht in der Lage war, die Kontrolle zu übernehmen. Beschönigungen durch verletzungsbedingte Ausfälle eines Okulaja oder Ohlbrecht verbieten sich bei unserem tiefen Kader von selbst. Glückwunsch an Jena, die für den Sieg mehr investiert haben, mehr investieren wollten und konnten.“
Björn Harmsen sah man zunächst die Freude ebenfalls nicht an. Auch er machte einen gefassten Eindruck und konstatierte: „Das gesamte Team war heiß auf Bamberg. Über die Feiertage und den Jahreswechsel haben wir enorm hart dafür geschuftet, mussten auch mental wieder einen klaren Kopf bekommen und dieser große Sieg gegen den Meister ist nun der Lohn für die harte Arbeit.“
Lomax
Fotos: Christian Waitschies - www.getmorephoto.com
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Ob es nun tatsächlich als „größter Erfolg der Jenaer Vereinsgeschichte“ (Zitat: Fränkischer Tag) eingeordnet werden kann, darf stark bezweifelt werden. Schliesslich bringt auch dieser Sieg nur zwei Punkte, muss lediglich ein erster Schritt in die richtige Richtung sein und kann als Anfang des dringend benötigten neuen Jenaer „Wir-Gefühls“ dienen. Es werden andere Mannschaften sein, denen die Thüringer auf Augenhöhe begegnen müssen, die es zu schlagen gilt, um in der Liga zu bleiben. Der Sieg gegen Bamberg, so schön er auch sein mag, kann nicht mehr als eine Momentaufnahme einer bisher recht ernüchternden Saison darstellen.
Gelenkt vom überraschend starken Jenaer Backcourt-Neuling Lavelle Felton, angeführt vom endlich mannschaftsdienlich agierenden Mark Davis und auch von den anderen Leistungsträgern und Rollenspielern perfekt getragen, stürzte der BBL-Nobody einen, zu großen Teilen der Partie überheblich spielenden Meister, der bis zur 35.Minute offensichtlich nicht realisiert hatte, dass auch in Jena die Basketball-Hosen nicht mit der Kneifzange angezogen werden. Während Pedrag Suput bei Mark Davis gut aufgehoben war, Steffen Hamann noch deutlich mit den Folgen einer Grippe zu kämpfen hatte, lieferten lediglich Bambergs Urgestein Chris Ensminger und der für einen Small Forward zu groß geratene Darren Fenn gute Leistungen ab. Der fränkische Neu-Jamaikaner Kimani Ffriend hingegen hatte nicht nur an der Freiwurflinie mit dem Sascha Hupmann-Syndrom zu kämpfen, sondern ist definitiv auch kein Freund von Würfen außerhalb der Zone. Zudem opferte sich Demond Greene zunehmend in der Verteidigung gegen Brendan Plavich und Ali Seggelke und limitierte damit die Offensiv-Optionen seines Teams ausschließlich auf den Brose-Frontcourt. Robert Garrett hingegen fand faktisch gar nicht statt, Mark Dickel sah selbst gegen Jenas Youngster Ermen Reyes-Napoles häufig nur die Hacken und weshalb Ivan Pavic mit einer Sekunde Spielzeit gescoutet wurde, weiß der Geier.
Nachdem Bamberg durch Darren „clutch“ Fenn in Führung ging ging, erwiderte der Gastgeber das Feuer. Jena zeigte sich entgegen der letzten Duelle von Beginn an hellwach, leistete sich kaum Nachlässigkeiten und hielt sowohl offensiv als auch in der Verteidigung erstaunlich stabil dagegen. Der neben Felton zweite Jenaer Neuzugang, Jason Miller, stemmte sich mit jedem Gramm seiner 108 Kilo in der Defense gegen die aufprallende Nummer 4 und 10 der Brose Baskets. Die Thüringer boten dem Meister die Stirn und ließen sich auch durch zahlreiche Foulpfiffe nicht aus der Ruhe bringen. Neun Führungswechsel im ersten Viertel dienen als Beleg eines Spiels zweier Kontrahenten auf Augenhöhe. Für das lautstark umjubelte Ende der ersten zehn Minuten sorgte Sean McCaw mit einem Buzzer-Tip-In nach vergebenen Seggelke-Dreier. Zu diesem Zeitpunkt dachte noch keiner der Anwesenden an das eigentlich Unmögliche, jedoch testete der Jenenser Fan-Mob kurzzeitig die Dezibel-Grenze des heimischen Zeltes. 1. Viertel - 21:19Das zweite Viertel lebte von der zunehmenden Intensität der Verteidigung unter den Körben. Fouls und Pseudo-Fouls produzierten jede Menge Freiwürfe und 3-Punktspiele. Mit stolze 27 Versuchen wanderten die Protagonisten beider Teams von Zone zu Zone, meist nur unterbrochen durch ansatzlose Dreier, Mitteldistanzwürfe, Fouls oder Timeouts. Als auf der Höhe der Mittellinie das Duo Felton-McCaw den Ball verlor, Hamann seinen Trailer Fenn erwischte und dieser mit Foul zum 28:33 abschloss, schien das Spiel den von vielen erwarteten Verlauf zu nehmen. Bis zum 30:38 (18.) durch Ensminger versäumten es jedoch die Franken, den Vorsprung auszubauen. Bereits erwähnte Freiwurfschwäche von Ffriend (2/7 gesamt) verhinderten jedoch eine höhere Gäste-Führung. Miller, Seggelke und Davis mit Tip-In bei 0,5 Sekunden vor der Halbzeitsirene drückten Bambergs Vorsprung auf ein erträgliches Maß. 2. Viertel – 36:41
Im dritten Viertel spielte sich ein Akteur ins Rampenlicht, den in dieser Verfassung mit Sicherheit keiner auf dem Zettel gehabt haben dürfte. X-Faktor Sean McCaw war es, der mit einem Dreier aus der Ecke (41:45) die Jenaer Fanseele zum brodeln brachte. Kapitän Seggelke legte mit zwei Freiwürfen nach und somit war Science City wieder zurück im Spiel. Als die Uhr in die 25. Minute hinein tickte, lies McCaw den zweiten Ball außerhalb des Perimeters los. Auch dieser fand sein Ziel und so war die Partie urplötzlich wieder ausgeglichen (46:46). Gäste-Coach Bauermann reagiert mit einer Auszeit, nachdem sich Suput und Davis unter dem Jenaer Korb aufeinanderliegend ein wahrhaft zärtliches Duell geliefert hatten. Der Serbe kassierte ein unsportliches Foul und das Punktekonto von Davis zwei weitere Zähler durch die fälligen Freiwürfe. Nachdem es Science City in der 27. Minute gelungen war, die Bamberger Offense über die 24 Sekunden der Shotclock zu drücken, folgte ein offensives Lebenszeichen von Demond Greene, der auf 48:48 ausglich. Im Gegenangriff stakste der mit Zahnstocher-Beinen ausgestattete Deutsch-Österreicher McCaw durch die Zone der Brösels und legte den Ball zum 50:48 in den Korb. Einem Jumper von Felton folgte der Versuch eines Gäste-Konters, welcher jedoch mit einen Greene-Airball kräftig in die Hose ging. So ergab sich an der Mittellinie mit 2 Sekunden Restspielzeit die Möglichkeit auf einen Score durch Jenas Lucky Luke, Brendan Plavich, der aus gut 10 Metern abdrückte und dabei sein Ziel mit einem In & Out verfehlte. 3. Viertel 52:48
Nachdem Bambergs Kraftpaket mit der 7 aus der Distanz auf 52:51 verkürzte, schickte Seggelke auf der Gegenseite 3 Zähler hinterher. Der alte Abstand war hergestellt, jedoch zeichnete sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen bis zur Schlusssirene ab. Während das Nervositätslevel der Akteure von Minute zu Minute zunahm, avanciert die Schlussphase auch bei den Fans beider Mannschaften zum ultimativen Härtetest für Herzkaspergeplagte. Noch 100 Sekunden bis zur Glückseeligkeit, Jena führt mit 64:59 und Bamberg ordnet Gedanken und Nerven in einer Auszeit. Ein gezwungener Jenaer Wurf verfehlt das Ziel, Brose hat den Rebound und Dickel den Ball. Kurz hinter der Mittellinie passiert das vermeintliche Unglück als Ali Seggelke den Fastbreak stoppen will und die Unparteischen korrekterweise auf unsportliches Foul erkennen. Dickel trifft beide Freiwürfe und Bamberg hat den Ball – nach Basits Freiwurf beim 64:57 bereits schon im Basketball-Himmel wähnend, wartet nun bei 64:61 die Hölle in Folge eines Dreiers und möglichen Ausgleichs - doch Greene verwirft, verschießt, versemmelt und ausgerechnet Jenas Kapitän sichert seiner Mannschaft den Ball. Noch 43,4 Sekunden bis zur Sensation, seelenruhig schlurft Seggelke zur Linie, wirft, trifft und erhöht auf 66:61 – Auszeit Jena. Auch Greenes nächster Distanzwurf misslingt, der Rebound landet wiederum in Jenaer Händen, dieses Mal bei Davis, die Freiwürfe sitzen bombensicher – 68:61 – noch 34,2 Sekunden. Den letzten Dreier der Partie nimmt Suput, doch auch der Serbe hat kein Glück, verwirft. Das selbe Spiel des Kapitäns, Rebound, schnelles Foul – Seggelke schreitet zur Tat und trifft zumindest seinen zweiten Freiwurf – 69:61 – noch 18 Sekunden. Die „Halle“ bebt, Fotografen postieren sich bereist an den Banden, keiner will den „Shot“ des Abends verpassen, nachdem der große Underdog den amtierenden Meister zu Fall bringt. So gesehen haben Hamanns Korb und McCaws Dunk zum 71:63 lediglich statistischen Charakter. Über Sinn und Unsinn des direkten Vergleichs braucht man an dieser Stelle sowieso nicht zu diskutieren ....
Dirk Bauermann analysiert in der anschließenden Pressekonferenz sachlich nüchtern, dass „Bamberg es versäumt hat, in den wichtigen Phasen dass Spiel zu bestimmen, in den entscheidenden Situationen nicht in der Lage war, die Kontrolle zu übernehmen. Beschönigungen durch verletzungsbedingte Ausfälle eines Okulaja oder Ohlbrecht verbieten sich bei unserem tiefen Kader von selbst. Glückwunsch an Jena, die für den Sieg mehr investiert haben, mehr investieren wollten und konnten.“
Björn Harmsen sah man zunächst die Freude ebenfalls nicht an. Auch er machte einen gefassten Eindruck und konstatierte: „Das gesamte Team war heiß auf Bamberg. Über die Feiertage und den Jahreswechsel haben wir enorm hart dafür geschuftet, mussten auch mental wieder einen klaren Kopf bekommen und dieser große Sieg gegen den Meister ist nun der Lohn für die harte Arbeit.“
Lomax
Fotos: Christian Waitschies - www.getmorephoto.com
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82 Mitglieder
279 Gäste online
Offiziell
BBL
| # | T | P | Diff |
|---|---|---|---|
| 1 | BAM | 38:4 | 399 |
| 2 | ULM | 34:8 | 119 |
| 3 | QUA | 30:10 | 187 |
| 4 | BER | 30:12 | 217 |
| 5 | WÜR | 24:16 | 119 |
| 6 | BHV | 22:18 | -35 |
| 7 | FCB | 22:20 | 85 |
| 8 | BRA | 22:20 | -17 |
| 9 | OLD | 20:18 | 13 |
| 10 | BON | 18:22 | -26 |
| 11 | FRA | 18:24 | -105 |
| 12 | TÜB | 18:24 | -32 |
| 13 | BAY | 16:24 | -120 |
| 14 | HAG | 14:26 | -189 |
| 15 | GIE | 14:28 | -173 |
| 16 | TRI | 14:28 | -107 |
| 17 | LUD | 12:30 | -56 |
| 18 | GÖT | 4:38 | -279 |
ProA
| # | T | P | W/L |
|---|---|---|---|
| 1 | MBC | 32 | 16/3 |
| 2 | KIR | 30 | 15/5 |
| 3 | CHE | 26 | 13/8 |
| 4 | CRA | 26 | 13/8 |
| 5 | PAD | 22 | 11/8 |
| 6 | DÜS | 20 | 10/10 |
| 7 | JEN | 20 | 10/11 |
| 8 | HEI | 18 | 9/10 |
| 9 | NÜR | 18 | 9/11 |
| 10 | EHI | 18 | 9/11 |
| 11 | KAR | 18 | 9/12 |
| 12 | ETB | 16 | 8/11 |
| 13 | CUX | 16 | 8/11 |
| 14 | SAA | 12 | 6/15 |
| 15 | LEI | 8 | 4/16 |
ProB
Nord
| # | T | P | W/L |
|---|---|---|---|
| 1 | HAN | 34 | 17/5 |
| 2 | BRA | 28 | 14/6 |
| 3 | HER | 28 | 14/7 |
| 4 | VEC | 28 | 14/7 |
| 5 | SCH | 26 | 13/8 |
| 6 | DOR | 24 | 12/9 |
| 7 | RSV | 22 | 11/11 |
| 8 | WUL | 20 | 10/12 |
| 9 | WOL | 18 | 9/12 |
| 10 | WED | 18 | 9/13 |
| 11 | LEV | 16 | 8/13 |
| 12 | ALB | 12 | 6/15 |
| 13 | BRN | 2 | 1/20 |
Süd
| # | T | P | W/L |
|---|---|---|---|
| 1 | GOT | 29 | 15/5 |
| 2 | LEI | 28 | 14/6 |
| 3 | NÖR | 26 | 13/7 |
| 4 | BSW | 26 | 13/7 |
| 5 | RHÖ | 24 | 12/8 |
| 6 | HAN | 24 | 12/8 |
| 7 | LAN | 22 | 11/9 |
| 8 | LIC | 20 | 10/10 |
| 9 | GÜS | 18 | 9/11 |
| 10 | FRA | 12 | 6/14 |
| 11 | WEI | 6 | 3/17 |
| 12 | GIE | 4 | 2/18 |
Alternativ
BBL
| # | T | P | W/L |
|---|---|---|---|
| 1 | BAM | 38 | 19/2 |
| 2 | ULM | 34 | 17/4 |
| 3 | QUA | 30 | 15/5 |
| 4 | BER | 30 | 15/6 |
| 5 | WÜR | 24 | 12/8 |
| 6 | BHV | 22 | 11/9 |
| 7 | FCB | 22 | 11/10 |
| 8 | BRA | 22 | 11/10 |
| 9 | OLD | 20 | 10/9 |
| 10 | BON | 18 | 9/11 |
| 11 | FRA | 18 | 9/12 |
| 12 | TÜB | 18 | 9/12 |
| 13 | BAY | 16 | 8/12 |
| 14 | HAG | 14 | 7/13 |
| 15 | GIE | 14 | 7/14 |
| 16 | TRI | 14 | 7/14 |
| 17 | LUD | 12 | 6/15 |
| 18 | GÖT | 4 | 2/19 |
ProA
| # | T | P | Diff |
|---|---|---|---|
| 1 | MBC | 32:6 | 168 |
| 2 | KIR | 30:10 | 154 |
| 3 | CHE | 26:16 | 43 |
| 4 | CRA | 26:16 | 55 |
| 5 | PAD | 22:16 | 42 |
| 6 | DÜS | 20:20 | 45 |
| 7 | JEN | 20:22 | 5 |
| 8 | HEI | 18:20 | 57 |
| 9 | NÜR | 18:22 | -24 |
| 10 | EHI | 18:22 | -26 |
| 11 | KAR | 18:24 | -61 |
| 12 | ETB | 16:22 | -11 |
| 13 | CUX | 16:22 | -69 |
| 14 | SAA | 12:30 | -122 |
| 15 | LEI | 8:32 | -256 |
ProB
Nord
| # | T | P | Diff |
|---|---|---|---|
| 1 | HAN | 34:10 | 236 |
| 2 | BRA | 28:12 | 155 |
| 3 | HER | 28:14 | 70 |
| 4 | VEC | 28:14 | 97 |
| 5 | SCH | 26:16 | 128 |
| 6 | DOR | 24:18 | 48 |
| 7 | RSV | 22:22 | -39 |
| 8 | WUL | 20:24 | -54 |
| 9 | WOL | 18:24 | -23 |
| 10 | WED | 18:26 | -17 |
| 11 | LEV | 16:26 | -123 |
| 12 | ALB | 12:30 | -212 |
| 13 | BRN | 2:40 | -266 |
Süd
| # | T | P | Diff |
|---|---|---|---|
| 1 | GOT | 30:10 | 178 |
| 2 | LEI | 28:12 | 122 |
| 3 | NÖR | 26:14 | 90 |
| 4 | BSW | 26:14 | 54 |
| 5 | RHÖ | 24:16 | 116 |
| 6 | HAN | 24:16 | 41 |
| 7 | LAN | 22:18 | 35 |
| 8 | LIC | 20:20 | 5 |
| 9 | GÜS | 18:22 | -94 |
| 10 | FRA | 12:28 | -106 |
| 11 | WEI | 6:34 | -146 |
| 12 | GIE | 4:36 | -295 |
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