ProB

Karim Aw: Ich spiele so lange, bis es zwickt

Lomax am 07.12.2007 um 14:01

Nach dem Sieg im Spitzenspiel gegen den USC Freiburg steht für die Merlins (4. / 16:6 Punkte) am Samstag (20 Uhr, Sportarena) eine weitere Hausaufgabe an. Als Gast stellt sich Aufsteiger hapa Ansbach (12. / 8:14) im ersten fränkisch-hohenlohischen Derby der Pro B vor.

Karim Aw (sprich: Au) vereinigt gleich mehrere Superlative auf sich: Mit 42 Jahren ist er der älteste Spieler im Aufgebot der proveo Merlins. Und auch seine Körpergröße von 2,04 Meter wird von keinem der Kollegen getoppt. Zudem kann ihm - oftmals Turm in der Schlacht - als Rebounder keiner das Wasser reichen, und damit erfüllt er eine ganz wichtige Funktion im Kader der Crailsheimer Pro-B-Basketballer.

"Ich spiele, so lange es noch nicht zwickt und es mir Spaß macht, habe ich zu meiner Frau gesagt", erzählt der "Wahl-Nürnberger", der eine vier Jahre alte Tochter und einen sechs Monate alten Sohn hat. Dafür, dass es derzeit noch nicht so häufig zwickt, tut Karim Aw einiges. "Dreimal in der Woche mache ich Krafttraining, bevorzugt auf Koordination und Ausdauer. Dazu trainiere ich drei Einheiten mit der Mannschaft", eine weniger als die jüngeren Kollegen, führt er weiter aus. Geboren ist der sympathische "lange Lulatsch" in Paris, im Alter von sechs Monaten dann mit seinen Eltern in den Senegal ausgewandert. "Ich bin eigentlich gelernter Fußballer, habe im Senegal als Torwart gespielt", berichtet Karim Aw von seinen sportlichen Wurzeln. "Später, zwischen meinem 16. und 19. Lebensjahr bin ich dann extrem gewachsen, elf Zentimeter pro Jahr. Die Ärzte haben mir damals eine Größe von 2,10 Metern vorausgesagt", gibt Aw, der fließend deutsch, mit leichtem französischen Akzent spricht, Einblick in seine Vergangenheit. "Daraufhin habe ich erst mit dem Basketball begonnen, aber nie richtig gelernt, zu dribbeln oder so", erzählt er lachend von seinen Anfängen im Spiel mit dem großen orangefarbenen Ball. 21 Jahre war er damals alt und machte beim MTSV Schwabing in der Münchner Kreisklasse erste basketballerische Gehversuche. "Damals hätte ich nie gedacht, dass ich einmal professionell spielen würde", bekennt der Crailsheimer-Center unumwunden. Über Regionalliga (Dachau) und zweite Liga (Oberelchingen), kam er nach Ludwigsburg (1. Liga) und schließlich nach Nürnberg, wo er acht Jahre, vornehmlich in der zweiten, am Ende aber auch in der ersten Liga gespielt hat.

Der Basketball-Autodidakt und Quereinsteiger hat Abi gemacht, ist von Beruf gelernter Werbekaufmann und hat ein Diplom in Kommunikationsmanagement vorzuweisen.

Im Team der Merlins fühlt sich Karim Aw pudelwohl: "Wir passen gut zusammen. Ich denke sogar, dass man aus der Mannschaft noch mehr herausholen kann. In Essen hatten wir vor 14 Tagen, so wie wir gespielt haben, keine Chance. Und die Niederlagen in Lichterfelde und Stahnsdorf tun uns natürlich weh. Abgerechnet wird aber erst am Saisonende!" Das Crailsheimer Publikum findet er super: "Man spürt die Leidenschaft und das macht riesig Spaß. Einige knappe Spiele, die wir daheim mit dem Publikum im Rücken gewonnen haben, hätten wir auswärts vielleicht nicht für uns entscheiden können! Ein Vorteil ist sicherlich auch die Halle. Ich bin glücklich, endlich auch auf Parkettboden trainieren zu können. In Nürnberg hatten wir einen ganz harten Bodenbelag. . ."

Reisen, Lesen (gerne über afrikanische Kultur und Geschichte, auch Astronomie, das Universum) und Kochen sind Karim Aws ausgeprägteste Hobbys und "zurzeit spielt sich meine Freizeit vornehmlich mit meinem kleinen Sohn ab", lässt er wissen.

Gegen die Mittelfranken aus Ansbach, das ist für den in der Frankenmetropole Nürnberg lebenden Aw am Samstag (fast) ein Spiel, wie jedes andere. "Ein Derby, die haben meist einen anderen Charakter, aber wir wollen einfach gewinnen!"

Nach drei Jahren in der Drittklassigkeit der Regionalliga sind die Korbjäger von hapa Ansbach in die Pro B aufgestiegen. Mit 6:14 Punkten - zuletzt gab es einen knappen Heimsieg im fränkischen Duell gegen Breitengüßbach - halten sich die Rückkehrer ganz passabel. Und dabei war der Aufstieg gar nicht geplant. "Wir hatten einfach einen guten Lauf", kommentierte der sportliche Leiter Otto Maurer rückblickend den Sprung in die Pro B. Dort ist natürlich "der Klassenerhalt" das erklärte Ziel. Mit dem altbekannten Dean Jenko auf der Trainerbank bauen die Mittelfranken besonders auf Kostyantin Hurmann, der als Center bislang mit 183 Punkten die meisten Zähler beisteuerte. Christian Imberi, Goran Petrovic und Michael Kaiser sind die nächst treffsicheren Spieler beim Aufsteiger, der sicherlich wieder einige Fans mitbringen und den Merlins ein weiteres Derby bescheren wird. Vor Weihnachten schließen sich dann noch zwei Partien gegen Spitzenmannschaften an. Zunächst geht es nach München und dann kommt Tabellenführer Kirchheim zum Weihnachtsspiel.

WEITER SPIELEN: Wolfenbüttel - Bielefeld, Freiburg - München, Iserlohn - Lichterfelde, Essen - Kirchheim (Samstag) sowie Braunschweig - Hertener Löwen, Stahnsdorf - Speyer

Text: KLAUS HELMSTETTER
Pressemitteilung: prveo MERLINS

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