Gastschreiber
Science City Jena
Science City fährt in Richtung Balkan
Lomax am 16.11.2007 um 13:04
Pavicevic, Nikolic, Pantic, Rasic, Subotic, Aleksic, Dojcin, Jeretin, Svraka – beim samstäglichen Gegner von Science City Jena stellt sich die Frage: Wird ALBA´s Mannschaftskasse mittlerweile in Dinar geführt oder bildet der deutsch-amerikanische Anteil des restlichen Kaders immer noch einen entsprechenden Gegenpol zum Euro? Real ALBA is back, die Zeiten eines mit US-Amerikanern überfrachteten Kaders scheinen der Vergangenheit anzugehören.
Während sich ein Großteil der neuen Albatross-Rotation wie die Darstellerliste eines Belgrader B-Movies liest, verblieben mit dem US-Amerikaner Julius Jenkins, dem deutschen Nationalspieler Johannes Herber, sowie den TuSLi-Doppellizenzlern Philip Zwiener, Nicolai Simon, Yannick Evans und Oskar Faßler ganze 6 Akteure des Vorjahres, von denen lediglich drei Spieler zur erweiterten Rotation gezählt werden konnten. Nachdem sich Johannes Herber Mitte Oktober einen Kreuzbandriss zuzog, neben Goran Jeretin (ebenfalls KBR) bereits der zweite schwerwiegende Ausfall der letzten Monate, minimierten sich die Optionen im Aufbauspiel der Hauptstädter auf nur noch 3 Gesichter.
Seit Wochen vom Ex-Titan aus Fullerton, Bobby Brown, glänzend angeführt und durch den eigentlichen Shooting Guard Julius Jenkins nur sehr sporadisch Entlastung findend, blieben längere Auftritte des Talents Nico Simon bislang so selten wie 3er von Kapitän Femerling. Hinsichtlich des vorsaisonalen Jeretin-KO´s, des herben Herber-Schlags und dem finalen Go eines zu schwerfälligen Bulldozers Bradley fanden die Hauptstädter nun zunächst auf klein adäquaten Ersatz.
Nicht zuletzt aufgrund der guten Beziehungen zwischen Berlins ehemaligem Meistermacher Svetislav Pesic (Dynamo Moskau), seinem Ex-Club und ALBA-Trainer Luka „Mr.10.000 Volt“ Pavicevic, gelang es mit Aleksandar „Sascha“ Rasic (FMP Zeleznik Belgrad, Efes Pilsen Istanbul, Dynamo Moskau) ein europäisches Top-Talent nach Mittelerde zu lotsen. Während die Ecken des preußischen Personal-Puzzles nun komplett besetzt sind, fehlt laut interner Informationen nur noch ein zentraler Brocken. Hinsichtlich des Testspiels in Leipzig (50:59) abweichend, präsentiert der Tabellendritte mit dem im Oktober noch fehlenden Patrick Femerling und dem aus Braunschweig nachverpflichteten Vujadin Subotic eine leicht geänderte Formation, die dennoch ausreichend Qualität stellt, um Science City in die Rolle des krassen Underdogs zu drücken.
Seitdem Pavicevics eigentlicher Squad-Leader Dragan Dojcin (Pferdekuss in Leverkusen) fehlt, springen zwar regelmäßig andere Akteure in den Rolle des Anführers, jedoch offenbarten sich zuletzt recht häufig große Lücken in der Defense, die vor allem außerhalb der Schmeling-Halle durch Leverkusen (67:83) und Ulm (90:92) schamlos ausgenutzt wurden. Ob und wann „be like Mamic“ Dojcin das gelbe Dress wieder überstreifen kann ist noch ungewiss. Gewiss hingegen ist, dass den Berlinern ohne ihren serbischen Warrior mit der 8 ein Spieler mit genau der Mentalität fehlt, die zuletzt ein Matej Mamic aufs Parkett brachte.
Ob die Verteidigung gegen den Aufsteiger aus Jena jedoch überhaupt eine Rolle spielen wird, bestimmen nicht zuletzt die herausragenden Offensiv-Optionen des Tick, Trick und Track-Trios auf 1, 2 und 3. Ganz im Stile von Onkel Dagoberts Neffen zeigen Point Guard Bobby Brown, Shooting Guard Julius Jenkins und Small Forward Dijon Thompson ihren Kontrahenten recht häufig die lange Nase wenn es um Scoring oder Steals geht. Die drei US-Amerikaner kommen zusammen im Schnitt auf 48 Punkte pro Partie und liefern damit den Bärenanteil von ALBAs durchschnittlich 83 Zählern.
Dieser Gefahr ist sich auch Jenas Coach Björn Harmsen bewusst, der sich anlässlich der gestrigen Pressekonferenz wie folgt äußerte: „ALBA ist ein großer Name, wahrscheinlich der größte in Basketball-Deutschland. Wir machen allerdings keine Stadtrundfahrt, sondern treten in einem Bundesligaspiel an. Natürlich freuen wir uns, nach Berlin reisen zu können und in der Schmeling-Halle spielen zu dürfen. Auch wenn der Gegner übermächtig erscheint, sind wir in der Liga angetreten, jede Partie gewinnen zu wollen. Das schließt natürlich das Duell an der Spree nicht aus. Das Team ist heiß auf die Partie. Wenn wir es schaffen, die individuellen Stärken der Albatrosse zu stoppen und schnell unseren Rhythmus finden, kann alles passieren“.
Der ebenfalls zum Gespräch anwesende Oldie Sean McCaw, zuletzt mit Oldenburg im Oktober 2002 in Berlin zu Gast, erinnerte sich an seinen letzten Auftritt und die damaligen Gegenspieler Henrik Rödl und Nino Garris. McCaw sieht der Partie mit der nötigen Gelassenheit entgegen. „Es ist zwar immer schön in Berlin zu spielen, allerdings eben auch ein Duell wie jedes andere“.
Während Science City im Rahmen der beiden Nachverpflichtungen von Brendan Plavich und Mark Davis - die Stärken der Spieler betreffend - im eigenen System leichte Änderungen vornahm, bleibt die Maxime der Mannschaft das Setplay mit seiner kontrollierten Offensive. Dies bestätigte Jenas Trainer mit den Worten „ich muss mich nach den Stärken der Spieler richten und diese dann so verteilen, dass wir erfolgreichen Basketball spielen. Mit Adrian Moss hatten wir einen sehr starken Inside-Player, Mark Davis ist hingegen ein anderer Spielertyp, dessen Talente wir nun anders nutzen werden“.
Egal welche Stärken am Samstag ab halb 7 nun wie und wo eingesetzt werden, der Underdog fährt zum „leichtesten“ Spiel des Jahres und kann nur gewinnen, ob nur Erfahrung oder gar das Spiel werden die 40 Minuten zeigen ...
Lomax
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Während sich ein Großteil der neuen Albatross-Rotation wie die Darstellerliste eines Belgrader B-Movies liest, verblieben mit dem US-Amerikaner Julius Jenkins, dem deutschen Nationalspieler Johannes Herber, sowie den TuSLi-Doppellizenzlern Philip Zwiener, Nicolai Simon, Yannick Evans und Oskar Faßler ganze 6 Akteure des Vorjahres, von denen lediglich drei Spieler zur erweiterten Rotation gezählt werden konnten. Nachdem sich Johannes Herber Mitte Oktober einen Kreuzbandriss zuzog, neben Goran Jeretin (ebenfalls KBR) bereits der zweite schwerwiegende Ausfall der letzten Monate, minimierten sich die Optionen im Aufbauspiel der Hauptstädter auf nur noch 3 Gesichter.
Seit Wochen vom Ex-Titan aus Fullerton, Bobby Brown, glänzend angeführt und durch den eigentlichen Shooting Guard Julius Jenkins nur sehr sporadisch Entlastung findend, blieben längere Auftritte des Talents Nico Simon bislang so selten wie 3er von Kapitän Femerling. Hinsichtlich des vorsaisonalen Jeretin-KO´s, des herben Herber-Schlags und dem finalen Go eines zu schwerfälligen Bulldozers Bradley fanden die Hauptstädter nun zunächst auf klein adäquaten Ersatz.
Nicht zuletzt aufgrund der guten Beziehungen zwischen Berlins ehemaligem Meistermacher Svetislav Pesic (Dynamo Moskau), seinem Ex-Club und ALBA-Trainer Luka „Mr.10.000 Volt“ Pavicevic, gelang es mit Aleksandar „Sascha“ Rasic (FMP Zeleznik Belgrad, Efes Pilsen Istanbul, Dynamo Moskau) ein europäisches Top-Talent nach Mittelerde zu lotsen. Während die Ecken des preußischen Personal-Puzzles nun komplett besetzt sind, fehlt laut interner Informationen nur noch ein zentraler Brocken. Hinsichtlich des Testspiels in Leipzig (50:59) abweichend, präsentiert der Tabellendritte mit dem im Oktober noch fehlenden Patrick Femerling und dem aus Braunschweig nachverpflichteten Vujadin Subotic eine leicht geänderte Formation, die dennoch ausreichend Qualität stellt, um Science City in die Rolle des krassen Underdogs zu drücken.
Seitdem Pavicevics eigentlicher Squad-Leader Dragan Dojcin (Pferdekuss in Leverkusen) fehlt, springen zwar regelmäßig andere Akteure in den Rolle des Anführers, jedoch offenbarten sich zuletzt recht häufig große Lücken in der Defense, die vor allem außerhalb der Schmeling-Halle durch Leverkusen (67:83) und Ulm (90:92) schamlos ausgenutzt wurden. Ob und wann „be like Mamic“ Dojcin das gelbe Dress wieder überstreifen kann ist noch ungewiss. Gewiss hingegen ist, dass den Berlinern ohne ihren serbischen Warrior mit der 8 ein Spieler mit genau der Mentalität fehlt, die zuletzt ein Matej Mamic aufs Parkett brachte.
Ob die Verteidigung gegen den Aufsteiger aus Jena jedoch überhaupt eine Rolle spielen wird, bestimmen nicht zuletzt die herausragenden Offensiv-Optionen des Tick, Trick und Track-Trios auf 1, 2 und 3. Ganz im Stile von Onkel Dagoberts Neffen zeigen Point Guard Bobby Brown, Shooting Guard Julius Jenkins und Small Forward Dijon Thompson ihren Kontrahenten recht häufig die lange Nase wenn es um Scoring oder Steals geht. Die drei US-Amerikaner kommen zusammen im Schnitt auf 48 Punkte pro Partie und liefern damit den Bärenanteil von ALBAs durchschnittlich 83 Zählern.
Dieser Gefahr ist sich auch Jenas Coach Björn Harmsen bewusst, der sich anlässlich der gestrigen Pressekonferenz wie folgt äußerte: „ALBA ist ein großer Name, wahrscheinlich der größte in Basketball-Deutschland. Wir machen allerdings keine Stadtrundfahrt, sondern treten in einem Bundesligaspiel an. Natürlich freuen wir uns, nach Berlin reisen zu können und in der Schmeling-Halle spielen zu dürfen. Auch wenn der Gegner übermächtig erscheint, sind wir in der Liga angetreten, jede Partie gewinnen zu wollen. Das schließt natürlich das Duell an der Spree nicht aus. Das Team ist heiß auf die Partie. Wenn wir es schaffen, die individuellen Stärken der Albatrosse zu stoppen und schnell unseren Rhythmus finden, kann alles passieren“.
Der ebenfalls zum Gespräch anwesende Oldie Sean McCaw, zuletzt mit Oldenburg im Oktober 2002 in Berlin zu Gast, erinnerte sich an seinen letzten Auftritt und die damaligen Gegenspieler Henrik Rödl und Nino Garris. McCaw sieht der Partie mit der nötigen Gelassenheit entgegen. „Es ist zwar immer schön in Berlin zu spielen, allerdings eben auch ein Duell wie jedes andere“.
Während Science City im Rahmen der beiden Nachverpflichtungen von Brendan Plavich und Mark Davis - die Stärken der Spieler betreffend - im eigenen System leichte Änderungen vornahm, bleibt die Maxime der Mannschaft das Setplay mit seiner kontrollierten Offensive. Dies bestätigte Jenas Trainer mit den Worten „ich muss mich nach den Stärken der Spieler richten und diese dann so verteilen, dass wir erfolgreichen Basketball spielen. Mit Adrian Moss hatten wir einen sehr starken Inside-Player, Mark Davis ist hingegen ein anderer Spielertyp, dessen Talente wir nun anders nutzen werden“.
Egal welche Stärken am Samstag ab halb 7 nun wie und wo eingesetzt werden, der Underdog fährt zum „leichtesten“ Spiel des Jahres und kann nur gewinnen, ob nur Erfahrung oder gar das Spiel werden die 40 Minuten zeigen ...
Lomax
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