Gastschreiber
Science City Jena
Vorsicht Veilchen!
Lomax am 09.11.2007 um 16:13
Kein weiteres blaues Auge sollte sich Liga-Neuling und Tabellenschlusslicht Science City Jena holen, wenn man den Zug des Klassenerhalts nicht vorzeitig verpassen will. Zu prekär, zu bedrohlich ist die Lage, langsam den Anschluss an das untere Tabellenmittelfeld zu verlieren.
Auch wenn Milka in den 80igern mit dem Slogan „Die schönsten Pausen sind lila“ warb, müssen die Saalestädter gegen den „Patrick´schen Guard Terror“ höllisch aufpassen, um nicht unter Räder zu kommen. Pausen, egal ob physischer oder mentaler Art, müssen also zumindest für die 40 Minuten aus dem Sprachschatz des Harmsen-Teams gestrichen werden. Nur wenn alle Jenaer Spieler realisieren, dass sie in jeder Sekunde hellwach sein müssen, können Blackouts wie in Giessen vermieden werden. Beim letzten Spiel gegen die 46ers verloren die Thüringer zwischen der 30. und 33. Minuten den Faden und liefen den fehlenden Zählern bis zum Ende hinterher.
Während die Thüringer das ruhigere Setplay bevorzugen, lässt Göttingens Coach John Patrick, durch seinen Japan-Trip geprägt, bei den Veilchen vorwiegend Run & Gun spielen. Nur selten verpasst der BG-Trainer zudem die Möglichkeit den vollen Umfang seiner 12er-Rotation zu nutzen. Was bei anderen Clubs mit einem Blockwechsel von 3 bis 5 Spielern gleichzeitig wie die Höchststrafe aussieht, hat in Niedersachsen System. Perfekt auf diese schnelle Art des Basketballs abgestimmt, kaufte Altmeister Göttingen deshalb auch im Sommer ein. Vorwiegend amerikanisch, hauptsächlich klein und wendig aber eben auch treffsicher, ganz nach der Maxime von Patrick.
Neben 6 etatmäßigen Guards (Darren Brooks, Jeb Ivey, Marco Grimaldi, Babis Douloudis, Dwayne Kirkley und Youngster Philipp Nies) – der Übergang zwischen Point und Combo verläuft eher fließend - finden sich ganze 5 Frontcourtspieler im Kader der BG wieder. Hierbei handelt es sich um den in Jena bereits bekannten Center Kevin Hanson (Langen, Nördlingen) und die beiden Power Forwards Willie Jenkins und Jahmar Thorpe. Ergänzt wird das Trio der US-Amerikaner durch den großgewachsenen Flügel Robert Dill (Langen, Weiden, Nördlingen) und „KFZ-Schröder“, Michael Schröder, der vor geraumer Zeit sein Glück in Bamberg suchte.
Zwischen den vielen Kleinen und den wenig Großen etwas in der Luft hängend, suchen die beiden Small Forwards Nigel Moore, vor 2 Spieljahren noch in Diensten des TV Lich aktiv, sowie Routinier Selim Mulic, der mit Göttingen den Aufstieg schaffte, derzeit noch ihre Form.
Jenas Trainer Björn Harmsen, selbst gebürtiger Göttinger, beschrieb den Spielstil des Gegners bei der gestrigen Pressekonferenz als „unkonventionell“, hat allerdings auch schon konkrete Pläne, das Parkett vor übermäßiger Abnutzung zu schützen und die Göttinger „all or nothing Offense“ mit gedämpftem Halbfeld-Basketball zu beruhigen. „Die Konstellation ist klar. Wir empfangen den Mitaufsteiger zu Hause, müssen am Brett unsere Stärken ausspielen und in unserer Situation vor allem eins - gewinnen“, analysierte der 25-Jährige nüchtern. Zudem wies er darauf hin, dass der Erfolg hauptsächlich von einer gut funktionierenden Transition-Defense abhängt. „Nur wenn wir es schaffen, einfache Punkte der Göttinger zu verhindern, werden wir den Gegner stoppen und schlagen“.
Jenas Power Forward Gregor Linke brachte es anschließend auf den Punkt, als er davon sprach, dass „endlich einmal der Knoten platzen müsse“. „Wir waren in fast jedem Spiel dran, hatten bis auf Bonn und Quakenbrück eine Chance auf einen Sieg und sind am Ende mit leeren Händen vom Parkett geschlichen. Das tut weh, der Hunger auf den ersten Sieg wächst von Spiel zu Spiel, alle sind zusätzlich motiviert“.
Der ebenfalls anwesende Manager Steffen Hausdörfer stellte sich den Fragen zu personellen Konsequenzen hinsichtlich der derzeitigen Tabellenkonstellation. „Die Trainerfrage stellt sich gar nicht. Unsere Zeit wird kommen und deshalb verfallen wir jetzt nicht in Panik. Was wir jedoch brauchen ist die Kulisse. Der 6.Mann als Support ist gerade in den engen Heimspielen ein wichtiger Faktor. Im Namen des Teams und der Verantwortlichen möchten wir uns zudem für die bisherige Unterstützung der Fans bedanken“, so Hausdörfer.
Nachdem Göttingen bereits in der Saisonvorbereitung den Mitaufsteiger des Südens mit 75:55 abgeschossen hatte, folgte ein Jenaer Sieg in Giessen. Wenn alles wie „geplant“ verläuft, dreht Science City nun die Ergebnisse der Testspielphase und landet den ersten BBL-Erfolg. Die mindestens 2500 BBL-hungrigen Zuschauer (exklusive der Göttinger) würde es sicher freuen ...
Lomax
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Auch wenn Milka in den 80igern mit dem Slogan „Die schönsten Pausen sind lila“ warb, müssen die Saalestädter gegen den „Patrick´schen Guard Terror“ höllisch aufpassen, um nicht unter Räder zu kommen. Pausen, egal ob physischer oder mentaler Art, müssen also zumindest für die 40 Minuten aus dem Sprachschatz des Harmsen-Teams gestrichen werden. Nur wenn alle Jenaer Spieler realisieren, dass sie in jeder Sekunde hellwach sein müssen, können Blackouts wie in Giessen vermieden werden. Beim letzten Spiel gegen die 46ers verloren die Thüringer zwischen der 30. und 33. Minuten den Faden und liefen den fehlenden Zählern bis zum Ende hinterher.
Während die Thüringer das ruhigere Setplay bevorzugen, lässt Göttingens Coach John Patrick, durch seinen Japan-Trip geprägt, bei den Veilchen vorwiegend Run & Gun spielen. Nur selten verpasst der BG-Trainer zudem die Möglichkeit den vollen Umfang seiner 12er-Rotation zu nutzen. Was bei anderen Clubs mit einem Blockwechsel von 3 bis 5 Spielern gleichzeitig wie die Höchststrafe aussieht, hat in Niedersachsen System. Perfekt auf diese schnelle Art des Basketballs abgestimmt, kaufte Altmeister Göttingen deshalb auch im Sommer ein. Vorwiegend amerikanisch, hauptsächlich klein und wendig aber eben auch treffsicher, ganz nach der Maxime von Patrick.
Neben 6 etatmäßigen Guards (Darren Brooks, Jeb Ivey, Marco Grimaldi, Babis Douloudis, Dwayne Kirkley und Youngster Philipp Nies) – der Übergang zwischen Point und Combo verläuft eher fließend - finden sich ganze 5 Frontcourtspieler im Kader der BG wieder. Hierbei handelt es sich um den in Jena bereits bekannten Center Kevin Hanson (Langen, Nördlingen) und die beiden Power Forwards Willie Jenkins und Jahmar Thorpe. Ergänzt wird das Trio der US-Amerikaner durch den großgewachsenen Flügel Robert Dill (Langen, Weiden, Nördlingen) und „KFZ-Schröder“, Michael Schröder, der vor geraumer Zeit sein Glück in Bamberg suchte.
Zwischen den vielen Kleinen und den wenig Großen etwas in der Luft hängend, suchen die beiden Small Forwards Nigel Moore, vor 2 Spieljahren noch in Diensten des TV Lich aktiv, sowie Routinier Selim Mulic, der mit Göttingen den Aufstieg schaffte, derzeit noch ihre Form.
Jenas Trainer Björn Harmsen, selbst gebürtiger Göttinger, beschrieb den Spielstil des Gegners bei der gestrigen Pressekonferenz als „unkonventionell“, hat allerdings auch schon konkrete Pläne, das Parkett vor übermäßiger Abnutzung zu schützen und die Göttinger „all or nothing Offense“ mit gedämpftem Halbfeld-Basketball zu beruhigen. „Die Konstellation ist klar. Wir empfangen den Mitaufsteiger zu Hause, müssen am Brett unsere Stärken ausspielen und in unserer Situation vor allem eins - gewinnen“, analysierte der 25-Jährige nüchtern. Zudem wies er darauf hin, dass der Erfolg hauptsächlich von einer gut funktionierenden Transition-Defense abhängt. „Nur wenn wir es schaffen, einfache Punkte der Göttinger zu verhindern, werden wir den Gegner stoppen und schlagen“.
Jenas Power Forward Gregor Linke brachte es anschließend auf den Punkt, als er davon sprach, dass „endlich einmal der Knoten platzen müsse“. „Wir waren in fast jedem Spiel dran, hatten bis auf Bonn und Quakenbrück eine Chance auf einen Sieg und sind am Ende mit leeren Händen vom Parkett geschlichen. Das tut weh, der Hunger auf den ersten Sieg wächst von Spiel zu Spiel, alle sind zusätzlich motiviert“.
Der ebenfalls anwesende Manager Steffen Hausdörfer stellte sich den Fragen zu personellen Konsequenzen hinsichtlich der derzeitigen Tabellenkonstellation. „Die Trainerfrage stellt sich gar nicht. Unsere Zeit wird kommen und deshalb verfallen wir jetzt nicht in Panik. Was wir jedoch brauchen ist die Kulisse. Der 6.Mann als Support ist gerade in den engen Heimspielen ein wichtiger Faktor. Im Namen des Teams und der Verantwortlichen möchten wir uns zudem für die bisherige Unterstützung der Fans bedanken“, so Hausdörfer.
Nachdem Göttingen bereits in der Saisonvorbereitung den Mitaufsteiger des Südens mit 75:55 abgeschossen hatte, folgte ein Jenaer Sieg in Giessen. Wenn alles wie „geplant“ verläuft, dreht Science City nun die Ergebnisse der Testspielphase und landet den ersten BBL-Erfolg. Die mindestens 2500 BBL-hungrigen Zuschauer (exklusive der Göttinger) würde es sicher freuen ...
Lomax
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