Gastschreiber

Science City Jena

Dinosaurier gegen Ei ...

Lomax am 01.11.2007 um 11:28

Wenn Science City Jena am Samstag Abend ab 19.30 Uhr in der Sporthalle Giessen-Ost bei den 46ers antritt, ist das in etwa so wie ein Treffen zwischen Johannes Heesters und Mark Medlock. Während die einen sich als Liga-Urgestein seit nunmehr über 41 Jahren in Deutschlands Basketball-Beletage halten konnten, haben die anderen einen ebenso weiten Weg noch vor sich. Da aber selbst der längste Weg mit dem ersten Schritt beginnt, sollte Jena als Aufsteiger und derzeitiger Tabellenletzter jedoch langsam ins Laufen kommen.

Zur Zeit noch mit einer dunkelroten Laterne durch den Tabellenkeller der Liga stürzend, suchen die Thüringer den Lichtschalter, der den Blick auf die rettende Tür nach oben freigibt. Dass das Finden dieses Schalters ausgerechnet in der Giessener Osthalle passieren könnte, hat gleich mehrer Gründe. Zunächst holte sich Jena mit einem 92:74-Sieg kurz vor Saisonbeginn genau die breite Brust, die nötig sein wird, um auch in der Saison vor der lautstarken und frenetischen Kulisse bestehen zu können. Des weiteren haben die 46ers nicht erst in diesem Jahr enorme Schwierigkeiten ihren Start-Rhythmus zu finden.

Bereits im letzten, dem Jubiläumsjahr, schwamm man an der Lahn kieloben durch die BBL. Ronnie Taylor, Reggie Moore, Aleksandar Cubrilo, Ben Ebong, Danilo Pinnock, James Head, Mike Helms, eine Personalie löste die nächste ab. Als am 7. Dezember 2006 Ken Scalabroni den vom bisherigen Head Stefan Koch freiwillig abgetretenen Chef-Trainerposten übernahm, konnten sich die Hessen als Vorletzter bei Nürnberg und Karlsruhe bedanken, nicht vollends abgeschlagen das Tabellenende zu zieren. So war es am Ende dann auch der Verbund aus Franken und Baden, der mit eigenen Unzulänglichkeiten zu nicht unerheblichen Teilen Giessens Absturz in die Zweitklassigkeit verhinderte.

Dieses Jahr war der Lahn-Plan ein anderer. Nachdem die 46ers mit ihrem ehemaligen Co-Trainer Thorsten Leibenath (Scottish Rocks, ENG), vor 2 Jahren auch in Jena im Gespräch, ein bereits bekanntes Gesicht auf der Kommandobrücke installiert hatten, setzte der alte Neue zunächst auf Kontinuität. Ex-Nationalspieler Gerrit Terdenge, Backup-Center Florian Hartenstein, Rouven Roessler, Youngster Marko Buljevic und Point Guard Obie Trotter wurden verlängert. Mit Shawan Robinson (Newcastle, ENG) brachte Leibenath seinen persönlichen Favoriten aus der Geburtstadt von Mr. Bean gleich mit und nachdem zwei (neben Buljevic) weitere Doppellizenzen mit Johannes Lischka und Österreichs Nachwuchstalent Richard Poiger besetzt wurden, füllten sich auch die restlichen Rosterspots.

Sprungwunder Corey Rouse kam vom Absteiger aus Nürnberg und Michael „Hulk Hogan“ Umeh von der UNLV aus Nevada. Die nach dem Abgang von Robert Maras verwaiste Center-Position wurde mit Ed „dem Felsen“ Nelson besetzt. Der 119kg-Koloss, der nach seiner College-Karriere bei den renommierten Unis von Georgia Tech und den Huskies aus Connecticut einen kurzen Schwenk in die NFL unternahm (St. Louis Rams) dürfte ein interessantes Matchup für Rückkehrer Jamal Basit bilden.

Nachdem die 46ers mit dem Ex-Braunschweiger Tory Walker ihren Kader komplettiert hatten, bog wieder einmal das Schicksal in Richtung Mittelhessen ab. Zunächst brach sich Aufbauspieler Trotter die Hand, Mitte Oktober war es dann Walker, der sich im Training sein Sprunggelenk ruinierte. Während die bisherigen Zahlen von Trotter-Nachfolger Patrick Sparks so wechselhaft erscheinen, wie das Wetter seiner vorherigen Stationen (St. Petersburg und Lissabon), ist die Suche nach einem variablen Zonen-Walker noch in vollem Gange. Der erste Testkandidat Brandon Crone fiel vor Wochenfrist noch durch das Leibenath Raster. Somit darf gegen Jena mit dem Einsatz von Seamus Boxley gerechnet werden. Boxley, ein gebürtiger US-Amerikaner kommt aus dem Land der Wohnwagen mit gelbem Nummerschild und spielte zuletzt in Diensten der Matrixx Magix Nijmegen.

Ein zumindest von Jenaer Seite dringend erwünschtes Wiedersehen gibt es zwischen Jamal Basit und dem Club, bei dem der Center 2002/2003 seine Deutschland-Tour begann und im Schnitt ein Double-Double ablieferte (10,2 Pkt, 10 Reb). Geblieben aus der Zeit von Avitos Giessen und der Relegation sind lediglich Freiwurfgott Florian Hartenstein und Assistenz-Coach Torsten Leibenath, der mittlerweile an der Seitelinie den Hut auf hat. Basit, zunächst gegen Ludwigsburg disqualifiziert, dann gegen Quakenbrück mit Hexenschuss erneut in der Zuschauerrolle, brennt darauf, die Osthalle zu betreten und wieder Alarm unter den Körben zu verbreiten.

Währenddessen ist auch endlich die Spielgenehmigung für NBA-Veteran Mark Davis eingetroffen. Davis, der bei einem Scrimmage am Halloween-Abend gegen Chemnitz seine Qualitäten andeuteten konnte, wird damit erstmals im Science City Trikot auflaufen und mit seiner Erfahrung und Routine in knappen Spielsituationen der Mannschaft um Kapitän Ali Seggelke die nötige Ruhe geben. Hoffen wir also, dass das Lob für den Gegner, der es trotz einer starken Leistung am Ende nicht zum Sieg schaffte, dieses Mal, das erste Mal, doch bitte aus dem Mund des Gastes, des Jenaer Coaches Björn Harmsen kommen möge. Es wäre der erste, der wichtigste Schritt ...

Lomax

0 Kommentare

 

9 Mitglieder
306 Gäste online

Anmeldung

Benutzeranmeldung

Registrieren

Passwort vergessen?

Schönen-Dunk bei FacebookSchönen-Dunk bei TwitterSchönen-Dunk-Newsfeed BIG - Basketball in Germany
 

Werbung

Werbung