Gastschreiber
Science City Jena
Bösit vs. Höll - Federvieh im Anflug
Lomax am 24.10.2007 um 18:20
Sie waren die Shooting Stars der abgelaufenen Bundesliga-Saison, marschierten unwiderstehlich durch die Playoffs, sie waren weder von Titel-Favorit ALBA Berlin, noch von den Dompiraten aus Köln zu stoppen und zerschossen in fast jeder Halle die Reusen die Dragons aus dem beschaulichen Städtchen Quakenbrück – nicht nur in Fankreisen liebevoll Entenhausen genannt. Das Federvieh aus der Provinz, (bevor gegoogelt werden muss) Quakenbrück liegt im Landkreis Osnabrück, verlor gegen den Brose Beton erst in vier extrem knappen Final-Spielen und darf nun feuerspeiend die europäische ULEB-Cup-Konkurrenz anzünden.
Dass es am Ende „nur“ zum Vize reichte, verdankt die von Chris Fleming gecoachte deutsch-amerikanische Freundschaft wohl letztendlich dem lädierten Oberschenkel von Filiberto Rivera. Gerüchte über die zu stark gewucherte Oberlippenbehaarung einiger Final-Protagonisten spielten laut diversen Quellen keine Rolle.
Nachdem Rivera mittlerweile seine Spaghetti in Neapel verdient, verpflichteten die Drachen einen Aufbauspieler der Marke „Schwiegermutters Liebling“. John Goldsberry (Ex-Leverkusen), ein echter Point Guard mit Nehmerqualitäten – er kassierte letztes Jahr einen Faustschlag von Trevon Bryant – klaute in der abgelaufenen Saison seinen Gegenspielern stolze 2,7 mal den seinerzeit noch gespielten Molten.
Nebenbei spendierte er den damaligen Kollegen in seiner Rolle als „Commander Pille“ stolze 4,1 Korbvorlagen, die ihn auf BBL-Rang 5 eintrudeln ließen. Mit bisher geholten 1,2 Steals und gespielten 3,2 Assists hinkt er momentan zwar seinen Vorjahres-Werten noch etwas hinterher, dennoch darf Goldsberry als adäquater Ersatz für den in der regulären Saison auch nur bedingt solide spielenden puertoricanischen Stirnbandträger bezeichnet werden.
Ein weiteres, neben Rivera, wichtiges Puzzleteil des letztjährigen Überraschungs-Teams – wenngleich auch ein enorm schweres – trägt den Namen Darius Hall. Der 2,02m große Artländer Pracht-Bulle wurde von den Fans der Liga nicht ohne Grund zum sympathischsten Spieler der Saison 06/07 gewählt. Ist Hall „The Wall“ einmal am Grinsen, gibt es zumindest off-court für die unmittelbare Umgebung kein Entkommen. Bei seinen Kontrahenten auf dem Parkett hinterlässt er allerdings häufig nur das Gefühl die Schulter an einem Stück Panzerkette zertrümmert zu haben. Um ihn konsequent aus der Zone schieben zu können, wird Science City am Samstag die Hilfe eines Räumkommandos benötigen und auch da sollten mindestens 3 kräftige Jungs anrücken.
Aus dem Vize-Team verblieben neben „118 Kilogramm lebender Mauer“ nur noch die beiden Sniper Lamont McIntosh und Jan Rohdewald, sowie Rollenspieler Hendrik Feist, der sich während des Sommers im Kader der A2-Nationalmannschaft fit hielt. Während McIntosh und Rohdewald im Viertel- und Halbfinale mit unglaublicher Zonen-Killer-Präzision die Lichter der MSH und des EnergyDomes ausknipsten (beide trafen weit über 50% 3er), war Braveheart-Fan Feist eher der Mann fürs Grobe in den letzten Minuten.
Kompensation war in der Samtgemeinde Quakenbrück das Schlagwort des Sommers. Schliesslich mussten neben dem bereits erwähnten Filiberto Rivera (Eldo Napoli), auch Adam Hess (Europaliga mit Choral Roanne), Bryan Bailey (ULEB mit KK Bosna Sarajevo) und Chad Prewitt (ULEB mit Ludwigsburg) sowie die unbekannt verzogenen Akteure Nick Caner-Medley, Malik Badiane und Tommy Lee Smith ersetzt werden.
Nachdem sich Quakenbrück ligaintern am 11. Juli mit dem Goldjungen aus Leverkusen bedient hatte, griff man zwei Tage später auf groß einen Eisbären ab. Das dieser nicht Knut hieß, tat der Freude über die Verpflichtung eines Adam Chubb im kleinen gallischen BBL-Dorf keinen Abbruch. Im Eisbären-Gehege von Dr. Sakalauskas nach seinem ersten schmalen Jahr in Giessen aufgepäppelt, beeindruckte der 2,08m große Baum zuletzt in der Viertelfinalserie gegen Köln mit Stanojevic-Werten.
Auch bei der abschließenden Teamzusammenstellung vertraute Manager Marko Beens auf das Recruiting-Talent seines Chef-Trainers, der während der Summerleague in den USA weilte. Zwar nicht per US Postal, aber immer noch pünktlich vor Saisonstart, gesellten sich wieder frisch aus dem Hut gezauberte Perlen in die Artländer Rotation. Allen voran die beiden Enten-Flügel Terrance Thomas und Matt Freije (gespr. Mäd Friedschie) aber auch Aufbauspieler EJ Rowland sind es, die Fleming mittlerweile den Titel als „Mr. Sixth Sense“ einbringen dürften. Während Thomas als Starter und Rowland als Backup geplant sind, reagierte man mit der Verpflichtung von Freije auf eine Achillessehnenreizung von Rich Melzer, der bis zum Jahresende ausfällt.
Mit dem aus Strasbourg zurückgekehrten A2-Nationalspieler Dirk Mädrich komplettierte „Lucky Chris“ ein erneut schlagkräftiges Drachen-Team, das trotz des enormen Aderlasses, der große und mächtige Trampelpfade in der Osnabrücker Steppe hinterlies, wieder zu den Favoriten um den Playoff-Einzug gehört. Mit bisher vier Siegen und einer Niederlage steht die knapp 13.000 Einwohner zählende BBL-Provinz derzeit auf Platz 5 der Tabelle.
Zeit, sowohl diese Platzierung, als auch das Sieg- und Niederlagenverhältnis der Gäste zu ändern, hat Science City erstmals zur in Jena angestammten Basketball-Prime Time am Samstag Abend ab 20 Uhr. Die Thüringer, die nach dem Streit-Fall in Ludwigsburg wieder auf ihren von der Liga freigesprochenen Center Jamal Basit zurückgreifen können, wollen endlich den ersten Saisonsieg einfahren und brennen schon darauf, dass Feuer der Drachen zu löschen.
Ob Science City die Dragons unter dem abgewandelten Artländer-Kriegspfad-Motto „Wird es heiß, gibt es Eis“ abkühlen kann, entscheidet der Wettergott am Wochenende. Fest steht, dass die Mannschaft um Coach Björn Harmsen trotz des starken Gäste-Kaders nicht chancenloser antritt, als die Quakenbrücker selbst - damals vor dem Start einer „Jetzt Wir-Serie“ im Mai 2007.
Lomax
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Dass es am Ende „nur“ zum Vize reichte, verdankt die von Chris Fleming gecoachte deutsch-amerikanische Freundschaft wohl letztendlich dem lädierten Oberschenkel von Filiberto Rivera. Gerüchte über die zu stark gewucherte Oberlippenbehaarung einiger Final-Protagonisten spielten laut diversen Quellen keine Rolle.
Nachdem Rivera mittlerweile seine Spaghetti in Neapel verdient, verpflichteten die Drachen einen Aufbauspieler der Marke „Schwiegermutters Liebling“. John Goldsberry (Ex-Leverkusen), ein echter Point Guard mit Nehmerqualitäten – er kassierte letztes Jahr einen Faustschlag von Trevon Bryant – klaute in der abgelaufenen Saison seinen Gegenspielern stolze 2,7 mal den seinerzeit noch gespielten Molten.
Nebenbei spendierte er den damaligen Kollegen in seiner Rolle als „Commander Pille“ stolze 4,1 Korbvorlagen, die ihn auf BBL-Rang 5 eintrudeln ließen. Mit bisher geholten 1,2 Steals und gespielten 3,2 Assists hinkt er momentan zwar seinen Vorjahres-Werten noch etwas hinterher, dennoch darf Goldsberry als adäquater Ersatz für den in der regulären Saison auch nur bedingt solide spielenden puertoricanischen Stirnbandträger bezeichnet werden.
Ein weiteres, neben Rivera, wichtiges Puzzleteil des letztjährigen Überraschungs-Teams – wenngleich auch ein enorm schweres – trägt den Namen Darius Hall. Der 2,02m große Artländer Pracht-Bulle wurde von den Fans der Liga nicht ohne Grund zum sympathischsten Spieler der Saison 06/07 gewählt. Ist Hall „The Wall“ einmal am Grinsen, gibt es zumindest off-court für die unmittelbare Umgebung kein Entkommen. Bei seinen Kontrahenten auf dem Parkett hinterlässt er allerdings häufig nur das Gefühl die Schulter an einem Stück Panzerkette zertrümmert zu haben. Um ihn konsequent aus der Zone schieben zu können, wird Science City am Samstag die Hilfe eines Räumkommandos benötigen und auch da sollten mindestens 3 kräftige Jungs anrücken.
Aus dem Vize-Team verblieben neben „118 Kilogramm lebender Mauer“ nur noch die beiden Sniper Lamont McIntosh und Jan Rohdewald, sowie Rollenspieler Hendrik Feist, der sich während des Sommers im Kader der A2-Nationalmannschaft fit hielt. Während McIntosh und Rohdewald im Viertel- und Halbfinale mit unglaublicher Zonen-Killer-Präzision die Lichter der MSH und des EnergyDomes ausknipsten (beide trafen weit über 50% 3er), war Braveheart-Fan Feist eher der Mann fürs Grobe in den letzten Minuten.
Kompensation war in der Samtgemeinde Quakenbrück das Schlagwort des Sommers. Schliesslich mussten neben dem bereits erwähnten Filiberto Rivera (Eldo Napoli), auch Adam Hess (Europaliga mit Choral Roanne), Bryan Bailey (ULEB mit KK Bosna Sarajevo) und Chad Prewitt (ULEB mit Ludwigsburg) sowie die unbekannt verzogenen Akteure Nick Caner-Medley, Malik Badiane und Tommy Lee Smith ersetzt werden.
Nachdem sich Quakenbrück ligaintern am 11. Juli mit dem Goldjungen aus Leverkusen bedient hatte, griff man zwei Tage später auf groß einen Eisbären ab. Das dieser nicht Knut hieß, tat der Freude über die Verpflichtung eines Adam Chubb im kleinen gallischen BBL-Dorf keinen Abbruch. Im Eisbären-Gehege von Dr. Sakalauskas nach seinem ersten schmalen Jahr in Giessen aufgepäppelt, beeindruckte der 2,08m große Baum zuletzt in der Viertelfinalserie gegen Köln mit Stanojevic-Werten.
Auch bei der abschließenden Teamzusammenstellung vertraute Manager Marko Beens auf das Recruiting-Talent seines Chef-Trainers, der während der Summerleague in den USA weilte. Zwar nicht per US Postal, aber immer noch pünktlich vor Saisonstart, gesellten sich wieder frisch aus dem Hut gezauberte Perlen in die Artländer Rotation. Allen voran die beiden Enten-Flügel Terrance Thomas und Matt Freije (gespr. Mäd Friedschie) aber auch Aufbauspieler EJ Rowland sind es, die Fleming mittlerweile den Titel als „Mr. Sixth Sense“ einbringen dürften. Während Thomas als Starter und Rowland als Backup geplant sind, reagierte man mit der Verpflichtung von Freije auf eine Achillessehnenreizung von Rich Melzer, der bis zum Jahresende ausfällt.
Mit dem aus Strasbourg zurückgekehrten A2-Nationalspieler Dirk Mädrich komplettierte „Lucky Chris“ ein erneut schlagkräftiges Drachen-Team, das trotz des enormen Aderlasses, der große und mächtige Trampelpfade in der Osnabrücker Steppe hinterlies, wieder zu den Favoriten um den Playoff-Einzug gehört. Mit bisher vier Siegen und einer Niederlage steht die knapp 13.000 Einwohner zählende BBL-Provinz derzeit auf Platz 5 der Tabelle.
Zeit, sowohl diese Platzierung, als auch das Sieg- und Niederlagenverhältnis der Gäste zu ändern, hat Science City erstmals zur in Jena angestammten Basketball-Prime Time am Samstag Abend ab 20 Uhr. Die Thüringer, die nach dem Streit-Fall in Ludwigsburg wieder auf ihren von der Liga freigesprochenen Center Jamal Basit zurückgreifen können, wollen endlich den ersten Saisonsieg einfahren und brennen schon darauf, dass Feuer der Drachen zu löschen.
Ob Science City die Dragons unter dem abgewandelten Artländer-Kriegspfad-Motto „Wird es heiß, gibt es Eis“ abkühlen kann, entscheidet der Wettergott am Wochenende. Fest steht, dass die Mannschaft um Coach Björn Harmsen trotz des starken Gäste-Kaders nicht chancenloser antritt, als die Quakenbrücker selbst - damals vor dem Start einer „Jetzt Wir-Serie“ im Mai 2007.
Lomax
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