New Yorker Phantoms Braunschweig

Eis(bären)kalt erwischt worden

Lomax am 14.10.2007 um 23:43

Im dritten Spiel binnen acht Tagen ging es für die New Yorker Phantoms Braunschweig gegen die Eisbären Bremerhaven. Die Mannschaften waren bereits in der Vorbereitung aufeinander getroffen und kannten sich dementsprechend ein wenig. Das Punktspiel indes wurde unter anderen Voraussetzungen absolviert. Braunschweig mit weißer Weste, Bremerhaven bislang erfolglos, doch beiden Teams steckten zwei schwere Partien in den Beinen. Die Frage war, wer den größeren Willen haben würde. An diesem Abend waren es die Gäste von der Nordsee. Die Schützlinge vom Emir Mutapcic mussten sich schließlich mit 72:91 geschlagen geben.

Das erste Viertel begann ganz nach dem Geschmack der Coaches Sarunas Sakalauskas und Emir Mutapcic: punktearm. Beide Mannschaften erfüllten in der Verteidigung ihre primären Aufgaben, die aus Tempoentschärfung und intensivem Rebounding bestanden. Sowohl Eisbären als auch Phantoms versteiften sich frühzeitig auf kontrolliertes Setplay, welches in der Anfangsphase nur spärliche Ergebnisse abwarf (6:7, 5. Minute). Mit der Hereinnahme von Neu-Bremerhavener Jan Lipke nahm die Partie deutlich an Fahrt auf. Der ehemalige Braunschweiger sorgte mit seinem energischen Zug zum Brett immer wieder für Wirbel (14:14, 8. Minute). Die Gäste verstärkten ihr Bemühen, in unmittelbarer Korbnähe zu Punkten zu kommen und setzten ihre lange Garde um Nate Dornkamp besser in Szene (17:21).

Sechs von acht Würfen aus der Nahdistanz hatten die Gäste im ersten Durchgang verwandelt. Dies war Coach Sakalauskas natürlich nicht verborgen geblieben, und so ging er mit einer großen Aufstellung ins zweite Viertel. Allen voran Richard Guinn bereitete den Hausherren mit seiner variablen Spielanlage Probleme. Der Forward leistete sich im gesamten Durchgang keinen Fehlwurf, streute zwischendurch sogar einen Dreier ein und war hauptverantwortlich für die zweistellige Führung der Gäste (17:27, 13. Minute). Erst ein Korbleger von Steven Wright weckte die in dieser Phase konsterniert wirkenden Gastgeber auf. Die Zeichen der Zeit hatte auch Jonathan Levy erkannt, der sich verpflichtet fühlte das Team zu tragen. Dreier plus Jumper aus der Mitteldistanz – Braunschweig befand sich im Aufwärtstrend (26:32, 16. Minute). In mühevoller Kleinarbeit kämpfte sich die Mutapcic-Truppe weiter auf Schlagdistanz heran (40:44).

Hatten die Gäste im zweiten Viertel einen Lauf hingelegt, so starteten sie auch nach dem Seitenwechsel einen Lauf. Ehe sich die Phantoms versahen, war die zweistellige Differenz wieder hergestellt (42:53, 23. Minute). Mutapcic beorderte seine Schützlinge an die Seitenauslinie, um die nächsten Schritte zu besprechen. Wieder auf dem Parkett der Volkswagen Halle, begannen diese ein Feuerwerk von jenseits der 6,25m-Linie abzubrennen. Erst netzten Steven Wright und John Allen von „Downtown“ ein (48:53, 24. Minute), dann schlug Bremerhavens Tommy Adams auf der Gegenseite zu, ehe Andrew Drevo nachlegte (51:56, 25. Minute). Der muntere Punktereigen löste bei den Teams anscheinend den bedingungslosen Offensivdrang aus. Im Sekundentakt ging es auf und ab – sehr zur Unterhaltung der rund 3.300 Zuschauer in der Halle, aber auch zur Verärgerung der Trainer (56:64).

Den besseren Start ins Viertel hatten einmal mehr die Gäste. Denn langsam hatten sich die Eisbären-Schützen an die harten Ringe in der Volkswagen Halle gewöhnt. Erst traf Ivars Timermanis mit Ablauf der 24 Sekunden-Uhr aus der linken Ecke, kurz darauf trat Tommy Adams – der kontinuierlich aufdrehte – erneut auf den Plan (61:74, 34. Minute). Zwei lange Minuten kamen die Phantoms nicht zum Zuge, während Bremerhaven einen 8:0-Lauf einstreute (61:82, 36. Minute). Ein drittes Comeback blieb aus, dazu fehlten den Okerstädtern am Ende merklich die Kraft.
Nach der ersten Saisonniederlagen im dritten Saisonspiel gegen die Eisbären Bremerhaven mit 72:91 und blicken die New Yorker Phantoms nun auf die Auswärtspartie in Jena am Donnerstag, den 18.10.2007, 19:00 Uhr.

Nach dem Spiel zeigte sich Dr. Sarunas Sakalauskas ob des ersten Sieges für sein Team zufrieden. „Wir hatten unter der Woche einen Tag mehr Zeit, um uns zu erholen“, so der Bremerhavener Coach. „Dieser Tick mehr Frische war heute sicherlich ein Faktor. Am wichtigsten war für mich allerdings, dass wir nach den Niederlagen an uns geglaubt haben und mit viel Energie aufs Feld gegangen sind.“
Nicht zufrieden konnte Phantoms- Trainer Emir Mutapcic sein. „Von Anfang an hat uns die nötige Konzentration gefehlt. In der Verteidigung waren wir oft einen Schritt zu langsam“, so sein Urteil. „Bremerhaven hat nicht zuletzt verdient gewonnen, weil es seine Fastbreaks besser ausgenutzt hat.“ Nach drei Spielen in acht Tagen bleibt Spielern und Trainern nur wenig Zeit, um sich zu erholen. Bereits am kommenden Donnerstag geht es auswärts gegen Science City Jena. Mutapcic: „Wir müssen zusehen, dass wir uns bis dahin bestmöglich erholen und das Feld mit der richtigen mentalen Frische betreten.“

New Yorker Phantoms – Eisbären Bremerhaven 72:91 (17:21, 23:23, 16:20, 16:27)

New Yorker Phantoms:
Wright (13/2), Levy (14/1), Allen (8/1), Visser (10), Drevo (18/2, 10 Rebounds), Stückemann, Jones (5), Cain, Schmidt, Khartchenkov, Coleman (2), Freese

Eisbären Bremerhaven:
Brown (6), Funk (4), Adams (19/3), Jonusas (8/1), Michael, Lipke (4), Doornekamp (12), Zyskunov, Timermanis (10/2), Danelius (8), Guinn (20/2)

Pressemitteilung: New Yorker Phantoms (Jörg Bähren)

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