Gastschreiber
Science City Jena
Bonn Voyage in Richtung Playoffs
Lomax am 12.10.2007 um 15:42
„Wir müssen Eier haben, um dagegenzuhalten“, so ein mit verbissenem Gesicht in der Pressekonferenz sitzender Jenaer Cheftrainer Björn Harmsen nach der Partie Science City Jena gegen die Telekom Baskets aus Bonn Das Halbzeit- und Endergebnis belegt, bei den Thüringern war gestern „tote Hose“. 24:45 nach 20 Minuten und 62:80 am Ende, nackte Zahlen eines Abends, den sich viele Anwesende, Spieler und Umfeld eingeschlossen, nach der starken Leistung in Frankfurt sicher etwas anders vorgestellt hatten.
1400 Tickets im Vorverkauf, 2700 Zuschauer insgesamt - fangen wir mit den positiven Dingen des Abends an – es wurde Rekorde gebrochen, Rekorde für Thüringer Basketballverhältnisse. Weit weg aus Lobeda-West, wo sich das Publikumsaufkommen bisher bei knapp 1200 Fans erschöpfte, nah dran am Oktoberfest-Atmosphäre mit stilechtem Bierzelt-Ambiente.
Gregor Linke ordnete im Interview nach dem Spiel als erster seine Gedanken. „Wir sind eigentlich gut ins Spiel gekommen, haben aber dann den Faden verloren. Nachdem Bonn in der Defense angezogen hat und wir reihenweise Bälle wegwarfen, mussten wir im Rest des Spiels dem Rückstand hinterherlaufe. Wir haben als Mannschaft versagt“, so der Rheinländer selbstkritisch.
In der Tat waren es die ersten zehn Minuten, in denen Jena trotz der Warnung einer Ganzfeldpresse aus dem letzten Bonner Spiel gegen die Eisbären mehrfach die Bälle dem Gegner in die Arme oder ins aus passte. Science City mit über einem Ballverlust pro Minute, 11 an der Zahl, welche die Gäste im ersten Abschnitt nutzen, um ihr Spiel aufzuziehen, die Halle zu beruhigen und sich auf dem Parkett zu festigen.
So war es neben Plauze Bowler in der Anfangsphase vor allem Winsome Frazier, der mit einer fast 100%igen Wurfquote den Baskets genügend Firepower in der Offense gab. Bonn, im Stile eines kleinen Napoleon klug von Miah Davis dirigiert, beendete Conley den ersten Abschnitt mit einem 3er fast parallel zum Buzzer – 13:26. Auf Seite der Hausherren hielt lediglich Adrian Moss dagegen, der mit seinen 11 Zählern knapp 85% der Jenaer Punkte verbuchte. Die beiden anderen gingen auf das Freiwurfkonto von Ali Seggelke.
Auch zu Beginn des zweiten Abschnitts keine Besserung in Sicht. Shelton kassierte bereits in der 11. Minuten sein drittes Foul und nahm Trainer Harmsen die Variabilität des Wechselns „auf klein“. Während in Jenas Auszeiten ein fast ununterbrochenes „Don´t throw the Ball“ zu vernehmen war, gab Bonn den Gastgebern auch weiterhin Rätsel auf und setzte sich bis zur Halbzeit auf 24:45 ab.
Passend zum Spiel leitete Sean McCaw mit einem Turnover die 2. Halbzeit ein. Das Drama schien seinen Lauf zu nehmen, als ein spät gepfiffenes Foul von Shelton an Conley den Jenaer in Rage brachte. Mit einem „Doppelschlag“ (personal Foul und technisches Foul hinterher) eliminierte sich Jenas Aufbauspieler aus der Partie. Fortan versuchte sich Jenas Aufstiegs-Point Guard, Al Elliott, als Kopf im Backcourt. Zumindest streckenweise erholten sich nun die Thüringer, Bonn jedoch noch immer relaxed durch den 3. Abschnitt gleitend. Nach 30 Minuten stand es 47:63.
Der Hallo Wach-Effekt folgte nach gespielten 1:25 im letzten Viertel. Ein Seggelke-3er landete in Bonner Korb. Angetrieben von der Motivation eines Comebacks erhob sich die gesamte Halle um die eigenen Spieler noch lauter anzufeuern. Elliott war es, der Jena bis auf 11 Zähler heranbrachte (54:63, 34. Minute) bevor er im Folgeangriff einen 3er daneben setzte und im Gegenzug Bowler ein 3-Punktspiel erlaubte. Einem Ballverlust von Basit schloss sich ein Tip In von Conley an – der Drops war endgültig gelutscht. Es folgten noch spektakuläre Blocks von Conley an Zlotowski und Bowler an Elliott. Zu guter letzt traf Ali Seggelke noch einen 3er, der das Endergebnis unter 20 drückte – 62:80.
Obwohl Jenas Heimpremiere misslang und es mürrische Stimmen gab, muss festgestellt werden, dass die Telekom Baskets Bonn am Donnerstag Abend in der JenArena von Science City eben ein oder zwei Nummer zu groß war und es andere Mannschaften sein werden, die die Punkte an der Saale lassen werden.
Lomax
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1400 Tickets im Vorverkauf, 2700 Zuschauer insgesamt - fangen wir mit den positiven Dingen des Abends an – es wurde Rekorde gebrochen, Rekorde für Thüringer Basketballverhältnisse. Weit weg aus Lobeda-West, wo sich das Publikumsaufkommen bisher bei knapp 1200 Fans erschöpfte, nah dran am Oktoberfest-Atmosphäre mit stilechtem Bierzelt-Ambiente.
Gregor Linke ordnete im Interview nach dem Spiel als erster seine Gedanken. „Wir sind eigentlich gut ins Spiel gekommen, haben aber dann den Faden verloren. Nachdem Bonn in der Defense angezogen hat und wir reihenweise Bälle wegwarfen, mussten wir im Rest des Spiels dem Rückstand hinterherlaufe. Wir haben als Mannschaft versagt“, so der Rheinländer selbstkritisch.
In der Tat waren es die ersten zehn Minuten, in denen Jena trotz der Warnung einer Ganzfeldpresse aus dem letzten Bonner Spiel gegen die Eisbären mehrfach die Bälle dem Gegner in die Arme oder ins aus passte. Science City mit über einem Ballverlust pro Minute, 11 an der Zahl, welche die Gäste im ersten Abschnitt nutzen, um ihr Spiel aufzuziehen, die Halle zu beruhigen und sich auf dem Parkett zu festigen.
So war es neben Plauze Bowler in der Anfangsphase vor allem Winsome Frazier, der mit einer fast 100%igen Wurfquote den Baskets genügend Firepower in der Offense gab. Bonn, im Stile eines kleinen Napoleon klug von Miah Davis dirigiert, beendete Conley den ersten Abschnitt mit einem 3er fast parallel zum Buzzer – 13:26. Auf Seite der Hausherren hielt lediglich Adrian Moss dagegen, der mit seinen 11 Zählern knapp 85% der Jenaer Punkte verbuchte. Die beiden anderen gingen auf das Freiwurfkonto von Ali Seggelke.
Auch zu Beginn des zweiten Abschnitts keine Besserung in Sicht. Shelton kassierte bereits in der 11. Minuten sein drittes Foul und nahm Trainer Harmsen die Variabilität des Wechselns „auf klein“. Während in Jenas Auszeiten ein fast ununterbrochenes „Don´t throw the Ball“ zu vernehmen war, gab Bonn den Gastgebern auch weiterhin Rätsel auf und setzte sich bis zur Halbzeit auf 24:45 ab.
Passend zum Spiel leitete Sean McCaw mit einem Turnover die 2. Halbzeit ein. Das Drama schien seinen Lauf zu nehmen, als ein spät gepfiffenes Foul von Shelton an Conley den Jenaer in Rage brachte. Mit einem „Doppelschlag“ (personal Foul und technisches Foul hinterher) eliminierte sich Jenas Aufbauspieler aus der Partie. Fortan versuchte sich Jenas Aufstiegs-Point Guard, Al Elliott, als Kopf im Backcourt. Zumindest streckenweise erholten sich nun die Thüringer, Bonn jedoch noch immer relaxed durch den 3. Abschnitt gleitend. Nach 30 Minuten stand es 47:63.
Der Hallo Wach-Effekt folgte nach gespielten 1:25 im letzten Viertel. Ein Seggelke-3er landete in Bonner Korb. Angetrieben von der Motivation eines Comebacks erhob sich die gesamte Halle um die eigenen Spieler noch lauter anzufeuern. Elliott war es, der Jena bis auf 11 Zähler heranbrachte (54:63, 34. Minute) bevor er im Folgeangriff einen 3er daneben setzte und im Gegenzug Bowler ein 3-Punktspiel erlaubte. Einem Ballverlust von Basit schloss sich ein Tip In von Conley an – der Drops war endgültig gelutscht. Es folgten noch spektakuläre Blocks von Conley an Zlotowski und Bowler an Elliott. Zu guter letzt traf Ali Seggelke noch einen 3er, der das Endergebnis unter 20 drückte – 62:80.
Obwohl Jenas Heimpremiere misslang und es mürrische Stimmen gab, muss festgestellt werden, dass die Telekom Baskets Bonn am Donnerstag Abend in der JenArena von Science City eben ein oder zwei Nummer zu groß war und es andere Mannschaften sein werden, die die Punkte an der Saale lassen werden.
Lomax
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