Gastschreiber

Science City Jena

Lehrgeld bezahlt und Sieg verschenkt

Lomax am 09.10.2007 um 11:36

Mit einer unglücklichen 64:68-Niederlage bei den DEUTSCHE BANK Skyliners aus Frankfurt startete BBL-Aufsteiger Science City Jena in die Basketball-Saison 2007/2008. Zwar dominierte der Liganeuling aus Thüringen den Deutschen Meister von 2004 über einen Großteil der Partie, musste sich allerdings am Ende der Routine des Gastgebers aus Hessen beugen. Jenas herausragender Akteur, Adrian Moss, war kaum zu bremsen und führte sein Team häufig unter enormen emotionalen Ausbrüchen mit 16 Punkten und 16 Rebounds in den beiden statistisch wichtigsten Kategorien zur Fast-Sensation.

Am Ende fehlten dem Team von Trainer Björn Harmsen vor 4630 Zuschauern lediglich 5 Minuten, in denen die Hessen ihre Verteidigung intensivierten und Science City Jena oft zum Abschluss jenseits der 6,25m-Linie zwangen. „Ich bin enttäuscht. Wir hatten alle Chancen das Spiel zu gewinnen doch Frankfurt war hinten raus abgeklärter“, machte Jenas Trainer nach dem Spiel in der Pressekonferenz aus seinem Herzen keine Mördergrube. Auch der Türke Murat Didin, seines Zeichens SKYLINERS-Coach, zollte dem Liga-Neuling seinen Respekt, war beeindruckt von der disziplinierten Spielweise, der enorm physischen Verteidigung und prophezeite Science City noch einige Überraschungssiege in den nächsten Wochen.

Das den Spielern um Ali Seggelke weniger Lob oder Ehre und dafür die Punkte lieber gewesen wären, stand allen Jenaer Korbjägern nach den ersten anstrengenden 40 BBL-Minuten offenkundig ins Gesicht geschrieben. So war es dann auch Kapitän Seggelke, der sich nach der Niederlage stellte und als erster seine Worte wiederfand. „Wenn wir so wie heute in Frankfurt spielen und uns kontinuierlich steigern, wird es definitiv Mannschaften geben, die wir schlagen können.“

Nachdem Science City Jena nur schwer ins Spiel kam und das erste Viertel bei 8:13 mit einem 5-Punkte-Rückstand beendete, zeigte der Aufsteiger im weiteren Verlauf jene Tugenden, die ihn in der vergangenen Saison auszeichneten und zur Zweitliga-Meisterschaft führten. Über leidenschaftlichen Kampf, eine starke Verteidigung, diszipliniert durchgespielte Systeme und viele gelebte Emotionen fand man den richtigen Rhythmus und brachte die Gastgeber zusehends in Bedrängnis.

Zur Halbzeit hatte Jena das Duell bereits gedreht und führte mit 29:26. Die Fans der SKYLINERS wurden im dritten Abschnitt sichtlich nervös, nachdem sich der Gäste-Vorsprung vergrößerte. Als die Thüringer in der 30. Minute noch immer mit 49:45 in Front lagen, roch es nach einer faustdicken Überraschung. Letztendlich reichte die Kraft und Konzentration leider nur noch bis zur 35. Minute, bevor Frankfurt aufgrund der individuellen Klasse eines Archibong, Evtimov und Allen die Kontrolle des Spiels übernahm. Ex-Albaner Koko Archibong drehte beim 57:58 aus Sicht der Thüringer das Spiel zu Gunsten der Hausherren, die ihre Führung bis zum Schlusspfiff nicht mehr abgaben und .

Im Spiel gegen Frankfurt gingen zwar Jenas erste BBL-Zähler, Jamal Basit in der 4. Minute zum 2:4, sowie die erste Führung, Adrian Moss in der 12. Minute zum 15:13, in die BBL-Geschichtsbücher ein, auf die ersten zwei Pluspunkte in der Tabelle hingegen muss Science City mindesten noch bis zum 11. Oktober zum Heimspiel gegen Bonn warten.

Lomax

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