Science City Jena
Goodbye Lobeda – Jena mit 2 Siegen
Lomax am 24.09.2007 um 11:09
Zwei Spiele, Zwei Siege - so, der optimistisch gesehen erfreuliche Ausgang des bibop basket Turniers am vergangenen Wochenende in Jena, nachdem Science City gegen das PRO A-Duett aus Weißenfels und Bayreuth beide Partien gewinnen konnte. Nach etwas nüchterner Analyse jedoch bleibt der Jenaer Spielaufbau das große Sorgenkind, während die noch immer stockend wirkenden Systeme ein zusätzliches Fragezeichen hinterlassen.
Freitag: vs. Mitteldeutscher BC – 72:68
Bei aller Freude über die Erfolge und der erwarteten Spielstärke der beiden Aufstiegsaspiranten aus Sachsen-Anhalt und Franken gilt es zu berücksichtigen, dass es sich bei jenen Gegnern wie dem MBC und BBC Bayreuth eben „nur“ um ambitionierte Zweitligisten handelte und Jena sich hinsichtlich des Starts in der BBL noch enorm straffen muss. Dies dürfte den Verantwortlichen allerdings schon nach dem knappen 72:68-Sieg gegen den MBC aufgefallen sein, der letztendlich durch einen offensivstarken Alexander Seggelke sichergestellt wurde.
Während die Wölfe angetrieben von Sascha Leutloff und Drew Williamson über weite Strecken des Spiels systemsicherer agierten und frei von jeglicher Favoritenrolle locker ihre Vorgaben durchliefen, stockte bei den Thüringern zuweilen der Motor vor allem im Ballvortrag. Bis auf den zumindest in der Offense lebhaften Ali Seggelke lieferten die kleinen Positionen zu wenig Input, zu wenig Korbgefahr und Kreativität, produzierten zu viele Ballverluste (Jena 19 – WSF 13) aufgrund aggressiver und häufig angesetzter Full Court Press der Gäste.
Weniger Sorge bereitet hingegen das beherzte Zugreifen der Großen – Jena gewann das Rebound-Duell 44:30 – und auch wenn WSF-Center Ronald Thompson nur schwer unter Kontrolle zu bringen war, so hielt Jenas Centergarde um Adrian Moss, Ajmal Basit und Lars Buss anständig dagegen.
Entgegen der Hoffnung auf eine „Wiedergutmachung“ hinsichtlich der 66:77-Niederlage vor Wochenfrist blieb im Spiel der Thüringer leider noch vieles Stückwerk, beschränkte sich auf Einzelaktionen oder verzettelte sich bereits an der Mittellinie.
Sonntag: vs. BBC Bayreuth – 79:69
Mit einem Spiel gegen den BBC Bayreuth am späten Sonntag Nachmittag schloss sich die „Akte Lobeda-West“ für Science City Jena. Der Gast, seit nunmehr 10 Jahren ligaübergreifender und fast ständiger Wegbegleiter der Jenaer, bildete einen würdigen Kontrahenten, um das Parkett der altehrwürdigen Seelenbinderhalle zumindest basketballerisch zu versiegeln.
Mit großen Vorschußlorbeeren aus Franken gekommen, deutete Bayreuth an, das man mit Erstligaaufsteiger Jena mithalten kann. Ein Linke-Dreier zum 21:15 wurde durch zwei Distanzwürfe von Harris (18:15) und Chappell (21:18) zur Viertelpause umrahmt. Überragender Spieler bis dahin mit einem Drittel der Jenaer Punkte – Adrian Moss.
Bis zur 27.Minute nutze die Mannschaft um Trainer Björn Harmsen die eigene bisher gute Leistung, um sich auf 33:26 abzusetzen. Die zur Halbzeit verbleibende Zeit war Science City dann wieder in der Lethargie gefangen, die bereits einen souveräneren Sieg gegen Weißenfels verhindert hatte. Die Folge – ein 33:34-Rückstand zur Pause.
Jena erholte sich jedoch vom dreiminütigen Blackout und kam wieder besser in die Partie. Vor allem Sean McCaw entwickelte nun die zuletzt vermissten Scorer-Fähigkeiten und erhöhte auf 49:40. Nachdem der Jenaer Vorsprung sich in Folge eines Buss-Layup erstmals im zweistelligen Bereich befand, verkürzte ein Schlamminger-3er mit der Sirene wieder auf 55:48.
Wie bereits am Freitag war es Kapitän Ali Seggelke, der das Heft des Spiels in den entscheidenden Situationen in die Hand nahm und mit 5 Freiwürfen (beim 3er und Korbleger gefoult) wieder für ein beruhigerendes 62:51-Punktepolster sorgen konnte. Deja Vu ähnlich waren es dann jedoch Sebastian Hänel und Brandon Chappell, die den BBC bis auf 62:58 heranbrachten. Der zueltzt viel gescholtene Blake Shelton legte anschließend aus der Mittel- und Ferndistanz 5 Zähler auf und so ging es bei 67:58 in eine umkämpfte Schlussphase.
Jena marschierte – Bayreuth probierte zu folgen. Vor allem außerhalb des Perimeters versuchten die Gäste ihr Glück, fanden allerdings zur Beruhigung des Jenaer Anhangs nur selten das Ziel. Auch der treffsicherster Franke der Crunchtime, Mani Messy (69:62 & 72:66), konnte zum Schluss am verdienten Jenaer Sieg nichts mehr ändern. Die Ehre der letzten Punkte von Science City in der nun ehemaligen Thüringer Heimspiel-Bastion verblieb Sean McCaw, der mit einem verwandelten Freiwurf zum 79:69 in die Basketball-Annalen der Saalestadt eingeht.
So verabschiedeten sich Science City Jena mit 2 Erfolgen aus Jenas basketballmütterlichen Schoß in Lobeda-West und bricht zu neuen Ufern unterhalb des Jenzigs auf, die in Zukunft Mannschaften wie ALBA Berlin, Bamberg oder Bonn beherbergen werden.
Die Zuschauer hingegen dürften den Umzug in die neue Leichtbau-Halle sicher schnell verschmerzen können, wird doch in Zukunft kein Pfeiler mehr die Sicht aufs Spielfeld behindern, bekommt man die Athletik und Atmosphäre näher am Parkett sitzend viel besser zu spüren. So gesehen gewinnen alle, wenn auch mit einer sentimental dicken Träne im Knopfloch, nachdem man als OBI baskets, TuS Jena, erdgas baskets und POM baskets in Jenas Trabantenstadt alle Höhen und Tiefen der Korbjäger miterleben konnte.
Lomax
0 Kommentare
Freitag: vs. Mitteldeutscher BC – 72:68
Bei aller Freude über die Erfolge und der erwarteten Spielstärke der beiden Aufstiegsaspiranten aus Sachsen-Anhalt und Franken gilt es zu berücksichtigen, dass es sich bei jenen Gegnern wie dem MBC und BBC Bayreuth eben „nur“ um ambitionierte Zweitligisten handelte und Jena sich hinsichtlich des Starts in der BBL noch enorm straffen muss. Dies dürfte den Verantwortlichen allerdings schon nach dem knappen 72:68-Sieg gegen den MBC aufgefallen sein, der letztendlich durch einen offensivstarken Alexander Seggelke sichergestellt wurde.
Während die Wölfe angetrieben von Sascha Leutloff und Drew Williamson über weite Strecken des Spiels systemsicherer agierten und frei von jeglicher Favoritenrolle locker ihre Vorgaben durchliefen, stockte bei den Thüringern zuweilen der Motor vor allem im Ballvortrag. Bis auf den zumindest in der Offense lebhaften Ali Seggelke lieferten die kleinen Positionen zu wenig Input, zu wenig Korbgefahr und Kreativität, produzierten zu viele Ballverluste (Jena 19 – WSF 13) aufgrund aggressiver und häufig angesetzter Full Court Press der Gäste.
Weniger Sorge bereitet hingegen das beherzte Zugreifen der Großen – Jena gewann das Rebound-Duell 44:30 – und auch wenn WSF-Center Ronald Thompson nur schwer unter Kontrolle zu bringen war, so hielt Jenas Centergarde um Adrian Moss, Ajmal Basit und Lars Buss anständig dagegen.
Entgegen der Hoffnung auf eine „Wiedergutmachung“ hinsichtlich der 66:77-Niederlage vor Wochenfrist blieb im Spiel der Thüringer leider noch vieles Stückwerk, beschränkte sich auf Einzelaktionen oder verzettelte sich bereits an der Mittellinie.
Sonntag: vs. BBC Bayreuth – 79:69
Mit einem Spiel gegen den BBC Bayreuth am späten Sonntag Nachmittag schloss sich die „Akte Lobeda-West“ für Science City Jena. Der Gast, seit nunmehr 10 Jahren ligaübergreifender und fast ständiger Wegbegleiter der Jenaer, bildete einen würdigen Kontrahenten, um das Parkett der altehrwürdigen Seelenbinderhalle zumindest basketballerisch zu versiegeln.
Mit großen Vorschußlorbeeren aus Franken gekommen, deutete Bayreuth an, das man mit Erstligaaufsteiger Jena mithalten kann. Ein Linke-Dreier zum 21:15 wurde durch zwei Distanzwürfe von Harris (18:15) und Chappell (21:18) zur Viertelpause umrahmt. Überragender Spieler bis dahin mit einem Drittel der Jenaer Punkte – Adrian Moss.
Bis zur 27.Minute nutze die Mannschaft um Trainer Björn Harmsen die eigene bisher gute Leistung, um sich auf 33:26 abzusetzen. Die zur Halbzeit verbleibende Zeit war Science City dann wieder in der Lethargie gefangen, die bereits einen souveräneren Sieg gegen Weißenfels verhindert hatte. Die Folge – ein 33:34-Rückstand zur Pause.
Jena erholte sich jedoch vom dreiminütigen Blackout und kam wieder besser in die Partie. Vor allem Sean McCaw entwickelte nun die zuletzt vermissten Scorer-Fähigkeiten und erhöhte auf 49:40. Nachdem der Jenaer Vorsprung sich in Folge eines Buss-Layup erstmals im zweistelligen Bereich befand, verkürzte ein Schlamminger-3er mit der Sirene wieder auf 55:48.
Wie bereits am Freitag war es Kapitän Ali Seggelke, der das Heft des Spiels in den entscheidenden Situationen in die Hand nahm und mit 5 Freiwürfen (beim 3er und Korbleger gefoult) wieder für ein beruhigerendes 62:51-Punktepolster sorgen konnte. Deja Vu ähnlich waren es dann jedoch Sebastian Hänel und Brandon Chappell, die den BBC bis auf 62:58 heranbrachten. Der zueltzt viel gescholtene Blake Shelton legte anschließend aus der Mittel- und Ferndistanz 5 Zähler auf und so ging es bei 67:58 in eine umkämpfte Schlussphase.
Jena marschierte – Bayreuth probierte zu folgen. Vor allem außerhalb des Perimeters versuchten die Gäste ihr Glück, fanden allerdings zur Beruhigung des Jenaer Anhangs nur selten das Ziel. Auch der treffsicherster Franke der Crunchtime, Mani Messy (69:62 & 72:66), konnte zum Schluss am verdienten Jenaer Sieg nichts mehr ändern. Die Ehre der letzten Punkte von Science City in der nun ehemaligen Thüringer Heimspiel-Bastion verblieb Sean McCaw, der mit einem verwandelten Freiwurf zum 79:69 in die Basketball-Annalen der Saalestadt eingeht.
So verabschiedeten sich Science City Jena mit 2 Erfolgen aus Jenas basketballmütterlichen Schoß in Lobeda-West und bricht zu neuen Ufern unterhalb des Jenzigs auf, die in Zukunft Mannschaften wie ALBA Berlin, Bamberg oder Bonn beherbergen werden.
Die Zuschauer hingegen dürften den Umzug in die neue Leichtbau-Halle sicher schnell verschmerzen können, wird doch in Zukunft kein Pfeiler mehr die Sicht aufs Spielfeld behindern, bekommt man die Athletik und Atmosphäre näher am Parkett sitzend viel besser zu spüren. So gesehen gewinnen alle, wenn auch mit einer sentimental dicken Träne im Knopfloch, nachdem man als OBI baskets, TuS Jena, erdgas baskets und POM baskets in Jenas Trabantenstadt alle Höhen und Tiefen der Korbjäger miterleben konnte.
Lomax
0 Kommentare
Werbung
Werbung


