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FIVE

FÜNF: Hustle & Flo

Pucki am 15.05.2007 um 08:19

Als bulliger Mann in der Zone ist Florian Hartenstein für eine robuste und kraftvolle Spielweise bekannt. Der wichtigste Muskel jedoch schlägt in seiner Brust. Auch wenn es sich nach einem fiesen Griff in die Klischee-Kiste anhört: Es gibt nun einmal Leistungen im Basketball, die auf dem Spielberichtsbogen nicht auftauchen. Das angenommene Offensiv-Foul, der ohne Rücksicht auf die eigene Gesundheit gesetzte Block oder der Sprung gen Parkett auf der Jagd nach dem herrenlosen Spielgerät. Die Amerikaner nennen es „hustle“, hierzulande müssen Ausdrücke wie Kampfgeist, Einsatzwille oder Herzblut herhalten. Center Florian Hartenstein liefert seinen Giessen 46ers genau diese Eigenschaften im Überfluss. Immerhin wird niemand einfach so Team-Kapitän – mit nicht einmal vier Punkten im Schnitt.

In seinem sechsten Jahr steht Hartenstein bei den Hessen unter Vertrag, wechselte 2001 von der University of Oregon zum Bundesligisten. „Ursprünglich hätte ich nicht gedacht, dass ich so lange bleibe“, erklärt der ehemalige Juniorennationalspieler. Trotz gesunkener Einsatzzeiten gilt der 29-Jährige als Publikumsliebling der 46ers. Neben dem „Urgestein-Bonus“ spielt hierbei auch Hartensteins offene und zugängliche Art eine Rolle. „In Gießen sind die Zuschauer besonders loyal, da schulde ich ihnen ein freundliches und kommunikatives Verhalten“, spielt der 2,05-Meter-Mann auf die konstant guten Besucherzahlen im Abstiegskampf an.

Hartensteins Spielweise ist dabei ästhetisch eher fragwürdig, 130 Kilo Kampfgewicht wollen eben erst einmal bewegt werden, in Sachen Einsatzwille dürften inzwischen aber auch die letzten Zweifler verstummt sein. Abseits des Platzes übernimmt Hartenstein für die Nachwuchsspieler, vor allem aber für Neuzugänge aus dem Ausland die Rolle des Ansprechpartners. „Ich kenne das Umfeld sehr gut und kann so den jüngeren Akteuren die Umstellung auf den europäischen Profisport erleichtern“, beschreibt „Big Flo“ seine Aufgabe. Ein großes Herz zeigt sich eben nicht nur zwischen den beiden Grundlinien.


Nach seiner Spielerkarriere zieht es Hartenstein zurück in die USA. Ehefrau Theresa hat in Oregon ein Cheerleading-Programm aufgebaut.





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