Gastschreiber

FIVE

FÜNF: Der Goldjunge

Pucki am 09.05.2007 um 19:39

In seiner Highschool-Karriere bekam D’or Fischer rund zehn Minuten Einsatzzeit. Insgesamt! Heute putzt er für Oldenburg die Bretter in der BBL. Der Lebenslauf des 2,10 Meter großen Centers enthält mehr Städtenamen als der Spielplan der Harlem Globetrotters. Die Liste umfasst vier Highschools, zwei Colleges, NBDL, polnische Liga und NBA-Summer-League. Heute verbreitet Fischer unter den Körben der BBL Angst und Schrecken. Sieben geblockte Würfe (in nicht einmal 17 Minuten) etwa im Spiel gegen Karlsruhe markierten Saisonrekord. Nicht übel für jemanden, der in seiner gesamten Highschool-Zeit nur drei Spiele absolvierte. Als reiner Freiplatz-Spieler fehlten ihm Ausbildung und Disziplin, um sich in einem organisierten Spielsystem zurechtzufinden.

Erst als D’or einen Freund zu einem Basketballcamp begleitete, schlug das Schicksal plötzlich zu. „Eigentlich war ich nur dabei, damit mein Kumpel nicht alleine gehen musste“, erinnert sich Fischer. Ein Scout der Northwestern State University bemerkte Fischers rohes Talent, prompt bekam dieser einen Platz im Team. Über vier Blocks im Schnitt brachten ihm einen Artikel in der SLAM, ein weiterer Wechsel verschaffte ihm den Posten des Backup-Centers an der West Virginia University, wo er mit FIVE-Kolumnist Joe Herber spielte. Noch immer liegt er mit 13 geblockten Würfen in einer Partie auf dem zweiten Platz in den Rekordbüchern der NCAA.

Im letzten Jahr wurde er erst kurz vor Saisonbeginn aus dem Kader der Charlotte Bobcats gestrichen. Statt auf der großen NBA-Bühne feiert Fischer nun also bei den EWE Baskets Oldenburg seine Block-Partys. Dort schätzen sie ihn jedoch nicht nur als Defensiv-Wand, sondern verlassen sich auch im Angriff immer öfter auf den Touch des 25-Jährigen. „D’or ist ein Spieler, der viel Talent mitbringt“, zeigt sich Baskets-Coach Don Beck von den Fähigkeiten seines Centers überzeugt. So führte der frisch gebackene All Star sein Team jüngst mit 23 Punkten zum Auswärtssieg beim amtierenden Meister aus Köln.


Falls eure Französisch-Skills ein wenig eingerostet sein sollten: D’or bedeutet nichts anderes als „aus Gold“. Das nennt man dann wohl mal Selbstbewusstsein.



FIVE - Basketball for Live
www.fivemag.de

0 Kommentare

 

10 Mitglieder
31 Gäste online

Anmeldung

Benutzeranmeldung

Registrieren

Passwort vergessen?

Schönen-Dunk bei FacebookSchönen-Dunk bei TwitterSchönen-Dunk-Newsfeed BIG - Basketball in Germany
 

Werbung

Werbung