WALTER Tigers Tübingen
Robert Wintermantel zum Karriereende im Interview
Lomax am 27.04.2007 um 10:55
Am Samstag, den 05. Mai 2007 bestreitet der langjährige Kapitän des SV 03 Tübingen und der WALTER Tigers Tübingen, Robert Wintermantel, seine nunmehr 17-jährige Profikarriere als Basketballspieler gegen seinen ehemaligen Verein, die Deutsche Bank Skyliners Frankfurt. Für die Tübinger bestritt der 36-jährige bisher insgesamt 34 Zweitligaspiele und 69 BBL-Begegnungen und fungierte in die ersten vier Spielzeiten als Kapitän der Mannschaft.
Mit Robert Wintermantel verlässt ein Sympathieträger die Schwaben, er wird jedoch weiter in Tübingen wohnen bleiben und die Tigers nun als Fan "hautnah und live" in der TüArena mit verfolgen. Anlässlich seines letzten Heimspiels sprach Tigers-Pressesprecher Tobias Fischer über seine langjährige Karriere als Spieler, sein zukünftiges Leben neben dem Basketball und seiner kleinen Familie. Die WALTER Tigers werden ihren "Robse" im Spiel gegen Frankfurt ehrenvoll verabschieden.
Robert, aus welcher Stadt stammst du eigentlich ursprünglich? Wo gingst du zur Schule, Zivildienst/Bundeswehr, Universität?
Ich bin in Bremerhaven geboren, jedoch zog es kurz danach meine Familie nach Heidelberg. Zu Schule ging ich in Heidelberg und Neunkirchen/Saar. Aufgrund einer Meniskusverletzung wurde ich ausgemustert. Universitäten bzw. Fachhochschulen: Junior College in Tifton, Georgia, USA, FH Darmstadt, FH Wiesbaden und ein Auslandssemester an der CEU, San Pablo in Madrid.
Was hast du studiert? Wie war Sport und Ausbildung unter einen Hut zu bringen?
International Business Administration (Diplom Betriebswirt FH). Da ich durch die vielen Trainingseinheiten und Spiele nicht am „normalen“ Studentenleben mit Lerngruppen usw. teilnehmen konnte, war es nicht einfach, aber ich kann jedem jungen Spieler nur empfehlen, auch an die „Zeit danach“ zu denken und eine Ausbildung jeglicher Art anzustreben.
Wann und wo hast du deinen ersten Profivertrag unterschrieben?
Beim BBF Dillingen (2. Bundesliga) in der Saison 1990/91.
Bei welchen Vereinen hast du wie lange gespielt?
1986 - 1988 TuS Neunkirchen - Kreisliga B, Bezirksliga
1988 - 1990 TV St. Wendel - Verbandsliga
1990 - 1991 BBF Dillingen - 2. Bundesliga
1991 - 1992 ABAC Stallions, Tifton, Georgia - NJCAA, USA
1992 - 1995 TV Langen - 2. Bundesliga
1995 - 1997 SG Braunschweig - 1. Bundesliga
1997 - 2000 TV Langen - 2.Bundesliga
2000 - 2001 Complutense, Madrid - LEB 2, Spanien
2001 - 2002 OPEL Skyliners, Frankfurt - 1. Bundesliga / Europaliga; (Februar 2002 Wechsel zum TV Langen wegen Diplomarbeit bei DELL)
2002 - 2004 SV Tübingen - 2. Bundesliga
2004 - 2007 WALTER TIGERS Tübingen - 1. Bundesliga
Wer war dein bester Trainer, dein bester Gegenspieler und dein bester Mitspieler? Bitte mit Verein!
Trainer: Miguel Angel Martin (Complutense, Madrid), ehemaliger Trainer von Real Madrid
Gegenspieler: Teomann Alibegovic (ALBA Berlin)
Mitspieler: Markus Goree, Kai Nürnberger (beide OPEL Skyliners), Mike Jackel (SG Braunschweig), Brian Jones (Walter Tigers)
Welche Erfahrungen hast du aus deiner langjährigen Profikarriere gezogen?
Basketball hat mir ermöglicht, andere Länder und andere Mentalitäten kennen zu lernen, Englisch und Spanisch sprechen zu lernen und natürlich viele gute Freunde zu gewinnen.
Du hast die letzten fünf Jahre in Tübingen gespielt. Wie fällt Dein Fazit aus?
Ich bin sehr glücklich, Teil einer Erfolgsgeschichte zu sein, die hier in Tübingen in den letzten fünf Jahren stattgefunden hat. Der knapp verpasste Aufstieg im ersten Jahr, der Aufstieg in meinem zweiten Jahr und die Etablierung in der BBL in den letzten drei Jahren erleichtern es mir, nun Platz für jüngere Spieler zu machen und mit einem guten Gefühl vom aktiven Basketball Abschied zu nehmen.
Welches waren deine größten Erfolge (allgemein/mit Tübingen)?
Der Aufstieg in die LEB mit Complutense Madrid (2000/01) und natürlich der Aufstieg in die BBL (2003/04) mit den Wahnsinnsspielen gegen Ulm.
Welches waren deine schlimmsten Erlebnisse (allgemein/mit Tübingen)?
In meiner Karriere bin ich erfreulicherweise von schweren Verletzungen verschont geblieben, deswegen fällt mir nur der tragische Tod des Bruders meines Ex-Teamkollegen Tim Burnette ein, der uns damals alle sehr mitgenommen hat.
Welches war dein bestes Spiel?
Interessanterweise war es ein Spiel gegen Tübingen mit dem TV Langen in der 2. Bundesliga (1997/98). Ich machte damals 41 Punkte gegen das Team von Claus Sieghörtner und Gerry Dietl.
Du hast in deiner letzten Saison wenig Spielzeit bekommen. Wie war dennoch der Kontakt zu den Mitspielern?
Der Kontakt ist einfach super. Wir bilden dieses Jahr wirklich eine Einheit und ich bin froh sagen zu können, dass mich meine Teamkollegen alle freundschaftlich und mit Respekt behandelt haben. Dieses Jahr hat mir, von der Mannschaftsseite aus gesehen, unheimlich viel Spaß bereitet (Rays und Kevins Comedy-Einlagen sind einfach legendär).
In den letzten drei Jahren hast Du mit drei verschiedenen Mannschaften in der BBL gespielt. Charakterisiere kurz das Team dieser Jahre?
2004/05: Eine Mannschaft, die noch sehr viel Schwung und Dynamik aus der Meisterschaftssaison gezogen hat, da der Kern zusammengehalten werden konnte.
2005/06: Viele gute Einzelspieler, jedoch fehlte es an mannschaftlicher Geschlossenheit.
2006/07: Eine Kombination aus starken Spielern und Teamgeist, die das beste Abschneiden des Vereins in der BBL verwirklichten.
Was wirst du nach all den Jahren in der Zukunft vermissen?
Ich denke, dass ich vor allem die Kameradschaft, die innerhalb einer Mannschaft herrscht, vermissen werde und vielleicht auch den Kick, den man bekommt, wenn man vor Tausenden von Zuschauern auf das Feld tritt.
Wie sieht dein weiterer beruflicher Werdegang aus?
Ich werde in meinem zweiten Beruf als Betriebswirt tätig sein.
Du bist jetzt seit bald einem Jahr Vater? Wirst du mit der Familie hier wohnen bleiben?
Ja. Mir gefällt es in Tübingen sehr gut und ich werde also zu einem der vielen gehören, die in Tübingen eine zweite Heimat gefunden haben.
Wie siehst du die Zukunft des Tübinger Basketballs?
Der Grundstein, um kurz- bis mittelfristig ein Play-off Team hier in Tübingen zu haben, wurde in den letzten Jahren gelegt und von daher sehe ich eine positive Zukunft auf den Verein, die Sponsoren und auch auf die Fans zukommen.
Wird man dich auch zukünftig als Zuschauer in der TüArena sehen oder hast du dieses Kapitel dann abgehakt?
Natürlich werde ich weiterhin mitfiebern, wenn die TIGERS spielen, da mein Herz sehr für unsere Mannschaft schlägt und ich freue mich auch schon darauf, die Spiele von der Tribüne aus zu verfolgen.
Was wirst du nach Saisonende als erstes machen?
Ich werde viel Zeit mit meiner Familie verbringen, in Urlaub gehen und ansonsten die spielfreien Wochenenden genießen.
Würdest alles wieder so machen? Wenn ja, warum?
Ja. Wie ich ja schon oben geschrieben habe, ermöglichte mir der Basketball sehr viel und ich bereue keine meiner Entscheidungen, schon gar nicht die nach Tübingen gekommen zu sein.
Was sagst du Dritten, wenn sie dich nach dem SV 03 Tübingen/WALTER Tigers Tübingen fragen?
Dass es ein solider und ambitionierter Verein mit super Fans ist, der obendrein noch in einer sehr schönen Stadt beheimatet ist.
Welche beruflichen/privaten Ziele hast du in der Zukunft?
Beruflich werde mich voll auf meine neue Arbeit konzentrieren und privat weiterhin so zufrieden sein wie jetzt.
Drei Wünsche für die Zukunft!
1. Gesundheit für meine Familie.
2. Beruflichen Erfolg.
3. Ich wünsche mir, dass man mich in guter Erinnerung behält!
Vielen Dank, Robert! Im Namen der WALTER Tigers Tübingen wünschen wir Dir für die letzten beiden Spiele viel Glück und für Deinen weiteren Lebensweg viel Erfolg und Gesundheit.
Pressemitteilung: WALTER Tigers Tübingen (Tobias Fischer)
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Mit Robert Wintermantel verlässt ein Sympathieträger die Schwaben, er wird jedoch weiter in Tübingen wohnen bleiben und die Tigers nun als Fan "hautnah und live" in der TüArena mit verfolgen. Anlässlich seines letzten Heimspiels sprach Tigers-Pressesprecher Tobias Fischer über seine langjährige Karriere als Spieler, sein zukünftiges Leben neben dem Basketball und seiner kleinen Familie. Die WALTER Tigers werden ihren "Robse" im Spiel gegen Frankfurt ehrenvoll verabschieden.
Robert, aus welcher Stadt stammst du eigentlich ursprünglich? Wo gingst du zur Schule, Zivildienst/Bundeswehr, Universität?
Ich bin in Bremerhaven geboren, jedoch zog es kurz danach meine Familie nach Heidelberg. Zu Schule ging ich in Heidelberg und Neunkirchen/Saar. Aufgrund einer Meniskusverletzung wurde ich ausgemustert. Universitäten bzw. Fachhochschulen: Junior College in Tifton, Georgia, USA, FH Darmstadt, FH Wiesbaden und ein Auslandssemester an der CEU, San Pablo in Madrid.
Was hast du studiert? Wie war Sport und Ausbildung unter einen Hut zu bringen?
International Business Administration (Diplom Betriebswirt FH). Da ich durch die vielen Trainingseinheiten und Spiele nicht am „normalen“ Studentenleben mit Lerngruppen usw. teilnehmen konnte, war es nicht einfach, aber ich kann jedem jungen Spieler nur empfehlen, auch an die „Zeit danach“ zu denken und eine Ausbildung jeglicher Art anzustreben.
Wann und wo hast du deinen ersten Profivertrag unterschrieben?
Beim BBF Dillingen (2. Bundesliga) in der Saison 1990/91.
Bei welchen Vereinen hast du wie lange gespielt?
1986 - 1988 TuS Neunkirchen - Kreisliga B, Bezirksliga
1988 - 1990 TV St. Wendel - Verbandsliga
1990 - 1991 BBF Dillingen - 2. Bundesliga
1991 - 1992 ABAC Stallions, Tifton, Georgia - NJCAA, USA
1992 - 1995 TV Langen - 2. Bundesliga
1995 - 1997 SG Braunschweig - 1. Bundesliga
1997 - 2000 TV Langen - 2.Bundesliga
2000 - 2001 Complutense, Madrid - LEB 2, Spanien
2001 - 2002 OPEL Skyliners, Frankfurt - 1. Bundesliga / Europaliga; (Februar 2002 Wechsel zum TV Langen wegen Diplomarbeit bei DELL)
2002 - 2004 SV Tübingen - 2. Bundesliga
2004 - 2007 WALTER TIGERS Tübingen - 1. Bundesliga
Wer war dein bester Trainer, dein bester Gegenspieler und dein bester Mitspieler? Bitte mit Verein!
Trainer: Miguel Angel Martin (Complutense, Madrid), ehemaliger Trainer von Real Madrid
Gegenspieler: Teomann Alibegovic (ALBA Berlin)
Mitspieler: Markus Goree, Kai Nürnberger (beide OPEL Skyliners), Mike Jackel (SG Braunschweig), Brian Jones (Walter Tigers)
Welche Erfahrungen hast du aus deiner langjährigen Profikarriere gezogen?
Basketball hat mir ermöglicht, andere Länder und andere Mentalitäten kennen zu lernen, Englisch und Spanisch sprechen zu lernen und natürlich viele gute Freunde zu gewinnen.
Du hast die letzten fünf Jahre in Tübingen gespielt. Wie fällt Dein Fazit aus?
Ich bin sehr glücklich, Teil einer Erfolgsgeschichte zu sein, die hier in Tübingen in den letzten fünf Jahren stattgefunden hat. Der knapp verpasste Aufstieg im ersten Jahr, der Aufstieg in meinem zweiten Jahr und die Etablierung in der BBL in den letzten drei Jahren erleichtern es mir, nun Platz für jüngere Spieler zu machen und mit einem guten Gefühl vom aktiven Basketball Abschied zu nehmen.
Welches waren deine größten Erfolge (allgemein/mit Tübingen)?
Der Aufstieg in die LEB mit Complutense Madrid (2000/01) und natürlich der Aufstieg in die BBL (2003/04) mit den Wahnsinnsspielen gegen Ulm.
Welches waren deine schlimmsten Erlebnisse (allgemein/mit Tübingen)?
In meiner Karriere bin ich erfreulicherweise von schweren Verletzungen verschont geblieben, deswegen fällt mir nur der tragische Tod des Bruders meines Ex-Teamkollegen Tim Burnette ein, der uns damals alle sehr mitgenommen hat.
Welches war dein bestes Spiel?
Interessanterweise war es ein Spiel gegen Tübingen mit dem TV Langen in der 2. Bundesliga (1997/98). Ich machte damals 41 Punkte gegen das Team von Claus Sieghörtner und Gerry Dietl.
Du hast in deiner letzten Saison wenig Spielzeit bekommen. Wie war dennoch der Kontakt zu den Mitspielern?
Der Kontakt ist einfach super. Wir bilden dieses Jahr wirklich eine Einheit und ich bin froh sagen zu können, dass mich meine Teamkollegen alle freundschaftlich und mit Respekt behandelt haben. Dieses Jahr hat mir, von der Mannschaftsseite aus gesehen, unheimlich viel Spaß bereitet (Rays und Kevins Comedy-Einlagen sind einfach legendär).
In den letzten drei Jahren hast Du mit drei verschiedenen Mannschaften in der BBL gespielt. Charakterisiere kurz das Team dieser Jahre?
2004/05: Eine Mannschaft, die noch sehr viel Schwung und Dynamik aus der Meisterschaftssaison gezogen hat, da der Kern zusammengehalten werden konnte.
2005/06: Viele gute Einzelspieler, jedoch fehlte es an mannschaftlicher Geschlossenheit.
2006/07: Eine Kombination aus starken Spielern und Teamgeist, die das beste Abschneiden des Vereins in der BBL verwirklichten.
Was wirst du nach all den Jahren in der Zukunft vermissen?
Ich denke, dass ich vor allem die Kameradschaft, die innerhalb einer Mannschaft herrscht, vermissen werde und vielleicht auch den Kick, den man bekommt, wenn man vor Tausenden von Zuschauern auf das Feld tritt.
Wie sieht dein weiterer beruflicher Werdegang aus?
Ich werde in meinem zweiten Beruf als Betriebswirt tätig sein.
Du bist jetzt seit bald einem Jahr Vater? Wirst du mit der Familie hier wohnen bleiben?
Ja. Mir gefällt es in Tübingen sehr gut und ich werde also zu einem der vielen gehören, die in Tübingen eine zweite Heimat gefunden haben.
Wie siehst du die Zukunft des Tübinger Basketballs?
Der Grundstein, um kurz- bis mittelfristig ein Play-off Team hier in Tübingen zu haben, wurde in den letzten Jahren gelegt und von daher sehe ich eine positive Zukunft auf den Verein, die Sponsoren und auch auf die Fans zukommen.
Wird man dich auch zukünftig als Zuschauer in der TüArena sehen oder hast du dieses Kapitel dann abgehakt?
Natürlich werde ich weiterhin mitfiebern, wenn die TIGERS spielen, da mein Herz sehr für unsere Mannschaft schlägt und ich freue mich auch schon darauf, die Spiele von der Tribüne aus zu verfolgen.
Was wirst du nach Saisonende als erstes machen?
Ich werde viel Zeit mit meiner Familie verbringen, in Urlaub gehen und ansonsten die spielfreien Wochenenden genießen.
Würdest alles wieder so machen? Wenn ja, warum?
Ja. Wie ich ja schon oben geschrieben habe, ermöglichte mir der Basketball sehr viel und ich bereue keine meiner Entscheidungen, schon gar nicht die nach Tübingen gekommen zu sein.
Was sagst du Dritten, wenn sie dich nach dem SV 03 Tübingen/WALTER Tigers Tübingen fragen?
Dass es ein solider und ambitionierter Verein mit super Fans ist, der obendrein noch in einer sehr schönen Stadt beheimatet ist.
Welche beruflichen/privaten Ziele hast du in der Zukunft?
Beruflich werde mich voll auf meine neue Arbeit konzentrieren und privat weiterhin so zufrieden sein wie jetzt.
Drei Wünsche für die Zukunft!
1. Gesundheit für meine Familie.
2. Beruflichen Erfolg.
3. Ich wünsche mir, dass man mich in guter Erinnerung behält!
Vielen Dank, Robert! Im Namen der WALTER Tigers Tübingen wünschen wir Dir für die letzten beiden Spiele viel Glück und für Deinen weiteren Lebensweg viel Erfolg und Gesundheit.
Pressemitteilung: WALTER Tigers Tübingen (Tobias Fischer)
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