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Chemnitz: Toni Radic wird neuer Cheftrainer

sid am 08.03.2007 um 17:38

Auf der heutigen Pressekonferenz stellte die BV Chemnitz 99 ihren neuen Headcoach vor. Toni Radic wird Mike Smith auf dem Trainerstuhl beerben. Der Kroate ist seit Mittwochabend in Chemnitz und leitete bereits am Donnerstagmorgen das erste Training. Er bekommt zunächst einen Vertrag bis zum Saisonende. An der Seite des 39-jährigen werden weiterhin Rayk Lorz und Andreas Obenaus als Co-Trainer fungieren.

Toni Radic wurde am 11. August 1967 geboren und entdeckte bereits früh seine Leidenschaft für den Basketball. Nach vielen Stationen in Zagreb kam er 1992 das erste Mal nach Deutschland und spielte für den SC Rist Wedel in der Regionalliga. Leider musste er dann aufgrund einer Verletzung seine aktive Karriere schon in jungen Jahren beenden. Daraufhin wechselte Radic ins Trainergeschäft und arbeitete in der Folgezeit vorrangig mit Jugendteams in Deutschland und den Balkanstaaten. Später organisierte er Sichtungscamps für talentierte Spieler. Um sich selber weiterzubilden, nahm er 1999 den Co-Trainer-Posten an der amerikanischen Lake Region Highschool an und hospitierte nebenbei an der University of Southern Florida.

Seine erste namhafte Station in Europa war der Mitteldeutsche BC. Bei dem damaligen BBL-Club arbeitete Radic 2001/02 zunächst als Co-Trainer und übernahm nach Schneemanns Entlassung den Chefposten. 2003 kam der nächste Schritt, als er im Sichtungscamp des italienischen Spitzenclubs Benetton Treviso Assistenztrainer war. Im Folgejahr bekleidete Radic die gleiche Position in der Sommerliga des NBA-Clubs Los Angeles Clippers. Seit 2000 war der Kroate zudem beim russischen Verband angestellt und unter anderem für das Individualtraining vieler Nationalspieler verantwortlich. Seit 2004 betrieb er diesen Job für den kroatischen Verband und intensivierte seine Zusammenarbeit mit sämtlichen Nationaltrainern.

Der neue NINERS-Trainer verfügt also über ein gehöriges Maß an internationaler Erfahrung. Zugleich spricht Radic neben Kroatisch und Englisch auch Russisch und Deutsch. Demnach könnte er mit jedem Chemnitzer Spieler in dessen Muttersprache kommunizieren, wobei natürlich Englisch die Amtssprache im Basketball bleibt. Zudem ist Radic dafür bekannt, aus jedem Spieler das Optimum herauszukitzeln. Dabei hilft ihm sicherlich auch, dass er in seiner jahrelangen Karriere schon mit den unterschiedlichsten Charakteren erfolgreich zusammen gearbeitet hat.

Toni Radic freut sich sehr auf seine Trainertätigkeit bei den NINERS und attestiert dem Team zugleich großes Potential: „Die Spieler sind sehr talentiert. Mein Ziel ist es, daraus ein gut funktionierendes Team zu schaffen.“ Den Weg dorthin zeigt er ebenfalls auf: „Meine Spieler müssen rennen, rennen und nochmals rennen. Wer das nicht will, sitzt ganz schnell auf der Bank. Doch ich will den Spielern auch die Freude am Basketball zurückgeben. Wenn es den Jungs wieder Spaß macht, dann gibt jeder freiwillig mehr und dann kommt der Erfolg von allein.“

Breitengüßbach – der erste Prüfstein
Der neue Trainer ist noch nicht mal einen Tag in Chemnitz und hat schon alle Hände voll zu tun. Denn bereits am Samstag steht mit dem Duell gegen den TSV Breitengüßbach das erste schwere Spiel an. Der Tabellen-8. brennt nach 6 Niederlagen in Folge auf einen Sieg und gilt als unberechenbar. Vor 2 Wochen unterlagen die Franken in Jena erst nach Verlängerung und haben sich mittlerweile mit dem US-Boy Marcus Bailey verstärkt. Zudem werden mit Hauer und Betz wieder 2 Spieler an Bord sein, die schon bei Kooperationspartner Bamberg BBL-Luft schnuppern durften.

Im Hinspiel lagen die NINERS lange Zeit in Breitengüßbach zurück und konnten sich erst in der 2. Halbzeit den knappen 86:79-Sieg sichern. Die Trendwende kam damals vor allem mit einem furios aufspielenden Oliver Braun. Der Center nutzte clever seine Größenvorteile und spielte gegen die junge Frankentruppe seine ganze Routine aus. Ähnliches erhofft sich Co-Trainer Lorz auch für Samstag: „Wir sind unter den Körben einfach größer besetzt und müssen diesen Vorteil konsequent ausnutzen.“ Große Probleme bereiteten im Hinspiel aber vor allem die unnötigen Ballverluste. „Hier müssen wir von Beginn an deutlich konzentrierter agieren.“, warnt Lorz.

Noch nicht optimal kann sich der neue Cheftrainer Toni Radic auf das Spiel vorbereiten. „Ich bin erst gestern Abend in Frankfurt gelandet und habe seit dem kaum geschlafen. Ich verbringe jede freie Minute damit, Spielvideos zu schauen und Scoutingberichte zu lesen.“, beschreibt Radic seinen Tagesablauf. Auch Lorz bestätigt den Stress dieser Tage: „Ich verbringe viel Zeit mit Toni und versuche ihm so viel wie möglich über unser Team und die Gegner zu sagen. Dabei gehen Toni nie die Fragen aus.“ Dennoch blickt Radic dem nächsten Spiel optimistisch entgegen: „Die Spieler sind erstmal in einer guten konditionellen Verfassung und können ja alle Basketball spielen. Deshalb liegen meine Hauptaufgaben bis Samstag vor allem im mentalen Bereich.“

In den nächsten Wochen soll sich aber Einiges ändern. Radic: „Meine Philosophie von Basketball beinhaltet eine sehr intensive Spielweise über 40 Minuten. Deshalb wäre täglich zweimal Training optimal. Leider geben das unsere Hallenzeiten noch nicht her.“ Neben diesen praktischen Dingen strebt Radic auch Veränderungen im theoretischen Bereich an: „In Zukunft wird auch das Training gefilmt und ausgewertet. So kann ich das Team noch besser kennenlernen und Fehler korrigieren.“ Insgesamt soll auch das Gegnerscouting intensiviert werden. Hier wird sich in den nächsten Wochen deutlich die Handschrift eines Trainers zeigen, der eben genau in diesem Bereich bereits seit Jahren international tätig ist.

Es gibt viel zu tun und eigentlich bleibt dafür kaum Zeit. Denn bereits ab nächster Woche geht es Schlag auf Schlag gegen die absoluten Spitzenteams der Liga. Mit Hinblick darauf drückt Radic massiv auf die Euphoriebremse: „In Chemnitz herrscht eine riesige Erwartungshaltung. Doch die Öffentlichkeit muss sich von dem Gedanken lösen, dass wir jeden Gegner schlagen werden. Ich verspreche, dass bei mir jeder Spieler 100 Prozent geben wird. Dennoch kann es passieren, dass der Kontrahent mal stärker war. Niederlagen gehören zum Sport dazu und man muss damit richtig umzugehen wissen. Dann wird der Weg auch irgendwann wieder nach oben führen.“

Mit Hinblick auf das Spiel gegen Breitengüßbach musste Radic zugleich die erste Hiobsbotschaft verdauen. NINERS-Topscorer Jaivon Harris leidet momentan unter muskulären Problemen und droht für die Samstagspartie auszufallen. „Er könnte theoretisch spielen. Aber dann bestünde ein großes Risiko, dass sich Jay richtig verletzt und für den Rest der Saison ausfällt. Deshalb wird er am Samstag vielleicht nur wenige Minuten spielen.“, erklärt Radic. Auch Avi Kazarnovski und Dominique Klein konnten zuletzt nur eingeschränkt trainieren. „Zusammen haben wir 2 gesunde Beine.“, nahmen es beide Akteure am Diestagabend mit Galgenhumor.

TERMIN: Chemnitz 99ers vs. TSV Breitengüßbach, Samstag, 10.03.07, 19:30 Uhr, Chemnitz

Pressemitteilung: BV TU Chemnitz (Matthias Pattloch)

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