BG Karlsruhe

Fakten und deren Interpretation

Lomax am 22.01.2007 um 10:45

Die Fakten des Samstagabend lasen sich wie folgt: Die BG verliert in der Rundsporthalle gegen den neuen Tabellenführer EnBW Ludwigsburg mit 99:83 und bleibt damit Tabellenletzter. Denn auch das ist Fakt: Eine „rote Laterne“ gibt man nicht mit Niederlagen ab. Bleiben also nur die Kommunizierung und Interpretation dieser Fakten. Bezogen auf die Pressemeldungen vor dem Spiel, die bereits „das Pfeifen im Walde“ in den Verlautbarungen BG-Verantwortlicher ausgemacht hatten, kann die Interpretation nach einer 16-Punkt-Differenz-Niederlage wohl nur lauten: „Die BG kassiert eine weitere Pleite“ bzw. „… die Lage bei der BG hat sich dramatisch zugespitzt.“

Erez Bittman räumte auf der Pressekonferenz nach dem Spiel ein, dass man sich bei einer Niederlage kaum freuen könne. Und doch gab es viele Dinge, die man durchaus als Hoffnungsschimmer verzeichnen darf. Da war z.B. der Beginn des Spiels, als die EnBW aus ihrem anfänglichen Ballbesitz nichts machen konnte, und ein deutlich stabilisierter Stefan Svitek gleich seinen ersten Dreierversuch erfolgreich zur ersten Führung verwandelte. Diese wurde von Joel und Dominic Jones kurzfristig auf 2:7 ausgebaut. Dann kam der erste Bruch im Spiel, den die Gastgeber mit einem 9:0-Lauf quittierten. Bittman reagierte, indem er nach 4:10 Minuten den überraschend in der Starting five agierenden David McCray durch Dave Fergerson ersetzte. Eine Minute späte nahm der Headcoach der BG dann die erste Auszeit, nachdem Jerry Green Dave Fergerson zweimal vorgeführt hatte: Einmal, als er bei einem erfolgreichen Korbversuch noch einmal das Foul zog und etwas später, als er Fergerson den Ball stahl und mit einem goldenen Zuspiel die 16:9-Führung der EnBW einleitete. Auch Vorne wollte Fergerson nichts gelingen, und es war nach einem Fehlversuch dem beherzt zupackendem Domonic Jones zu verdanken, dass der Ball zum 16:11 durch die Reuse rutschte. Es folgten die Punkte zum 16:13 durch Ryan Bond, der – wie Svitek- eine deutlich konstantere Leistung als in den vorangegangenen Partien bot. Dass das erste Viertel trotzdem mit 26:19 verloren ging, war weniger einer völlig verunsicherten BG zuzuschreiben, als vielmehr einem glänzend aufgelegtem Spielmacher in Gelb und dem dankbaren Abnehmer Nate Harris, der alleine in den ersten zehn Minuten 12 Punkte markierte.

Das zweite Viertel ging mit -5 an die Hausherren, doch als es beim Stand von 54:42 in die Halbzeitpause ging, mussten selbst die Kritiker einräumen, dass hier eine andere BG auf dem Parkett spielte als die Wochen zuvor: Eine 60%ige Dreierquote (sechs von zehn) und zwei Namensvettern, die mit 13 Punkten bereits im zweistelligen Bereich lagen, hatte der spärlich angereiste Karlsruher Anhang wohl schon lange nicht mehr geboten bekommen. Zusatzüberraschung an diesem Abend: Sheiku Kabba trug wieder das BG-Trikot und war sichtlich engagiert! Vielleicht war es auch die Kulisse, die zu einem guten Spiel beider Mannschaften beitrug: Auf der einen Seite zauberte Jerry Green und setzte seine Mitspieler glänzend in Szene ( bester Auftritt: Seine Vorarbeit zu Mittmanns Dreier zum 36:24!), auf der anderen Seite wirbelten Domonic und Joel Jones mit ihrer einzigartigen Dynamik.

Was zum Spiel trotz der Niederlage auch zu vermerken war: Die BG brach an diesem Abend nicht auseinander. Immer, wenn Ludwigsburg aus seiner Überlegenheit heraus mit Zaubereien glänzen wollte, kam eine kampfbetonte Antwort. Nach zwei Rückhandpässen und einem erfolgreichen Abschluss zur zwischenzeitlichen 48:33- Führung der Schwaben, antwortete Stefan Svitek mit einem persönlichen 5:0-Lauf, ehe Domonic Jones einen Fast-Break erfolgreich zum 48:40 abschloss und anschließend den fälligen Freiwurf noch nutzte, um auf sieben Punkte zu verkürzen. Diese Aussage gilt auch für die zweite Halbzeit, in der das dritte Viertel mit -4 abgegeben wurde, ehe das Schlussviertel mit 23:23 unentschieden gestaltet werden konnte.

Dementsprechend zeigte sich auch der im Erfolg Vernunft bewahrende Silvano Poropat von der Haltung der Gäste angetan: „Karlsruhe hat nie aufgegeben.“ Dass sein Team trotzdem „souverän“ gewonnen hatte, kann man unumwunden zugeben. Der Nachbar aus Ludwigsburg steht zurecht dort, wo er ist. Die BG hat sich ihre eigene Tabellensituation selbst zuzuschreiben, hat aber an diesem Abend eindeutig gezeigt, dass sie nicht gewillt ist, sich mit ihr abzufinden.

Neben den zum Teil hervorragenden Leistungen der Spieler, haben die Verantwortlichen aus den schlechten Seiten der Auftritte ihre Konsequenzen gezogen und werden im Laufe der Woche einen neuen Point- Guard präsentieren. Für das Spiel gegen Braunschweig heißt es dann auf alle Fälle: Nicht nur schön spielen, sondern auch mit einem Erfolg „das Pfeifen im Wald“ in greifbare Wahrheiten zu verwandeln.

Für die BG trafen: J. Jones 31/4, D. Jones 21/1, Bond 13, Svitek 10/2, Fergerson 3/1, Kabba 2, Cipriano 2, Hornig 1

Schützen der EnBW: Harris 25/2, Mittmann 15/5, Cukinas 12, Scott 10/2, Green 10, Foster 8/2, do Nascimento 8, Dourisseau 7/1, Goljovic 4

Pressemitteilung: BG Karlsruhe (Olav Sprenger)

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