Dimplex Falke Nürnberg

Siegreich in die Weihnachtspause

sid am 22.12.2006 um 16:46

"Basketball ist ein komisches Spiel", leitete Stephan Harlander, Cheftrainer der SELLBYTEL Baskets Nürnberg, seine Ausführungen auf der Pressekonferenz nach dem Duell mit den Giessen 46ers ein und beim Rückblick auf das Spielgeschehen kamen viele der 1900 Zuschauer in der ARENA NÜRNBERGER VERSICHERUNG wohl zum selben Schluss. 68:67 (37:38) besiegten die mittelfränkischen Hausherren ihre mittelhessischen Gäste, nur ein paar Zentimeter, um die der letzte Wurfversuch des Giesseners Pinnock sein Ziel verfehlte, konnten an diesem Donnerstagabend den Unterschied zwischen Freud und Leid machen.

"Ich hatte in einigen Phasen den Eindruck, wir hätten die Partie im Griff, aber im letzten Viertel fanden wir leider keinen Rhythmus. Dennoch bin ich überzeugt, dass wir unsere Spiele gewinnen werden und die Liga halten", gab Giessens Coach Ken Scalabroni zu Protokoll, der über die verpasste Chance, sich vor der bevorstehenden kurzen Spielpause weiter von den Abstiegsplätzen abzusetzen, sichtlich enttäuscht war. Hervorragend eingestellt und konzentriert starteten seine Mannen zunächst ins Spiel, so dass Nürnberg bereits nach vier Minuten beim Stand von 4:11 in einer Auszeit auf Zonenverteidigung umstellte, um dem bis dahin veranstalteten Angriffswirbel der Gäste Einhalt zu gebieten. Bis zum Ende des Spielabschnitts (19:25) blieb die Differenz jedoch beinahe konstant, weil die in den letzten Spielen konstante Reboundarbeit vernachlässigt wurde und selbst "unmögliche" Würfe der Scalabroni-Truppe wie an einer unsichtbaren Schnur gezogen ihren Weg in den Korb zu finden schienen. Der von Dwayne Lee herrlich freigespielte Sean Walker konnte mit seinem ersten Dreier zum 26:28 die SELLBYTEL Baskets wieder in Schlagdistanz bringen, Giessen nutzte das Momentum nach einem technischen Foul gegen Michael Lake jedoch aus, um auf acht Zähler wegzuziehen. Über den Einsatz kamen die Falken zurück, verwerteten zweimal im Nachfassen und zogen fortan energisch zum Korb, wo sie oft nur durch Fouls zu stoppen waren. Eine 11:4-Serie zum Pausenstand von 37:38 war die Folge.

Giessen suchte zu Beginn der zweiten Halbzeit verstärkt den in den ersten zwanzig Minuten wegen einer kleinen Verletzung und Fouls nur wenig eingesetzten Robert Maras, bei Nürnberg übernahm Michael Lake die Initiative und besorgte mit dem 43:42 die erste Führung seit dem 2:0. Bis auf einen weiteren Lake-Dreier sollten dies jedoch für sieben Minuten die einzigen Nürnberger Punkte bleiben, vor allem Soto Gioulekas biss sich an der hervorragend auf ihn eingestellten Gästeabwehr immer wieder die Zähne aus und wurde von Pinnock und Francois mehrfach sehenswert abgeräumt, ohne dass die 46ers in diesem Viertel auch nur ein einziges Foul begehen mussten. Beim Stand von 46:55 schien das Spiel für Nürnberg einen nur allzu gewohnten Verlauf zu nehmen, doch Dwayne Lee brachte sein Team mit fünf Zählern durch das kurze Tief und stellte vor den letzten zehn Minuten den Anschluss wieder her (51:56). Robert Dühring legte mit einem Korbleger nach Spinmove den Grundstein für einen 15:3-Lauf, innerhalb von zehn Minuten hatte sich das Blatt gewendet. Als Terdenge nach einem Verzweiflungsdreier von Roessler jedoch der Ball in die Hände fiel und der Power Forward die ersten beiden von sechs eigenen Punkten in Serie erzielen konnte, witterte Giessen Morgenluft und schoss sich durch einen 8:0-Run 64 Sekunden vor Schluss wieder mit einem Zähler in Front. Nach anschließenden missglückten Angriffen auf beiden Seiten waren nun wieder die SELLBYTEL Baskets am Zug und eine lange Passstaffette fand den zuvor mit 1/6 aus dem Feld glücklosen Ryan DeMichael, dessen Sprungwurf aus der Halbdistanz zum 68:67 durch die Reuse zischte. Mit dem vierten Teamfoul stoppte Michael Lake anschließend Pinnocks Versuch, zum Korb zu ziehen, bei noch 17 Sekunden auf der Uhr stellte sich in der Auszeit nun die Frage, ob man foulen solle oder nicht. "Ich war mir sicher, dass sie über Pinnock gehen und fühlte mich in der Lage ihn ohne Foul zu stoppen", berichtete Michael Lake nach der Partie und sah sich nicht getäuscht. Giessens Guard ließ sich lange Zeit, stieg knapp innerhalb der Dreierlinie hoch und setzte unter Bedrängnis den Ball an den Ring, von wo ihn sich der in der Luft zu stehen scheinende Ryan DeMichael angelte, womit er endgültig zum Mann der Schlussphase wurde. Terdenges Foul mit der Sirene kam zu spät, Nürnberg hatte den Krimi für sich entschieden.

"Wir haben durch den Sieg in Bonn Selbstvertrauen getankt, das uns heute sehr geholfen hat", sah Stephan Harlander vor allem psychologische Gründe für den Sieg seiner Mannschaft. "Michael Lake und Robert Dühring haben sich heute ein Sonderlob verdient, aber wichtig war, dass wir als Team heute sehr gut aufgetreten sind und jeder das beigetragen hat, was er konnte." Nach den beiden jüngsten Erfolgserlebnissen haben die Spieler nun bis 29.12. frei, am 06.01. empfängt man die Bayer Giants Leverkusen und will die kleine Serie fortsetzen. "Nichts ist so unwichtig wie vergangene Siege", richtete der Headcoach der SELLBYTEL Baskets den Blick bereits auf die Aufgaben im Jahr 2007.

Nürnberg: Lake (17), Lee (14), Gioulekas (11), Walker (8), DeMichael (6), Rouse (6), Nees (3), Dühring (3).

Giessen: Pinnock (17), Maras (10), Terdenge (9), Roessler (9), Trotter (6), Snider (5), Francois (4), Head (4), Hartenstein (3), Kalve.

Die SELLBYTEL Baskets Nürnberg wünschen allen Basketballfans ein schönes Weihnachtsfest und einen guten Start ins Jahr 2007!

Pressemeldung: SELLBYTEL Baskets Nürnberg

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