BG Karlsruhe
Aus der Balance - Niederlage gegen Bonn
sid am 14.12.2006 um 09:01
Als die BG in der Vorbereitungszeit auf diese Saison auf Einladung des Fitnesstrainer Mike Steverding in die Pfalz in einen Hochseilgarten ging, war die erste Herausforderung eine Gemeinschaftsaufgabe: Die Mannschaft sollte geschlossen auf einer Wippe balancierend ein Gleichgewicht finden. Was leicht aussah, entpuppte sich schnell als echte Herausforderung, und das sah man auch gestern Abend beim Spiel der BG gegen die Telekom Baskets aus Bonn in der Europahalle. Nach der Erkenntnis, dass die Mannschaft zu brav sei, fand das Team nicht die gesunde Härte, für erfolgsorientierten physischen Einsatz, sondern zeigte lediglich, dass es aus Spielern besteht, die durchaus in der Lage sind auszuteilen. Und wer das macht, muss auch einstecken können: Mit Peter Cipriano, Sheiku Kabba und Stefan Fahrad traf es gleich drei Spieler, die mit dem fünften Foul vorzeitig aus dem Geschehen ausgeschlossen waren. Auch das richtige Maß für die Wurfauswahl fehlte. Hatten Kritiker vor dieser Partie bemängelt, die Spieler würden ohne jedes Selbstvertrauen untereinander die Verantwortung für den entscheidenden Wurf herumreichen, bekam man gestern vorgeführt, was passiert, wenn die Akteure die Verantwortung übernehmen: Von 22 Distanzwürfen fand lediglich einer von Sheiku Kabba den Weg durch die Reuse des Bonner Korbes. Das sind fünf Prozent Wurfquote bei den Dreiern, die die Quote aus dem Feld auf 29% minimierten. Oder wie Michael Koch es in der Pressekonferenz formulierte: „… Und die Ausbeute bei den Würfen auf Seiten der Karlsruher war…- na ja, eher bescheiden.“
Bescheiden sind inzwischen, nach der achten Niederlage in Folge auch die Ansprüche der BG Karlsruhe geworden. Horst Schmitz sprach davon, dass man sich in der Winterpause für die „Mission Klassenerhalt“ neu aufstellen werde. Auf Rückfrage eines Journalisten präzisierte er: „Man wechselt für den Erfolg sicherlich nicht den Physiotherapeuten oder Mannschaftsarzt aus, sondern entweder Spieler oder Trainer.“ Ansonsten fand der Headcoach der BG deutliche Worte zu der gebotenen Leistung, ohne eine Haar zwischen sich und das Team kommen zu lassen: „WIR spielen derzeit sicher nicht unseren besten Basketball. Mit solchen Leistungen gehören WIR zu den schlechtesten Teams der Liga.“
Mit dieser Aussage betonte Schmitz den Teamgeist, der in den ersten Minuten der Partie vor 2.500 Zuschauern auch noch zu spüren war. Kabba, Jones, Ewodo, Svitek und Bond spielten zwar als Starting five ohne Unterstützung der South-Stars, die sich aus Protest für die bisherigen Leistungen das erste Viertel schnekten, hielten gegen die Gäste aber ordentlich mit. Nach einer guten Verteidigungsleistung Ewodos gegen Conley markierte Jones die ersten Punkte der BG zum 2:0. Und nach Schiffners Antwort in Form eines Dreiers, legten Bond, Kabba und wieder Jones zum 8:3 vor. Leider vergaß man darüber wieder die Defense, was Schiffner zu seinem zweiten Dreier und die Bonner zu einem ausgeglichenem Spielstand nutzten. Nach sechs Minuten stand es 9:9 und jeweils zwei Fouls für Bowler, Kruel und Bond zeugten von körperbetontem Einsatz. Erst gegen Ende der ersten zehn Minuten setzten sich die Bonner ab. Mit einer Presse sorgten sie für Fehler im Ballvortrag der BG, kamen über einen weiteren Dreier von Schiffner und Freiwürfen von Cline-Heard zu einem 11:17-Vorsprung. Der sechs-Punkte Vorsprung konnte von den Gästen in der Restzeit verwaltet werden. Das zweite Viertel begann dann mit der Unterstützung der South- Stars auch nicht schlecht: Zwar hatten die Bonner den ersten Punkterfolg, doch dann schnappte sich Sheiku Kabba den Ball, spielte einmal schnell, markierte die Punkte zum 15:21 und zog ein Foul. Der Freiwurf verkürzte den Abstand wieder auf fünf Punkte. Nach vier Minuten im zweiten Spielabschnitt nahm Koch eine Auszeit, nachdem sein Team zweimal erfolglos die Shot- clock heruntergespielt hatte. Danach war es aber erst einmal die BG, die wieder ins Spiel fand. Stefan Svitek verkürzte auf 20:23 und zog bei -3 ein Offensivfoul von Flomo. Doch statt die Chance zum Anschluss zu nutzen, beging Bond ebenfalls ein Offensivfoul, was Cline-Heard zum 22:27 annahm. Kabbas einziger Dreier liess noch einmal Hoffnung beim 25:27 aufkommen, ehe zwei Minuten vor der Halbzeitpause alle Bemühungen zunichte gemacht wurden. Peter Cipriano beging ein Teamfoul, und die Reaktion der Karlsruher Bank wurde mit einem technischen Foul „belohnt“. Die Bonner bedankten sich mit einem 0:6- Lauf und verabschiedeten sich mit 29:37 in die Kabine. Nach der Halbzeit war es die angesprochene Wurfquote der BG, die den Hausherren zu schaffen machte: In fünf Minuten drei Punkte waren zu wenig, um die Gäste unter Druck zu setzen. Erst beim Stand von 32:47 wachte die BG wieder auf: Peter Cipriano hatte das Team mit vier Punkten wieder „wach geküsst“, versetzte es aber mit einem unsportlichen Foul im Anschluss wieder in Dornröschenschlaf. Auch dieses Viertel ging- wie alle anderen – verloren, und erst kurz vor Ende des Spielabschnitts konnte Ewodo sich mit Freiwürfen zum 43:53 als erster BG-Spieler mit zweistelliger Punktezahl auszeichnen.
Im letzten Viertel kam das übliche déjà- vu für BG-Fans, als die Mannschaft auseinanderbrach: Alle Spieler verzettelten sich in Einzelaktionen, die den Bonnern Ballbesitz und leichte Punkte bescherten. Vier Minuten vor Ende der Partie kam mit 54:73 die erste große Abwanderungswelle der Zuschauer, die sich damit den 4:13-Lauf der Gäste ersparten.
Es war neben der achten Niederlage in Folge aller Voraussicht nach auch der letzte Auftritt von Sheiku Kabba im Trikot der Badener. Nach dem Spiel wurde dem Guard mitgeteilt, dass man von einer Vertragsverlängerung Abstand nehme. Seine erste Reaktion war die Bekundung, am Sonntag gegen Köln auf einen Einsatz verzichten zu wollen.
Was man für die letzte Partie in diesem Jahr gegen den Deutschen Meister erwarten darf bleibt offen, wobei Schmitz nicht verhehlen wollte, dass die Winterpause zum richtigen Zeitpunkt kommt.
Die Punkte der BG: Ewodo 14, Kabba 10/1, Jones 10, Svitek 7, Bond 6, Cipriano 4, Fahrad 3, M`Balla 2, Hornig 2
Telekom Baskets Bonn: Conley 15, Schiffner 14/4, Cline-Heard 12, Gardner 11/1, Bowler 11, Mazeika 10, Kruel 6, Flomo 3, Markovic 2, Kolodziejski 2
Pressemeldung: BG Karlsruhe (Olav Sprenger)
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Bescheiden sind inzwischen, nach der achten Niederlage in Folge auch die Ansprüche der BG Karlsruhe geworden. Horst Schmitz sprach davon, dass man sich in der Winterpause für die „Mission Klassenerhalt“ neu aufstellen werde. Auf Rückfrage eines Journalisten präzisierte er: „Man wechselt für den Erfolg sicherlich nicht den Physiotherapeuten oder Mannschaftsarzt aus, sondern entweder Spieler oder Trainer.“ Ansonsten fand der Headcoach der BG deutliche Worte zu der gebotenen Leistung, ohne eine Haar zwischen sich und das Team kommen zu lassen: „WIR spielen derzeit sicher nicht unseren besten Basketball. Mit solchen Leistungen gehören WIR zu den schlechtesten Teams der Liga.“
Mit dieser Aussage betonte Schmitz den Teamgeist, der in den ersten Minuten der Partie vor 2.500 Zuschauern auch noch zu spüren war. Kabba, Jones, Ewodo, Svitek und Bond spielten zwar als Starting five ohne Unterstützung der South-Stars, die sich aus Protest für die bisherigen Leistungen das erste Viertel schnekten, hielten gegen die Gäste aber ordentlich mit. Nach einer guten Verteidigungsleistung Ewodos gegen Conley markierte Jones die ersten Punkte der BG zum 2:0. Und nach Schiffners Antwort in Form eines Dreiers, legten Bond, Kabba und wieder Jones zum 8:3 vor. Leider vergaß man darüber wieder die Defense, was Schiffner zu seinem zweiten Dreier und die Bonner zu einem ausgeglichenem Spielstand nutzten. Nach sechs Minuten stand es 9:9 und jeweils zwei Fouls für Bowler, Kruel und Bond zeugten von körperbetontem Einsatz. Erst gegen Ende der ersten zehn Minuten setzten sich die Bonner ab. Mit einer Presse sorgten sie für Fehler im Ballvortrag der BG, kamen über einen weiteren Dreier von Schiffner und Freiwürfen von Cline-Heard zu einem 11:17-Vorsprung. Der sechs-Punkte Vorsprung konnte von den Gästen in der Restzeit verwaltet werden. Das zweite Viertel begann dann mit der Unterstützung der South- Stars auch nicht schlecht: Zwar hatten die Bonner den ersten Punkterfolg, doch dann schnappte sich Sheiku Kabba den Ball, spielte einmal schnell, markierte die Punkte zum 15:21 und zog ein Foul. Der Freiwurf verkürzte den Abstand wieder auf fünf Punkte. Nach vier Minuten im zweiten Spielabschnitt nahm Koch eine Auszeit, nachdem sein Team zweimal erfolglos die Shot- clock heruntergespielt hatte. Danach war es aber erst einmal die BG, die wieder ins Spiel fand. Stefan Svitek verkürzte auf 20:23 und zog bei -3 ein Offensivfoul von Flomo. Doch statt die Chance zum Anschluss zu nutzen, beging Bond ebenfalls ein Offensivfoul, was Cline-Heard zum 22:27 annahm. Kabbas einziger Dreier liess noch einmal Hoffnung beim 25:27 aufkommen, ehe zwei Minuten vor der Halbzeitpause alle Bemühungen zunichte gemacht wurden. Peter Cipriano beging ein Teamfoul, und die Reaktion der Karlsruher Bank wurde mit einem technischen Foul „belohnt“. Die Bonner bedankten sich mit einem 0:6- Lauf und verabschiedeten sich mit 29:37 in die Kabine. Nach der Halbzeit war es die angesprochene Wurfquote der BG, die den Hausherren zu schaffen machte: In fünf Minuten drei Punkte waren zu wenig, um die Gäste unter Druck zu setzen. Erst beim Stand von 32:47 wachte die BG wieder auf: Peter Cipriano hatte das Team mit vier Punkten wieder „wach geküsst“, versetzte es aber mit einem unsportlichen Foul im Anschluss wieder in Dornröschenschlaf. Auch dieses Viertel ging- wie alle anderen – verloren, und erst kurz vor Ende des Spielabschnitts konnte Ewodo sich mit Freiwürfen zum 43:53 als erster BG-Spieler mit zweistelliger Punktezahl auszeichnen.
Im letzten Viertel kam das übliche déjà- vu für BG-Fans, als die Mannschaft auseinanderbrach: Alle Spieler verzettelten sich in Einzelaktionen, die den Bonnern Ballbesitz und leichte Punkte bescherten. Vier Minuten vor Ende der Partie kam mit 54:73 die erste große Abwanderungswelle der Zuschauer, die sich damit den 4:13-Lauf der Gäste ersparten.
Es war neben der achten Niederlage in Folge aller Voraussicht nach auch der letzte Auftritt von Sheiku Kabba im Trikot der Badener. Nach dem Spiel wurde dem Guard mitgeteilt, dass man von einer Vertragsverlängerung Abstand nehme. Seine erste Reaktion war die Bekundung, am Sonntag gegen Köln auf einen Einsatz verzichten zu wollen.
Was man für die letzte Partie in diesem Jahr gegen den Deutschen Meister erwarten darf bleibt offen, wobei Schmitz nicht verhehlen wollte, dass die Winterpause zum richtigen Zeitpunkt kommt.
Die Punkte der BG: Ewodo 14, Kabba 10/1, Jones 10, Svitek 7, Bond 6, Cipriano 4, Fahrad 3, M`Balla 2, Hornig 2
Telekom Baskets Bonn: Conley 15, Schiffner 14/4, Cline-Heard 12, Gardner 11/1, Bowler 11, Mazeika 10, Kruel 6, Flomo 3, Markovic 2, Kolodziejski 2
Pressemeldung: BG Karlsruhe (Olav Sprenger)
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