Dimplex Falke Nürnberg

An den eigenen Nerven gescheitert

sid am 10.12.2006 um 10:44

Lange schien das Ende der Durststrecke greifbar, am Ende durften jedoch wieder nur die Gegner jubeln. Auch im zwölften Ligaspiel gingen die SELLBYTEL Baskets Nürnberg geschlagen vom Parkett, die New Yorker Phantoms Braunschweig sicherten sich am Samstagabend vor 2000 Zuschauern in der ARENA NÜRNBERGER VERSICHERUNG mit 78:69 (36:34) ihren sechsten Saisonerfolg. Zwar stemmten die Gastgeber, bei denen Sean Walker aufgrund einer im Training erlittenen Bänderverletzung am Daumen nicht zur Verfügung stand, sich energisch gegen die Niederlage, die Gäste erwiesen sich im Schlussabschnitt mit 50% aus dem Feld und neun erfolgreichen Freiwürfen bei zehn Versuchen jedoch als zu abgebrüht, um die Partie noch aus der Hand zu geben.

Wieder einmal wurde der Wunde Punkt der SELLBYTEL Baskets offenbar, der Mannschaft fehlt eine sichere Scoringoption, die hervorragende Arbeit am offensiven Brett (21 Offensivrebounds) ging in der schwachen Feldwurfquote von 36% unter. In Schwächephasen der Gegner gelingt es nicht, sich Punktepolster zu erarbeiten, eigene Aufholjagden kosten zuviel Energie, die zu Spielende dann fehlt. Weder vom Perimeter – gegen Braunschweig gelang nur ein Treffer bei 24 Versuchen! – noch aus dem Lowpost können die Franken bisher beständig punkten. Während Stephan Harlander darauf baut, dass seine Schützen, allen voran Flügelspieler Soto Gioulekas, der mit nur zwei Treffern bei 20 Feldversuchen wohl einen der schwärzesten Tage seiner Karriere erwischte, ihre Treffsicherheit in Zukunft wieder deutlich steigern können, will er auf der Centerposition nun Nägel mit Köpfen machen: "Wir strahlen zu wenig Gefahr im Lowpost aus und werden daher so schnell wie möglich auf der Centerposition nachlegen", kündigte der Headcoach auf der Pressekonferenz an.

Deutlich zufriedener hingegen konnte sein Gegenüber Emir Mutapcic sein, der seinen Spielern ein Kompliment für eine äußerst disziplinierte Spielweise aussprach. 40 Minuten lang suchten die Niedersachsen immer wieder geduldig den freien Mann, den sie in der ersten Hälfte häufig in Vladimir Tica fanden. Seine zwölf Zähler bei fehlerloser Performance von der Freiwurflinie ermöglichten es den Phantoms, in einer ausgeglichenen Partie nach 20 Minuten, in denen beide Mannschaften mit 0/9 bzw. 0/7 glücklos von "downtown" agierten, mit einem knappen Vorsprung von zwei Zählern in die Kabine zu gehen.

"Michael Lake gegen Braunschweig" hieß es im dritten Spielabschnitt: von zwölf Nürnberger Punkten gingen elf auf das Konto des Shooting Guards, der seine Farben beim 43:42 in der 26. Minute letztmals in Führung bringen konnte. Bis zur 30. Minute hatten jedoch die Gäste wieder das Kommando übernommen. Cooks Dreier mit dem Buzzer brachte Braunschweig vor dem Schlussviertel mit 52:46 in Führung, wo man dann mit einer 9:4-Serie bis zur 34. Minute erstmals einen zweistelligen Vorsprung herausspielen konnte. Während die Braunschweiger Offensive nun heiß zu laufen schien, zeigten sich bei den Gastgebern die bereits genannten Probleme. Als die Gästespieler in der Schlussphase an die Freiwurflinie geschickt wurden, hielten Cook und Co. dem Druck stand und sicherten ihren vierten Erfolg in der Fremde. "Ich werde die Mannschaft nun wieder aufrichten und wir werden weiter daran arbeiten, unsere Offensive zu verbessern. Nach wie vor zeigen wir gute Ansätze und werden nicht aufgeben", versprach Stephan Harlander nach der Partie, "einen Sieg müssen wir vor Weihnachten aber noch landen, um unsere Situation nicht noch weiter zu verschlechtern."

Nürnberg: Lake (18), Rouse (15), DeMichael (12), Lee (11), Gioulekas (9), Nees (4), Griffin, Dühring, Plantzas, Göhring.

Braunschweig: Tica (18), Subotic (12), Cook (11), Tomic (10), Bjelica (9), Morgan (8), Davis (6), Walker (4), Fehse.

Pressemeldung: SELLBYTEL Baskets Nürnberg (Felix Pflaum)

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