Dimplex Falke Nürnberg

Der Favorit wankte

sid am 18.11.2006 um 22:32

3:40 Minuten standen in der Bundesligapartie zwischen ALBA Berlin und den SELLBYTEL Baskets Nürnberg noch aus, als Ryan DeMichael mit einem Dreier seine Farben 61:58 in Führung brachte und die Mittelfranken an der Sensation zu schnuppern schienen. Ausgerechnet im direkten Gegenzug konnte jedoch Nationalspieler Demond Greene seinen einzigen Feldkorb beisteuern und ausgleichen, am Ende setzte sich der Titelkandidat vor 6300 Zuschauern mit 70:63 (41:36) durch.

Dabei hatte es zu Beginn nach dem von vielen erwarteten Spiel ausgesehen. Zweimal konnten die Berliner Center den Ball unbedrängt durch die Reuse hämmern, die Hauptstädter zogen nach vier Minuten auf 11:4 davon. Dem Einsatz von Soto Gioulekas, der in dieser Phase immer wieder den Weg zum Korb suchte und gefoult wurde, hatten die Gäste ihr Comeback zu verdanken. So wurde die Partie auf einmal wieder offen, nach dem ersten Viertel trennte beide Seiten nur noch ein Zähler. Trotz hoher Foulbelastung von Nürnberger Seite in der ersten Hälfte, als 6:16 Fouls auf dem Scouting zu Buche standen, ließen sich Dwayne Lee und Co. nicht unterkriegen, was auch ALBA-Coach Rödl auf der Pressekonferenz als die herausragende Nürnberger Eigenschaft an diesem Abend ausmachte. Über die Reboundüberlegenheit sicherte man sich immer wieder zweite Wurfchancen und eroberte in der 17. Spielminute durch Corey Rouse erstmals die Führung. Die letzten fünf Punkte durch ein Dreipunktspiel des von den ehemaligen Kollegen herzlich begrüßten Jenkins und Avery ließen Berlin mit fünf Zählern Vorsprung in die Kabine gehen. Nürnberg hatte nach Startschwierigkeiten die Bretter unter Kontrolle bekommen und trotz des scheinbar omnipräsenten Sharrod Ford immer wieder mutig den Weg in die Zone gesucht.

"Diszipliniert spielen und den Gegner nicht ins Laufen kommen lassen" hieß die Nürnberger Maxime vor dem Spiel und diese wurde ab der Mitte des dritten Viertels hervorragend umgesetzt. Nach Schnellangriffen, die das 45:39 bedeuteten, und einer weiteren starken Phase der Berliner zum 50:41, ergriff wieder Soto Gioulekas die Initiative und war weder von Archibong noch von Greene zu stoppen, als er seine Mannschaft wieder in Schlagdistanz führte. Dwayne Lees Dreier in der 29. Minute stellte den Viertelendstand von 52:50 her. Die Nürnberger Abwehr hatte sich nun stabilisiert, ALBA konnte sich nach dem Seitenwechsel keinen einzigen Freiwurf mehr erarbeiten, während vor allem Gioulekas immer wieder an die Linie gehen durfte. Von dort brachte er seine Mannschaft sechs Minuten vor Schluss wieder in Front. Nach der eingangs beschriebenen Szene waren es jedoch Ford und Avery, denen in wichtigen Phasen die eigenen Nerven treu blieben. 53 Sekunden vor Schluss besiegelte Letzterer mit seinem dritten Dreier zum 68:61 das Nürnberger Schicksal.

"Aus einer schwierigen Ausgangslage heraus, nachdem wir auf Dwayne Lee und Corey Rouse bis Donnerstag im Training verzichten mussten und aktuell ja auch unseren Headcoach vermissen, haben wir unsere Vorgabe, so lange wie möglich diszipliniert und engagiert zu spielen, sehr gut umgesetzt", befand Stefan Weissenböck nach dem Spiel. "Wir haben die Atmosphäre in diesen 'heiligen Hallen' des deutschen Basketballs genossen, gerade für unsere jungen Spieler war es etwas ganz Besonderes. Wir werden uns nun auskurieren und anschließend im individuellen und konditionellen Bereich Vollgas geben."

Berlin: Ford (19), Jenkins (14), Owens (12), Avery (11), Greene (5), Archibong (4), Herber (3), Canak (2), Boumtje-Boumtje, Simon.

Nürnberg: DeMichael (19), Gioulekas (17), Lee (9), Rouse (9), Lake (4), Griffin (3), Walker (2), Nees, Dühring.

Presseinfo: SELLBYTEL Baskets Nürnberg (Felix Pflaum)

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