New Yorker Phantoms Braunschweig

Klarer 79:58-Auswärtserfolg bei den Giessen 46ers

sid am 12.10.2006 um 00:34

Im zweiten Auswärtsspiel der noch jungen BBL-Saison 2006/07 gelang den New Yorker Phantoms der erste Saisonsieg. Mit 79:58 (35:26) gewannen die Braunschweiger gegen die Giessen 46ers deutlich und am Ende hoch verdient gegen eine schwach aufspielende Gießener Mannschaft. Rund 3.000 Zuschauer in der frisch umgebauten Sporthalle Ost sahen eine Partie, in der sich die Phantoms nach ausgeglichenem Beginn zum Ende des zweiten Viertels deutlicher absetzen konnten.

Nachdem das Spiel auf Grund einiger gerissener Maschen an einem Korb erst mit zehn Minuten Verspätung begann, vergingen auch die ersten beiden Spielminuten ohne Punkte beide Teams. Erst dann traf Milko Bjelica einen Dreier zum 3:0. Die folgenden Spielminuten waren geprägt von vielen punktlosen Angriffen auf beiden Seiten. Die Teams waren nach dem bislang erfolglosen Saisonauftakt sichtbar nervös. Die Führung wechselte regelmäßig. Auffällig war die erneut ungleichmäßige Foulbelastung für die New Yorker Phantoms. Sechs Fouls der Braunschweiger standen drei Fouls der Gießener gegenüber. Daraus resultierten 8:0-Freiwürfe für die gastgebenden 46ers. Gegen Ende des Viertels übernahm der eingewechselte Tory Walker zunehmend Verantwortung und erzielte 6 Punkte. Das Viertel endete schließlich 16:16.

Das zweite Viertel begann für Braunschweig gut. Greg Davis traf direkt nach Wiederbeginn einen Dreier, kurz darauf nutzte Tory Walker einen Fastbreak-Angriff zur 21:16-Führung (12. Minute) für die Phantoms. Danach folgte eine Phase, in der auf beiden Seiten wenig zusammenlief. In der 17. Minute stand es 23:22 aus Braunschweiger Sicht. In den letzten 3 Minuten erhöhten die Phantoms dann deutlich den Druck und zogen innerhalb einer guten Minute auf 31:22 davon. In dieser Phase präsentierte sich die Gießener Defense nicht in Bestform und das Team von Emir Mutapcic nutzte erstmals in der Partie die sich bietenden Möglichkeiten in der Offense konsequent aus. Treibende Kraft war auch in dieser Phase Tory Walker, der zur Halbzeit auf 10 Punkte kam. Klar war auch die Braunschweiger Überlegenheit unter dem Korb. Das Reboundverhältnis dominierte man mit 20:9-Rebounds in den ersten 20 Minuten. Jeweils 5 davon trugen Milko Bjelica und Greg Morgan bei.

Nach der Pause legten die Phantoms los wie die Feuerwehr. Durch Punkte von Greg Morgan, einen krachenden Dunking von Milko Bjelica und einen Dreier von Greg Davis zogen die Gäste in nur zwei Minuten auf 42:26 davon. Dreier von Rössler und Terdenge für Gießen und der dritte von Milko Bjelica sorgten in der Folge für eine Ergebniserhöhung. Zur Mitte des Viertels stand es 49:32 (26. Minute). Doch Gießen konnte durch ein Dreipunktspiel (1/2 FW und Nahdistanztreffer) kurz vor dem Ende des Abschnitts noch einmal etwas verkürzen. So ging es schließlich beim Stand von 52:39 in den Schlussabschnitt.

Dieser begann erneut mit einem starken Braunschweiger Auftakt. In den ersten 2 Minuten legte das Team eine 11:1-Serie hin (63:40, 32. Minute). Doch damit nicht genug. Plötzlich gelang den Phantoms (fast) alles und Gießen nichts mehr. Mehrere Korberfolge mit Bonusfreiwurf sorgten dafür, dass man sich mehr und mehr absetzte. Ein sehenswertes Alley-Hoop-Anspiel von Tory Walker auf Milko Bjelica verführte sogar die Gießener Zuschauer zu offenem Szenenapplaus. Beim Stande von 76:46 (37. Minute) wechselte Emir Mutapcic dann Flavio Stückemann, Peter Fehse und Jorge Schmidt ein und gab den Nachwuchsspielern Gelegenheit, Bundesliga-Spielminuten zu sammeln. Gießen nutzte dies, noch ein wenig Ergebniskorrektur zu betreiben. Das Spiel endete unter den Pfiffen des Heimpublikums 79:58 für die New Yorker Phantoms.

Überragende Spieler auf Seiten der New Yorker Phantoms waren Tory Walker und Milko Bjelica. Beiden gelangen 21 Punkte. Tory Walker traf dabei 3 seiner 6 Dreipunktversuche und fing 8 Rebounds. Milko Bjelica traf 3 von 5 Dreiern und kam außerdem auf 7 Rebounds und 3 Assists. Zweistellig punktete außerdem Vujadin Subotic (11, 4 Rebounds). Greg Morgan fing 6 Rebounds, Vladimir Tica 7.

Bei den 46ers punkteten Robert Maras (16), Gerrit Terdenge (13) und Rouven Roessler (11) zweistellig.

Im Teamvergleich beherrschte Braunschweig das Geschehen unter dem Korb fast nach Belieben. 39 Rebounds standen am Ende zu Buche, nur 23 für die Gastgeber. Dies war zusammen mit der schwachen Trefferquote von nur 39% der 46ers aus dem Feld (Phantoms 53%) der Hauptgrund für den klaren Auswärtserfolg.

Phantoms-Coach Emir Mutapcic zeigte sich nach der Partie erleichtert über den Sieg: "Nach der hohen Gießener Niederlage in Ludwigsburg war uns klar, dass es heute nur über den Kampf geht, da auch wir bei der Niederlage gegen Karlsruhe Probleme hatten. Ich bin froh, dass wir diese Punkte heute zurückgeholt haben. Der Sieg wird dem Team Stabilität geben. Unzufrieden bin ich damit, dass wir wieder deutlich weniger Freiwürfe als unser Gegner bekommen haben. Uns fehlt noch immer Aggressivität."

Stefan Koch war nach dem Spiel konsterniert: "Die gezeigte Leistung war eine Leistung, mit der wir die Liga nicht halten. Der Braunschweiger Sieg ist zu 110% verdient. Wir müssen arbeiten, arbeiten, arbeiten."

Bereits am Sonntag erwarten die Phantoms die Eisbären Bremerhaven und wollen die Chance nutzen, das gewonnene Selbstvertrauen in weitere Punkte umzusetzen.

Presseinfo: New Yorker Phantoms (Helge Jandt)

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