BG Karlsruhe

Weichenstellung geglückt

Lomax am 09.10.2006 um 08:17

Auch im vierten Jahr der Zugehörigkeit der BG Karlsruhe zur Bel Etage des Deutschen Basketball hat eine ungewöhnliche Serie Bestand: Wenn die Karlsruher und die Braunschweiger aufeinander treffen, nehmen die Gäste immer die Punkte mit. Braunschweig hat im Gegensatz zum Vorjahr vieles geändert: Lediglich Peter Fehse steht aus dem Profi-Kader des Vorjahres noch in den Diensten der Niedersachsen, die sich inzwischen New Yorker Phantoms nennen. Und die wollten am Sonntagnachmittag um 16:30 Uhr ihre Heimpremiere mit einem Sieg für das eigene Publikum begehen.

Das A und O des ersten Viertels hieß aber Ryan Bond: Er machte die ersten beiden Punkte der Partie zur 0:2-Führung der Badener, verwandelte den dabei zugesprochenen Freiwurf zum 0:3; und als alle anderen Akteure auf dem Feld sich schon gedanklich in die Viertelpause verabschiedet hatten, holte er mit der Schlusssirene nach eigenem Rebound die Punkte zum 13:19. Im zweiten Viertel entwickelte sich das Spiel dann schleppend zugunsten der Phantoms: Ein 6:0-Lauf der Gastgeber endete recht früh im 19:19-Ausgleich. Kurzzeitig konnte die BG sich dank eines starken Domonic Jones noch einmal mit 21:24 absetzen, ehe die Braunschweiger durch Punkte von Walker erstmalig in Führung gingen. Dass die BG trotzdem eine knappe Halbzeitführung von 38:41 mit in die Kabine nehmen durfte, lag daran, dass sie im Gegensatz zum Ludwigsburgspiel einen guten Spielrhythmus fand, in dem Ryan Bond als Kämpfernatur die Fahne oben hielt, Domonic Jones mit seiner Schnelligkeit glänzte und Narcisse Ewodo als echter Leader seines Teams gefiel. Wunderschön sein Zuspiel auf McCray, der es zu einem erfolgreichen Dreier nutzte, oder Domonic Jones, der drei Braunschweiger auf dem Weg zum Korb auf sich zog, um auf Ryan Bond durchzustecken.

Im dritten Viertel passierte dann das, was sich bereits im zweiten Spielabschnitt angekündigt hatte: Die BG gönnte sich eine Schwächephase, ließ einen 8:0-Lauf der Niedersachsen zu, und die Bank kassierte sehr früh ein technisches Foul. Es spricht für die unglaubliche Moral der Mannschaft, dass sie in dieser Phase nicht völlig unter die Räder kam, sondern - meistens in Form von Domonic Jones - das Tempo anzog und zurückfightete. In dieser Phase wussten sich die Braunschweiger oft nur noch mit Fouls zu helfen. Aufgrund der ordentlich Freiwurfquote hätte die BG sogar mit dem drei-Punkte-Abstand der Halbzeit ins letzte Viertel gehen können, wenn nicht Davis der BG kurz vor Ende noch einen Dreier zum 60:60 eingeschenkt hätte.

Vor den Augen von Marko Beens, Manager der Artland Dragons entwickelte sich dann ein Schlussviertel, dass das Infarktrisiko auf beiden Seiten in ungesunde Höhen trieb: Braunschweig brauchte knapp eine Minute, um sich mit einem 7:0-Lauf scheinbar vor entscheidend abzusetzen.

Was dann folgte, war ein Feuerwerk der BG, bei dem zwischenzeitlich die ganze Bank abhob und Horst Schmitz im Scherensprung an der Seite tanzen ließ. Anderthalb Minuten vor Schluss hatten die Badener mit 70:80 das Spiel eigentlich schon deutlich entschieden. Zwei Dreier von Walker und ein Korbleger der Phantoms in Folge verwandelten dann die Volkswagenarena wieder in einen Hexenkessel, und anwesende BG-Fans in Nervenwracks. Als Ashanti dann auch noch Sekunden vor Schluss ein Dreier zum 81:81 gelang, schien das Spiel endgültig zu kippen. Dass die BG dann doch noch gewann, lag an der hervorragenden Transition, die die Braunschweiger nur noch mit Fouls stoppen konnten. Und von der Freiwurflinie ließen die Karlsruher an diesem Abend nichts mehr anbrennen. Mutapcic haderte in der Pressekonferenz mit dem Freiwurfverhältnis beider Mannschaften, während Horst Schmitz seiner Mannschaft lediglich vorwerfen konnte, dass sie es zum Ende hin noch einmal unnötig spannend gemacht hatte.

Mit diesem Auswärtserfolg erntete die Mannschaft die Früchte der harten Trainingsarbeiten nach dem Ludwigsburgspiel. Domonic Jones bewies, was er für die Mannschaft wert sein kann, und die Weichen sind gestellt: Die BG wird nun definitiv nicht wie im letzten Jahr nach einem 0:10-Punkte-Start der Musik hinterherlaufen müssen.

Da das Heimspiel des dritten Spieltages gegen Bonn in den November verschoben wurde, befinden sich die Karlsruher während der englischen Woche in der Zuschauerrolle, bevor dann am Sonntag um 16:00 Uhr das Auswärtsspiel in Leverkusen mit dem Wiedersehen von Derrick Allen im Giantstrikot ansteht. Mit dem Rückenwind des gewonnen Spiels wird die BG dann alles daran setzen, dass sich das Ergebnis des Hansi-Witsch-Turniers in Bad Neuenahr nicht wiederholt.

Für die BG trafen: Jones 24/3, Bond 20, Ewodo 17/2, Fergerson 12/1, M'Balla 5, Svitek 4, McCray 3/1.

Presseinfo: BG Karlsruhe (Olav Sprenger)

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