Gastschreiber

Beko BBL

Sljivancanin schießt Köln zum Sieg im Champions Cup

sid am 21.09.2006 um 23:09

RheinEnergie Köln hat sich den ersten Titel der neuen BBL-Saison gesichert. Der deutsche Meister gewann den erstmals ausgetragenen "BBL Champions Cup" ausgerechnet bei ALBA Berlin in der Max-Schmeling-Halle vor 7.161 Zuschauern mit 74:75 (28:41). ALBAs Hallensprecher hatte es die "Mutter aller Vorbereitungsspiele" genannt, aber eben diese Vorbereitung hatte scheinbar der Deutsche Meister besser genutzt. Die Auswahl von Trainer Sasa Obradovic wirkte insgesamt eingespielter als der Gastgeber. Für den war es zudem das erste Heimspiel vor Saisonstart.

Der Auftakt ins Spiel war dabei vor allem US-amerikanisch geprägt. Einen einzigen deutschen Akteur (Nationalspieler Guido Grünheid) hatten beide Trainer in die jeweilige Starting Five beordert. Die ersten Punkte der Saison 2006/07 erzielte der amtierende MVP der Finalserie, Immanuel McElroy, der mit zwei Freiwürfen zum 0:2 traf. Nach zwei schnellen Körben (darunter ein Alleyhoop) vom höchst effizienten Neuzugang Ronald Burrell erhöhte Köln zügig auf 0:6 (2. Min.). Vor allem Demond Mallet, der sich erst vor wenigen Monaten einen Kreuzbandriss zugezogen hatte, glänzte zu Beginn mit reichlich Spiellaune, verteilte geschickt die Bälle und traf zudem zum 3:9 aus der Distanz. ALBA-Trainer Rödl reagierte und wollte seine Mannschaft in einer Auszeit besser einstellen. Köln aber scorte weiter aus dem Fastbreak und zog auf 4:11 davon (5. Min.). Selbst ein erfolgreicher Dreier von ALBA-Guard William Avery zum 7:15 brachte nicht die Wende. Stattdessen erhöhte RheinEnergie den Druck in der Verteidigung weiter. Für den Schlusspunkt des ersten Viertels zum 16:23 sorgte Kölns Mladen Sljivancanin mit einem Treffer jenseits der 6,25m-Linie.

Die zu diesem Saisonzeitpunkt beeindruckende Verteidigungsleistung setzte der Gast vom Rhein auch in den zweiten zehn Minuten fort. Zunächst versenkte Guido Grünheid seinen Dreier mit Brett, dann klauten Sljivancanin und Mallet die Bälle und bringen ihre Mannschaft so 20:33 in Führung. Beim Stand von 28:41 zur Pause schicken Berlins Fans ihre Mannschaft mit einem lauten Pfeifkonzert in die Kabine. Für den bis dahin höchsten Vorsprung der Partie hatte Demond Mallet mit einem seiner 3 erfolgreichen Dreier in Halbzeit eins gesorgt. Überhaupt glänzten die Rheinländer bei 5/9 Distanzerfolgen mit einer beeindruckenden Treffersicherheit.

Der Start in die zweite Halbzeit glückte Berlin dann deutlich besser. Mit 8:2 begannen die Albatrosse und verkürzten so auf 36:43 (23. Min.). Von Kölns abgeklärtem Auftritt vor dem Seitentausch war nun gar nichts mehr zu sehen, was Meistertrainer Sasa Obradovic zu einer frühen Auszeit zwang. Berlins Kapitän William Avery schoss seine Mannschaft auf 39:45 heran, aber nun lief der Ball wieder gut in den Kölner Reihen. In der Offensive wurde ruhig gespielt, bis man den freien Mann fand. Das war zunächst in Gestalt von Guido Grünheid, der die bemerkenswerte Kölner Dreierstatistik weiter glänzen ließ (41:52, 26. Min.). Berlin antwortete nun aber endlich selbst mitreißend. Zweimal ließ es Sharrod Ford unter des Gegners Korb krachen und sammelte so fünf Punkte ein (51:57, 29. Min.). Sein Trainer dankte ihm dies mit einer Auswechselung. Bis auf vier Zähler am Ausgleich schnupperten die Gastgeber dann nur wenig später, als Neuzugang Ruben Boumtje-Boumtje eine schöne Berliner Kombination zum 53:57 abschloss. Mit 53:59 endete Viertel Nummer drei.

Der Schlussabschnitt begann verheißungsvoll für Berlin. William Avery netzte aus der Distanz zum 57:61 ein und brachte seine Mannschaft endlich auf Tuchfühlung. Nur kurz war der Kölner Gegenschlag – wenn auch eindrucksvoll. Sowohl Mladen Sljivancanin, als auch Demond Mallet zweimal trafen von draußen und sicherten eine 9-Punkte-Führung für ihr Team (61:70, 35. Min.). Dann aber drehten die Jungs von Trainer Rödl auf. Zunächst verlegte Köln Robert Burrell einen spektakulären Alleyhoop, dann legte ALBA einen 12:0-Lauf aufs Parkett der Max-Schmeling-Halle. So ging man mit 73:70 in Führung. Erst spät reagierte Obradovic mit seiner Auszeit und konnte seine Mannschaft wachrütteln. Auf 73:72 verkürzte Köln zwar, doch William Avery traf im Gegenzug 1/2 Freiwürfen. Den Gästen blieb daher nur ein erfolgreicher Dreier, um noch in der regulären Spielzeit zu gewinnen. Und es war die Stärke des Meisters an diesem Abend, die in Person von Mladen Sljivancanin den 74:75-Siegtreffer bescherte. Die letzten zwei Sekunden nutzte Nationalspieler Demond Greene um einen weiteren Wurf abzufeuern - doch der Ball landetet nur auf dem Ring und Köln konnte feiern.

Berlin: Johannes Herber (0), Philip Zwiener (0), Chris Owens (15/9 Rebounds), Demond Greene (4), Julius Jenkins (9), Nenad Canak (0), Oskar Faßler (-), Koko Archibong (5), William Avery (20/6 Assists), Sharrod Ford (15/5 Rebounds), Ruben Boumtje-Boumtje (6/5 Rebounds).

Köln: Aleksandar Nadjfeji (6), Janar Talts (3), Marcin Gortat (0), Stephan Carduck (-), Philipp Schwethelm (-), Demond Mallet (15), Immanuel McElroy (14), Ronald Burrell (14), Guido Grünheid (12), Mladen Sljivancanin (11).

Text von Thomas Wolfer & Sven Schaffer

0 Kommentare

 

10 Mitglieder
180 Gäste online

Anmeldung

Benutzeranmeldung

Registrieren

Passwort vergessen?

Schönen-Dunk bei FacebookSchönen-Dunk bei TwitterSchönen-Dunk-Newsfeed BIG - Basketball in Germany
 

Werbung

Werbung