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EM 2002: Deutschland steht nach 73:70 über Italien im Halbfinale

dstange am 20.02.2002 um 18:38

Deutschland löst in einem wahren Basketballkrimi Ticket für das Halbfinale

(aj/Amsterdam) Die Favoriten machen es bei der XV. Rollstuhlbasketball-Europameisterschaft der Herren in Amsterdam spannend. Dreimal bekamen die Zuschauer dabei Basketballkrimis serviert, in denen jedoch letztendlich die vermeintlichen Favoriten die Oberhand behielten. So auch im Spiel der deutschen Auswahl beim hauchdünnen 73:70 (16:21/34:43/59:64)-Erfolg gegen die starken Italiener. Damit hat sich Deutschland nicht nur vorzeitig die angestrebte Halbfinalteilnahme gesichert, sondern auch bereits eines der begehrten Tickets für die Weltmeisterschaften im August im japanischen Kitukyushu gebucht. In einer Kopie des Spiels vom Vortag startete das Team von Bundestrainer Frits Wiegmann, der krankheitsbedingt auf Markus Sniegocki vom RSV Lahn-Dill verzichten musste, rabenschwarz in die Partie. Im Angriff schoss die erfolgreiche Startformation aus dem Spiel gegen Israel reihenweise Fahrkarten, während Italien ein Fastbreakspiel aus dem Lehrbuch aufzog. Ein 0:7 (2.) und ein 2:14 (5.) waren die Folge, die zur ersten Auszeit führten. Erst in den letzten Minuten des ersten Viertels spürten die Besucher wieder einen deutlichen Lebenswillen von der deutschen Mannschaft, als Dirk Thalheim mit der Schlusssirene den 16:21-Anschluss herstellte.

Auch wenn mit Beginn der zweiten zehn Minuten schnell das 21:21 (12.) durch Heidelbergs Bundesligatopscorer Ralf Schwarz fiel, Italien konterte über den überragenden Aufbauspieler Fabio Raimondi und Center Alberto Pellegrini stets eindrucksvoll .

So hielt Deutschland zwar stets den Kontakt, doch eine Wende sollte nicht eintreten. Erst 1:15 Minuten vor dem Ende gelang dem Vizeeuropameister von 1999 nach dem 71:68 durch den in Spaniens erster Liga aktiven Thomas Fischer dieses. Letztendlich sicherte Center Schwarz beim 71:70 (0:28 Restspielzeit) mit seinem Rebound und dem dadurch folgenden erneuten Korb von Flügelspieler Fischer den Sieg.

Während Italiens Coach Roberto Castellano nach der Partie emotional zu Protokoll gab, dass „Basketball intelligente Spieler benötigt, er von diesen aber zu wenig hat“, zog Frits Wiegmann eine sachliche Analyse vor: „Die Bankspieler haben auf beiden Seiten dieses Spiel entschieden; unsere im positiven, Italiens im negativen Sinne“.

Italien: Raimondi (27/3 Dreier), Pellegrini (16), Rossetti (14), Cavagnini (5/1), Sanna (5), di Giusto (4), Airoldi (2), Bruno (n.e.), Cherchi (n.e.), Cherubi (n.e.), Farinello (n.e.), Rocca (n.e.).

Deutschland: Schwarz (18/Heidelberg), Karaman (10/Zwickau), Otto (9/Bonn), Coskun (7/Hamburg), Fischer (6/Gran Canaria), Lehmann (6/Heidelberg), Thalheim (5/Bonn), Christink (2/Lahn-Dill), Leonhardt (Bonn), Schürmann (Meppen), Süss (Heidelberg).

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