ProA

Ulm auf den Fersen bleiben

Lomax am 19.01.2006 um 23:56

Thüringen gegen Oberpfalz, Technologiestandort gegen Kleinstadt-Idylle oder Tabellenzweiter gegen Elfter – man kann dem kommenden Heimspiel der erdgas baskets gegen die COOCOON Baskets Weiden sicher viele Bezeichnungen verleihen. Ein Titel trifft es wohl für beide Kontrahenten leider wesentlich besser, wenn "Verletzungsseuche" Jena auf "Bäumchen wechsle dich" Weiden trifft.

Dem Thüringer Bundesligisten wird es auch diesen Samstag ab 20:00 Uhr nicht gelingen, in Bestformation aufzulaufen, da mit Kapitän Oliver Braun Jenas etatmäßiger Center für eine noch unbestimmte Zeit ausfallen wird. Nach Austen Rowland – der glücklicherweise gegen Freiburg sein Comeback geben konnte - und Robert Cardenas – der mit Kreuzbandriss bis zu Saisonende ausfallen wird – beklagen die erdgas baskets damit bereits den dritten Langzeitausfall.

Mit einer völlig anderen aber nicht minder problematischen Situation kämpfen die COOCOON Baskets aus Weiden, denen vor Jahreswechsel einer der Sponsoren wegbrach. Aufgrund finanzieller Probleme sah man sich gezwungen, in der Winterpause personell abzuspecken und sich auch bei der Neubesetzung der Kontingentpositionen neu zu orientieren. Statt John Bynum, Justin Hall oder Damian Matacz muss Trainer Keith Gray nun auf Center Calvin Clemmons (kam aus Luxemburg), Mike Baron (kam vom TV Langen) und Chris Jackson (kam aus Atlanta, ABA) vertrauen. Zudem schmerzt die Gäste der Verlust des langen Flügelspielers Robert Dill, der aufgrund einer Knieoperation wohl bis Saisonende ausfallen wird. Die Kurzzeitverpflichtung des Ex-Chemnitzers Curtis McFall erwies sich als Kuckucksei, nachdem der US-Amerikaner einer Verletzung verschwiegen hatte.

Der letzter Mohikaner aus der ursprünglichen Starting 5 des Oktoberspiels besitzt einen königlichen Namen. Marco Grimaldi, der 1,86m große Aufbauspieler kam vor Saison aus Wolfenbüttel und avancierte im bisherigen Verlauf zu einer der wenigen Konstanten im Weidener Spiel. Er steht als verlängerter Arm von Coach Gray knapp 35 Minuten pro Partie auf dem Parkett, erzielt dabei 11,3 Punkte und assistierte seinen Mannschaftskollegen im Schnitt 3,9 mal.

In den bisherigen Duellen der Saison 2005/06 hatte Jena jeweils in Weiden zweimal die Nase vorn. Einem 79:65-Sieg am 1. Spieltag folgte ein 90:78-Erfolg in der ersten Pokalhauptrunde. Da aller guten Dinge bekanntlich drei sind, sollte Jena am Samstag erneut Nägel mit Köpfen machen.

Trotz des fast aussichtslos erscheinenden 6-Punktevorsprungs von Liga-Krösus und Tabellenführer ratiopharm Ulm wollen und werden die erdgas baskets nichts unversucht lassen, die verlustpunktfreien Schwaben auch in der Rückrunde zu ärgern. Ein Sieg gegen den Aufsteiger ist daher Pflicht.

Presseinfo: erdgas baskets Jena (Tom Prager)

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