ProA
Spitzenspiel mit 2 völlig unterschiedlichen Halbzeiten
_Tigger am 16.01.2006 um 20:07
700 Zuschauer – unter ihnen Markus Merk der Weltschiedsrichter des Jahres im Fußball - in der proppenvollen Halle in Kaiserslautern wollten die Begegnung des Tabellenersten aus Ulm beim Tabellenzweiten aus der Pfalz sehen. Nachdem die Roten Teufel schon Topfavorit Jena überraschend schlagen konnten, sollte nun die zweite Sensation gelingen. Zwar hatte Aufbauspieler Trent den Verein in Richtung Tübingen verlassen, doch mit Keith Triplett präsentierten die Verantwortlichen vom 1.FCK gleich einen neuen Amerikaner. Auch die Tatsache, dass der lange verletzte Skender erstmals wieder auflaufen sollte, machte die Aufgabe der Gäste aus Ulm nicht einfacher. In der Vorsaison hatte man deutlich mit 69:85 bei den Roten Teufeln verloren. Diese legten wieder einmal los wie die Feuerwehr. Die beiden Guards schalteten und walteten nach Belieben, trafen aus der Distanz auch die schwierigsten Würfe und die wenigen abprallenden Bälle sicherte sich die im bisherigen Saisonverlauf reboundstärkste Mannschaft der Liga aus Kaiserslautern.
Ulms Trainer Mike Taylor hatte erstmals Chris Grosse in die Startformation berufen, da der etatmäßige Aufbau Martin Thuesen wegen einer Sehnenentzündung im Fuß fast die ganze Woche nicht trainiert hatte. Doch der Youngstar zeigte sich wie seine erfahrenen Mannschaftskollegen anfangs beeindruckt vom druckvollen Spiel der Gastgeber. Dazu war den Schwaben der Korb in der ersten Halbzeit nicht sehr freundlich gestimmt. Schon bei den ersten beiden Angriffen kugelten die eigentlich einfachen Würfe von Shtein und Erege wieder heraus und lange Zeit schien es so, als ob das kollektive Daumendrücken der Konkurrenz aus Jena und Chemnitz den Korb wirklich vernagelt habe. Die knapp 100 mitgereisten Ulmer Fans rauften sich in Halbzeit 1 einige Male die Haare und bei der souveränen Vorstellung von Arigbabu und Co. schien eine Wende nicht in Sicht.
Mit 41:32 ging es in die Halbzeitpause. Dort hatte Mike Taylor wohl die richtigen Worte für seine durch die 30-tägige Pause etwas eingerostet wirkenden Ulmer gefunden. Jetzt spielte nur noch ein Team, das der Gäste aus Ulm.
Schon die erste Aktion – ein Dunking von Jeff Gibbs – zeigte die Entschlossenheit mit der die Gäste aus der Kabine gekommen waren. Geschlagene 5 Minuten dauerte es bis Howard die ersten Lauterer Punkte in der 2. Halbzeit erzielen konnte. Das ratiopharm Team hatte bis dahin mit 12 Punkten in Folge unter dem lauten Jubel der mitgereisten Fans die Führung erstmals in diesem Spiel erobert. Ulms Abwehr stand wie eine Wand und wenn sich doch einmal einer zum Ulmer Korb durchtankte, kam von der Gegenseite meist ein weiterer Ulmer zum Block angeflogen. Jonathan Levy blockte Lauterns Neuzugang Triplett in der 2. Halbzeit gleich zweimal, Florian Möbius (2), Jeff Gibbs (3) und Maksym Shtein (1) vereitelten auf diese spektakuläre Weise ebenfalls einige Körbe. Da auch Ulms Neuzugang Konrad Wysocki sich überraschend schnell in das Ulmer Spiel einfügte, belastete die hohe Foulbelastung der Leistungsträger die hohe Intensität im Spiel der Donaustädter nicht. Kapitän Erege hatte bereits nach 24 Minuten das 4. Foul und wurde auf die Bank beordert. Das war dann die Chance für eine große Aufstellung mit Möbius, Wysocki und Gibbs bzw. Shtein, der es dann auch gelang, endlich die Reboundüberlegenheit der Gastgeber zu brechen. Einige Male konnte der Ball gegen die Ulmer Pressverteidigung nicht über die Mittellinie gebracht werden, so dass Ulm zu einfachen Punkten kam.
Mit sage und schreibe 28:8 ging das dritte Viertel an den Tabellenführer, doch beim Stand von 60:49 war noch alles möglich. Zwei Dreier von Thuesen und Erege raubten den Lauterer Fans die letzte Hoffnung (66:51, 32. Min.). Außer Kapitän Arigbabu, der bis zuletzt verbissen um jeden Ball kämpfte, sah man den Roten Teufeln nun auch die schwindenden Kräfte deutlich an. So war Centerspieler Robbins (4 Punkte, 3 Rebounds) in der 35. Minute fast schon froh das Feld mit dem 5. Foul verlassen zu dürfen. Knapp 2 Minuten vor dem Ende durften die "jungen Ulmer" Sivorotka und Geserick auch noch ins Spielgeschehen eingreifen. Nachdem auch das letzte Viertel mit 29:16 an Ulm gegangen war, kannte der Jubel der Fans keine Grenzen. Gemeinsam mit der Mannschaft, die wie schon beim Heimspiel gegen Chemnitz in der 2. Halbzeit Traumbasketball geboten hatte, feierte man den 15. Sieg in Folge und damit die ungeschlagene Hinrundenmeisterschaft.
Aus einer geschlossenen Ulmer Mannschaftsleistung kann man eigentlich keinen Spieler herausgreifen. Topscorer Jonathan Levy, dem im ersten Spielabschnitt lediglich 5 Punkte gelungen waren, hatte im zweiten noch weitere 17 Punkte ins gegnerische Netz gelegt. Routinier Sprünken zeigte wieder einmal mit 9 Punkten in 13 Minuten wie wichtig er in solchen Spitzenspielen für die jungen Ulmer Mannschaft ist. In der 2. Halbzeit waren dann auch die beiden Ulmer Aufbauspieler Martin Thuesen und Chris Grosse hellwach. Mit druckvoller Ganzfeldverteidigung zwangen sie ihre Gegenspieler immer wieder zu Fehlern. Auch wenn Lautern das Reboundduell am Ende für sich entscheiden konnte (42:34), glänzten die Ulmer Innenspieler Shtein, Möbius, Wysocki und Gibbs mit gemeinsamen 37 Punkten wogegen die Lauterer Arigbabu, Skender und Robbins auf lediglich 20 Punkte kamen. Und auch Ulms Kapitän Erege, der aufgrund der hohen Foulbelastung nur 22 Minuten auf dem Feld stand, war mit 11 Punkten und 3 Rebounds wie gewohnt die Zuverlässigkeit in Person, der seinen Gegenüber Howard sehr gut im Griff hatte. Kaiserslautern, bei denen man Skender noch deutlich den Trainingsrückstand anmerkte, musste dem hohen Tempo im Laufe des Spiels Tribut zollen. Während Ulm neun Spieler ohne Qualitätsverlust rotierte, konnte Stephan Seile nur auf eine 7er-Rotation zurückgreifen.
Für den Titel eines Hinrundenmeisters kann man sich bekanntlich nichts kaufen. Entsprechend nüchtern verlief die Rückfahrt mit dem obligatorischen Stopp bei einer Fastfood-Kette. Bereits in der Kabine nach dem Spiel galt die Aufmerksamkeit dem nächsten Gegner. Dann kommt das Überraschungsteam aus Langen nach 6 Siegen in Folge an den Ulmer Kuhberg. Spielbeginn am nächsten Samstag ist um 19:00 Uhr. Karten gibt es in der Vorverkaufsstelle der Jungen Ulmer Volksbank in der Rosengasse 15 in Ulm (neben dem Müller-Parkhaus).
Kaiserslautern: Moysich, Kreis, Triplett (19 P, 4 Steals), Robinson (18 P, 8 Reb), Schwartz, Skender (1 P, 4 Reb), Howard (8 P, 6 Reb), Schmidt, Arigbabu (15 P, 9 Reb), Robbins (4 P, 3 Reb).
Ulm: Thuesen (4), Levy (22 P, 7 Reb), Grosse (6), Sprünken (9), Erege (11), Gibbs (14 P, 9 Reb, 4 Ass), Sivorotka, Wysocki (7), Möbius (4 P, 5 Reb), Shtein (12).
Kaiserlautern/Ulm: Wurfquote aus dem Feld 34,8/54,1; Rebounds 42:34; Assists 6/17; TO 19/17; Block Shotes 0/8, Freiwurfquote 70,6/70,0, Fouls 21/21.
Presseinfo: ratiopharm Ulm (Dr. Thomas Stoll)
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Ulms Trainer Mike Taylor hatte erstmals Chris Grosse in die Startformation berufen, da der etatmäßige Aufbau Martin Thuesen wegen einer Sehnenentzündung im Fuß fast die ganze Woche nicht trainiert hatte. Doch der Youngstar zeigte sich wie seine erfahrenen Mannschaftskollegen anfangs beeindruckt vom druckvollen Spiel der Gastgeber. Dazu war den Schwaben der Korb in der ersten Halbzeit nicht sehr freundlich gestimmt. Schon bei den ersten beiden Angriffen kugelten die eigentlich einfachen Würfe von Shtein und Erege wieder heraus und lange Zeit schien es so, als ob das kollektive Daumendrücken der Konkurrenz aus Jena und Chemnitz den Korb wirklich vernagelt habe. Die knapp 100 mitgereisten Ulmer Fans rauften sich in Halbzeit 1 einige Male die Haare und bei der souveränen Vorstellung von Arigbabu und Co. schien eine Wende nicht in Sicht.
Mit 41:32 ging es in die Halbzeitpause. Dort hatte Mike Taylor wohl die richtigen Worte für seine durch die 30-tägige Pause etwas eingerostet wirkenden Ulmer gefunden. Jetzt spielte nur noch ein Team, das der Gäste aus Ulm.
Schon die erste Aktion – ein Dunking von Jeff Gibbs – zeigte die Entschlossenheit mit der die Gäste aus der Kabine gekommen waren. Geschlagene 5 Minuten dauerte es bis Howard die ersten Lauterer Punkte in der 2. Halbzeit erzielen konnte. Das ratiopharm Team hatte bis dahin mit 12 Punkten in Folge unter dem lauten Jubel der mitgereisten Fans die Führung erstmals in diesem Spiel erobert. Ulms Abwehr stand wie eine Wand und wenn sich doch einmal einer zum Ulmer Korb durchtankte, kam von der Gegenseite meist ein weiterer Ulmer zum Block angeflogen. Jonathan Levy blockte Lauterns Neuzugang Triplett in der 2. Halbzeit gleich zweimal, Florian Möbius (2), Jeff Gibbs (3) und Maksym Shtein (1) vereitelten auf diese spektakuläre Weise ebenfalls einige Körbe. Da auch Ulms Neuzugang Konrad Wysocki sich überraschend schnell in das Ulmer Spiel einfügte, belastete die hohe Foulbelastung der Leistungsträger die hohe Intensität im Spiel der Donaustädter nicht. Kapitän Erege hatte bereits nach 24 Minuten das 4. Foul und wurde auf die Bank beordert. Das war dann die Chance für eine große Aufstellung mit Möbius, Wysocki und Gibbs bzw. Shtein, der es dann auch gelang, endlich die Reboundüberlegenheit der Gastgeber zu brechen. Einige Male konnte der Ball gegen die Ulmer Pressverteidigung nicht über die Mittellinie gebracht werden, so dass Ulm zu einfachen Punkten kam.
Mit sage und schreibe 28:8 ging das dritte Viertel an den Tabellenführer, doch beim Stand von 60:49 war noch alles möglich. Zwei Dreier von Thuesen und Erege raubten den Lauterer Fans die letzte Hoffnung (66:51, 32. Min.). Außer Kapitän Arigbabu, der bis zuletzt verbissen um jeden Ball kämpfte, sah man den Roten Teufeln nun auch die schwindenden Kräfte deutlich an. So war Centerspieler Robbins (4 Punkte, 3 Rebounds) in der 35. Minute fast schon froh das Feld mit dem 5. Foul verlassen zu dürfen. Knapp 2 Minuten vor dem Ende durften die "jungen Ulmer" Sivorotka und Geserick auch noch ins Spielgeschehen eingreifen. Nachdem auch das letzte Viertel mit 29:16 an Ulm gegangen war, kannte der Jubel der Fans keine Grenzen. Gemeinsam mit der Mannschaft, die wie schon beim Heimspiel gegen Chemnitz in der 2. Halbzeit Traumbasketball geboten hatte, feierte man den 15. Sieg in Folge und damit die ungeschlagene Hinrundenmeisterschaft.
Aus einer geschlossenen Ulmer Mannschaftsleistung kann man eigentlich keinen Spieler herausgreifen. Topscorer Jonathan Levy, dem im ersten Spielabschnitt lediglich 5 Punkte gelungen waren, hatte im zweiten noch weitere 17 Punkte ins gegnerische Netz gelegt. Routinier Sprünken zeigte wieder einmal mit 9 Punkten in 13 Minuten wie wichtig er in solchen Spitzenspielen für die jungen Ulmer Mannschaft ist. In der 2. Halbzeit waren dann auch die beiden Ulmer Aufbauspieler Martin Thuesen und Chris Grosse hellwach. Mit druckvoller Ganzfeldverteidigung zwangen sie ihre Gegenspieler immer wieder zu Fehlern. Auch wenn Lautern das Reboundduell am Ende für sich entscheiden konnte (42:34), glänzten die Ulmer Innenspieler Shtein, Möbius, Wysocki und Gibbs mit gemeinsamen 37 Punkten wogegen die Lauterer Arigbabu, Skender und Robbins auf lediglich 20 Punkte kamen. Und auch Ulms Kapitän Erege, der aufgrund der hohen Foulbelastung nur 22 Minuten auf dem Feld stand, war mit 11 Punkten und 3 Rebounds wie gewohnt die Zuverlässigkeit in Person, der seinen Gegenüber Howard sehr gut im Griff hatte. Kaiserslautern, bei denen man Skender noch deutlich den Trainingsrückstand anmerkte, musste dem hohen Tempo im Laufe des Spiels Tribut zollen. Während Ulm neun Spieler ohne Qualitätsverlust rotierte, konnte Stephan Seile nur auf eine 7er-Rotation zurückgreifen.
Für den Titel eines Hinrundenmeisters kann man sich bekanntlich nichts kaufen. Entsprechend nüchtern verlief die Rückfahrt mit dem obligatorischen Stopp bei einer Fastfood-Kette. Bereits in der Kabine nach dem Spiel galt die Aufmerksamkeit dem nächsten Gegner. Dann kommt das Überraschungsteam aus Langen nach 6 Siegen in Folge an den Ulmer Kuhberg. Spielbeginn am nächsten Samstag ist um 19:00 Uhr. Karten gibt es in der Vorverkaufsstelle der Jungen Ulmer Volksbank in der Rosengasse 15 in Ulm (neben dem Müller-Parkhaus).
Kaiserslautern: Moysich, Kreis, Triplett (19 P, 4 Steals), Robinson (18 P, 8 Reb), Schwartz, Skender (1 P, 4 Reb), Howard (8 P, 6 Reb), Schmidt, Arigbabu (15 P, 9 Reb), Robbins (4 P, 3 Reb).
Ulm: Thuesen (4), Levy (22 P, 7 Reb), Grosse (6), Sprünken (9), Erege (11), Gibbs (14 P, 9 Reb, 4 Ass), Sivorotka, Wysocki (7), Möbius (4 P, 5 Reb), Shtein (12).
Kaiserlautern/Ulm: Wurfquote aus dem Feld 34,8/54,1; Rebounds 42:34; Assists 6/17; TO 19/17; Block Shotes 0/8, Freiwurfquote 70,6/70,0, Fouls 21/21.
Presseinfo: ratiopharm Ulm (Dr. Thomas Stoll)
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