ProA
Freiwurfschwäche stoppte Bayreuther Aufholjagd
Lomax am 16.01.2006 um 13:05
Eine alte Basketball-Weisheit besagt, dass Spiele oft an der Freiwurflinie gewonnen oder verloren werden. Vom Wahrheitsgehalt dieser Aussage erfuhr der BBC Bayreuth auf schmerzliche Art und Weise und unterlag in seinem Zweitliga-Auswärtsspiel beim BV Chemnitz vor 2.050 Zuschauern mit 76:93 (40:46).
Das Endergebnis spricht zwar eine deutliche Sprache, doch täuscht es darüber hinweg, dass sich der BBC bis sechs Minuten vor Schluss auf Augenhöhe mit den drittplatzierten Chemnitzern bewegt hatte. Es schien sogar so, als hätten die Bayreuther im letzten Viertel mehr zuzusetzen.
Nach einem Dreier von Andreas Worenz waren die Chemnitzer zwei Minuten vor Ende des dritten Viertels bereits mit 64:54 in Führung gegangen, ehe der BBC zur Aufholjagd ansetzte. Angetrieben durch die beiden US-Amerikaner Chaz McCrommon und Brandon Griffin verkürzten die Bayreuther zu Beginn des Schlussabschnittes auf 64:66 und hatten im folgenden Angriff sogar die Chance auf den Ausgleich. Griffin vergab jedoch zwei Freiwürfe. Eine erneute Gelegenheit zum Gleichstand ließ der BBC beim Stand von 66:68 aus. Harris bestrafte dies mit einem seiner drei Dreier zum 71:66 (33.). Sollte dies etwa bereits der Todesstoß für den BBC gewesen sein? Bei weitem nicht. Chemnitz blieb in den folgenden 90 Sekunden ohne Korberfolg, während die Bayreuther gleich vier Mal die Möglichkeit besaßen, völlig frei stehend zu verkürzen. Nämlich an der Freiwurflinie. Von "leichten Punkten" ist da meist die Rede. Für McCrommon und Christoph Tetzner war der Korb aber wie vernagelt, kein einziger Wurf fand sein Ziel.
Auch weil die Chemnitzer Zuschauer mit ihrer Lautstärke nun erstmals einen Eindruck davon vermittelten, warum es für Gäste-Teams besonders schwierig ist, in der Richard-Hartmann-Halle zu gewinnen. Diese vergebenen Möglichkeiten waren es dann auch, die das Spiel kippten. Während der BBC zunehmend konsterniert wirkte und sein Glück mit Einzelaktionen zu erzwingen versuchte, fanden die angestachelten Chemnitzer den Glauben an ihre eigene Stärke wieder und erarbeiteten sich so einen zweistelligen Vorsprung (76:66).
Sieben Fehlwürfe in Folge
Das letzte Fünkchen Hoffnung erlosch spätestens dann, als Griffin den siebten Bayreuther Freiwurf in Folge vergab und Vladimir Diatchenko für die Chemnitzer einen Dreier mit Brett traf. Gegen den völlig demoralisierten BBC hatten die Chemnitzer nun leichtes Spiel und schraubten den Vorsprung dank hoher Trefferquote und schnellem Team-Basketball (23 Assists) noch in lange Zeit kaum für möglich gehaltene Dimensionen. Am Ende hatte Chemnitz aus dem Feld eine deutlich höhere Quote (61%) als der BBC von der Freiwurflinie (46%).
Für Ratlosigkeit in den Gesichtern der treuen mitgereisten BBC-Fans sorgte aber nicht zuletzt die fehlende Konstanz ihres Teams. Schon die erste Hälfte glich nämlich einer Achterbahnfahrt. Durch Power-Basketball mit viel Zug zum Korb und einer klaren Dominanz beim Rebound erweckten die Bayreuther im ersten Viertel noch den Eindruck eines Titelanwärters, ehe sie diese Attribute in den zweiten zehn Minuten vollends vermissen ließen und in der Defensive kein Mittel gegen den Chemnitzer Allrounder Mirko Virijevic (14 Punkte vor der Pause) fanden.
Entscheidende Nachteile besaß der BBC im Aufbau, wo vor allem Logi Gunnarsson weit unter seinen Möglichkeiten blieb. Neuzugang McCrommon zeigte gute Ansätze und unterstrich seine athletischen Fähigkeiten mit einem Monsterblock gegen Diatchenko, doch wechselten bei ihm ebenso Licht und Schatten wie bei Griffin. In kämpferischer Hinsicht ragte Tetzner heraus, der an alter Wirkungsstätte neben acht Punkten 14 Rebounds sammelte, darunter neun (!) am offensiven Brett.
BV Chemnitz: Schacht (0 Punkte/0 Fouls/1:39 Min. Einsatzzeit), Doubley (5/0/34:20), Ahnsehl (0/0/1:39), Diatchenko (12/3/16:45), Tota (9/3/13:29), Harris (20/4/34:56), Virijevic (22/5; 39./29:24), Endig (5/1/4:11), Mbassa (7/3/32:02), Bota (0/4/10:29), Worenz (13/3/21:06); Feldwurfquote: 36/59 (61%), davon 9/19 Dreier: Harris (3), Diatchenko, Worenz (je 2), Tota, Endig (je 1); Freiwurfquote: 12/20 (60%); Rebounds: 24 defensiv, 6 offensiv (Virijevic 9/2); Ballgewinne: 8; Ballverluste: 18; Assists: 23 (Doubley 7).
BBC Bayreuth: Zimmermann (9/2/22:29), Hänel (2/0/5:54), Schlamminger (5/4/18:51), Herold (0/0/1:39), McCrommon (16/3/36:07), Grübler (9/4/17:34), Tetzner (8/4/27:52), Gunnarsson (10/1/29:34), Griffin (17/4/40:00); Feldwurfquote: 27/60 (45%), davon 6/16 Dreier: Gunnarsson (3), Zimmermann, Schlamminger, McCrommon (je 1); Freiwurfquote: 16/35 (46%); Rebounds: 20 defensiv, 17 offensiv (Tetzner 5/9); Ballgewinne: 8 (Griffin 4); Ballverluste: 19; Assists: 11.
Presseinfo: BBC Bayreuth (Siegmund Dunker)
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Das Endergebnis spricht zwar eine deutliche Sprache, doch täuscht es darüber hinweg, dass sich der BBC bis sechs Minuten vor Schluss auf Augenhöhe mit den drittplatzierten Chemnitzern bewegt hatte. Es schien sogar so, als hätten die Bayreuther im letzten Viertel mehr zuzusetzen.
Nach einem Dreier von Andreas Worenz waren die Chemnitzer zwei Minuten vor Ende des dritten Viertels bereits mit 64:54 in Führung gegangen, ehe der BBC zur Aufholjagd ansetzte. Angetrieben durch die beiden US-Amerikaner Chaz McCrommon und Brandon Griffin verkürzten die Bayreuther zu Beginn des Schlussabschnittes auf 64:66 und hatten im folgenden Angriff sogar die Chance auf den Ausgleich. Griffin vergab jedoch zwei Freiwürfe. Eine erneute Gelegenheit zum Gleichstand ließ der BBC beim Stand von 66:68 aus. Harris bestrafte dies mit einem seiner drei Dreier zum 71:66 (33.). Sollte dies etwa bereits der Todesstoß für den BBC gewesen sein? Bei weitem nicht. Chemnitz blieb in den folgenden 90 Sekunden ohne Korberfolg, während die Bayreuther gleich vier Mal die Möglichkeit besaßen, völlig frei stehend zu verkürzen. Nämlich an der Freiwurflinie. Von "leichten Punkten" ist da meist die Rede. Für McCrommon und Christoph Tetzner war der Korb aber wie vernagelt, kein einziger Wurf fand sein Ziel.
Auch weil die Chemnitzer Zuschauer mit ihrer Lautstärke nun erstmals einen Eindruck davon vermittelten, warum es für Gäste-Teams besonders schwierig ist, in der Richard-Hartmann-Halle zu gewinnen. Diese vergebenen Möglichkeiten waren es dann auch, die das Spiel kippten. Während der BBC zunehmend konsterniert wirkte und sein Glück mit Einzelaktionen zu erzwingen versuchte, fanden die angestachelten Chemnitzer den Glauben an ihre eigene Stärke wieder und erarbeiteten sich so einen zweistelligen Vorsprung (76:66).
Sieben Fehlwürfe in Folge
Das letzte Fünkchen Hoffnung erlosch spätestens dann, als Griffin den siebten Bayreuther Freiwurf in Folge vergab und Vladimir Diatchenko für die Chemnitzer einen Dreier mit Brett traf. Gegen den völlig demoralisierten BBC hatten die Chemnitzer nun leichtes Spiel und schraubten den Vorsprung dank hoher Trefferquote und schnellem Team-Basketball (23 Assists) noch in lange Zeit kaum für möglich gehaltene Dimensionen. Am Ende hatte Chemnitz aus dem Feld eine deutlich höhere Quote (61%) als der BBC von der Freiwurflinie (46%).
Für Ratlosigkeit in den Gesichtern der treuen mitgereisten BBC-Fans sorgte aber nicht zuletzt die fehlende Konstanz ihres Teams. Schon die erste Hälfte glich nämlich einer Achterbahnfahrt. Durch Power-Basketball mit viel Zug zum Korb und einer klaren Dominanz beim Rebound erweckten die Bayreuther im ersten Viertel noch den Eindruck eines Titelanwärters, ehe sie diese Attribute in den zweiten zehn Minuten vollends vermissen ließen und in der Defensive kein Mittel gegen den Chemnitzer Allrounder Mirko Virijevic (14 Punkte vor der Pause) fanden.
Entscheidende Nachteile besaß der BBC im Aufbau, wo vor allem Logi Gunnarsson weit unter seinen Möglichkeiten blieb. Neuzugang McCrommon zeigte gute Ansätze und unterstrich seine athletischen Fähigkeiten mit einem Monsterblock gegen Diatchenko, doch wechselten bei ihm ebenso Licht und Schatten wie bei Griffin. In kämpferischer Hinsicht ragte Tetzner heraus, der an alter Wirkungsstätte neben acht Punkten 14 Rebounds sammelte, darunter neun (!) am offensiven Brett.
BV Chemnitz: Schacht (0 Punkte/0 Fouls/1:39 Min. Einsatzzeit), Doubley (5/0/34:20), Ahnsehl (0/0/1:39), Diatchenko (12/3/16:45), Tota (9/3/13:29), Harris (20/4/34:56), Virijevic (22/5; 39./29:24), Endig (5/1/4:11), Mbassa (7/3/32:02), Bota (0/4/10:29), Worenz (13/3/21:06); Feldwurfquote: 36/59 (61%), davon 9/19 Dreier: Harris (3), Diatchenko, Worenz (je 2), Tota, Endig (je 1); Freiwurfquote: 12/20 (60%); Rebounds: 24 defensiv, 6 offensiv (Virijevic 9/2); Ballgewinne: 8; Ballverluste: 18; Assists: 23 (Doubley 7).
BBC Bayreuth: Zimmermann (9/2/22:29), Hänel (2/0/5:54), Schlamminger (5/4/18:51), Herold (0/0/1:39), McCrommon (16/3/36:07), Grübler (9/4/17:34), Tetzner (8/4/27:52), Gunnarsson (10/1/29:34), Griffin (17/4/40:00); Feldwurfquote: 27/60 (45%), davon 6/16 Dreier: Gunnarsson (3), Zimmermann, Schlamminger, McCrommon (je 1); Freiwurfquote: 16/35 (46%); Rebounds: 20 defensiv, 17 offensiv (Tetzner 5/9); Ballgewinne: 8 (Griffin 4); Ballverluste: 19; Assists: 11.
Presseinfo: BBC Bayreuth (Siegmund Dunker)
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