ProA

ratiopharm Ulm verstärkt den Kader

Lomax am 12.01.2006 um 12:37

14 Spiele 14 Siege und trotzdem hat sich der Tabellenerste ratiopharm Ulm noch einmal verstärkt. Da konnte man aber auch eigentlich nicht nein sagen, als Konrad Wysocki den Ulmern über eine Agentur angeboten wurde. Ulms Sponsor Fritz & Macziol (www.fum.de), der sich in der Basketballszene als Namenssponsor des hochklassigen Vorbereitungsturniers, dem Fritz&Macziol-Cup, einen Namen gemacht hat, hatte schon im Dezember seine Unterstützung bei der Finanzierung eines neuen Spielers zugesagt.

Und nachdem sich die Firma integaTec Gebäudetechnik (www.integatec.de) kurzfristig den letzten freien Platz auf dem Trikotrücken des Tabellenersten gesichert hatte, stand einer Verpflichtung finanziell endgültig nichts mehr im Wege. Der 2,02m große Forward hatte seinen Vertrag nach nur 7 Spielen bei der TSG Ehingen in der Winterpause gekündigt und versucht den Sprung in die BBL zu schaffen. Doch Konrad Wysocki scheiterte Anfang Januar knapp an einer Verpflichtung bei RheinEnergie Köln. Nachdem andere Optionen nicht funktionierten, entschied er sich dann für den Zweitligaspitzenreiter.

Dort hat man wohl mit Maksym Shtein, Jeff Gibbs und Florian Möbius drei starke Spieler, doch im Falle einer Verletzung oder bei Foulproblemen wie beispielsweise bei der einzigen Niederlage in der Pokalrunde gegen Jena, wollte man im restlichen Saisonverlauf kein Risiko eingehen. Dazu passt der 23-jährige vom Alter und der Spielweise sehr gut in die junge Ulmer Mannschaft. Ein weiteres großes Plus des Ex-Gießeners ist seine Vielseitigkeit. Er kann problemlos auf den Positionen 3, 4 und 5 eingesetzt werden.

In der Vorsaison hatte der Princeton-Absolvent, dessen kleiner Bruder in der 2. Liga Nord in Rhöndorf spielt, bei der BG Göttingen starke Leistungen gezeigt (11,5 Punkte, 6,3 Rebounds in 19,37 Min.). Bei seinem Kurzengagement in Ehingen erzielte er in knapp 28 Minuten Spielzeit beeindruckende 16,3 Punkte und 10,1 Rebounds. Jetzt will er unter professionellen Bedingungen den Sprung in die BBL mit ratiopharm Ulm schaffen. Wie viele deutsche Collegespieler in den USA war er in der hiesigen Basketballszene die letzten Jahre in Vergessenheit geraten.

Lediglich im Sommer sorgte er bei seinen Einsätzen für die deutschen Jugendnationalteams kurzzeitig für Aufsehen, was ihm aber dennoch bislang keinen Platz in der BBL einbrachte. Nach seinem MVP-Titel beim Camp der U18-Nationalmannschaft 1997 besuchte er die Highschool in den USA. Von dort führte ihn der Weg in das für seine akademische Ausbildung weltberühmte Princeton, das aber auch in der NCAA basketballerisch einen guten Ruf hat. Mit seinem Collegeteam gewann er gleich im ersten Jahr die Conference-Meisterschaften und Konrad wurde zum Rookie des Jahres in der Ivy-League gewählt.

Auch die restlichen 3 Jahre lieferte der aus Polen stammende Wysocki respektable Statistiken ab. Neben dem Basketball studierte er im Hauptfach Architektur und mit einem Abschluss in Princeton ist auch eine spätere erfolgreiche berufliche Laufbahn vorgezeichnet. 2003 durfte er dann mit der deutschen A2-Nationalmannschaft zur Universade. Dort spielte er schon einmal mit Ulms Kapitän Emeka Erege zusammen. Seine letzte Saison am College (2004) krönte er wieder mit dem Titel. Einen solchen Abschluss wünscht sich Ulms Neuzugang sicherlich auch für die jetzige Saison. Doch der Weg zum Titel ist bekanntlich lang und schwer. Am Sonntag will Konrad Wysocki in seinem ersten Spiel in Kaiserslautern, die vor Saisonbeginn ebenfalls bei ihm angeklopft hatten, den Ulmer helfen, ihre weiße Weste zu behalten.

Die Freigabe seines letzten Clubs aus Bree liegt inzwischen vor. Für den Anfang darf man sicher noch nicht zu viel von ihm erwarten. Doch Trainer Mike Taylor plant langfristig mit dem vielseitigen Forward. So hofft man, dass er den neuen Kia von Ulms Fahrzeugsponsor Held&Ströhle möglichst lange fährt. Ein großer Dank gilt den drei Sponsoren Fritz&Macziol, integaTec Gebäudetechnik und Held&Ströhle ohne die eine solche hochkarätige Verpflichtung in der Saison nicht möglich gewesen wäre.

Presseinfo: ratiopharm Ulm (Dr. Thomas Stoll)

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