ProA
USC schlägt Tabellenzweiten nach Verlängerung
Frankie am 09.01.2006 um 19:26
Der USC Heidelberg kann – auch gegen eine Spitzenmannschaft – doch noch gewinnen. Und wie! Das 93:92 nach Verlängerung gegen den Tabellenzweiten aus Chemnitz war an Spannung nicht mehr zu überbieten! Immerhin 800 USC-Fans und 25 Chemnitzer Schlachtenbummler wussten noch, dass man spätestens nach dem sagenumwobenen 111:110-USC-Sieg nach Verlängerung in der letzten Saison in Chemnitz Spiele zwischen diesen beiden Mannschaften nicht verpassen darf – und sie sollten ihr Kommen nicht bereuen: Es war mal wieder Basketball-Dramatik pur!
Wenn man zuvor wie der USC in fünf Spielen gegen die im Vorderfeld der Liga platzierten Teams immer knapp den Kürzeren gezogen hat, verliert man eigentlich so ein bis zur letzten Sekunde auf der Kippe stehendes Spiel - umso mehr ist die Energieleistung des Jochum-Teams zu würdigen! Chemnitz war zwar ohne seine beiden verletzten Stammcenter Kazarnovski und Klink angetreten, hatte jedoch kurzfristig noch den 2,14m-Ersatz Bota verpflichtet. Beim USC war indessen Mannschaftskapitän Jürgen Maaßmann mit einer Bänderverletzung stark angeschlagen, so dass Trainer Markus Jochum mit Nachwuchscenter Oliver Komarek begann. Auch Lanegger hatte nach Grippe nur zweimal trainiert.
Nach ausgeglichenem 1. Viertel hieß es 21:21. Auf USC-Seite überzeugte bis dahin nur Linton - und ausgerechnet der angeschlagene Jürgen Maaßmann, der nach 5 Minuten ins Spiel kam und insgesamt mit einer überragenden 8/9-Quote und 21 Punkten seine bisher stärkste Saisonleistung bot!
Im 2. Viertel war das USC-Team von allen guten Geistern verlassen, auf Gästeseite schien der überragende US-Spieler Jaivon Harris (16 Punkte bis zur Pause) überhaupt nicht zu halten zu sein und beim 31:41 hätte wohl kaum jemand in der Halle noch allzu hoch auf das USC-Team gewettet. Nur der nach längerer Zeit mal wieder anwesende RNZ-Redakteur Claus-Peter Bach war einer der wenigen Optimisten, der das USC-Team auch nach dem 49:58 nach dem 3. Viertel noch nicht verloren gab. "Dieses Spiel muss man nicht verlieren", meinte er zu Beginn des 4. Abschnitts, weil ihm anscheinend nicht entgangen war, dass sich im USC-Team allmählich so etwas wie Teamgeist und eine daraus resultierende Eigendynamik entwickelt hatte. Armin Leber (am Ende 15 Punkte und 11 Rebounds) wurde immer stärker und Emanuel "E" Dildy demonstrierte nun wie das gesamte Team einen enormen Einsatzwillen. "E hat uns zurück ins Spiel gebracht und die anderen mitgerissen", meinte denn auch Trainer Markus Jochum nach dem Spiel. Mit 7 Punkten in Folge brachte Dildy den USC zunächst wieder auf 60:62 (33.) heran. Nach einem Dreier des ebenfalls – trotz zu vieler Ballverluste – überzeugenden Linton sowie 4 weiteren Punkten von Maaßmann und "E" hieß es zu Beginn der 36. Min. gar 67:64 für Heidelberg.
Das in den letzten Spielen programmgemäße USC-Herzschlagfinale folgte: Dildys Dreier zum 78:75 50 Sekunden vor dem Ende bedeutete noch nicht die Entscheidung. Nach beiderseitigen Freiwürfen hieß es 80:78 und Worenz glich 3 Sekunden vor Ende der regulären Spielzeit mit beherztem Zug zum Korb zum 80:80 aus. Verlängerung! Sowohl Dildy als auch Harris waren in den letzten Sekunden mit 5 Fouls ausgeschieden. Wer würde daraus profitieren?
Nach dem 82:85 durch 2 Freiwürfe des routinierten Djatschenko schien das Pendel zugunsten von Chemnitz auszuschlagen, doch der ab dem 4. Viertel hervorragend die Aufbauposition ausfüllende Tobias Stoll brachte den USC mit einem ganz wichtigen Korbleger wieder heran. Durch Linton und einen Leber-Freiwurf eroberte der USC gar die 87:85-Führung (1 Min. vor Schluss). Worenz konterte mit einem Dreier zum 87:88. Armin Leber 89:88. Kapitän Maaßmann erhöhte 14 Sekunden vor der Sirene auf 91:88 und Linton mit 2 Freiwürfen zum 93:89. Nochmals hatte Doubley mit einem Glücksdreier mit Brett zum 93:92 vier Sekunden vor Ende die Antwort. Linton, unsportlich gefoult, vergibt beide Freiwürfe. Einwurf USC – Leber gefoult (3 Sekunden), 1. Freiwurf daneben, 2. Freiwurf auf Traineranweisung aus taktischen Gründen absichtlich daneben, Rebound Chemnitz, Verzweiflungswurf Doubley aus der eigenen Hälfte – daneben! In der Schlussphase war's ein Glücksspiel! Nach 5 knappen Niederlagen verdientermaßen mit besserem Ende für den USC – nach einem absoluten Drama, das eigentlich auch zwei Sieger verdient gehabt hätte.
USC: Linton 27 (4 Dreier), Dildy 24 (3), Maaßmann 21, Leber 15, Stoll 2, McCheseney 2, Lanegger 2, Lange, Komarek, Birkenfeld – Rimas.
Chemnitz: Harris 27 (2), Virijevic 18 (2), Worenz 12 (3), Doubley 9 (1), Djatschenko 9 (1), Mbassa 8, Tota 5 (1), Bota 4.
Presseinfo: USC Heidelberg (Claus Ebert)
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Wenn man zuvor wie der USC in fünf Spielen gegen die im Vorderfeld der Liga platzierten Teams immer knapp den Kürzeren gezogen hat, verliert man eigentlich so ein bis zur letzten Sekunde auf der Kippe stehendes Spiel - umso mehr ist die Energieleistung des Jochum-Teams zu würdigen! Chemnitz war zwar ohne seine beiden verletzten Stammcenter Kazarnovski und Klink angetreten, hatte jedoch kurzfristig noch den 2,14m-Ersatz Bota verpflichtet. Beim USC war indessen Mannschaftskapitän Jürgen Maaßmann mit einer Bänderverletzung stark angeschlagen, so dass Trainer Markus Jochum mit Nachwuchscenter Oliver Komarek begann. Auch Lanegger hatte nach Grippe nur zweimal trainiert.
Nach ausgeglichenem 1. Viertel hieß es 21:21. Auf USC-Seite überzeugte bis dahin nur Linton - und ausgerechnet der angeschlagene Jürgen Maaßmann, der nach 5 Minuten ins Spiel kam und insgesamt mit einer überragenden 8/9-Quote und 21 Punkten seine bisher stärkste Saisonleistung bot!
Im 2. Viertel war das USC-Team von allen guten Geistern verlassen, auf Gästeseite schien der überragende US-Spieler Jaivon Harris (16 Punkte bis zur Pause) überhaupt nicht zu halten zu sein und beim 31:41 hätte wohl kaum jemand in der Halle noch allzu hoch auf das USC-Team gewettet. Nur der nach längerer Zeit mal wieder anwesende RNZ-Redakteur Claus-Peter Bach war einer der wenigen Optimisten, der das USC-Team auch nach dem 49:58 nach dem 3. Viertel noch nicht verloren gab. "Dieses Spiel muss man nicht verlieren", meinte er zu Beginn des 4. Abschnitts, weil ihm anscheinend nicht entgangen war, dass sich im USC-Team allmählich so etwas wie Teamgeist und eine daraus resultierende Eigendynamik entwickelt hatte. Armin Leber (am Ende 15 Punkte und 11 Rebounds) wurde immer stärker und Emanuel "E" Dildy demonstrierte nun wie das gesamte Team einen enormen Einsatzwillen. "E hat uns zurück ins Spiel gebracht und die anderen mitgerissen", meinte denn auch Trainer Markus Jochum nach dem Spiel. Mit 7 Punkten in Folge brachte Dildy den USC zunächst wieder auf 60:62 (33.) heran. Nach einem Dreier des ebenfalls – trotz zu vieler Ballverluste – überzeugenden Linton sowie 4 weiteren Punkten von Maaßmann und "E" hieß es zu Beginn der 36. Min. gar 67:64 für Heidelberg.
Das in den letzten Spielen programmgemäße USC-Herzschlagfinale folgte: Dildys Dreier zum 78:75 50 Sekunden vor dem Ende bedeutete noch nicht die Entscheidung. Nach beiderseitigen Freiwürfen hieß es 80:78 und Worenz glich 3 Sekunden vor Ende der regulären Spielzeit mit beherztem Zug zum Korb zum 80:80 aus. Verlängerung! Sowohl Dildy als auch Harris waren in den letzten Sekunden mit 5 Fouls ausgeschieden. Wer würde daraus profitieren?
Nach dem 82:85 durch 2 Freiwürfe des routinierten Djatschenko schien das Pendel zugunsten von Chemnitz auszuschlagen, doch der ab dem 4. Viertel hervorragend die Aufbauposition ausfüllende Tobias Stoll brachte den USC mit einem ganz wichtigen Korbleger wieder heran. Durch Linton und einen Leber-Freiwurf eroberte der USC gar die 87:85-Führung (1 Min. vor Schluss). Worenz konterte mit einem Dreier zum 87:88. Armin Leber 89:88. Kapitän Maaßmann erhöhte 14 Sekunden vor der Sirene auf 91:88 und Linton mit 2 Freiwürfen zum 93:89. Nochmals hatte Doubley mit einem Glücksdreier mit Brett zum 93:92 vier Sekunden vor Ende die Antwort. Linton, unsportlich gefoult, vergibt beide Freiwürfe. Einwurf USC – Leber gefoult (3 Sekunden), 1. Freiwurf daneben, 2. Freiwurf auf Traineranweisung aus taktischen Gründen absichtlich daneben, Rebound Chemnitz, Verzweiflungswurf Doubley aus der eigenen Hälfte – daneben! In der Schlussphase war's ein Glücksspiel! Nach 5 knappen Niederlagen verdientermaßen mit besserem Ende für den USC – nach einem absoluten Drama, das eigentlich auch zwei Sieger verdient gehabt hätte.
USC: Linton 27 (4 Dreier), Dildy 24 (3), Maaßmann 21, Leber 15, Stoll 2, McCheseney 2, Lanegger 2, Lange, Komarek, Birkenfeld – Rimas.
Chemnitz: Harris 27 (2), Virijevic 18 (2), Worenz 12 (3), Doubley 9 (1), Djatschenko 9 (1), Mbassa 8, Tota 5 (1), Bota 4.
Presseinfo: USC Heidelberg (Claus Ebert)
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