ProA
Spiel der Spiele, Mutter aller Schlachten oder einfach Ulm gegen Jena
Lomax am 14.12.2005 um 15:41
Schon vor einigen Wochen wurde die Begegnung zwischen ratiopharm Ulm und den erdgas baskets Jena als die Mutter aller Schlachten, als das Spiel der Spiele von Jenaer Seite hochstilisiert. Doch es war nur ein Spiel im fast bedeutungslosen Pokalwettbewerb. Dort hatte Jenas Coach Frank Menz eigentlich die Devise ausgegeben nicht weiterkommen zu wollen. Seine Spieler sahen dies anders und gewannen am berüchtigten Ulmer Kuhberg mit 76:74, nachdem Ulms Gibbs bereits 7 Minuten vor dem Ende mit einem umstrittenen technischen Foul das Feld verlassen musste. Doch dieses Mal müssen sich die Gäste aus Jena auf eine andere Atmosphäre einstellen.
Statt wie im Pokal vor 600 Zuschauern werden am Freitag Abend sicherlich mindestens 2.400 Ulmer Fans die Kuhberghalle zum Beben bringen. In der Meisterschaft sind die Voraussetzungen beider Teams vor dem Spiel völlig unterschiedlich. Topfavorit Jena hat bereits zweimal gepatzt und darf sich keinen weiteren Ausrutscher erlauben, um den ungeschlagenen Ulmern auf den Fersen zu bleiben. Bei einem Ulmer Sieg würde der Abstand bereits 3 Spiele betragen, eine zwar schwere aber sicher nicht unmögliche Aufgabe in den immer noch verbleibenden 16 Begegnungen. Bei einem Sieg wären die Gäste wieder in der gewohnten Rolle als Topfavorit, da man mit einem Sieg im Rückspiel alles noch selbst klar machen könnte.
Nachdem man vor der Saison noch ungewohnt forsch den Aufstieg als Ziel ausgegeben hatte, ruderte man in der Folgezeit immer weiter zurück. Inzwischen gilt ein Platz unter den Top 3 als erstrebenswert. Über so viel Understatement kann man nicht nur in Ulm, um Ulm und um Ulm herum schmunzeln.
Ein Zweitliga-Allstar-Team mit Ex-Nationalspieler Oliver Braun, den BBL erfahrenen Linke und Seggelke, sowie zwei der besten Amerikaner der 2. Liga der letzten Saison Austen Rowland und Ronald Taylor, dazu mit Lars Buss einem der besten Zweitligaspieler der letzten Jahre stellt man nicht für Platz 2 zusammen. Als dann mit Austen Rowland ein Puzzlestück ausfiel, setzte man nicht auf die tiefe Bank mit den zweitligaerfahrenen Buss, Zlotowski, Hoepke und Gola, sondern leistete sich den Luxus eines Ersatzspielers für die Dauer von Rowlands Verletzung.
Nachdem der puerto-ricanische Nationalspieler Cruz den Erwartungen trotz 16 Punkte beim Pokalsieg in Ulm nicht erfüllte, verpflichtete man mit Gregory Burks den nächsten Amerikaner, der im Januar dem bis dahin hoffentlich wiedergenesenen Rowland Platz machen soll. Als erstes Basketballteam aus den neuen Bundesländern möchten die Verantwortlichen in Jena den sportlichen Aufstieg in die BBL schaffen. Jetzt oder nie ist die Devise, denn nach der Saison läuft nicht nur der Vertrag mit Erfolgstrainer Frank Menz aus.
Dass ausgerechnet der Zweite der letzten beiden Jahre aus Ulm trotz reduziertem Etat und Spaßbasketball augenblicklich die Spitze der Tabelle ziert, hängt mit den Jenaern Betriebsunfällen in Nördlingen und Kaiserslautern zusammen. Diese sollen nun am Freitagabend korrigiert und damit wieder direkt Kurs auf die BBL genommen werden. Die Ulmer haben sich die letzten Jahre gegen Jena meist als Spielverderber erwiesen. Von den bisherigen acht Begegnungen in der 2. Liga zwischen beiden Teams gingen die Ulmer sechsmal als Sieger vom Platz.
Unvergessen auf Ulmer Seite ist noch heute die Niederlage aus der Vorsaison, als Jena nur in diesem einen Spiel Ex-Nationalspieler Sebastian Machowski einsetzte und damit den Aufstiegshoffnungen der Schwaben einen herben Dämpfer verpasste. Am Freitag können dies Ulms Kapitän Erege und seine Mitspieler auf Heller und Pfennig zurückzahlen. Auch wenn Jena über die individuell stärkeren Einzelspieler verfügt, ist Ulm mit dem lautstarken Publikum im Rücken nicht chancenlos.
Doch Jena hat im Pokal schon bewiesen, dass es an der Donau gewinnen kann. Im Gegensatz zum Pokal fällt am Freitag keine Vorentscheidung im Kampf um den Aufstieg. Ob überhaupt eines der beiden Teams am Ende in die BBL aufsteigen kann, liegt nicht nur an den sportlichen Ergebnissen. Beide Städte haben noch keine entsprechenden erstligatauglichen Spielstätten. So kann das Spiel der Spiele, die Mutter aller Schlachten am Ende vielleicht sogar zu einem Muster ohne Wert mutieren.
Jetzt hoffen die Basketballfans in Ulm auf eine Fortsetzung der legendären Aufstiegsspiele wie vor 2 Jahren gegen Tübingen oder vor 3 Jahren gegen Karlsruhe, nur mit einem besseren Ausgang für das eigene Team. Doch selbst bei einer Niederlage würde ratiopharm Ulm als Tabellenführer in die Winterpause gehen. Das alleine ist schon ein Grund zum Feiern. Am Samstag gehen die Ulmer Spieler nach der fantastischen Hinrunde erst einmal in die wohlverdiente Weihnachtspause. Die Erdgas Baskets Jena müssen dagegen noch ein paar Überstunden machen. In der 2. Pokalhauptrunde trifft Jena vor Weihnachten noch auf die BG Karlsruhe. Dann ist man endlich einmal nicht Favorit.
Facts (in Klammern Platzierung): Ulm / Jena
Einwohnerzahl: 170.000 (mit Neu-Ulm) / 102.000
Zuschauerschnitt (05/06): 2.129 / 886
Zuschauerschnitt (04/05): 1.813 / 853
Punkte pro Spiel: 90,5 (1.) / 87,5 (3.)
Punkte Gegner: 70,8 (2.) / 69,1 (1.)
Rebounds pro Spiel: 40,1 (2.) / 33,9 (9.)
Quote aus dem Feld: 41,4 (3.) / 43,8 (1.)
Effizienz Rate: 99,1 (1.) / 97,6 (2.)
Vorjahresplatzierungen: 2 – 2 – 3 / 5 - 8 – 4
Durchschnittsalter Erste Fünf: 25,2 / 27
Durchschnittsgröße Erste Fünf: 192,6 / 193,4
Presseinfo: ratiopharm Ulm (Dr. Thomas Stoll)
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Statt wie im Pokal vor 600 Zuschauern werden am Freitag Abend sicherlich mindestens 2.400 Ulmer Fans die Kuhberghalle zum Beben bringen. In der Meisterschaft sind die Voraussetzungen beider Teams vor dem Spiel völlig unterschiedlich. Topfavorit Jena hat bereits zweimal gepatzt und darf sich keinen weiteren Ausrutscher erlauben, um den ungeschlagenen Ulmern auf den Fersen zu bleiben. Bei einem Ulmer Sieg würde der Abstand bereits 3 Spiele betragen, eine zwar schwere aber sicher nicht unmögliche Aufgabe in den immer noch verbleibenden 16 Begegnungen. Bei einem Sieg wären die Gäste wieder in der gewohnten Rolle als Topfavorit, da man mit einem Sieg im Rückspiel alles noch selbst klar machen könnte.
Nachdem man vor der Saison noch ungewohnt forsch den Aufstieg als Ziel ausgegeben hatte, ruderte man in der Folgezeit immer weiter zurück. Inzwischen gilt ein Platz unter den Top 3 als erstrebenswert. Über so viel Understatement kann man nicht nur in Ulm, um Ulm und um Ulm herum schmunzeln.
Ein Zweitliga-Allstar-Team mit Ex-Nationalspieler Oliver Braun, den BBL erfahrenen Linke und Seggelke, sowie zwei der besten Amerikaner der 2. Liga der letzten Saison Austen Rowland und Ronald Taylor, dazu mit Lars Buss einem der besten Zweitligaspieler der letzten Jahre stellt man nicht für Platz 2 zusammen. Als dann mit Austen Rowland ein Puzzlestück ausfiel, setzte man nicht auf die tiefe Bank mit den zweitligaerfahrenen Buss, Zlotowski, Hoepke und Gola, sondern leistete sich den Luxus eines Ersatzspielers für die Dauer von Rowlands Verletzung.
Nachdem der puerto-ricanische Nationalspieler Cruz den Erwartungen trotz 16 Punkte beim Pokalsieg in Ulm nicht erfüllte, verpflichtete man mit Gregory Burks den nächsten Amerikaner, der im Januar dem bis dahin hoffentlich wiedergenesenen Rowland Platz machen soll. Als erstes Basketballteam aus den neuen Bundesländern möchten die Verantwortlichen in Jena den sportlichen Aufstieg in die BBL schaffen. Jetzt oder nie ist die Devise, denn nach der Saison läuft nicht nur der Vertrag mit Erfolgstrainer Frank Menz aus.
Dass ausgerechnet der Zweite der letzten beiden Jahre aus Ulm trotz reduziertem Etat und Spaßbasketball augenblicklich die Spitze der Tabelle ziert, hängt mit den Jenaern Betriebsunfällen in Nördlingen und Kaiserslautern zusammen. Diese sollen nun am Freitagabend korrigiert und damit wieder direkt Kurs auf die BBL genommen werden. Die Ulmer haben sich die letzten Jahre gegen Jena meist als Spielverderber erwiesen. Von den bisherigen acht Begegnungen in der 2. Liga zwischen beiden Teams gingen die Ulmer sechsmal als Sieger vom Platz.
Unvergessen auf Ulmer Seite ist noch heute die Niederlage aus der Vorsaison, als Jena nur in diesem einen Spiel Ex-Nationalspieler Sebastian Machowski einsetzte und damit den Aufstiegshoffnungen der Schwaben einen herben Dämpfer verpasste. Am Freitag können dies Ulms Kapitän Erege und seine Mitspieler auf Heller und Pfennig zurückzahlen. Auch wenn Jena über die individuell stärkeren Einzelspieler verfügt, ist Ulm mit dem lautstarken Publikum im Rücken nicht chancenlos.
Doch Jena hat im Pokal schon bewiesen, dass es an der Donau gewinnen kann. Im Gegensatz zum Pokal fällt am Freitag keine Vorentscheidung im Kampf um den Aufstieg. Ob überhaupt eines der beiden Teams am Ende in die BBL aufsteigen kann, liegt nicht nur an den sportlichen Ergebnissen. Beide Städte haben noch keine entsprechenden erstligatauglichen Spielstätten. So kann das Spiel der Spiele, die Mutter aller Schlachten am Ende vielleicht sogar zu einem Muster ohne Wert mutieren.
Jetzt hoffen die Basketballfans in Ulm auf eine Fortsetzung der legendären Aufstiegsspiele wie vor 2 Jahren gegen Tübingen oder vor 3 Jahren gegen Karlsruhe, nur mit einem besseren Ausgang für das eigene Team. Doch selbst bei einer Niederlage würde ratiopharm Ulm als Tabellenführer in die Winterpause gehen. Das alleine ist schon ein Grund zum Feiern. Am Samstag gehen die Ulmer Spieler nach der fantastischen Hinrunde erst einmal in die wohlverdiente Weihnachtspause. Die Erdgas Baskets Jena müssen dagegen noch ein paar Überstunden machen. In der 2. Pokalhauptrunde trifft Jena vor Weihnachten noch auf die BG Karlsruhe. Dann ist man endlich einmal nicht Favorit.
Facts (in Klammern Platzierung): Ulm / Jena
Einwohnerzahl: 170.000 (mit Neu-Ulm) / 102.000
Zuschauerschnitt (05/06): 2.129 / 886
Zuschauerschnitt (04/05): 1.813 / 853
Punkte pro Spiel: 90,5 (1.) / 87,5 (3.)
Punkte Gegner: 70,8 (2.) / 69,1 (1.)
Rebounds pro Spiel: 40,1 (2.) / 33,9 (9.)
Quote aus dem Feld: 41,4 (3.) / 43,8 (1.)
Effizienz Rate: 99,1 (1.) / 97,6 (2.)
Vorjahresplatzierungen: 2 – 2 – 3 / 5 - 8 – 4
Durchschnittsalter Erste Fünf: 25,2 / 27
Durchschnittsgröße Erste Fünf: 192,6 / 193,4
Presseinfo: ratiopharm Ulm (Dr. Thomas Stoll)
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