ProA

Weiden macht sich selbst das schönste Weihnachtsgeschenk

Lomax am 12.12.2005 um 14:36

Mindestens einen Auswärtssieg aus dem Doppel-Spieltag am Wochenende hatte Trainer Keith Gray gefordert. Der Basketball-Zweitligist COOCOON Baskets Weiden ließ sich nicht zwei Mal bitten und triumphierte 48 Stunden nach dem Erfolg in Nördlingen erneut auf fremden Parkett. Hauchdünn mit 73:72 (20:29, 29:7, 9:24, 15:12) gewannen die Oberpfälzer im Duell der Aufsteiger am Sonntag vor rund 200 Zuschauern beim MTV Stuttgart - der dritte Auswärtssieg in Folge.

Die Weidener Korbjäger, die ohne die verletzten Darrell Mickens (Rückenbeschwerden) und Robert Dill (Außenbandanriss im Knie) sowie den erkrankten Claus Weiß antraten, stürzten ihre mitgereisten Anhänger in ein Wechselbad der Gefühle. Nach einem grandiosen zweiten Viertel führten die COOCOON Baskets zur Halbzeit mit 49:36 und sahen bereits wie der kommende Sieger aus. Nach einem "Durchhänger" in Abschnitt drei mussten die Gäste in der Schlussphase aber nochmals kräftig zittern.

21 Sekunden vor Spielende hatte Marco Meier die große Chance, beim Stand von 73:72 für die Entscheidung zu sorgen. Der Neuzugang vergab aber seine zwei Freiwürfe, sodass die Stuttgarter noch einmal die Chance bekamen die Partie zu drehen. Die Gastgeber scheiterten jedoch zweimal in aussichtsreicher Position, ehe Meier seinen "Freiwurf-Aussetzer" wieder gut machte, sich den Rebound pflückte und damit mit der Schlusssirene den Weidener Auswärtssieg sicherte. Mit nunmehr 12:14-Punkten hat sich der Neuling mit Beginn der dreiwöchigen Weihnachtspause klar von der Abstiegszone abgesetzt und kann sich beruhigt der Vorbereitung auf die nächste Partie am 08. Januar beim Tabellenvorletzten TSV Tröster Breitengüßbach widmen.

Die Weidener Basketballer gingen die Partie in Stuttgart verhalten an. Während der Gastgeber im ersten Viertel immer wieder aus der Distanz und über Schnellangriffe punktete, wiesen die Gray-Schützlinge zu viele Schwachstellen auf. "Wir spielen zu langsam in der Defensive und zu brav im Angriff", kritisierte Pressesprecher Stephan Landgraf. Der 20:29-Rückstand war wie ein Weckruf. Im vielleicht besten Viertel der Saison suchten Justin Hall, John Bynum, Marco Grimaldi und Damian Matac immer öfter den direkten Weg zum Korb. Die Stuttgarter Abwehr geriet stark unter Druck und wusste sich nur durch Fouls zu helfen, was sich auch in der Freiwurfstatistik niederschlug. Von 21 Chancen von der Linie nutzten die Weidener 16, während die Schwaben bei "sieben von zehn" hängen blieben.

Die Heimmannschaft reagierte jedoch auf ihren 36:49-Rückstand zur Halbzeitpause. Mit der Umstellung des Gegners auf eine Zonenverteidigung wussten die Gray-Schützlinge zunächst nicht viel anzufangen, sodass Stuttgart zum Viertelende mit 60:58 wieder knapp in Front lag. In einer fortan ausgeglichenen Begegnung hatten die Weidener letztlich das glückliche Ende auf ihrer Seite. "Unsere Nervenstärke und das nötige Quäntchen Glück haben den Ausschlag gegeben", freute sich Landgraf, der ein dickes Lob an die Mannschaft verteilte: "Alle Spieler sind zusammengerückt. Der Wille zum Sieg war bei jedem spürbar."

Presseinfo: COOCOON Baskets Weiden (Alfred Schwarzmeier; Der neue Tag Weiden)

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