Gastschreiber

GHP Bamberg

Admiral Nelson kommt über den großen Teich

TheChief am 31.10.2005 um 15:01

Nachdem sich in den letzten Wochen die Suche nach einer Verstärkung auf Position 4 für GHP Bamberg schwieriger zu gestalten schien, als die Zusammenstellung des neuen schwarz-roten Kabinetts, scheint den Verantwortlichen nun endlich der gewünschte Durchbruch gelungen zu sein. 'Schon 4 oder 5 Wochen', so Manager Wolfgang Heyder sei man über den Ex-Bamberger Pat King, der nun als Spielervermittler tätig ist, in Kontakt zu Spencer Nelson (25) gestanden und nahm nun die Chance wahr, ihn zu verpflichten. Ermöglicht wurde Nelsons Engagement an der Regnitz, weil die Utah Jazz den 2,03m großen Power Forward nach einer langen Try-Out-Phase als letzten Spieler 'gewaived' haben und nicht mit ihm in die bald beginnende NBA-Saison gehen wollten. 'Spencer ist ein Teamspieler, harter Arbeiter, guter Verteidiger und wird unser Rebounding verbessern', freuen sich Dirk Bauermann und Wolfgang Heyder über ihren neuesten Coup. 'Ein Vorteil für uns ist, dass Spencer aus derselben Stadt kommt wie Rick Stafford, so wird ihm die Eingewöhnung bei seiner ersten Auslandsstation hoffentlich leichter fallen. Er wird morgen in Frankfurt landen, abends sein erstes Training mit dem Team absolvieren und am Mittwoch wieder ins Flugzeug steigen, um beim Euroleague-Auftakt in Treviso sein erstes Spiel zu absolvieren, sofern er die Freigabe erhält', kündigt Heyder dem Neuen ein Mammutprogramm an, in dem kaum Zeit für Jetlag bleibt. 'Selbstverständlich dürfen wir nicht erwarten, dass er in Treviso nach drei Trainingseinheiten und mit der Zeitumstellung im Rücken schon sein volles Potential abruft, doch gerade im Hinblick auf die Kameradschaft und den Teamgeist ist so eine Reise von Bedeutung!' Sollte die Euroleague die Freigabe nicht rechtzeitig erteilen, wird Spencer Nelson am Sonntag im Spiel beim TBB Trier debütieren.

Über die Rolle des 'Hustle Player of the Year 2003' der Big Western Conference hat man in Bamberg schon klare Vorstellungen: 'Spencer Nelson soll unser Starter auf der 4 werden und dort für die nötige Athletik sorgen, die uns dort bislang nur Koko Archibong geben konnte. Koko ist auf der 3 jedoch wertvoller für uns, daher wird es Spencers Aufgabe sein, die kleineren und athletischeren Vierer, mit denen die Gegner gerne gegen Bamberg operieren, an die Kette zu legen. Offensiv ist er kein Spieler, der viel schießt, sondern eher für seine Mitspieler arbeitet und zum Brett geht', beschreibt Heyder den Aufgabenbereich des US-Amerikaners.

Die Personalie Robert Garrett sei derzeit noch von zu vielen Unbekannten abhängig, um eine definitive Aussage über den Verbleib des Nationalspielers in der Domstadt treffen zu können oder nicht. 'Robert gefällt es in Bamberg, er hat sich phantastisch integriert, wurde im Team gleich voll angenommen und hat uns erst gestern bei seiner alleinigen Aufholjagd gegen Oldenburg bewiesen, wie wichtig er sein kann', lobte Heyder den gebürtigen Franken, äußere sich im Hinblick auf die Zukunft jedoch vorsichtig. 'Mit Rick Stafford, Hurl Beechum und Steffen Hamann haben wir drei derzeit verletzte Spieler auf der Payroll, die irgendwann wieder zum Team stoßen werden. Ich muss dann mit Dirk Bauermann genau abklären, ob eine Weiterverpflichtung nach deren Genesung mit unserer Teamstruktur vereinbar wäre.' Zudem würde sich für Bamberg noch eine finanzielle Frage stellen: 'Wir haben unser erhöhtes Budget zum Großteil in den Ersatz verletzter Spieler gesteckt, außerdem belasten uns die Forderungen der Euroleague. Eine Weiterverpflichtung von Garrett scheint derzeit finanziell unmöglich, unsere Gesellschafter müssten dafür weiter investieren', stellt der Manager klar.

Zur Situation der verletzten Spieler vermeldete Heyder, dass Steffen Hamann hervorragende Fortschritte mache und im Januar mit einer Rückkehr zu rechnen sei. Rick Stafford läuft bereits wieder mit dem Team auf, vermeidet jedoch im Training noch Körperkontakt zu seinen Mitspielern und hat weiter Schmerzen. Hurl Beechum beginnt nach einer erneuten OP am Innenmeniskus vor sieben Wochen langsam wieder mit Belastungen. 'Hier ist Vorsicht geboten, nicht zu überdrehen. Die Liga ist athletischer geworden und Hurl muss sich langsam auf das Niveau hocharbeiten, so dass er wieder mitspielen kann und das Team verstärkt', stellte Heyder klar.

Abseits des Bundesligaalltags freute sich das Management über Fortschritte in der Jugendarbeit, in die Heyder als Coach selbst involviert ist: 'Mehr und mehr Sponsoren engagieren sich im Jugendbereich, was uns neue Möglichkeiten eröffnet. E.ON Bayern hat das Sponsoring der Summercamps übernommen, nach dem großen Erfolg dieses Jahr soll nächstes Jahr ein drittes Camp angeboten werden und wir arbeiten derzeit an der Verwirklichung eines 'Open Gym'-Projekts. Jeder soll die Chance bekommen, zweimal in der Woche unter Anleitung unserer Jugendtrainer Basketball spielen zu können, wir müssen nur die Hallenfrage mit der Stadt klären.' Als positives Signal wertet Heyder es, dass auf der Agenda der BBL steht, den Vereinen vorzuschreiben, 8% des Personaletats in die Jugendförderung – diese beinhaltet nicht die Spieler im Bundesligakader – zu stecken. Als Service für Fans gibt es seit diesem Jahr die GHP Fan Card in Kooperation mit der Bamberger Bank. Diese Karte ist EC-Karte für ein Konto, das für Schüler, Azubis und Studenten nichts kostet, und bietet Zusatzleistungen wie 20% Rabatt bei McDonald's, in der Sportsbar Play Off, für Kinokarten im Cinestar und Tickets für andere Veranstaltungen in Bamberg. 'Der Anschaffungspreis von gerade 5€ bei einer Laufzeit von vier Jahren machen diese Karte gerade für junge Leute zu einem absoluten Muss', ist Heyder überzeugt.

Felix Pflaum

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