EnBW Ludwigsburg

Ludwigsburg erreicht beim Eurostars-Turnier zweiten Platz

Pucki am 12.09.2005 um 14:16

Neben dem Basketball-Bundesligisten EnBW Ludwigsburg und dem europäischen Top-Club Cibona Zagreb war der deutsche Pokalsieger RheinEnergie Köln und die EnBW Ludwigsburg zu Gast bei den WALTER Tigers Tübingen in der TüArena. Anbei ein kurzer Bericht über die Spiele:

Samstag:
Am frühen Samstagabend wurde das kroatische Top-Team Cibona Zagreb nach einem spannenden Spiel mit 77:71 bezwungen und somit zog das Team von Headcoach Silvano Poropat am gestrigen Sonntag um 18:00 Uhr ins Finale gegen Gastgeber WALTER Tigers TÜBINGEN, die im zweiten Spiel des Tages in einem spannenden Finish, gegen RheinEnergie Köln, die Oberhand behielten.

"Sieg", "Sieg", konnten die Besucher, des mit vier teilnehmenden Mannschaften besetzten EuroStars Turnier 2005 vernehmen. Grund dafür waren die Ludwigsburger Anhänger, die ihre Spieler noch eine ganze Weile nach dem Spiel huldigten. Und sie hatten Recht: Das Spiel konnte am Ende mit Spannung kaum überboten werden. Dabei sah es am Anfang der Partie gar nicht danach aus.

Die Mannen ums Trainergespann Silvano Poropat und Miroslav Zujevic, starteten furios. Die erste Fünf mit Jerry Green, Justin Love, Ermin Jazvin, Brian Boddicker und Miljan Goljovic spielten im Vergleich zu Mittwoch gegen Heidelberg, eine viel aggressivere Verteidigung. Nach drei Minuten führten die Barockstädter schon mit 6:0 und Zagrebs Trainer Drazen Anzulovic sah sich schon zu seiner ersten Auszeit gezwungen. Doch auch trotz seinem lautstarken Appell, änderte sich das Bild nicht: Ludwigsburg dominierte das Geschehen und besonders Center Ermin Jazvin, setzte Akzente. Alleine 12 seiner insgesamt 26 Punkte erzielte er in den ersten zehn Minuten. Resultat war eine 22:14-Führung.

Doch anstatt so weiter zu spielen, häuften sich die Fehler auf Ludwigsburger Seite. Einfache Würfe gingen daneben und die Pässe kamen ebenfalls nicht beim gewünschten Mann an. Dies nutzten die erfahrenen Kroaten aus. Nach 17 gespielten Minuten übernahmen sie auf einmal mit 31:29 die Führung. Zur Halbzeit wies die Anzeigetafel einen 34:34-Gleichstand auf und versprach schon ein spannendes Ende. Aber ohne Anfeuerungen der Fans, fällt es auch der neuformierten Mannschaft aus Ludwigsburg schwer, diese entscheidende Phase erfolgreich zu überstehen.

So wurde es am Anfang der zweiten Spielhälfte zum ersten Mal lauter im EnBW-Fanblock. So angefeuert, erwischten die Ludwigsburger auch den besseren Start. Ein 4:0-Run in der 23. Minute, bedeutete die 38:34-Führung. Nach weiterer konzentrierter Arbeit, wuchs die Führung auf 50:42 an (28. Minute). Doch Cibona reagierte, stellte auf eine Zonenpresse um und kam zum Ende des dritten Abschnittes auf 54:51 heran.

Die letzten zehn Minuten hatten es nun in sich. Ständig wechselte die Führung hin und her. Zagreb übernahm nach einem erfolgreichen Dreier mit 58:57 die Führung. Aber die Antwort ließ nicht lange auf sich warten. Mit einem spektakulären Dunk, führten die Barockstädter 3,5 Minuten vor dem Ende der Partie mit 67:65. Der anschließende Dreier der Kroaten ging daneben und Miljan Goljovic konnte im Fastbreak nur mit einem rüden Foul gestoppt werden. Durch seine beiden erfolgreichen Freiwürfe, bedeutete dies 1,27 Minuten vor der Schlusssirene die 69:65-Führung. Doch nun zeigten die Kroaten Nerven, verloren den Ball an den glänzend aufspielenden Justin Love, der zum 71:65 abschloss. Wer nun in der Halle dachte, das war es für Zagreb, der irrte. Durch einen Dreipunktewurf verkürzten sie auf 69:72. Noch waren 30 Sekunden zu spielen. Erneut war es Miljan Goljovic, der durch ein Foul gestoppt werden musste. Beide Freiwürfe fanden den Weg durch die Reuse zur 74:69-Führung. Und nun kamen sie, zum ersten Mal: "Sieg", "Sieg", hallte es in der TüArena von den Ludwigsburger Fans. So eingeschüchtert gaben die Kroaten auf: Ein Schrittfehler und ein Übertreten auf der Grundlinie, sorgten für einen glanzvollen Turnierauftritt der Barockstädter. Am Ende behielten sie mit 77:71 die Oberhand. Dabei zeichnete sich das gesamte Ludwigsburger Team aus, das für die frühe Vorbereitungsphase eine gute Form aufzeigte.

EnBW-Coach Silvano Poropat nach dem Spiel: "Ich freue mich über den Sieg. Meine Mannschaft spielte diszipliniert und war besonders in der Verteidigung aggressiver. Sie hat die Woche über gut gearbeitet. Wir werden sehen, wie fit sie für das morgige Finale ist."

Scorer EnBW Ludwigsburg: Ermin Jazvin (26 Punkte, 12 Rebounds), Justin Love (14), Miljan Goljovic (8), Jerry Green (7), Gordon Scott (7), Brian Boddicker (7), Goran Kalamiza (5), Nemanja Jelesijevic (3), Nils Mittmann, Sascha Kesselring.

Sonntag:
Am Sonntag traf im Spiel um Platz 3 das Top-Team Cibona Zagreb auf den deutschen Pokalsieger RheinEnergie Köln. Die Kroaten bezwangen das Team um Headcoach Sasa Obradovic in einem über weite Strecken ausgeglichenen Spiel mit 80:72.

Im Finale kam es dann um 18:00 Uhr zum schwäbischen Derby zwischen Ausrichter WALTER Tigers Tübingen und der EnBW Ludwigsburg. Der Gast aus der Barockstadt startete stark in das erste Viertel und sorgte in der 3. Spielminute durch einen Dreier von Justin Love für eine 7:0-Führung. Nur Ron Selleaze auf Tübinger Seite vermochte in den ersten zehn Spielminuten dagegen zu halten, doch konnte er das 29:17 für die EnBW Ludwigsburg nicht verhindern.

Im zweiten Viertel konnte die Mannschaft von Headcoach Patrick Elzie aufholen und schließlich in der 16. Minute durch den glänzend aufgelegten Selleaze zum 34:34 ausgleichen. Der Forward der Tübinger verbuchte zu diesem Zeitpunkt bereits 13 Punkte und konnte bis zur Halbzeitpause noch 4 Zähler drauflegen. 9 von 9 Freiwürfen und überragende 80% aus dem Feld für insgesamt 17 Punkte waren seine Ausbeute. Doch Justin Love stand ihm in nichts nach. 16 Punkte bei 5 fehlerfreien Schüssen aus dem Feld und 67% von der Freiwurflinie erzielte der quirlige Guard der EnBW.

Den Beginn der zweiten Halbzeit verschlief die Mannschaft von Silvano Poropat komplett. Das dritte Viertel gewannen die Tübinger mit 24:13 und so ging es mit 59:68 in das letzte und entscheidende Viertel. Die EnBW Ludwigsburg, gewillt den Sieg nicht zu verschenken, kämpfte sich Punkt um Punkt heran. Goran Kalamiza weckte mit seinen Dreiern immer wieder Hoffnung und Ermin Jazvin verkürzte in der 37. Spielminute mit einem spektakulären Dunking und dem anschließenden Bonusfreiwurf auf 72:75. Eineinhalb Minuten vor dem Schlusssignal erzielte Justin Love mit einem Dreipunktwurf aus der Ecke das 76:78 ehe Jerry Green 11 Sekunden vor dem Ende zum 78:78 ausglich. Tübingen schnappt sich den Ball zum letzten Angriff, Ron Selleaze passte auf Rasko Katic, dieser stieg hoch und dann ein Pfiff bei zwei Sekunden auf der Uhr, Foul an der Nummer 9. Der Forward traf beide Freiwürfe zum 80:78. Mit einem langen Ball auf Jerry Green hatte dieser die letzte Chance auf den Sieg, doch der Ball verfehlte sein Ziel und Tübingen gewann vor ca. 1.000 Zuschauern den ersten Titel der Saison 2005/06. Die Ludwigsburger durften den Turnier-MVP Justin Love feiern der in beiden Spielen auf insgesamt 40 Punkte kam.

Scorer EnBW Ludwigsburg: Goran Kalamiza (9 PpG), Jerry Green (12 PpG, 5 ApG), Justin Love (26 PpG, 6 RpG, 4 ApG), Miljan Goljovic (14 PpG), Nemanja Jelesijevic (4 PpG, 3 RpG), Ermin Jazvin (7 PpG, 6 RpG), Nils Mittmann (4 PpG), Sascha Kesselring, Gordon Scott (1 PpG), Brian Boddicker (1 PpG).

Presseinfo: EnBW Ludwigsburg (René Beck)

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